An einem Radio wird DAB+ dargestellt (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)
Audio: Inforadio, 03.09.2018, Michael Voß | Bild: dpa

Neue Nutzerzahlen - DAB+ erreicht knapp 13 Millionen Deutsche

17 Prozent aller deutschen Haushalte haben mittlerweile Zugang zu digitalem Radio - der Technik, die irgendwann den UKW-Standard ganz ablösen wird. An einigen Orten Deutschlands sind einige Programme gar nicht mehr anders empfangbar. Von Michael Voß

Digitales Radio ist weiter auf dem Vormarsch. Bundesweit haben 17 Prozent aller Haushalte ein Radiogerät, das die Technik DAB+ verwendet. Im Vergleich zum Vorher ist das ein Anstieg von 1,1 Prozentpunkte. Diese Zahlen wurden am Montag auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin bekannt gegeben. Bundesweit haben nun insgesamt 12,7 Millionen Hörer Zugang zu einem DAB+-Radio.

Dieser Zuwachs von 1,7 Millionen möglichen Hörern freut einen der öffentlich-rechtlichen Intendanten ganz besonders: Stefan Raue. "Das ist für uns als Deutschlandradio besonders wichtig. Weil wir nicht über eine ausreichende Abdeckung über UKW verfügen." Doch so ganz ist Stefan Raue nicht zufrieden. Er sagt, es müsse mehr dafür getan werden, um Radiohörer von der neuen Technik zu überzeugen. "Aber wenn man hier auf der Ifa herumgeht und anschaut, wieviel Produzenten  welche Geräte anbieten und wenn man sich anschaut, wie bei den Autogeräten sich die Verbreitung vergrößert hat, dann kann man schon ein bisschen optimistisch sein", so Raue.

Sachsen und Bayern beim Digitalradio führend

DAB+ soll auf Dauer die alte UKW-Technik ablösen. Das digitale Radio ist nicht nur moderner, sondern bietet auch eine höhere Klangqualität und eine größere Programmvielfalt, weil Platz für mehr Sender vorhanden ist. Gerade diese programmliche Vielfalt werde von den Hörern besonders gut aufgenommen, sagt Ulrich Liebenow, Technische Direktor des Mitteldeutschen Rundfunks. "Man sieht insbesondere, dass in den Regionen, wo es ein vielfältiges Angebot gibt, da geht es Öffentlich-Rechtlichen und Privaten besonders gut. Und in anderen Regionen haben wir dann noch aufzuholen."

Die nun vorgestellte Untersuchung zeigt, wer die Spitzenplätze belegt: Sowohl in Bayern als auch in Sachsen gibt es in 22 Prozent der Haushalte ein DAB+-Radio. In Sachsen ist zum Beispiel auch der Bau von sogenannten Digitalradio-Multiplexen besonders weit fortgeschritten. Dabei handelt es sich um Anlagen, die dafür sorgen, dass verschiedene Sender gleichzeitig über dasselbe digitale Signal übertragen werden.

Martin Deitenbeck, Geschäftsführer der Sächsischen Landesmedienanstalt, freut sich darüber sehr: "Wir haben ja in Leipzig Anfang des Jahres und in Freiberg lokale Multiplexe gestartet. Die beiden Mulitplexe sind voll. Die Veranstalter sind mit großem Engagement dabei." Jetzt sei auch in Berlin und Brandenburg jede Menge Programm aufgeschaltet worden, so Deitenbeck. "Bei uns in Sachsen gibt es Bestrebungen, den landesweiten Multiplex zu starten."

Deutschlandradio schaltet UKW mancherorts ab

Deutschlandradio wird demnächst als einer der ersten bestehenden Sender in zwei Regionen vollständig auf die Übertragung via UKW verzichten, sagt Intendant Stefan Raue. "Es geht um die Bereiche Mittenwald und Helgoland. Durch die besondere Geografie - auf der einen Seite viel Meer, auf der anderen Seite viele Berge - ist dort die UKW-Ausspielung außerordentlich kostspielig. Wir haben dort eine hundertprozentige DAB+-Abdeckung." Deshalb setze man nun auf DAB+.

Auf Dauer werden auch andere Sender in ganz Deutschland nachziehen. Für Radiohörer werden die Geräte mit der neuen digitalen Übertragungstechnik zukünftig interessanter.

Beitrag von Michael Voß

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6 Kommentare

  1. 6.

    Super, eine Technik, die bereits seit 20 Jahren (im Testbetrieb sogar seit 40Jahren) existiert, hat sich innerhalb eines Jahres von 16 auf17% Akzeptanz gesteigert. Bis zum nächsten Jahrhundert sind wir sicher bei der Hälfte der Bevölkerung angekommen...

    PS: Schlechere Qualität und mehrere Zehnerpotenzen weniger Sender als Internetradio bietet... da wird das mit 100% Akzeptanz auch bis zur nächsten Eiszeit nichts.

  2. 5.

    DAB + hört sich an wie Müll, Internetradio wird sich durchsetzen, gerade weil die Sprachcomputer wie Echo, Siri o.ä. im Kommen sind. Internetverbindungen sind auch als Flat Standard.
    DAB+ hat zu wenig Sender und man wird mit Eigen- oder kommerzieller Werbung zugemüllt.

  3. 4.

    Das sind gute Nachrichten! Dann fehlen ja nur 65 Millionen Bewohner, die erreicht werden wollen....

  4. 3.

    Theoretisch können sie Ihr UKW Radio irgendwann entsorgen. Also wenn die UKW Frequenzen abgeschaltet werden. Geredet wird seit Jahren darüber, wann es wirklich kommt, steht in den Sternen. Wird wohl so werden, wie beim Umstieg von Antennenfernsehen auf DVB-T. Relativ kurze Übergangszeit. Alles Geldschneiderei zum Wohl der Industrie, auch wenn sich die Qualität verbessert.

  5. 2.

    Ich habe DAB+ zu Hause und im Autoradio, bin begeistert von dem klaren Klang, allerdings weniger davon, dass es bei der Fahrt durch die Uckermark immer wieder Aussetzer gibt, sogar auf der A11 Richtung Stettin. Hier muss der RBB oder wer auch immer nachbessern.

  6. 1.

    Heißt das dann, ich kann mein UKW-Radio im Müll dann entsorgen? Oder gibt es eine Alternative? Davon steht nirgendwo etws.

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