Archiv: Ein Journalist fotografiert am 03.09.2015 während einer Pressekonferenz auf der Funkausstellung IFA in Berlin eine Präsentationswand mit Smartphones (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)
Audio: Inforadio | 29.08.2017 | Johannes Frewel | Bild: dpa/Wolfgang Kumm

Mobiltelefone booten Fernseher aus - Das Smartphone verändert die Unterhaltungsbranche

Laut IT-Branchenverband Bitkom geben Verbraucher bis Jahresende besonders viel Geld für neue Smartphones aus. Zehn Jahre Smartphone hinterlassen in der Branche deutliche Spuren - auch auf der IFA in Berlin, die am Freitag startet. Von Johannes Frewel

Rund zehn Milliarden Euro werden Verbraucher bis Jahresende für Unterhaltungselektronik ausgeben – wenn es nach einer Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom geht. Etwa ein Drittel des Umsatzes wird in der Vorweihnachtszeit erzielt. Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA), der internationalen Leitmesse der Branche, werden ab Freitag in Berlin die neuen Geräte vorgestellt, die Kunden zum Geldausgeben anregen sollen.

Smartphones ziehen an Fernsehern vorbei

Fernsehhersteller dürften aufatmen, denn nach einer jahrelangen Talfahrt zieht das Geschäft wieder leicht an. Fernseher seien mit 44 Prozent Umsatzanteil zwar weiter die entscheidende Lokomotive der Unterhaltungselektronik, betonte Branchenexperte Timm Lutter vom Digitalverband Bitkom. Allerdings seien Smartphones an der klassischen Unterhaltungselektronik längst vorbeigezogen.

Vor wenigen Jahren hätten noch zehn Millionen TV-Geräte einen Abnehmer gefunden, heute wären sieben Millionen schon ein Erfolg, so Lutter. Laut der Bitkom-Studie werden Verbraucher vier Milliarden Euro für Fernseher und sechs Milliarden Euro für weitere Unterhaltungsgeräte bis Weihnachten ausgeben. Hinzu kommen nochmal fast zehn Milliarden Euro für neue Smartphones.

Smartphones verdrängen Kameras & Co.

Zehn Jahre Smartphone haben einen Erdrutsch in der Unterhaltungselektronikbranche ausgelöst. Die Deutschen geben inzwischen mehr als doppelt so viel Geld für Smartphones als für Fernseher aus.

Zahlreiche Geräte wurden vom Smartphone entweder komplett oder in eine winzige Marktnische gedrängt. Die ehemals so beliebten MP3-Player, die den Herstellern über Jahre hinweg hohe Umsätze sicherten, sind fast vom Markt verschwunden. Seit 2008 sank die Zahl der verkauften MP3-Player von ehemals acht Millionen auf unter eine Million.

Aber: Smartphone-Markt stagniert

Der Smartphone-Markt ist inzwischen gesättigt und stagniert bei jährlich gut 24 Millionen verkauften Geräten. Etwa alle 18 Monate gönnen sich Verbraucher ein aktuelles Smartphone. Viele neue Modelle werden auf der IFA präsentiert. Sehr zum Leidwesen der Kamerahersteller. Denn auch ihr Geschäft habe das Smartphone weitgehend zerstört, betonte Lutter. Weil Verbraucher inzwischen auch am liebsten mit dem Smartphone fotografieren, finden nur noch zwei statt einst neun Millionen Digitalkameras einen Käufer.

Zuwachs bei vernetzen Geräten

Wachstumsraten gebe es vor allem bei tragbaren Geräten wie Fitnesstrackern. Und auch vernetzte Haushaltsgeräte sind zunehmend im Kommen: Sie können als Teil des sogenannten heimischen Internets der Dinge per WLAN und App oder auch mithilfe digitaler Sprachassistenten, von Amazon oder Google, gesteuert werden.

Beitrag von Johannes Frewel

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