Tesla Modell 3 (Bild: imago images/fengxiaolin)
Audio: Inforadio | 17.09.2020 | Jenny Barke | Bild: imago images/fengxiaolin

Kontraste | Digitalisierung der Mobilität - Datenschützer warnen vor Tesla-Autokameras

Ab 2021 will Tesla in Brandenburg jährlich eine halbe Million E-Autos produzieren. Jetzt gibt es Gegenwind aus einer neuen Richtung. Datenschützer warnen vor Kameras in den digitalisierten Autos, vor denen so gut wie nichts verborgen bleibt.

Einige Funktionen der neuen E-Autos von Tesla verstoßen womöglich gegen den deutschen Datenschutz. Analysen des ARD-Politikmagazins Kontraste haben ergeben, dass Kameras der volldigitalisierten Fahrzeuge systematisch die Umgebung aufzeichnen können. Der Fahrer kann das System teilweise deaktivieren. Allerdings hat er keine Kontrolle darüber, welche personenbezogenen Daten gespeichert und anschließend von Tesla auf einen US-Server übertragen werden.

Elektroauto-Auto-Enthusiast Oliver Krüger besitzt von Tesla bereits den zweiten Wagen und hat Kontraste gezeigt, wie sein fast voll autonomes Auto arbeitet. Ein Blick in sein blaues Tesla-Modell 3 zeigt: Neun Kameras sind innen wie außen am Fahrzeug angebracht. Ob Nummernschilder, Personen oder sogar Gesichter: Alles wird gestochen scharf aufgezeichnet.

"Nutzung personenbezogener Daten ist unzulässig"

Die Kameras sollen beim Fahren helfen, zum Beispiel, um Hindernisse rechtzeitig zu erkennen und Abstände zu messen. Selbst im parkenden Zustand kann das Auto seine Umgebung im Blick behalten.

Skeptisch reagieren darauf Datenschützer: Die Nutzung dieser personenbezogenen Daten sei unzulässig, sagt der Datenschutzbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, Stefan Brink: "Wenn ein Fahrzeug im öffentlichen Verkehrsraum fährt und dabei ständig alle anderen aufzeichnet, ist das ein klarer Datenschutzverstoß. Das darf nicht sein. Solche Kameras dürfen immer nur im Einzelfall bei einem konkreten Ereignis eingesetzt werden. Aber das dauerhafte Filmen durch Fahrzeuge ist verboten."

Musk weist Kritik zurück

Kontraste spracht Tesla-Chef Elon Musk bei seinem Deutschlandbesuch Anfang September darauf an. Seine Reaktion: "They are not streaming live, that‘s not true" - die Kameras übertrügen das Gefilmte nicht live, das sei nicht wahr, sagt Musk. Nach Konzernangaben werden die Daten genutzt, um die autonomen Fahrsysteme zu verbessern, aber auch für das Marketing.

Diese Daten richteten sich gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung, kritisiert Constanze Kurz vom Chaos Computer Club: "Kommt jemand immer 40 Minuten früher am Dienstag, jeden dritten Samstag ins Hotel? Damit ich mich frei bewegen kann, hat man dieses Recht geschaffen. Sodass ich die Freiheit habe, selbst zu bestimmen, wer etwas über mich wissen kann."

Brandenburger Datenschutzbeauftragte bislang nicht aktiv

Das informationelle Selbstbestimmungsrecht ist ein Grundrecht - und wird von den Datenschutzbeauftragten der jeweiligen Bundesländer geschützt. Im Fall von Tesla könnte die Zuständigkeit bald auf die brandenburgische Behörde übertragen werden, wegen der neu gebauten Tesla-Fabrik bei Berlin.

Doch die Brandenburger Datenschützer antworten Kontraste schriftlich, dass sie bisher weder die Befugnis noch Veranlassung hatten, an die Firma Tesla heranzutreten. Eine solche Kontrolle würde außerdem "für die Datenschutzbeauftragte Brandenburgs zu einem weiteren massiven Arbeitsanfall führen, der in der bereits jetzt äußerst angespannten Personalsituation kaum zu bewältigen wäre", heißt es aus der Behörde.

Bis die Datenschutzfrage geklärt ist, bleibt den Tesla-Fahrern wohl nur eins: Gründlich die Grundeinstellungen der Fahrzeuge überprüfen und, sofern möglich, die Funktionen abschalten.

