Eine Friseurin färbt in einem Friseursalon einer Kundin die Haare. (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)
Audio: Inforadio | 04.05.2020 | Tilman Büttenbender | Bild: dpa/Sebastian Gollnow)

Corona-Schutzvorschriften - Diese neuen Regeln gelten beim Friseur

Wochenlang konnten in Berlin und Brandenburg keine professionellen Haarschnitte gemacht werden. Diese Zeit ist vorbei - die Friseursalons haben wieder geöffnet. Allerdings ist es dort nicht mehr wie vorher - und manche Pflegemaßnahmen sind sogar verboten.

Ohne Mund- und Nasenschutz geht gar nichts mehr

Was im Einzelhandel und in öffentlichen Verkehrsmitteln gilt, ist jetzt auch beim Friseur Vorschrift: Mund und Nase müssen bedeckt sein. Das gilt sowohl für die Kundin als auch für die Friseurin. Der Friseur soll nach dem Willen der Berufsgenossenschaft außerdem Einmalhandschuhe tragen - von der Begrüßung bis mindestens nach der Haarwäsche. Nach jeder Behandlung müssen die Werkzeuge gereinigt und desinfiziert werden.

Abstand halten auch beim Friseur

Auch in Friseursalons gilt ein Mindestabstand von 1,50 Metern. Die Bereiche beispielsweise um Behandlungsstühle sind zumeist auf dem Boden gekennzeichnet und müssen eingehalten werden. Nur zwischen dem Kunden und dem Friseur, der ihn gerade behandelt, darf er unterschritten werden.

Kein Haarschnitt ohne Wäsche

Vor Corona konnte man auch einen Trockenschnitt bestellen - das ist jetzt nicht mehr möglich. Friseurinnen und Friseure sollen keine Behandlungen an ungewaschenen Haaren vornehmen, so sehen es die Regeln der Berufsgenossenschaft vor [bgw-online.de]. In der Brandenburger Corona-Verordnung vom 12. Juni ist dies nicht im Detail aufgeführt, es heißt eben, es seien "die von Branchen-, Berufs- und Fachverbänden für ihre Mitglieder erarbeiteten bereichsspezifischen Konzepte und Empfehlungen zur Verhinderung der Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus zu beachten".

Begleitung nicht erlaubt

Wer zum Friseur geht, muss auf Begleitung verzichten: Die Anzahl von Menschen im Friseursalon soll möglichst klein gehalten werden, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können.

Keine Ausnahmen für Kinder

Die Vorschriften gelten für Kinder genauso wie für Erwachsene. Sie dürfen also nicht von Eltern begleitet werden, müssen Mundschutz tragen und sich die Haare waschen lassen.

Haare schneiden nur mit Termin

Friseure sollen zu viel Publikumsverkehr vermeiden und deshalb möglichst keine spontanen Termine vergeben. Geschnitten wird also nur mit Voranmeldung, und zwar nach Möglichkeit telefonisch oder digital. Das gilt auch für sogenannten Walk-in-Friseure, die normalerweise keine Termine vergeben.

Nicht früher zum Termin erscheinen

Wer sich beim Friseur gern die Zeit mit der Lektüre von Zeitschriften im Wartebereich vertreibt, muss sich umgewöhnen. In den meisten Friseursalons werden die Wartezonen abgeschafft. Denn es sollen sich möglichst wenige Menschen gleichzeitig im Laden aufhalten.

Friseurbereich rechtzeitig planen

Um Vorschriften wie beispielsweise die Abstandsregeln einhalten zu können, müssen viele Salons einzelne Arbeitsplätze stilllegen und ihr Personal so einteilen, dass nicht zu viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gleichzeitig im Geschäft sind. Insgesamt könnte es also zu einer Verknappung von Terminen kommen, die dann entsprechend schnell vergeben sind.

Bart und Augenbrauen müssen warten

Rasieren, Augenbrauenzupfen und Wimpernfärben sind körpernahe Dienstleistungen und dürfen derzeit aus Hygienegründen nicht ausgeführt werden. Beim Rasieren müsste der Kunde den Mund- und Nasenschutz zwangsläufig abnehmen, beim Zupfen und Färben kommt der Friseur dem Gesicht des Kunden sehr nahe. Das Infektionsrisiko werde damit erheblich erhöht, so die Berufsgenossenschaft.

Nagel- und Fußpflege bleibt erstmal außen vor

Wer auf eine baldige Maniküre oder Pediküre zu Verschönerungszwecken gehofft hatte, wird enttäuscht. Die Lockerung im Bereich der Körperpflege gilt zunächst ausdrücklich für Friseursalons. Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe – und dazu gehören auch Nagelstudios - dürfen weder in Berlin noch in Brandenburg für den Publikumsverkehr geöffnet werden oder ihre Dienste anbieten – zumindest bis zum 10. Mai. Ausnahmen gibt es nur, wenn bestimmte Maßnahmen ärztlich verordnet wurden.

