Ein Flixbus steht im Zentralen Omnibusbahnhof in Berlin (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Bild: dpa

"Winterpause" im November - Flixbus stellt Betrieb vorübergehend ein

Wegen der strengen Corona-Einschränkungen wird der Fernbusbetreiber Flixbus seinen Betrieb im November einstellen. Zudem werden keine Flixtrain-Fahrten angeboten. Das Unternehmen hofft, bis Weihnachten wieder fahren zu können.

Der Fernreise-Anbieter Flixbus stellt aufgrund der neuen Corona-Verordnungen seinen Betrieb vorübergehend ein. Auch das Fernbahn-Unternehmen Flixtrain wird von Dienstag an vorläufig nicht mehr fahren, wie das Unternehmen Flixmobility am Freitag mitteilte.

Wenn es die Situation erlaube, wolle Flixbus den Betrieb bis zu den Feiertagen wieder aufnehmen. "Auch Flixtrain wird, sobald es möglich und sinnvoll ist, wieder fahren." Mitgründer und Geschäftsführer André Schwämmlein sagte, diese Entscheidung falle nicht leicht. "Schließlich sind unsere Verkehrsträger auch in Zeiten von Corona zwei der sichersten Verkehrsmittel überhaupt." Dennoch müsse man auf die derzeitige Lage reagieren.

Schwämmlein verwies in der "Welt am Sonntag" auf die von der Politik gewünschten Reiseeinschränkungen. Wenn Kanzlerin Angela Merkel (CDU) darum bitte, "nicht zu reisen, hat das natürlich Einfluss auf die Nachfrage", sagte Schwämmlein.

Anbieter sieht "gebremste Reiselust"

Schon im Frühjahr hatte das Unternehmen angesichts der Corona-Auflagen vorübergehend keine Fahrten mehr angeboten. Im Mai konnten dann wieder etwa 50 Ziele angefahren werden, darunter auch Berlin und Cottbus. "Im Sommer konnten wir dann wieder etwa die Hälfte unseres Netzes bedienen. Wir folgen dabei sehr stark der Nachfrage", sagte Schwämmlein. Schon im Oktober habe man aber wieder "eine gebremste Reiselust" gesehen. "Im Moment liegen wir etwa bei 30 Prozent, werden aber wieder komplett reduzieren, weil der politische Wunsch ist, dass man nicht reist", so der Flixbus-Chef.

Angefahren werden von Flixbus neben Großstädten wie Berlin, Leipzig, Nürnberg, Hamburg, Frankfurt am Main und München auch kleinere Städte wie Bayreuth, Himmelkron, Titisee-Neustadt, Weimar und Wolpertshausen. Auch Cottbus ist wieder im Programm.

Sendung: Inforadio, 30.10.2020, 8 Uhr

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10 Kommentare

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  1. 10.

    Warum fahren Sie nicht mit dem Zug an die Ostsee? Sowohl die bestellten RE wie auch die eigenwirtschaflichen IC(E) fahren weiterhin weitgehend nach Fahrplan.

  2. 9.

    Flixbus stellt Betrieb vorübergehend ein - warum nur vorübergehend?

    Die ganze Reisebusbranche kann dicht machen. Arbeitsplätze in Gefahr, was'n Quatsch. Die paar rüstigen Rentner die noch Bus fahren können, können wirklich was anderes machen.

    Und, denkt mal an die Dieselabgase von so'n Bus...

  3. 8.

    Ich bin auch lieber mit BEX und HARU gefahren. Faire Arbeitgeber und zuverlässig. Vielleicht kommt ihr wieder. Das wäre schön. Danke für die schöne Zeit bei der Konkurrenz der Megabilligfahrer! Aber... der Kunde bestimmt auch den Preis und Geiz ist leider geil.

  4. 7.

    Das Unternehmen Flixbus fährt befreit von der Autobahnmaut durchs Land, gerne mit tschechischen Subunternehmen in grünem Gewand. Die Klage, man würde gegenüber der Bahn in Coronazeiten benachteiligt, ist daher lächerlich und verlogen.
    Je weniger Flixbusse umso besser.

  5. 6.

    Der Laden ist einfach nur peinlich. Sobald die merken, dass die Verluste schreiben, stellen die sofort Linien ein. Die Subunternehmer und deren Arbeitnehmer sind dem Schwämmlein egal. Dabei sind seine Busse die letzten gewesen, die manche von der Bahn nur schlecht erreichbare Regionen anbinden. Die Konkurrenz hat er weggemobbt. Die Bahn fährt.

  6. 5.

    Vernünftige Entscheidung und der Situation angepasst.
    Ich bin mit meinen 65 Jahren immer gern zur Ostsee mit Flixbus gefahren, war aber schon in den letzten Monaten nicht mehr möglich, weil das Angebot aufgrund der fehlenden Nachfrage dermaßen ausgedünnt war, dass es viele Verbindungen nicht mehr gab oder nur noch einmal die Woche.
    Ich warte lieber auf den Tag X.

  7. 4.

    Es ist natürlich eine freundliche Formulierung. Bei dem "angeordneten Nachfrageeinbruch" ist ein geregelter Betrieb überhaupt nicht mehr möglich, so wie in allen anderen betroffenen Branchen. Jeder Bus-Umlauf kostet viel Geld und geplanten Personaleinsatz an vielen Orten in Deutschland, und ohne eine Mindestmenge zahlender Fahrgäste kann man die Busse natürlich nur stehen lassen. Bei Fahrtausfällen und Verspätungen, weil die ausgeklügelten Pläne in dieser Situation nicht eingehalten werden können, meckern die Studis und wollen Geld zurück. Vermutlich kommt bald ein riesiger Crash, weil überall Unterbrechungen in den Wirtschaftsketten entstehen, die sich im Verlauf multiplizieren. Der Staat kann eben nicht mal eben eine hockomplexen Volkswirtschaft herunterfahren und allen Umsatz ersetzen, schon gar nicht bei ausbleibenden Steuergeldern. Das "ging" nur in der DDR – bis 1989. Alle anderen lernen im ersten Semester Betriebswirtschaft, warum das nicht funktioniert.

  8. 3.

    Flixmobility ist erneut ein abschreckende Beispiel für private Verkehrsunternehmen und jammert gleichzeitig rum, dass der Eigentümer des größten Konkurrenten auf der Schiene durch Ausgleich der Verluste dafür sorgt, dass die Züge fahren. Leider hat Flixbus die Konkurrenz mit Dumpingpreisen vom Markt gefegt und dabei mit dem Agenturmodell das Kartellrecht ausgehebelt.

    Welches Eisenbahnunternehmer fährt derzeit eigentlich für Flix. Leider Express soll sich von denen in Streit getrennt haben und hat die deutsche Tochter in die Insolvenz geschickt.

  9. 2.

    ""Im Moment liegen wir etwa bei 30 Prozent, werden aber wieder komplett reduzieren, weil der politische Wunsch ist, dass man nicht reist", so der Flixbus-Chef." OK, ich muss zugeben, dass ich positiv überrascht bin von Flixbus. Von der Deutschen Bahn bekomme ich einen Newsletter nach dem nächsten in dem steht, dass ich doch unbedingt jetzt sofort verreisen soll, die Fluggesellschaften werben ebenfalls mit Last Minute Angeboten, die man unbedingt annehmen soll. Dass Flixbus sein Angebot mit dieser Begründung für eine Zeit einstellt, finde ich verantwortungsbewusst und sehr gut.

  10. 1.

    Immer mehr Arbeitslose für die Zukunft!! Super!!

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