Zwei Aussteller schauen sich am 04.09.2019, dem ersten Medientag der Technik-Messe IFA, den Standaufbau an (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)
Audio: Inforadio | 04.09.2019 | Johannes Frewel | Bild: dpa/Bernd von Jutrczenka

IFA 2019 in Berlin - Cloud Cooking in Zeiten von Handelskriegen

Ab Freitag können auch Otto-Normalverbraucher die Elektronikmesse IFA besuchen. In diesem Jahr steht vor allem die künstliche Intelligenz von Haushaltsgeräten im Fokus. Im Hintergrund des Messetrubels geht es auch um handfeste Politik. Von Johannes Frewel

98 Zoll große 8K-Fernseher mit scharfem und kontrastreichen Bild für 60.000 Euro, künstliche Intelligenz und Vernetzung überall - selbst im Bratprogramm fürs Hähnchen und in Smartphones für das neue schnelle 5G-Mobilfunknetz: Die Elektronik-Messe IFA startet am Freitag breiter aufgestellt als jemals zuvor und ist komplett ausgebucht.

Radio und TV bildet nur noch kleinen Teil

Das ehemalige Kerngeschäft rund um Radios und Fernsehen bildet nur noch einen Teil der IFA. Die Elektronik-Messe ist längst auch zur weltweit größten Messe für Haushaltsgeräte gewachsen. Was sie von anderen Messen unterscheidet: einerseits die Größe, andererseits die klare Fokussierung auf Handel und Verbraucher vor Weihnachten.

"Über 35 Prozent des Umsatzes werden im letzten Quartal gemacht, so dass die IFA zum richtigen Zeitpunkt stattfindet", sagt Hans-Joachim Kamp, Präsident des Branchenverbandes gfu, der die IFA ausrichtet. Bei der Elektronikmesse werden anders als bei anderen Messen nicht nur Gespräche zwischen Handelspartnern geführt. Die IFA ist Ordermesse für den Handel, der dort Waren für erwartet fast fünf Milliarden Euro bestellt.

Huawei und Qualcomm treffen aufeinander

Das Konferenzprogramm der IFA bestimmen in diesem Jahr auch auch die internationalen Handelskriege. Huawei könnte einen Einblick in sein erstes Smartphone geben, das wegen US-Restriktionen ohne Google-Apps und Android auskommen muss. Auch werden 5G-Smartphones und Geräte mit einem faltbaren Bildschirm erwartet.

Mit Huawei und Qualcomm treffen bei dem Branchentreff "IFA Keynotes" zwei 5G-Technologieführer aus China und den USA zusammen, die aus politischen Gründen kaum noch zusammenarbeiten dürfen. Hier werden wichtige Gespräche zwischen Spitzenmanagern der von Handelskriegen betroffenen Unternehmen deshalb wohl sehr verschwiegen stattfinden. Beispielsweise zwischen den 5G-Technologieführern Huawei und Qualcomm, sagt IFA-Messechef Jens Heithecker: "Ich bin gespannt darauf, wie die beiden sich hinter der Bühne begegnen, weil ich vermute, dass sie nach wie vor eine enge Partnerschaft haben, weil sie aufeinander angewiesen sind."

Klares Bekenntnis zu Globalisierung und freiem Handel

Auf einem separaten Messegelände findet die IFA-Business-to-Business-Messe Global Markets statt. Zulieferer- und Komponenten-Anbieter beispielsweise aus China, Taiwan oder Südkorea suchen wegen der Zollkriege neue Kunden. Die Gesundheitsbranche präsentiert sich mit Fitness-Trackern, vernetzten Zahnbürsten oder Pflegerobotern. Gemeinsam mit dem Genfer Automobil-Salon findet außerdem eine Automesse statt - ganz ohne Autohersteller. Man lege den Fokus dabei darauf, was Mobilität für den Konsumenten bedeutet, sagt Jens Heithecker. "Wir glauben, dass Unternehmen nicht mehr alleine entwickeln können, sondern dass man Start-up-Ideen zusammen bringen muss und über Ländergrenzen hinaus denken muss." Deshalb wolle man auf der IFA die innovativsten Ideen fördern, so der Messechef.

Die IFA positioniert sich also in Zeiten von Handelskriegen als internationaler Messeplatz mit einem klaren Bekenntnis zu Globalisierung und freiem Handel.

Immer eine Nasenlänge voraus

IFA-Infos

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Beitrag von Johannes Frewel

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2 Kommentare

  1. 2.

    Und wenn ich nicht mehr weiß wie ich koche, verhungere ich wenn das Internet ausfällt!

    Und natürlich ist das alles nur was für junge Kapitalisten und Narzisten (Frauen inklusive).

  2. 1.

    Der letzte Absatz liest sich wie eine Lobhudelei und die IFA kann die existierenden und noch kommenden Probleme leider nicht lösen.
    So werden Cloud Computing und Streamingdienste (nicht nur was Audio und Video betrifft, sondern beispielsweise beim Spielen per Internet) immer wichtiger/bedeutsamer, das Internet ist hierzulande aber eine rheumatische Schnecke, gegen länderübergreifende Gefahren gibt es leider keine länderübergreifenden Behörden, der Quantencomputer ist für Sicherheitsexperten weltweit eine kommende Katastrophe, die Digitalisierung kommt kaum voran und m. W. kam seit dem MP3-Format keine bedeutsame Erfindung mehr aus Deutschland.
    Aber dafür hilft uns der PC künftig beim Kochen.
    Na toll.

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