Was Sie jetzt wissen müssen

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um eine Antwort zu verfassen.

Antwort auf [Daniel Kleinert] vom 20.06.2020 um 02:18
Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

33 Kommentare

  1. 33.

    Hallo, was momentan bei den Frisören abgeht, ist pure Abzocke!
    Meine Mama lebt in einem Pflegeheim. Sie hat wenig Haare, die ausfallen und bat die im Heim arbeitende Frisörin um ein Abschneiden der seit vielen Wochen gewachsenen Haare.
    Die Frisörin weigerte sich, die gerade frisch gewaschenen Haare ohne Wäsche zu schneiden und auch das Föhnen will sie unter keinen Umständen weglassen, obwohl meine Mama wegen der ausfallenden Haare darum gebeten hatte. Sie bat auch darum, kein Shampoo zu benutzen.
    Nun wurde meiner 88 jährigen schwerstkranken Mutter eine "Wasserbehandlung" verpasst, die sie kaum ertragen konnte. Dann die Haare geschnitten und nicht geföhnt, weil meine Mama sich dazu strikt geweigert hat. Für diesen Stress mit der ignoranten Frisöse sollte sie nun 33 Euro bezahlen!!
    Für sie eine viel zu hohe Summe für den Wunsch nach nur Kürzen der Haare.
    Was für eine Unverschämtheit, in einer Pflegeeinrichtung alte Menschen so dreist abzuzocken!

  2. 32.

    Ich bin Friseurin seit 35 Jahren und hätte mir nie träumen lassen mal mit Mundschutz zu arbeiten. Bei aller Diskussion um die Haarwäsche....gehts noch??? Hat mal jemand drüber nachgedacht wie "toll und angenehm" es ist unter den festgelegten Hygieneregeln zu arbeiten! Da haben wir wohl einen Aufpreis schwer verdient. Haben doch so viele gejammert als wir geschlossen hatten. Stärkere Kontrollen wären auch angebracht, gibt ja immer schwarze Schafe welche denken, diese Vorgaben sind nur für Andere !!! Eine Infektionskette in einem Salon und ich befürchte, wir müssen dann wohl wieder alle schliessen.

  3. 31.

    Ich gebe Ihnen Recht....meine Friseurin sagte mir einige kommen mit dem Argument das man Maschinenschnitte nur trocken machen kann. Das ist richtig...aber ab zum Friseur waschen, föhnen und dann schneiden. Geht alles.

  4. 30.

    Bei uns kommt ab und zu das Ordnungsamt vorbei.
    Leider gibt es mittlerweile viele Friseure die trockenhaarschnitte anbieten, das ärgert mich sehr, da wir uns dran halten, aber dadurch weniger Kundschaft haben.

  5. 29.

    Wie viel mal täglich werden die Friseursalons kontrolliert oder muss die Kundschaft Verstösse zur Anzeige bringen?

  6. 28.

    Meines Wissens ist das mit dem Haare waschen seit Anfang Mai Pflicht. Berlin hat die bundesweit vereinbarten Regelungen doch umgesetzt, oder? Die Tagesschau hatte bereits am 3.5. berichtet.

    https://www.tagesschau.de/inland/coronavirus-friseure-101.html

    Klärt das jetzt mal einer hier auf, was nun aktuell neu geregelt ist?

  7. 27.

    Guten Tag,
    mich irritiert der Bericht ein wenig. Angeblich ist es ein Update mit Datum 19.06.20, also gestern!
    Leider kann ich nicht wirklich erlesen, was neu sein soll!?
    Sollte das so sein, zumindest macht es den Eindruck, dann ist dieser Artikel leider absolut überflüssig und ärgerlich ihn zu lesen.
    Viel hilfreicher und sinnvoller wäre es nur die Neuerungen zu updaten oder diese im Bericht hervorzuheben.

  8. 26.

    Mannomann. Da wird inzwischen aber auch in jeder Suppe ein Haar gefunden.
    Na ja, wir haben ja sonst nichts zum Aufregen in diesen Zeiten...

    @ Frank N. Stein: Der mit dem Grundrecht war gut ;)

  9. 25.

    Kapier da jetzt die Neuerung nicht!

  10. 24.

    Als Kind wollte ich auch immer Amnesty International rufen, wenn ich mir "zwangsweise" die Haare waschen lassen sollte. Zum Glück bin ich heute erwachsen und bin kein Berufsnörgler geworden. :-)
    Ihre Ansichten hinter einem angeblichen Anruf bei einem angeblich kompetenten Mitarbeiter zu verstecken, ist allerdings ein recht kindlicher Versuch.

  11. 23.

