Symbolbild - Zwei Urlauber sind mit einem Kanu auf dem Oder-Spree-Kanal nahe Kersdorf im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg) unterwegs. (Bild: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Urlaub in Corona-Zeiten - Wohin Berliner und Brandenburger wieder reisen dürfen

Campingtrips, Paddeltouren und Hotelbesuche sind in Berlin und Brandenburg grundsätzlich wieder möglich. Auch die Hoffnung auf Urlaub im Ausland wächst. Doch wer eine Reise plant, muss nach wie vor genau hinschauen. Ein Überblick.

Seit den jüngsten Corona-Lockerungen gibt es für Berliner und Brandenburger wieder eine Aussicht auf Urlaub. Die Tourismusbranche darf wieder einen großen Teil ihrer Angebote unter Hygieneauflagen hochfahren: Campingplätze, Ferienwohnungen, Hotels, Freibäder und Gaststätten können wieder öffnen, auch Bootstouren und Stadtrundfahrten sind wieder möglich. Ein Blick ins Umland zeigt allerdings: Jedes Bundesland verfolgt seinen eigenen Zeitplan bei den Lockerungen.

Grundsätzlich gilt: Bei allen eventuellen Reisen sind die Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln einzuhalten - und weiterhin wird von der Bundesregierung dringend empfohlen, die Zahl der Menschen, zu denen man Kontakt hat, möglichst gering zu halten und den Personenkreis möglichst konstant zu belassen.

Mit dem Boot durch Brandenburg

Wer einen Trip nach Brandenburg unternimmt, kann wieder einen Besuch im Restaurant, im Café oder in einer Kneipe einplanen - zwischen 6 und 22 Uhr. Auch Campingplätze sind wieder offen - seit 25. Mai auch für Urlauber, die zelten wollen.

Seit Mitte Mai dürfen Touristen außerdem wieder Boote mit Übernachtungskabinen chartern. Die Voraussetzung für die Betreiber aller dieser Angebote ist, dass die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln sichergestellt sind.

"Möglichkeiten zur Reservierung und zur Kontaktnachverfolgung werden dringend empfohlen", heißt es aus der Staatskanzlei. Hotels sind seit 25. Mai wieder unter Auflagen offen. Auch Busreisen, Stadtrundfahrten, Schiffsausflüge und vergleichbare touristische Angebote sind wieder möglich. 

Berliner Hotels sind wieder offen

In Berlin sind Restaurants seit dem 15. Mai wieder offen. Auch in der Hauptstadt müssen Gastro-Betreiber sicherstellen, dass Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Berliner Campingplätze, Hotels, Ferienwohnungen und andere Unterkünfte können seit Montag wieder gebucht werden. Buffets darf es dann aber noch keine geben und auch Wellness- und Spa-Bereiche in Hotels müssen vorerst geschlossen bleiben. Stadtführungen und Stadtrundfahrten mit Bus oder Schiff sind dagegen wieder erlaubt.

Die Außenbereiche von Tierpark, Zoo und Botanischem Garten sind bereits für Besucherinnen und Besucher geöffnet. In einigen Berliner Freibädern kann man seit dem 25. Mai wieder schwimmen.  

Hotelbesuch an der Elbe

Im Brandenburger Nachbarbundesland Sachsen sind seit Mitte Mai wieder Hotelübernachtungen erlaubt, Campingplätze und Ferienwohnungen dürfen dann ebenfalls wieder Touristen aus anderen Bundesländern aufnehmen. Allerdings gelten in allen Anlagen besondere Regeln, wie ein Sprecher des sächsischen Ministeriums für Wirtschaft und Tourismus rbb|24 sagte. Gastronomie und Hotelrestaurants müssen für abwaschbare Speisekarten sorgen und Mindestabstände gewährleisten.

Öffnen dürfen in Sachsen seit Mitte Mai theoretisch auch Theater, Musiktheater, Kinos, Konzerthäuser, sowie Freizeit- und Vergnügungsparks - wenn die Sicherheitsabstände eingehalten werden und ein entsprechendes Hygienekonzept vorliegt. Bisher haben allerdings nur wenige große Kinos diese Möglichkeit genutzt, weil nur eine geringe Auslastung der Säle möglich ist. Die Kinos können im Moment nur Filme zeigen, die schon vor der Corona-Krise angelaufen sind. Viele Theater haben ihre Spielzeit schon im April vorzeitig beendet. Das Kultur-Angebot ist also noch stark eingeschränkt.

Auch Wellness-Urlauber müssen sich noch gedulden: Freibäder sind zwar wieder offen, Hallenbäder und Spa-Anlagen bleiben aber vorerst noch geschlossen. 

Tourismus in Sachsen-Anhalt auch für nicht-Einheimische

Auch Sachsen-Anhalt hat die Öffnung von Hotels, Ferienhäusern und -wohnungen erlaubt: Seit dem 28. Mai dürfen auch Gäste aus anderen Bundesländern anreisen. Dabei müssen auch Hotels auf Hygieneregeln wie 1,50 Meter Mindestabstand zwischen Tischen und abwaschbare Speisekarten achten. Zu den Auflagen zählt außerdem das Führen von Gästelisten. 

