Nach Mietendeckel-Aus - Deutsche Wohnen will in diesem Jahr Mieten nicht erhöhen

Am Firmensitz des Immobilienunternehmen Deutsche Wohnen steht am 28.04.2021 der Schriftzug «Deutsche Wohnen». (Quelle: Christophe Gateau)
Bild: dpa/Christophe Gateau

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen will 2021 auf Mieterhöhungen verzichten. Dazu habe man sich entschieden, "um der aktuellen Situation mit Blick auf die Corona-Pandemie und dem Urteil zum Mietendeckel Rechnung zu tragen", sagte Vorstandsmitglied Lars Urbansky am Mittwoch bei der Vorstellung der Bilanz für das erste Quartal. Demnach stieg das Ergebnis aus dem operativen Geschäft um 8,8 Prozent auf 154,8 Millionen Euro.

Der Deutschen Wohnen gehören in Deutschland rund 154.600 Wohnungen, rund drei Viertel davon stehen in Berlin. Das Bundesverfassungsgericht hatte das seit mehr als einem Jahr geltende Berliner Mietendeckel-Gesetz in einem Beschluss für nichtig erklärt.

Vermieter dürfen damit wieder die vor dem Mietendeckel gültige Miete verlangen. Die Deutsche Wohnen hatte bereits angekündigt, auf Nachforderungen an Mieter nicht verzichten zu wollen.

In Berlin sieht sich der Konzern auch mit der Bürgerinitiative "Deutsche Wohnen & Co enteignen" konfrontiert, die bereits 130.000 Unterschriften gesammelt hat.

Sendung: Inforadio, 12.05.2021, 09:35 Uhr

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5 Kommentare

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  1. 5.

    Die Mieten der DW sind durchschnittlich eh im selben Rahmen wie die der 6 öffentlichen Wohnungsgesellschaften. Daher verstehe ich diesen ganzen Aufruhr nicht. Worin besteht da dann das Allgemeinwohl?
    Die Enteignung wird genauso scheitern wie der Deckel. Und genau wie beim Deckel kann jeder den es interessiert ebenso wieder vorher im GG nachlesen warum.

  2. 4.

    Die "Konfrontation" mit der Bürgerinitiative in Berlin, das wird die Deutsche Wohnen wohl nicht beunruhigen, da dieses Vorhaben ganz sicher scheitern wird, noch leben wir in einem Rechtsstaat.

  3. 3.

    wie will der Wohnverwalter das dem Finanzminister erklären, das laut Weisung angewiesen hat das die Wohnverwalter mindestens 60% der zu erzielenden Miete einzutreiben hat, wenn nicht, das Finanzministerium ist angewiesen den Ausfall bzw. Weigerung der Steigenden Miete das die Werbungskosten dafür herhalten soll.

  4. 2.

    Fast richtig. :) Leerstand kann natürlich besser verkauft werden und wenn die Grundstücke noch besser im Preis steigen, brauche wir zum Glück bald keine Mieter mehr.

  5. 1.

    Großartig! Bei Wohnungen ohne Mieter kann man auch nichts verdienen. Die 10% Rendite werden dann 2022 wieder reingeholt.

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