Ein Berlkönig fährt durch die Berliner Nacht (Quelle: imago images/Seeliger).
Audio: Abendschau | 23.03.2020 | O-Ton Rolf Erfurt | Bild: imago images/Seeliger

Sammeltaxi der BVG - Berlkönig befördert Gesundheitspersonal ab Mittwoch kostenfrei

Das Sammeltaxi-Angebot der BVG fährt ab Mittwoch Personal aus dem Gesundheitsbereich kostenlos durch Berlin. Damit wolle man Danke sagen, hieß es. Vor allem Personal in Nachtschichten soll es einfacher haben, zur Arbeit und nach Hause zu kommen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Der Berlkönig, das Sammeltaxi der Berliner Verkehrsbetriebe, soll ab Mittwoch ärztliches Personal, Pflegepersonal, medizinische Fachangestellte und Rettungskräfte kostenfrei fahren.Das kündigten BVG und der Betreiber Viavan am Montag an. Der gemeinschaftlich betriebene Fahrdienst solle vom 25. März bis zum 19. April 2020 in den Dienst des Berliner Gesundheitswesens gestellt werden, hieß es.

Abdeckung vor allem in der Nacht

BVG-Vorstand Rolf Erfurt sagte in Richtung der Betroffenen dazu im rbb: "Wir möchten Sie abends zum Einsatzort bringen und am Morgen wieder nach Hause." Das Angebot solle nicht nur für das Tarifgebiet A gelten, sondern sei deutlich erweitert, so Erfurt in der Abendschau.

Der Fokus liegt laut BVG auf der Nacht und dem Schichtwechsel morgens und abends. In der Zeit von 21 Uhr bis 5:30 Uhr sind die Berlkönig-Fahrzeuge im Einsatz, um dem Personal vor und nach den Schichten zumindest eine kleine Erleichterung im Krisenalltag zu bieten, heißt es in einer Mitteilung.

Bedient wird das Gebiet innerhalb des gesamten S-Bahnrings. Zudem gibt es eine Erweiterung in die Außenbezirke, um zusätzliche Krankenhäuser einzubeziehen. 

Sammeltaxi mit genügend Abstand

Über die reguläre Berlkönig-App sollen sich Beschäftigte berechtigter Berufsgruppen in Kürze für den Service registrieren können. Die Anfragen werden allerdings weiterhin als Sammeltaxi bedient. Dennoch werden - wie bereits in den vergangenen Wochen - nie mehr als drei Fahrgäste auf einmal befördert, um einen Abstand zu gewährleisten.

In einer Mitteilung erklärte BVG-Vorstand Erfurt: "Mit unseren großen Bussen und Bahnen bieten wir allen Berlinerinnen und Berlinern, die auch in dieser schwierigen Situation mobil sein müssen, ein weiterhin zuverlässiges und stabiles Angebot. Höchstleistung bringen aktuell auch die Beschäftigten im Gesundheitswesen, die Ärztinnen und Ärzte, Krankenpflegerinnen und -pfleger." Dafür wolle man nun mit den Berlkönig-Sonderfahrten Danke sagen.

Berlkönig zuletzt in der Krise

Die BVG verzeichnet Erfurt zufolge derzeit einen Fahrgastrückgang von 50 bis 70 Prozent. Daher habe man das Angebot zuletzt um 13 Prozent reduziert, sagte er in der Abendschau.

Auch um den Berlkönig insgesamt stand es zuletzt schlecht. SPD und Linke im Berliner Senat hatten zuletzt einer Forderung der Betreiber nach Hilfsgeldern in Höhe von 43 Millionen Euro eine Absage erteilt. SPD-Verkehrspolitiker Tino Schopf erklärte, das Geld werde für die Verkehrswende, etwa für mehr Radwegeden Bau neuer Tramlinien, sowie das Netz von Bussen und Bahnen gebraucht. Die Testphase für das Sammeltaxi endet im April, dann droht im möglicherweise das Aus.

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36 Kommentare

  1. 36.

    Frau Müller sprach z. B. von Potsdam, Zehlendorf, Nikolassee, Spandau, Havelhöhe - das kommt alles in Herrn Erfurts BerlKönig-Wundertüte nicht vor! Aber Frau Müller hat nicht nur von diesem tollen Angebot nichts, sondern ist in all den von ihr genannten Außenbezirken BVG-Bus-mäßig auch sonst in den A... gekniffen. Statt Erfurts BerlKönig-Werbeangebot zu wiederholen, liebe rbb-ler, besser den Mann mit dem z. T. chaotischen Busverkehr zu genannten Zeiten konfrontieren! NACHGEHAKT!!!

  2. 35.