Kapazitätsgrenze in Mecklenburg Vorpommern

Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern lockert den im März beschlossenen Tourismusstopp seit Anfang Mai. Restaurants und tourismusnahe Gewerbe, wie Strandkorbvermietungen oder Fahrradverleihstellen durften wieder den Betrieb aufnehmen.

Seit Montag dürfen auch Gäste aus anderen Bundesländern wieder in Hotels, Campinganlagen und Ferienwohnungen in Mecklenburg-Vorpommern übernachten. Allerdings gilt aufgrund des Infektionsschutzes in allen Hotels erst einmal eine Kapazitätsgrenze, Betreiber dürfen nur 60 Prozent ihrer Plätze vermieten. Nur für Campingplätze gilt diese Grenze nicht. Wann diese Beschränkung wegfällt, ist noch unklar.

Grenze nach Polen öffnet sich für Touristen erst später

Reisen nach Polen sind bis auf weiteres noch nicht wieder möglich. Die polnische Botschaft in Berlin meldet auf ihrer Website, dass die Grenzen für Touristen vorerst bis zum 12. Juni geschlossen bleiben, die Bundesregierung hatte eine weltweite Reisewarnung ohnehin bis einschließlich 14. Juni ausgesprochen.

Eine Verlängerung der Maßnahmen von polnischer Seite "sei nicht auszuschließen", heißt es auf der Website der Botschaft – allerdings hofft das polnische Fremdenverkehrsamt, dass der Tourismus spätestens im Juni wieder vorsichtig beginnen kann. Pressesprecherin Magdalena Korzeniowska sagte rbb|24: "Alle freuen sich darauf, wenn Reisen wieder möglich ist. In den nächsten Wochen wollen sich die Hotels in Polen wieder auf internationale Besucher vorbereiten."

Hoffnung auf Reisen in 31 europäische Staaten

Die Bundesregierung bereitet derzeit ein Ende der weltweiten Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für 31 europäische Staaten vor, wenn die Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt. Neben den 26 Partnerländern Deutschlands in der Europäischen Union gehören dazu das aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein.

Das geht aus dem Entwurf für ein Eckpunktepapier mit dem Titel "Kriterien zur Ermöglichung des innereuropäischen Tourismus" hervor. Beschlossen werden könnte dieses Papier in der ersten Juni-Woche.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte die weltweite Reisewarnung am 17. März ausgesprochen - ein bisher einmaliger Schritt. Dies ist kein Reiseverbot, erlaubt aber Stornierungen gebuchter Reisen. Die Reisewarnung soll - so der Plan - durch individuelle Reisehinweise ersetzt werden, die für jedes einzelne Land Risiken aufzeigen.

Sendung: Inforadio, 25.05.2020, 9:30 Uhr

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Antwort auf [Udo+Gerda] vom 30.05.2020 um 08:00
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17 Kommentare

  1. 16.

    Schauen Sie doch mal auf der Internetseite der Landesregierung NRW und vielleicht auch vom zuständigen Landkreis bzw. Regierungsbezirk nach. Oder fragen Sie direkt Ihre Eltern. Soviel ich weiß, kann man wohl aus Berlin bzw. Brandenburg wieder raus.

    Ich habe dasselbe Problem, nur dass meine Verwandten in Sachsen leben (vor vielen Jahren aus Thüringen dorthin gezogen).

    Ich hoffe, Sie können Ihre Eltern bald wieder besuchen.

  2. 15.

    Aber nach einer Pleite kann man wieder neu anfangen.

    Die Gesundheit oder gar ein Leben kann man nicht wieder ersetzen.

  3. 14.

    Stimmt. Woanders sind die Beschränkungen noch härter. Wir sollten froh sein, dass wir jederzeit unser Haus verlassen können, dass wir (wenn auch mit Einschränkungen) arbeiten gehen können.

    Ich glaube, wenn es noch einmal richtig dick kommen sollte, wären diejenigen, die sich jetzt aufregen, die ersten, die noch dazu am lautesten schreien würden, wenn es siedelt oder jemanden aus deren Umfeld erwischen würde.

  4. 13.

    Ab 15. Juni sind die Grenzen zu fast allen Ländern offen, also brauchen wir uns die Heimat nicht antun.
    Wir wollen ja schließlich Urlaub machen und nicht Zahlemann und Söhne.

  5. 12.

    Ich gebe Ihnen voll recht. Einige Schlaumeier bilden sich wirklich ein, alles besser zu wissen.
    Wahrscheinlich wissen die gar nicht was Föderalismus ist oder sie regen sich einfach über alles auf. Furchtbar, dass es immer noch Menschen gibt die glauben, dass es sich hier um einen Schnupfen handelt.

  6. 11.

    Noch höher ist der Preis wenn Corona noch mal kommt.
    Kein Mensch stirbt daran, dass er nicht verreisen kann.

  7. 10.

