Greenpeace-Aktivisten demonstrieren während der Grünen Woche vor der Messe Berlin (Bild: rbb)
Audio: Fritz | 17.01.2020 | Britta Nothnagel | Bild: rbb

Internationale Messe öffnet für Besucher - Greenpeace protestiert bei Grüne-Woche-Start gegen Billigfleisch

Pünktlich zur Eröffnung der Grünen Woche hat Greenpeace vor dem Berliner Messegelände protestiert. Mit einem überlebensgroßen Schwein und Plakaten gegen Billigfleisch. Auf der Messe dreht sich diesmal ohnehin alles um Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Zur Eröffnung der Grünen Woche für Besucher haben am Freitagmorgen nicht nur die Bauern mit ihren Traktoren, sondern auch Mitglieder der Umweltorganisation Greenpeace in Berlin protestiert. Sieben Demonstranten sind auf das Dach der Eingangshalle des Messegeländes und geklettert und haben dort - neben einem überlebensgroßen Schwein - ein Transparent mit einem Schriftzug hochgehalten. "Schluss mit der Show, Frau Klöckner! Billigfleisch stoppen!"

Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) hatte am Donnerstag neben der Aussage, mit "romantisierenden Bullerbü-Vorstellungen" könne man die Menschen nicht ernähren, auch gesagt, für eine nachhaltige Landwirtschaft seien nicht nur Bauern in der Pflicht, sondern unter anderem auch die Verbraucher. Greenpeace findet, die Agrarministerin weise dem Verbraucher damit die Verantwortung für die Herstellung von Fleisch zu, das sei aber ihr Job.

Bis zum 26. Januar werden in den Messehallen am Funkturm bis zu 400.000 Besucher erwartet. Auf sie warten mehr als 1.800 Aussteller aus 72 Ländern. Partnerland der Messe ist in diesem Jahr Kroatien. Der Balkanstaat präsentiert seine Spezialitäten in der eigenen Halle 10.2.

Grüne Woche hat sich nochmals vergrößert

Die Branche informiert auf der Grünen Woche traditionell über Lebensmittelproduktion und neue Agrartechnik. Viele Aussteller wollen außerdem zeigen, wie Lebensmittel nachhaltiger produziert werden können. "Nie zuvor stand die Grüne Woche so stark im Zeichen der Klimadebatte", hatte Messechef Christian Göke am Mittwoch gesagt.

Neu in diesem Jahr: Mit der im August 2019 eingeweihten Halle "hub27" steht der Grünen Woche erstmals die inzwischen größte Halle des Berliner Messegeländes zur Verfügung. Sie bietet auf knapp 10.000 Quadratmetern Hallenfläche. Im "hub27" wird sich alles um ländliche Produkte drehen.

Brandenburg bezieht wie schon in den vergangenen Jahren die Halle 21a. 73 Ausstellerplätze gibt es, drei davon Gastronomiebereiche. Von den 70 Ausstellern sind 25 Gemeinschaftsstände mit täglich wechselnden Anbietern. Präsentieren werden sich Brandenburgs 15 Nationale Naturlandschaften, die Landkreise, Kommunen, Tourismusverbände und berufsständische Verbände wie Vereine aus allen Landesteilen. Im Kochstudio der Brandenburg-Halle zeigen Köche aus Landgasthöfen ihre kulinarischen Spezialitäten.

Fridays for Future haben eigenen Stand

Das Land Berlin präsentiert sein kulinarisches Schaufenster in der benachbarten Halle 22a. Im Fokus stehen dabei Startups der Berliner Food-Szene gemeinsam mit Berliner Traditionsunternehmen. Die Startups zeigen unter anderem, wie Lebensmittelverschwendung vermieden werden kann. Außerdem werden fair gehandelte Kakao-Getränke aus biologischem Anbau und Küstenkräuter eines Berliner Meeresdachgartens präsentiert. Aber auch die Berliner Currywurst wird in der Berlin-Halle zu finden sein.

Auch das Thema Klimaschutz spielt in diesem Jahr in der Berlin-Halle eine Rolle. Die Berliner Vertreterinnen und Vertreter von Fridays for Future haben einen eigenen Stand. Insgesamt sind in diesem Jahr 38 Austeller in der Berlin-Halle zu sehen.

Bauern protestieren mit ihren Traktoren

Rund um die Messe haben verschiedene Bündnisse Demonstrationen angemeldet. Am Freitag protestiert die Bauern-Initiative "Land schafft Verbindung" mit Traktoren in mehreren deutschen Städten und natürlich auch in Berlin. Für Samstag ist in Berlin zum zehnten Mal eine Demonstration der Initiative "Wir haben es satt!" geplant, an der sich Umwelt- und Tierschützer sowie Landwirte beteiligen wollen.

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11 Kommentare

  1. 11.

    Bio oder nicht Bio, mir ist das eigentlich egal. Ich kaufe im Supermarkt die Ware welche mir optisch mehr zusagt und vom Gefühl qualitativ besser erscheint. Achte da nicht so auf den Preis oder auf die Etikettierung. Aber für Menschen die mit jedem Cent rechnen müssen macht es schon zum Beispiel einen Unterschied ob das Kilo Fleisch 6 € oder 16 € kostet. Also gebt auch diesen Leuten die Chance hin und wieder Fleisch essen zu dürfen.

  2. 10.