    Es entscheidet der/die Fiseur/in ob jemand mit seiner muffelnden Fett-Birne einen Trockenschnitt machen darf oder nicht. Sie glauben wohl man ekelt sich vor gar nichts oder wie?
    Und zur Zeit sowieso nur nass. Sie haben einfach Unrecht.
    Siehe rbb-link zur BG.

  12. 22.

    Dies ist eine bewusste Falschaussage Ihrerseits.
    Friseure MÜSSEN Haare waschen, sonst gibt es eine dicke Strafe.
    Ich kann ihnen sagen, wir möchten auch gern unsere alten Regeln wieder haben. Wie hier schon geschrieben wurde...Trockenhaarschnitte waren leicht verdientes Geld.



  13. 21.

    Du bist witzig. Denkst du wir haben jnsxdas Haare waschen ausgesucht?
    Wir machen mehr Umsatz wenn wir Trockenhasrschnitte anbieten. Mehr Leute = mehr Umsatz

  14. 20.

    Was ist jetzt neu? Diese Regelungen gelten doch schon seit 4 Wochen... Was übersehe ich ?

  15. 19.

    Jetzt geht auch schon Jemand auf das Haarewaschen los!
    Was ist so schlimm daran? Haben Sie mal daran gedacht, dass das die Mitarbeiter schützt? Und den Teil der Kundschaft, der nicht Sie selbst ist? Die sind auf jeden Fall in der Mehrheit.
    „Niemand kann als Kunde beim Friseurbesuch gezwungen werden, sich die Haare zwangsweise waschen zu lassen!“. Stimmt, wer sollte das auch machen. Und Sie können niemanden, aber auch gar niemanden dazu zwingen, Ihnen die ungewaschenen Haare zu schneiden.
    Reden wir demnächst über das Grundrecht darauf, die ungewaschenen Haare geschnitten zu bekommen?

  16. 18.

    @Ben
    echt jetzt ? Sie werden angerufen, die Haare seien zu lang.Herzlichst gelacht :)
    Ich hab sogar 'ne Kundenkarte meines Friseurs, immer schon,zwecks eines Termins. Da hat mich nie einer angerufen. Weil der nur meinen Namen kennt, aber weiter nichts.
    Der Name bei einer Kundenkarte wird, so wurde mir dies mal erklärt, wegen der Steuererklärung des Finanzamts, weil ein Schnitt alle zehnmal umsonst ist, benötigt.

    Ansonsten hat mich Corona dazu veranlasst, mir eine Haarschneidemaschine zu kaufen, was wunderbar geht.
    Bei den derzeitigen Preisen haben sich die 100 Euro bei mir nach dreimal, schnell wieder amortisiert.

  17. 17.

    Entschuldigung, aber dieses "Zwang" Gefasel geht mir so langsam auf die Testikel. Immer dieses Geheule und Gejammere von Zwang. Es ist nunmal so, es ist bedingt durch das Virus. NA UND?
    Sind Sie immun? Sind Sie der große Zampano, der alles darf und keine Regeln kennt?
    Dann bleiben Sie zuhause und gehen halt nicht zum Friseur.

  18. 16.

    Was für neue Blüten die Realität treibt. Das ist der Tod für jede Satire. Wir leben in einer Phantasiewelt, und Deutschland ist wieder mal Weltführer. In fast allen Nachbarländern ist das Leben wieder komplett normal. Das wird der Bevölkerung hierzulande leider verschwiegen.

  19. 15.

    Hallo.

    Uns ist keine Änderung bekannt. Die Pressestellen haben jetzt Feierabend.

    Stand jetzt gilt immer noch das: https://www.bgw-online.de/SharedDocs/Downloads/DE/Branchenartikel/SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard-Friseurhandwerk_Download.pdf;jsessionid=81F2F667B90BF415AE6DEB1CD8DF4B35?__blob=publicationFile

    Wir fragen aber morgen nochmal nach.

    Gruß!

  20. 14.

    Niemand kann als Kunde beim Friseurbesuch gezwungen werden, sich die Haare zwangsweise waschen zu lassen! Nach persönlichem Telefonat mit einem kompetenten Mitarbeiter der zuständigen Berufsgenossenschaft erklärte dieser: Es gibt in der Reihenfolge der anordnenden Gewichtigkeit weder ein Gesetz, noch eine Verordnung, noch eine Vorschrift für das verpflichtende Haarewaschen beim Friseur. Es gibt lediglich eine diesbezügliche unverbindliche INFORMATION (!) zum Haarewaschen an die Friseure. nur die Abstandsregeln und der Mund- Nasenschutz sind verpflichtend vorgeschrieben.
    Dass die Haare beim Friseurbesuch zwangsweise gewaschen werden müssen, entspricht damit nicht der Wahrheit, es ist also definitiv eine BEWUSST unwahre Behauptung und von keiner rechtsverbindlichen behördlichen Anweisung gedeckt.
    Wir alle als Bürger werden dreist belogen.

Das könnte Sie auch interessieren