Leere Tische stehen vor einem Cafe in Berlin, das während der Corona-Pandemie geschlossen hat. Quelle: imago images
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Corona-Krise in Berlin - Bedarf an Arbeitskräften so niedrig wie seit fünf Jahren nicht

Geschlossene Geschäfte und Restaurants, kein Tourismus, Dienstleister in Existenzangst: DIe Berliner Wirtschaft steht im Schatten der Corona-Krise. Das zeigen aktuelle Zahlen der Arbeitsagentur. In Berlin werden so wenige Jobs angeboten wie lange nicht mehr. 

Der Lockdown hat im April tiefe Spuren auf dem Berliner Arbeitsmarkt hinterlassen: In der Hauptstadt gab es im ablaufenden Monat so wenig Bedarf an Personal wie seit 2015 nicht mehr. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Agentur für Arbeit. 

Für die Statistik, die am Mittwoch veröffentlicht wurde, ist die Zahl der Stellenausschreibungen in Unternehmen in einen Index übersetzt worden - der Referenzwert 100 stellt dabei den durchschnittlichen Arbeitskräftebedarf im Jahr 2015 dar. Mit den wirtschaftlichen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ist dieser Index im April 2020 auf 85 Punkte gesunken, ein neuer Tiefstwert. Erstmals seit Juni 2015 hat der Index überhaupt die 100-Punkte-Marke unterschritten. Mit anderen Worten: Seit fünf Jahren gab es auf dem Stellenmarkt in der Berlin nicht mehr eine solche Flaute, zu keiner Zeit in den vergangenen fünf Jahren war es in der Hauptstadt so schwer, einen Job zu finden.

Hotels und Gastronomie in Berlin besonders betroffen

"Das Ausbleiben von Stellenneumeldungen schlägt hier vornehmlich zu Buche", schreibt auch ein Sprecher der Agentur für Arbeit am Mittwoch in einer Mitteilung. In Berlin macht sich die Krise vor allem im Gastgewerbe bemerkbar, das besonders stark von den Corona-Einschränkungen betroffen ist. Bei Hotels und in der Gastronomie ist der Personalbedarf im Vergleich zum April 2019 um die Hälfte eingebrochen. In der Zeitarbeit sank die Nachfrage um rund 27 Prozent. Auch in anderen Wirtschaftszweigen wie dem Baugewerbe (-24), Industrie und Handwerk (-23) sowie dem Handel (-17) liegt der Rückgang jeweils im zweistelligen Prozentbereich.

Trotz der Corona-Maßnahmen verzeichnen einige Berliner Branchen im April 2020 im Vergleich zum Vorjahr allerdings einen erhöhten Arbeitskräftebedarf. Laut Agentur für Arbeit ist der Personalbedarf im Bereich der öffentlichen Verwaltung (+13 Prozent), dem Grundstücks- und Wohnungswesen (+8) und dem Gesundheits- und Sozialwesen (+3) im Vergleich zum April 2019 gestiegen.

Brandenburg trifft die Krise bislang weniger hart

In Brandenburg machen sich die Corona-Einschränkungen ebenfalls bemerkbar, allerdings ist der Abwärtstrend nicht so drastisch wie in Berlin. Der Indexwert für den Personalbedarf in Brandenburg lag im April 2020 mit 122 Punkten lediglich 12 Punkte unter dem Wert des Vormonats - und 23 Punkte unter dem Wert vom April 2019.

Im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie gehe in Brandenburg die Arbeitskräftenachfrage zurück, schreibt die Agentur, denn auch in Brandenburg werden derzeit weniger neue Stellen gemeldet. Besonders stark ist der Rückgang der Personalnachfrage der Statistik zufolge in der Zeitarbeit (-28 Prozent), dem Baugewerbe (-16) sowie der Hotellerie und Gastronomie (-15). Aber auch beim Handel (-13), dem Gesundheits- und Sozialwesen (-13) sowie in Industrie und Handwerk (-11) liegt der Rückgang im zweistelligen Prozentbereich.

Dagegen ist im Bereich Information und Kommunikation (+23), in der Landwirtschaft (+16) sowie der öffentlichen Verwaltung (+9) der Personalbedarf gestiegen.

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