    Ein Witz! Der Campus Benjamin Franklin, das ehemalige Klinikum Steglitz, liegt weit außerhalb des hierzu erweiterten Berlkönig-Gebiets. Hört doch auf die Leute zu verarschen und gebt zu, dass ihr nur Werbung braucht, bevor das Projekt eingestampft wird. Schon die Uhrzeit 5:30 sagt schon alles.

  3. 34.

    Scheint nicht besonders ernst gemeint zu sein von der BVG - das größte städtische Krankenhaus Berlins - das Klinikum Neukölln - mit seinen ca. 3000 Mitarbeitern wird natürlich nicht bedient. Ist also nur ein Werbe-Gag. Ziemlich enttäuschend.

  4. 33.

    Ich arbeite in der ausserklinischen Intensiv- und Beatmungspflege für Kinder. Mein Einsatzort ist demnach keine Klinik, mein Dienst geht von 21.00 - 7.00 ..... wohne in Spandau und muss zur Stadtmitte.
    Tja und nun?????

  5. 32.

    Die BVG handelt im Rahmen ihrer Möglichkeiten, schnell und flexibel. Respekt und Dank dafür. Anders als unsere heillos überforderte politische Führung, die kopflos durch die Galaxie mäandert.

    Das die Berufsbetroffenen und Hobbypessimisten wie üblich alles zerreden..geschenkt. Geht mal in Kontemplation und sucht eure Defizite.

    Wie üblich gilt mein Dank den Systemrelevanten von Polizei, Feuerwehr, medizinisches Personal, etc. Ganz besonders diesmal aber auch meinen Kollegen aus den Behörden, Bezirksämtern, JC, Agenturen, etc. Denn die werden gerne mal vergessen, sorgen aber auch dafür das diese Stadt weiterläuft.

  6. 31.

    Gute Idee.
    Allerdings fehlt hier wie so oft die Einbindung von KLADOW.Mein Schwager fährt aktuell mit dem Fahrrad zum Einsatzort und verliert so fast 2 Stunden täglich.
    Er arbeitet im Bereich Beatmung und OP und hat 2 kleine Kinder.
    Sinnvoll wären feste Strecken gerade in den Randbezirken.

    P.S.Das Krankenhaus Havelhöhe ist Coronastützpunkt und die Helfer ohne Auto sind hier auf sich selbst gestellt.

  7. 29.

    Ich wohne in der Nähe vom S-Bhf Ostkreuz und bin damit ausserhalb des A Bereich. Mich holt hier also keiner ab. Dazu kommt das der Berlkönig im Moment noch nur im A Bereich fährt und damit nur ganze 7 Kliniken zur Auswahl stehen die ich selbst mit dem Rad erreichen kann. Ich fahre als Leasingschwester von Lichtenberg nach Potsdam, Zehlendorf, Nikolassee, Spandau, Havelhöhe und Co. Dort fährt die BVG viel schlechter (manche Anschlussbusse gar nicht mehr) als in der schönen A Zone. Im B und C Bereich wäre der Berlkönig eine echte Unterstützung für Öffifahrende Krankenschwestern gewesen. Danke für nichts also, Hauptsache gute PR genossen!

  8. 28.

    Gute Sache, aber wie schon viele andere Leute vor mir schrieben: Nachtdienst endet in der Regel nicht vor 6 Uhr! Und was bedeutet Außenbezirke? Bis wohin gilt der Bereich? Komplett Tarifbereich B? Etwas konkretere Informationen wären schön...! Danke

  9. 27.

    Ich begrüße das Angebot ausdrücklich, auch wenn es im Detail nicht gut durchdacht ist. Vielleicht sollte man aber seitens der BVG auch mal an das eigene Personal denken. Für die Fahrerinnen und Fahrer von Bus, Straßen- und U-Bahn gibt es keinerlei Angebot, um sie möglichst sicher zu ihren Ablösestellen zu bringen.

  10. 26.

    Eine supertolle Aktion. Gerade in dieser Zeit, wo der ÖPNV auch als Ansteckungsherd gilt, ist es für diese Berufsgruppe besonders wichtig sich nicht anzustecken. Dazu kommt auch noch die Entspannung beim Nachhauseweg. In diesem Sinne auch ein großes Dankeschön an die Pfleger, Schwestern, Ärzte, die in dieser Zeit eine wunderbare Arbeit leisten.

  11. 25.

    Da hat mal jemand eine gute idee und setzt diese auch um.

    Warum, verdammt noch mal, muss hier wieder gleich alles zerpflückt und kaputtgeredet werden?

    Offenbar hat unsere Gesellschaft (vor allem die Deutschen) verlernt, einfach mal zu loben und zu schätzen, was da gemacht wird.