    Grundsätzlich alles richtig, nur was soll das FFF Bashing ?
    Grundwasserschutz.....hat schon jemand was gehört das Laschet die Verklappung von niederländischer Gülle in NRW gestoppt hat?
    Solange die Politk nur labert sind die Proteste notwendig !

  3. 9.

    Dumme Frage: Ab wieviel Euro ist eigentlich Fleisch kein Billigfleisch mehr?

  4. 8.

    Nur mal so am Rande bemerkt, die EU hat ein Freihandelsabkommen mit den sogenannten "Merccosur"-Staaten vereinbart. Bei diesem Abkommen mit Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay geht es vor allem darum, Handelsbarrieren zwischen der EU und diesen Staaten zu verringern. Der Handelsvertrag mit Lateinamerika bringt tonnenweise Billigfleisch in die EU. Mit einer spottbilligen Produktionsweise, die keine Rücksicht auf Mensch und Umwelt nimmt, wird es für die hiesigen Bäuerinnen und Bauern schwierig mitzuhalten. Im Gegenzug weitet die EU ihre Automobilexporte in Südamerika weiter aus. Deutschland exportiert wiederum massenhaft Schweinefleisch aus der Massenhaltung nach China. Komisch das sich die Klimaaktivisten, von z.B. Friedays for Future oder XR, darüber keinen Kopf machen wenn sie ihr Steak beißen

  5. 7.

    Sicher muss die Politik da etwas tun, denn die Handelsketten schließen sich immer weiter zusammen und erpressen die Erzeuger.
    Trotzdem hat auch der Verbraucher eine gewisse Macht. Er muss diese minderwertigen Billigartikel im Markt lassen und auch Druck auf die Politik ausüben.
    In anderen Ländern hat man mehr Empathie für einheimische Produkte.

  6. 6.

    Man bekommt auch teures Fleisch-aus Argentinien. Aber ist das besser ? Wir haben hier nun mal nur EDEKA, ALDI, NORMA und NETTO. Kaufland ist 4 km weg. Aber ich empfehle mal 2 Bücher: "Unser täglich Gift" und "Schweinebande". Kennen Sie Separatorenfleisch ? - Es sind übrigens gute Rezensionen bei Amazon zu finden.

  7. 5.

    Ich verstehe Greenpeace so: die konventionellen Bauern nehmen einfach mehr Geld und dadurch ist das Fleisch besser?
    Oder die "Greenpeace Bauern" behandeln ihre Tiere schlechter und haben dadurch mehr Gewinn.
    Also Leute, es ist keine Frage des Geldes ob ein Produkt gut ist sondern eine Frage der Verantwortung.

    Vieles ist doch heute schon BIO aber nicht etikettiert und kostet ca das Gleiche wie "normale" Produkte. Warum ist dann eine Bio-Ggurke Unsummen teurer. Nur weil das Wort Bio drauf steht und mit diesem Wort ordentlich abkassiert wird.
    Auch bei Fairtrade kommt zwar ein wenig, unbedeutend mehr bei den Erzeugern an aber der größte Teil des Mehrpreises bleibt doch bei den Zwischenhändlern hängen. Genau das selbe passiert auch beim Fleisch.
    Das ist doch Augenwischerei und Stimmungsmache.
    Ich kaufe ein iPhone direkt bei Apple und das selbe Modell bei Amazon. Jetzt ist das bei Amazon schlechter weil es günstiger ist? Wohn kaum.

  8. 4.

    "Manchmal ist weniger mehr. Es liegt an uns Verbraucher was auf den Markt kommt."
    Und genau das ist der Fehler im Gedanken !!!
    So lange die Bauern von den Handelskonzernen geknebelt werden wird sich nichts ändern.
    Dazu kommt die Massenproduktion von Schweinefleisch das billigst nach China verscherbelt wird.
    Hier ist die Politik in der Pflicht, die Zustände auf den Verbraucher abzuschieben ist nicht zielführend.

  9. 3.

    Ich halte von Greenpeace und den sogenannten Klimaaktivisten nicht sehr viel, weil da meist unsinniger Zweckaktionismus heraus kommt.

    Aber mit dem Protest gegen Billigfleisch haben sie recht.

    Lebensmittel sind in Deutschland einfach zu billig und werden deshalb nicht wertgeschätzt.

    Man kann nicht nach billig schreien und dann auf die Qualität schimpfen oder die Massentierhaltung kritisieren.

    Manchmal ist weniger mehr. Es liegt an uns Verbraucher was auf den Markt kommt.

    Die Tiere würden es uns danken und das Klima sicher auch.

  10. 2.

    Freie Wahl für freie Bürger! - auch beim Einkauf!
    Greenpeace soll meinetwegen appellieren, so lange sie wollen, aber so wie Bürger vor dem Mauerbau "mit den Füßen abgestimmt" haben, um frei zu wählen, in welchem Teil Deutschlands sie leben wollten, stimmen Bürger heutzutage beim Einkauf ab, wieviel Ihnen das Tierwohl wert ist.
    Wenn das Greenpeace zu wenig ist, tut es mit leid, aber sie sollten - wie viele andere "Aktivisten" - endlich lernen, die Meinung der Masse der Bürger zu respektieren und aufhören, diese wegen Ihrer - vermeintlichen falschen - Meinung anzuprangern!

  11. 1.

    Ein erster Schritt wäre das überfällige Verbot chemischer Pestizide bei Bio. Viele der Pestizide bei Bio hätten schon vor Jahre verboten gehört, da auch für Bienen oft schädlich sind.

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