    Meine Güte... Wie kann man sich nur so sehr über die Beschränkungen wegen dieser Pandemie aufregen.
    Alle, die sich aufregen, sollen froh sein, dass wir hier keinen langjährigen Kriegszustand aushalten müssen !!!!
    Seid ihr alle verweichlicht? Diese kurze und absehbare Krise sollten wir doch wohl ohne Hirngespinste überstehen, oder?
    Endlich werden die Leute mal wieder daran erinnert, sich mit Abstand und sauberen Händen zu begegnen. Die alternative Lebensweise ohne Regeln hat jedenfalls nix Gutes bewirkt.

  8. 9.

    Macht die Grenzen wieder auf, wir wollen nicht in Deutschland Urlaub machen.

  9. 8.

    Wäre ja auch krass sich informieren zu müssen. Und das dann noch auf einer offiziellen Seite. https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-bundeslaender-1745198 Da könnte man das ja in 3 Minuten herausfinden, aber warum denn, wenn man auch nen Kommentar schreiben kann, der genau das Gegenteil von dem aussagt, was kundige (!) Beobachter*innen so sehen: Nämlich dass der Föderalismus gerade Sinn macht, wenn eine Pandemie sich regional unterschiedlich verbreitet. Oder hätten Sie die strengen Regeln in Bayern, die achtmal mehr Fälle haben, gerne hier in Berlin gehabt? Nicht? Hmm, dann bleibt aber ja gar nichts zum Ko... übrig. Wäre auch schade für Sie. Von daher - weitermachen!

  10. 7.

    Die Kommentare hier sind doch zum Heulen, ob Randberlinerin oder Frau Augenwischerei. Die haben natürlich Einsicht in alles, kennen die Bilanzen DER Unternehmen und wollen von ihrer Bewertung, dass ja ohnehin alles "Irrsinn" war nicht abrücken, auch wenn der Artikel behandelt, dass in 2 Wochen wieder alles "normal" sein wird/auf dem Weg dahin ist. Wie normal? Das wird man sehen müssen, aber sicherlich wissen die Meisten, dass die Regelungen im Alltag von allen Beteiligten recht frei interpretiert werden. Siehe Vedad nach seinem Tor. Solange man sich schrittweise an die Regelungen rantastet (bis die wieder gelockert werden, ist ja nicht so, dass sie ewig bestehen bleiben)ist das doch auch ok. Grundsätzlich muss es ja immer Weltuntergangsstimmung sein, die Abschaffung des Grundgesetzes oder gleich die Versklavung. Gehts nicht mal eine Nummer kleiner? Und wenn man sich argumentativ nicht mehr zu behelfen weiß, dann zitiert man immer das passende Bsp aus dem eigenen Umfeld. Wie praktisch.

  11. 6.

    Augenwischerei. Bis alles wieder "anläuft" sind die meisten pleite. Ein hoher Preis.

  12. 5.

    Ich würde ja gerne meine Eltern in NRW wieder mal besuchen, sie haben aber keinen Campingplatz und kein Hotel. War´n Witz - ist das jetzt erlaubt? Achtung, NRW hat komplett andere Regelungen. Welche sticht? Oder muss ich hälftig an der A2 ranfahren und mir ein gefälschtes Nummerschild ans Auto machen???

    Dieser Lockerungsföderalismus ist soooo zum ko...

  13. 4.

    Das heißt wer keinen Immunitätsausweis hat bleibt aussen vor? Dann muss sich wohl jeder erstmal anstecken um nicht diskriminiert zu werden.

  14. 3.

    ich habe mit die Verordnung von Brandenburg durchgelesen und dort ist das etwas anders beschrieben:
    https://bravors.brandenburg.de/verordnungen/sars_cov_2_eindv

    § 9 (3) -> Ferienwohnungen und -häuser dürfen ab dem 15.05.2020 vermieten, sofern die jeweiligen Unterkünfte über eine eigene Sanitärausstattung verfügen

  15. 2.

    Inanna, ich befürchte auch, dass es sich für viele Unternehmen, Vereine und Sonstige nicht mehr rechnet, den "Laden" zu öffnen. Die Vorschriften sind enorm, die bereits eingefahrenen Verluste auch und letztendlich fehlt auch noch das Personal, denn viele sind noch mit der Kinderbetreung beschäftigt und können gar nicht arbeiten. Und wir haben erst zwei Monate Stillstand hinter uns ... die bisher entstandenen Schäden werden sich erst in den nächsten Monaten zeigen. Wann hat dieser Irrsinn endlich ein Ende?

  16. 1.

    Augenwischerei. Die betroffenen Unternehmen wissen was sie an Hygienevorschriften einzuhalten haben, bei vielen rechnet es sich nicht. Die machen ihre "Läden" dicht. Das ist verständlich. Ein Busunternehmen sagte z.B. dass sie nicht mit 5 Fahrgästen fahren werden, sie bräuchten 25, um überhaupt die wichtigsten Kosten decken zu können, schließlich müssen ja die Abstandsregeln eingehalten werden. Der wirtschaftliche Schaden ist enorm.

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