Ein Besucher der Elektronikmesse IFA fotografiert ein Banner am Eingang (Quelle: Messe Berlin)
Audio: Inforadio | 11.09.2019 | Johannes Frewel | Bild: Messe Berlin

Was IFA-Besucher interessiert - Beim Smart Home scheiden sich die Geister

Die IFA in Berlin schließt am Mittwochabend ihre Tore. Verbraucher nutzten in den letzten Tagen die Gelegenheit, sich neue Produkte anzusehen. Das Smartphone steht weiter auf der Wunschliste oben, das Smart Home eher seltener. Von Johannes Frewel

In den letzten Tagen haben sich wieder Tausende Besucher auf der IFA umgesehen, welche Wünsche sie sich zum Jahresende erfüllen wollen. Bis Mittwochabend geht es in den Messehallen unterm Berliner Funkturm noch um Produkte für das mit Abstand umsatzstärkste Quartal am Jahresende. Händler decken sich deshalb für den Herbst mit Bestellungen in Milliardenhöhe ein.

Bei den Messebesuchern stehen in diesen Tagen beispielsweise Mundduschen, Staubsauger und Niedrigtemperaturgarer im Fokus. Ganz oben in der Verbrauchergunst stehen aber nach wie vor Smartphones. Zwölf Milliarden Euro geben die Deutschen in diesem Jahr dafür aus, ein Drittel allein im letzten Quartal. Dank der guten Arbeitsmarktlage und steigender Löhne sind hochpreisige Modelle gefragt wie nie. Das gilt auch für Handys mit faltbarem Bildschirm und dem neuen schnellen Mobilfunkstandard 5G.

Bei Samsung, wo man das Galaxy Fold ausprobieren kann, bildeten sich während der Messetage lange Warteschlangen. Das Verbraucher-Echo ist allerdings durchwachsen. Kein Wunder bei einem Preis von 2.100 Euro. Die Meinungen sind unterschiedlich: Eine Besucherin meint, sie hätte Angst, dass es kaputt geht; eine andere sagt, sie braucht ein kleines Handy.

"Lieber manuell statt Sprachsteuerung"

Wenn man sich unter den Besuchern weiter umhört, dann fällt auch auf, dass das vernetzte Zuhause, mehr Bequemlichkeit durch künstliche Intelligenz, nur selten ganz oben auf der persönlichen Wunschliste steht. Smart Home, digitale Assistenten, Fernseher mit Sprachsteuerung und ständig aktiven sechs Mikrofonen - da scheiden sich die Geister. Vor allem jene, die die Tücken der Sprachsteuerung kennen, wünschen sich wieder klassische Bedienknöpfe.

So könne Sprachsteuerung immer daneben gehen, meinte eine Frau, das merke man beim Auto-Navi genauso wie bei Alexa. "Ich bin eher jemand, der lieber manuell irgendwas macht statt Sprachsteuerung."

Große Bildschirmdiagonalen bei Fernsehern gefragt

Bei Fernsehern zählen große Bildschirmdiagonalen. Zahlungskräftige Kunden entscheiden sich auch gern für die teure OLED-Version. Doch insgesamt rutscht der TV-Umsatz mit weitem Abstand hinter den von Smartphones. Nicht immer haben Hersteller dabei offenbar eine glückliche Hand. So moniert eine IFA-Besucherin, dass sie einen Fernseher gesehen habe, der im Standby ein Bild projiziert. Das sei nicht mehr so wirklich zeitgemäß  - vor allem mit Blick auf die Klimakrise, "dass das Ding auch noch Strom verbraucht, wenn es aus ist".

Skepsis schlägt etwa auch dem Kühlschrank entgegen, der auf einem Außendisplay den Inhalt anzeigt. Viele Verbraucher wollen einfach nur die Kühlschranktür öffnen, um selbst einen Blick hinein zu werfen.

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Beitrag von Johannes Frewel

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7 Kommentare

  1. 7.

    Wen Sie meinen....Alexa macht Spaß und ist eine nette Spielerei und wenn Sie denken das man abgehört wird ist das Ihr Ding. Ich mache mir da keinen Kopf. Desweiteren hat Alexa unser Küchenradio ersetzt und hat einen Superklang.

  2. 6.

    Ich bin seit Jahren reger Benutzer diverser Sprachassistentinnen (die Stimmen von Amazon Echo und Google Home sind weiblich), genieße die Vorteile, sehe aber auch die Nachteile:
    So ist die Sprachsteuerung der Audiowiedergabe unintuitiv (bis Google oder Alexa mal begriffen haben, was sie KONKRET abspielen sollen, sind oft mehrere Versuche nötig), die Wetterberichte unterschiedlicher Anbieter liefern meist erstaunlich abweichende Ergebnisse (Amazon scheint von von den Temperaturen her präziser zu sein - Google bez. der zu erwartendenden Niederschläge), Google weiß mit Wissensfragen mehr anzufangen (und kann halt auch mal googeln), Alexa/Echo hat den angenehmeren Klang.
    Und auch was diese Geräte NICHT können, ist nicht wenig (die Tür öffnen, den PC bedienen, E-Mails vorlesen oder sich diktieren lassen).
    Eine amüsante Spielerei, ein gelegentlich nützliches Hilfsmittel, vermutlich ein guter Anfang.
    Sehr viel mehr ist das noch nicht.

  3. 2.

    Wir steuern unsere Beleuchtung zu Hause mit Alexa. Vollkommen cool.....

  4. 1.

    Ich habe gerade so einen Smarthome Fall in der Familie. Elektro im Haus erneuert, aller Schnickschnack eingebaut, Steuerung über Handy App und keiner kanns bedienen.

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