Umweltschutzaktivisten blockieren die Gleise vor dem Kraftwerk Schwarze Pumpe (Quelle: imago/Christian Mang)
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Umweltaktivisten stürmten Kraftwerksgelände - Ermittlungen gegen 213 Personen nach Protesten in der Lausitz

Nach den Protesten im Lausitzer Braunkohle-Tagebau wird insgesamt gegen 213 Personen ermittelt. Das teilte Innenminister Schröter am Mittwoch mit. Umweltaktivisten hatten an Pfingsten Schienen zum Kraftwerk "Schwarze Pumpe" blockiert und das Gelände gestürmt. Einige Braunkohlegegner wurden von Vertretern der rechten Szene angegriffen.

Im Zusammenhang mit den Demonstrationen von Umweltaktivisten gegen den Braunkohletagebau in der Lausitz wird gegen 213 Personen ermittelt. Das teilte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Mittwoch mit.

Die Braunkohlegegner hatten an Pfingsten die Schienenstrecke zum Kraftwerk "Schwarze Pumpe" blockiert und versucht, das Kraftwerksgelände zu besetzen. Es seien 24 Strafanzeigen wegen Landfriedensbruchs, gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte eingegangen.

Attacken von Rechten

Schröter sagte im Landtag, es sei noch unklar, ob sich die Ermittlungen ausschließlich gegen Umweltaktivisten richteten. Laut Polizei wurden Aktivisten an dem Protestwochenende wiederholt von Braunkohle-Befürwortern angegriffen. In der Nacht zum Pfingstsamstag attackierten etwa 60 Personen die Aktivisten mit Feuerwerkskörpern. Laut Polizei handelte es sich dabei "überwiegend um Personen, die der rechten Szene zuzuordnen sind". Einige davon waren wegen Straftaten bereits polizeibekannt.

Die Proteste der Aktivisten waren Teil der weltweiten Aktionsreihe "#breakfree2016", die sich gegen die Verstromung fossiler Rohstoffe wie Kohle und Öl richtet. Das Aktivisten-Bündnis "Ende Gelände" hatte am Pfingstwochenende zunächst den Tagebau Welzow Süd besetzt und dann zwei Bahnstrecken Richtung "Schwarze Pumpe" blockiert. Weil der Kohlenachschub ausging, musste die Kapazität des Kraftwerks vorübergehend gedrosselt werden. Etwa 300 Aktivisten drangen nach Angaben der Polizei auf das Gelände des Kraftwerks vor.