Klimaaktivisten gehen an den Gleisen entlang. Mehrere tausend Klimaaktivisten aus Europa protestieren gegen Braunkohletagebau in Brandenburg. (Quelle: imago/Christian Ditsch)
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19-Jährige aus der Haft entlassen - Verurteilte Braunkohle-Gegnerin nennt ihren Namen

Die 19-jährige Aktivistin, die nach den Braunkohle-Protesten in der Lausitz zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt wurde, ist vorzeitig freigekommen. Nach der Festnahme und auch während des Prozesses hatte die Frau ihren Namen verschwiegen - jetzt gab sie ihre Identität preis.

Eine verurteilte Braunkohle-Gegnerin, die vor Gericht ihren Namen nicht nennen wollte, hat ihre Identität nun doch preisgegeben. Ein Sprecher des Amtsgerichts Cottbus teilte am Mittwoch mit, die 19-Jährige habe am Dienstagabend Namen und Anschrift verraten. Das zuständige Einwohnermeldeamt in Süddeutschland bestätigte ihre Angaben, hieß es. Daraufhin hob das Amtsgericht den Haftbefehl auf, und die Frau durfte die U-Haft verlassen.

Die 19-Jährige hatte sich zu Pfingsten an den Protesten der Initiative "Ende Gelände" in Welzow beteiligt und mit anderen Aktivisten Zufahrtswege zum Tagebau "Schwarze Pumpe" blockiert. Bei der Räumung wehrte sich die Frau und verletzte durch einen Tritt einen Polizeibeamten leicht am Knie. Weil sie jedoch ihre Personalien verschwieg, kam die Frau wegen Fluchtgefahr in U-Haft.

Zu zwei Monaten Haft verurteilt

Vergangene Woche wurde sie zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Weigerung, zu ihrer Identität Angaben zu machen, habe ihr nicht geholfen, betont Richter Michael Höhr bei der Urteilsbegründung. Um zum Beispiel eine Bewährungsstrafe verhängen zu können, bedürfe es
einer "positiven Sozialprognose".

Die Untersuchungshaft wurde beim Urteil jedoch angerechnet. Das Amtsgericht betonte auch, sollte die Angeklagte ihre Identität offenbaren, könne sie aus der Haft entlassen werden.

Um die Frau auf der Anklagebank zu identifizieren, hatte das Gericht zum Abgleich Fotos genutzt, die nach der Festnahme gemacht worden waren. Zudem bestätigten zwei Polizisten, dass es sich um die Richtige handele. Die junge Frau war wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung verurteilt worden. Gegen das Urteil hatte die Frau Berufung eingelegt.