Polizisten tragen einen Aktivisten von den Gleisen zum Kraftwerk Schwarze Pumpe (Quelle: imago/Christian Mang)
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Beschuldigte soll Polizisten attackiert haben - Umwelt-Aktivistin kommt nach Pfingstbesetzung vor Gericht

Nach den Anti-Braunkohle-Protesten am Pfingstwochenende kommt eine Frau nun vor Gericht. Sie soll gemeinsam mit anderen Bahngleise im Tagebau blockiert und bei ihrer Festnahme Beamte attackiert haben. Doch die Justiz hat ein Problem: Die Beschuldigte verrät ihren Namen nicht.

Eine mutmaßliche Aktivistin der Braunkohle-Proteste in der Lausitz vom Pfingstwochenende kommt in der nächsten Woche vor ein Cottbuser Gericht. In der Hauptverhandlung am 9. Juni geht es um den Vorwurf des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts am Mittwoch.

Die Frau sitzt nach Gerichtsangaben in Untersuchungshaft, weil sie ihren Namen nicht verrät. "Man weiß bislang immer noch nicht, wer sie ist", betonte der Sprecher.

Die Frau war nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft Pfingsten bei einer Ankettungs-Aktion an Bahngleisen für den Kohletransport festgenommen worden. Die Aktivistin soll versucht haben, zu den Gleisen zurückzugelangen, nachdem sie von Beamten weggetragen worden sei. Beim Zurücklaufen habe sie um sich geschlagen, getreten und dabei einen Beamten verletzt. Die Staatsanwaltschaft hatte beim Amtsgericht einen Antrag auf ein beschleunigtes Verfahren gestellt.

Am Pfingstwochenende hatten tausende Umweltaktivisten unter dem Motto "Ende Gelände
in der Lausitz" für den raschen Ausstieg aus der Kohleverstromung protestiert. Dabei stürmten sie auch das Areal des Tagebaus Welzow-Süd. Mit einer 24-stündigen Gleisbesetzung schnitten die Demonstranten zudem dem Kohlemeiler Schwarze Pumpe vorübergehend den Nachschub ab. Hunderte hatten sich an Bahngleisen festgekettet oder Förderbänder besetzt. Die Polizei nahm vorübergehend 130 Personen fest.

An der Aktion hatte es im Anschluss heftige Kritik von Seiten der Landesregierung und des Unternehmens Vattenfall gegeben. Ein Sprecher sagte: "Das war ein Eingriff in die deutsche Energieversorgung." Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) warf den Besetzern vor, den Strom für viele tausend Menschen gefährdet zu haben.

Die Umweltaktivisten dagegen verteidigten die Form des Protests. Die Überwindung der Zäune hätte man in Kauf genommen, um den Kohlenachschub unterbrechen zu können, sagte Sprecher Tadzio Müller an Pfingsten rbb|24. Das Anliegen sei so wichtig, dass es diese Gesetzesübertretung rechtfertigte.