Radieschen, Kurkukma, Kürbiskerne und Haferflocken (Collage, Quelle: imago)
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Ernährungstrends - Schokopudding aus Avocados

Die Grüne Woche lädt bis zum 27. Januar wieder zum großen Schlemmen ein. Wer gleichzeitig etwas für Gesundheit oder ein reines Umweltgewissen tun will, kann in den Messehallen unterm Berliner Funkturm ein paar Ernährungstrends testen. Von Silja Sodtke

Essen ist ein riesiges Geschäft. Mit knapp 180 Milliarden Euro hat die deutsche Ernährungsindustrie 2017 einen Rekordumsatz gemacht. Das liegt auch daran: Vielen Deutschen wird eine bewusste Ernährung immer wichtiger.

Trend 1: Regionalität

Lebensmittel aus der Region: Sie garantieren kurze Transportwege, was gut für die Umwelt ist, und gleichzeitig die heimischen Bauern unterstützt. Diesen Trend haben Lebensmittelhersteller längst erkannt und so wimmelt es auf den Verpackungen von Begriffen wie "von hier" oder "aus der Region".

Problem: Der Begriff "regional" ist nicht geschützt. Auch Markennamen mit regionaler Bezeichnung sagen nichts über die Herkunft aus. Produkte, die tatsächlich aus dem Umland stammen, können wir dennoch erkennen.

Nicht verarbeitete Lebensmittel wie Kartoffeln oder Erdbeeren sollten mit einer möglichst genauen Ortsangabe und dem Erzeuger gekennzeichnet sein. Das Label "Regionalfenster" oder die sogenannte g.U.-Kennzeichnung (g.U.= geschützte Ursprungsbezeichnung) garantieren, dass die Rohstoffe aus der angegebenen Region stammen und auch dort verarbeitet wurden.

Trend 2: Beauty-Food

Natürliche Schönheit kommt von innen, lautet eine alte Weisheit. Und tatsächlich können Lebensmittel teuren Cremes und Fluids Konkurrenz machen.

Glatte und reine Haut: Grünkohl, Mohrrüben, Spinat oder Eier enthalten das sogenannte Schönheitsvitamin A. Es fördert die Neubildung von Hautzellen und schützt die Haut vor dem Austrocknen.

Gute Vitamin C-Lieferanten sind Zitrusfrüchte, Blaubeeren und viele Kohlsorten. Das Anti-Aging-Vitamin C bildet Kollagen im Körper, polstert so die Haut auf und kräftigt das Bindegewebe.

Kürbiskerne und Kichererbsen sollten ebenfalls auf dem Speiseplan stehen. Sie enthalten viel Zink. Das regt die Kollagen- und Keratinproduktion an.

Schöne Haare und feste Nägel: Nüsse, Haferflocken und Mangold enthalten Biotin, das die Neubildung von Haarwurzeln und des Nagelbettes fördert.

Trend 3: Essen als Medizin

Essen als Medizin ist ein Trend, dem man durchaus mit einigen Zweifeln entgegentreten darf. Viele Lebensmittel werden als wahre Wunderwaffe gegen Krankheiten angepriesen. Ernstzunehmende Studien darüber gibt es aber kaum.

Als gesichert gilt aber, dass Gewürze und Pflanzen Heilungsprozesse zumindest unterstützen können, beziehungsweise dabei helfen, gesund zu bleiben.

Kurkuma: Auch bekannt als Gelbwurz. Hilft bei Verdauungsstörungen, Magen- und Gallenbeschwerden. Versuche im Labor lassen erahnen, dass der enthaltene Farbstoff Curcumin krebshemmende Eigenschaften besitzt. Ob das auch im Körper zutrifft, ist nicht erwiesen.

Granatapfelsaft: Wirkt Bluthochdruck entgegen, beugt Herz-Kreislauf- Erkrankungen vor und kann sogar das Thromboserisiko verringern.

Grünkohl: Wird auch gerne als "Superkohl" bezeichnet. Er enthält Mineralien, Spurenelemente und viele Vitamine, darunter alle B-Vitamine, die es gibt. Vitamin K senkt das Osteoporose-Risiko, Calcium ist gut für den Knochenstoffwechsel, Kalium spielt bei der Herzgesundheit eine Rolle.

Trend 4: Naschen ohne Sünde

Hand auf's Herz: Es geht nichts über ein schönes Stück Schokolade, Sahnepudding oder Chips beim gemütlichen Fernsehabend auf dem Sofa. Trotzdem gibt es Alternativen, die unser Bedürfnis nach kulinarischer Sünde genauso erfüllen, aber gesünder sind. Die Krux: Es gibt sie nicht bequem direkt aus der Packung, wir müssen sie oft selber zubereiten. Wer sich aufrafft und sich auch von den teils ungewöhnlichen Zutaten nicht abschrecken lässt, wird positiv überrascht.

Schokopudding aus Avocados: Funktioniert ohne Schokolade, aber mit Kakaopulver. Eine Avocado und eine Banane mit zwei Teelöffeln Backkakao (enthält keinen Zucker) und einem Löffel Ahornsirup vermischen und so lange rühren bis eine cremige Masse entstanden ist. Fertig ist der zuckerfreie Schokopudding, der sogar noch Vitamine enthält.

Nicecream:  Dieser Icecream-Trend ist lecker und gesund. Basis dafür sind tiefgefrorene Bananenscheiben. Die kommen zusammen mit nicht gefrorenen Zutaten nach Wahl (zum Beispiel Erdbeeren, Mango oder Kakaopulver) in einen Mixer. Solange mixen bis sich die Zutaten zu einer cremigen Masse vermischt haben. Und dann Eis ohne Sünde genießen!

Sendung: radioBerlin 88,8, 18.01.2019, 6:20 Uhr

Beitrag von Silja Sodtke

Kommentar

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Antwort auf [Alfred Neumann ] vom 23.01.2019 um 17:43
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2 Kommentare

  1. 2.

    Wie erst gestern im ZDF malbwieder zu sehen war, braucht es für Schoko-Pudding anders als für Schoko*laden*pudding in der Tat keine Schokolade.

  2. 1.

    Regionale Herkunft allein garantiert noch kein umwelt-plus. Wenn nämlich zum Beispiel heimische äpfel monatelang in kühlhäusern gelagert werden müssen, verbraucht das mehr Energie als wenn die Lücken im Saison Kalender mit Ware aus wärmeren Ländern überbrückt wird. Immer alle Aspekte betrachten, nicht nur die Herkunft allein.

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