    Was läuft bei euch nicht richtig?

  12. 24.

    Diese Sandra freut sich vielleicht einfach nur über gute Nachrichten oder nette Gesten. Ob sich dahinter vielleicht nur Marketing- oder Finanzzwecke verbergen, habe ich dabei nicht in Erwägung gezogen, da ich nicht Jedem sofort Eigennutz unterstelle. Sandra macht das worum viele aus dem Gesundheitssystem gebeten haben, Kontakt zu anderen auf das Notwendigste beschränken um Arbeitsplätze zu erhalten und ansonsten zu Hause bleiben und mich über positive Nachrichten im Internet zu freuen.

  13. 23.

    Vielen Dank, ich finde, hier möchte man wirklich in erster Linie Wertschätzung zeigen und uns unser Leben vereinfachen!
    Gerade den Hinweg für die Nachtdienstler und zugleich den Heimweg für den Spätdienst zu gestalten, finde ich besonders wichtig. Richtig ist jedoch, dass dieses Angebot - wenn möglich auch auf den Hinweg zum Frühdienst auszuweiten wäre, denn so früh fahren viele Busse noch nicht (die wenigsten Kliniken liegen an S- oder U-Bahnen). Insbesondere gilt dies natürlich fürs Wochenende.
    Funktioniert diese App auch mittels Laptop und wie früh muss man seinen Fahrtwunsch anmelden? ... Als Leasing-Pflegekraft erfahre ich häufig erst am Nachmittag, wo ich eingesetzt werde ... und ein Smartphone habe ich noch nicht bereit.
    Auch habe ich meine Monatskarte für A/B immer zur Monatsmitte - also derzeit bereits bezahlt. Dennoch wäre die Fahrt im Berlkönig vielleicht angenehmer? Bekommen wir noch mehr Infos, bitte?
    Meinerseits jedenfalls vielen Dank! BLEIBEN AUCH SIE GESUND!

  14. 22.

    Keine schlechte Aktion.
    Die Ärzte können dann diejenigen behandeln, die sich durch die Ausdünnung des BVG Fahrplanes in den vollen U-Bahn Zügen angesteckt haben.

  15. 21.

    Guter Ansatz,zeigt aber wieder einmal die Unwissenheit oder besser das Desinteresse der Obrigkeiten!
    Keine Nachtschicht endet vor 6 Uhr!

    Trotzdem Danke....

  16. 20.

    Sinnvolle und nützliche Aktion, besonders in den genannten Zeiten. Da ist die BVG nämlich schwach. Für Nachtarbeit und Frühschicht eine Erleichterung. Hoffe, es klappt auch so wie geplant.

  17. 19.

    Mega Einstellung... Es werden mal wieder alle anderen Systemrelevante Berufe vergessen. Wer bringt das Essen, Medikamente, wer passt auf eure Kinder auf? Wer sorgt dafür daß kein Chaos entsteht? Wer fährt euch zur Arbeit? Wer versorgt unsere Gesellschaft? (Das sind nur Beispiele... ich würde gerne alle Berufe aufzählen, leider nur 1000 Zeichen)Man merkt mal wieder sehr schön, was andere Berufe in unserer Gesellschaft für eine Wertstellung haben... Respekt BVG... Hauptsache Imagepflege

  18. 18.

    Ich sage jetzt schon mal dem berlkönig tschüss, im April ist Schluss, hoffe Uber und clever Shuttle werden folgen.
    Gruß Taxi Frank

  19. 17.

    Tolle Sache! Allerdings sind wir schichtdienstler im Krankenhaus nicht um 5:30 Uhr mit der Arbeit fertig. Das bringt leider wenigen was..

  20. 16.

    Ich arbeite in der Pflege und ich finde es eine wirklich nette Geste, ich muss sagen jetzt leider erst in der Krise wird der Beruf Mal wertgeschätzt. Aber ja es gibt viele systemrelevante Berufe und es sollten diese auch den Service kostenlos nutzen können

  21. 15.

    Es gibt auch noch weitere „Helden“, die ihre Arbeit in engen voll gestopften Büros im Öffentlichen Dienst vollbringen. Und das, obwohl diese Mütter und Väter-auch wenn sie zu Risikogruppen- gehören, ihre tägliche Arbeit leisten. Und nebenbei auch noch ihre Kinder betreuen und durch die Schularbeiten begleiten müssen. Ohne diese „Helden“ würden unsere Rentner ihr Geld nicht erhalten, die Kranken ihr Krankengeld nicht usw. Nicht überall ist Home Office machbar.
    Diesen Personen gilt mein Dank!

  22. 14.

    An sich vielleicht ne gute Sache, frage mich nur in welcher Klinik die Nachtschicht nur bis max. 5:30Uhr geht?

