ARCHIVBILD - Schlamm in einem Zufluss zur Spree. (Quelle: imago/Rainer Weisflog)
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Nach BUND-Untersuchung - Hohe Arsenwerte in Spree-Fließen nicht bestätigt

Die Naturschutzorganisation BUND hatte im April Alarm geschlagen: Im Schlamm der Spree-Fließe in Südbrandenburg seien die Grenzwerte für Arsen überschritten worden. Die zuständigen Wasser- und Bodenverbände haben nachgemessen und geben jetzt Entwarnung.

In den Spree-Fließen rund um den Tagebau Welzow-Süd ist nicht zu viel Arsen. Das haben Untersuchungen im Auftrag der Wasser-und Bodenverbände Spree-Neiße und Oberland Calau ergeben. Wie die rbb-Radiowelle Antenne Brandenburg auf Nachfrage von den Verbänden erfuhr, hat sich die vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) veröffentlichte Überschreitung der Grenzwerte nicht bestätigt.

Der BUND hatte rund um den Tagebau Welzow-Süd aus den Fließen ausgebaggertes Material untersucht, und eine hohe Arsenbelastung festgestellt, die zum Teil vier Mal über dem Vorsorgewert lag. Die Umweltorganisation hatte den Braunkohleabbau dafür verantwortlich gemacht. Die Schadstoffe - neben Arsen auch Blei, Kupfer und Zink - würden aus dem Tagebau ausgewaschen und sich im Ockerschlamm anreichern, hieß es. Die Naturschützer hatten weitere Analysen und die Entsorgung des Schlamms als Sondermüll gefordert.

Arsenwerte auch Thema im Landtag

Die jetzt untersuchten Proben aus Haidemühl, Neupetershain und Drebkau bringen Entwarnung. Die ersten Ergebnisse sind unbedenklich, so die Chefs der beiden Wasser-und Bodenverbände, die für die Ausbaggerung der Fließe zuständig sind. Er habe die Sache ernst genommen und sei jetzt erleichtert, dass keine Gefahr bestehe, sagte der Chef des Verbandes Oberland Calau, Rainer Schloddarick. Eine Erklärung für die hohen Werte des BUND habe er nicht.

Die Fließe passieren auf ihrem Weg in die Spree Wälder und landwirtschaftliche Flächen sowie Siedlungen. Teilweise werde das Wasser für die kostenlose Gartenbewässerung zur Verfügung gestellt und es würden Fischteiche und Angelgewässer damit gespeist, erklärte der BUND. In der nächsten Woche wird sich zunächst der Umweltausschuss des Landtages und dann das Plenum selbst auf seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause mit dem Thema beschäftigen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.06.2017, 16.30 Uhr

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