  23. 13.

    @Torstenquade: Ganz genau. Nur kostenlose Werbung. Genauso unredlich wie die Aussage von Hopp, dass im Herbst möglicherweise ein Impfstoff zur Verfügung steht. Man will sich ins rechte Licht rücken und spielt mit den Hoffnungen der Menschen. Widerlich!

  24. 12.

    Kostenlose Taxicoupons wären die einfachere Möglichkeit.

    Stattdessen macht sich der Uber-Konkurrent samt bvg zum Heilsbringer Datensammlungen inklusive. Wie verlogen Ist das denn? Und der rbb führt die Hofberichterstattung durch!

  25. 11.

    Wenn man Klinik und Pflegepersonal mit taxicoupons ausstatten würde wäre das der selbe Effekt und preiswerter was durch diese verlogene Aktion durch den berlkönig erreicht werden soll kann sich jeder ausrechnen unser aller Steuergeld. Abgebrühter geht es kaum.

  26. 10.

    Coole Aktion. Bravo!

  27. 9.

    Man könnte dem Gesundheitspersonal genauso Taxigutscheine ( Coupons) zukommen lassen. Das wäre garantiert billiger, als den Berlkönig mit Millionen von Steuergeldern am Leben zu erhalten.

  28. 8.

    Super Idee. Da ist der Berlkönig sinnvoll genutzt und kommt den Richtigen zu Gute. Und jetzt bitte nicht wieder los meckern, warum denn nur diese Berufsgruppe befördert wird. Es ist ein Danke, eine praktische Geste und keine Abwertung aller anderen Berufshelden.

  29. 7.

    noch einmal zeigt die BVG mit ihrem Uber- Konkurrenten: wir haben Geld satt. Ich hoffe alle anderen systemrelevanten Personen dürfen dann auch kostenlos fahren.

  30. 6.

    Das ist nett. Exklusive Nutzung als zuvor genannter "Shuttle-Service" wäre jedoch etwas besser, da eben durch die eigentlich "aerogene Übetragung" und nicht "Tröpfchenübertragung" das Problem nicht so wenn zusammenarbeitendes Personal ohne Abstand sitzt wie wenn ein Infizierter auf der Fahrt davor in dem "Sammeltaxi" saß. Der Unterschied zwischen Aerosol und Tröpfchen besteht dabei eben darin, dass so ein genießtes Tröpfchen Richtung Boden fliegt, während ein Aerosol sozusagen erstmal einen Rundflug veranstaltet, welcher im Fall von CoV laut mancher Meldung bis zu 30 Minuten. Und sicherlich etwas Aufwand in alter Manier Fahrpläne zu erstellen wenn es keine web-Lösung gibt - aber abgesehen von Exklusivität wäre wohl auch beidseitig Wartezeit verkürzt wenn schon im Vorfeld klar wer um welche Uhrzeit wo abgeholt und wohin, mit Erfassung des Interesses an Shuttle-Service wohl direkt bei den Personalstellen.

  31. 5.

    Sie sollten auch mal an alle anderen denken, die täglich zur Arbeit fahren müssen. Aber nein, das ist der BVG ja egal. Im Gegenteil, da erhöhen wir doch mal die Taktzeiten bei U-Bahn, Bus usw. Damit die Bahnen wieder schön voll werden und die Leute schön dicht zusammen stehen. Klasse.

  32. 4.

    Komisch. Diese Sandra ist eigenartiger weise immer die erste, die einen Kommentar verfasst. Natürlich immer positiv ? Vom Prinzip ist das ja eine gute Idee. Aber dahinter steckt ein System. Schließlich hat die BVG bloß Angst, weil ihnen ab Ende April die Steurmillionen in Höhe von 43 Millionen gestrichen werden sollen.
    Da gibt es ganz andere Möglichkeiten, dem gesamten Pflegepersonal zu helfen.

  33. 3.

    Eine wichtige und tolle Maßnahme! Die Wertschätzung,welche derzeit all diesen lebenswichtigen Berufen entgegengebracht wird, sollte bitte über die Corona-Krise hinaus bestehen bleiben!

  34. 2.

    Kostenfrei bedeutet aber nicht, dass es nichts kostet. Es sei denn Fahrer und Treibstoff müssen nicht bezahlt werden. Irgendwer bezahlt irgendetwas dafür.
    Aber ok, dann kann man ja die nicht desinfizierte BVG endlich einstellen.

  35. 1.

    Das ist mal eine tolle Maßnahme, so kommt das Klinik- bzw. Pflegepersonal wenigstens ein paar Minuten zur Ruhe und schnell nach Hause bzw. unkomplizierter zur Arbeit.

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