Sendung: Kontraste, 17.09.2020

Kommentar

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36 Kommentare

  1. 36.

    Aus Ihrem Kommentar entnehme ich, dass Sie das Buch von Peter Wohlleben noch nicht gelesen haben können. Schade.
    Lesen Sie lieber, bevor Sie weiter mit Ihrem Halbwissen prahlen.


  2. 35.

    "flächendeckendes Roden"? Und Sie wollen Anwohner sein. Es bleibt noch so viel Forstfläche zum Umbau übrig, dass das immer noch eine Aufgabe für Genrationen ist, auch in Grünheide.

  3. 34.

    Wozu dient eigentlich die Abschaffung von Bargeld ? Wozu dienen Körperscanner, Gesichts-und Augenscanner und Fingerabdücke in den Ausweisen ? Wozu wird jede Strasse und jeder noch so kleine Weg, mit Kamerafahrzeugen aufgenommen ? Aber jetzt, bei der Schaffung von Tausenden Arbeitsplätzen in Brandenburg, am Berliner Ring, wird der Datenschutz vorgekramt. Als wenn seit gestern erst bekannt ist, das der Innenraum der Fahrzeuge und das äussere Umfeld überwacht und aufgezeichnet wird. Und das Fotografieren mit dem Handy, soll Bitte auch in der Öffentlichket unterlassen werden- wo ist denn da der Datenschutz ? Da wird vom Lebenden, übern Kranken, bis hin zum Sterbenden und Toten, doch Alles aufgenommen und das ohne irgendeine Kontrolle. Und,der Kunde wird dabei wohl auch vergessen, der nach immer besseren Kameras und Überwachungssystemen im Auto, auf Arbeit, oder im eigenen Heim verlangt ??? Alles eine Frage der Sicherheit, ob im Straßenverkehr, im Flugverkehr, auf öffentlichen Plätzen,usw.

  4. 33.

    Tüv und Zulassungsbehörde ist da nicht auch zuständig?

  5. 32.

    „ Ein Blick in sein blaues Tesla-Modell 3 zeigt: Neun Kameras sind innen wie außen am Fahrzeug angebracht. Ob Nummernschilder, Personen oder sogar Gesichter: Alles wird gestochen scharf aufgezeichnet“. Sie sollten den Artikel schon richtig lesen. Innenraumkamera dient wozu? Nummernschilder erfassen dient wozu? Usw....

  6. 31.

    "Es sind ramponierte Ökosysteme, die nicht mehr richtig funktionieren können. Dort hat das Feuer leichtes Spiel." schrieb gerade Forstwirt Peter Wohlleben zu den typischen Monokulturen in Deutschland, was Sie ja neulich-hm- überrascht hatte, als ich das anführte."
    Ich hoffe Sie haben sein Buch gelesen, in dem das geheime Leben der Bäume beschrieben wird.
    Auch, dass wir uns von der Monokultur verabschieden müssen, selbstverständlich.
    Aber doch bitte durch WALDUMBAU und nicht durch rigoroses Verunglimpfen und flächendeckendes Roden des Kiefernwaldes.
    Sie werden sehen, wie schnell Ihre „ramponierten Ökosysteme“ wieder „funktionieren können“.
    Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass für die Tesla-Ansiedlung keine Ausrede grotesk genug sein darf.

  7. 30.

    Na dann brauchen Wir doch gar keine Arbeitsplätze in der Industrie !!! Es gibt doch so viele Arbeitsplätze in Büros und Behörden- und jetzt auch noch beim Datenschutz. Die Bundesrepublik ist doch so ein richtiger Beamtenstaat- wer da Arbeitsplätze schaffen und ein Produkt verkaufen möchte, ist doch selber schuld. Heute ist es der Datenschutz, morgen sind die fehlenden Motorgeräusche beim E.-Auto zu gefährlich und übermorgen wird sich gewundert, warum keine stinkenden Abgase hintenherauskommen ?

  8. 29.

    Dass Kameras und andere Sensoren die Umgebung beobachten und dass in Echtzeit für die Fahrassistenzsysteme auswerten, ist nicht der Kritikpunkt. Bereits im Sommer 2019 wurde aber bekannt, dass die Kamerabilder in den Tesla auch gespeichert werden. Der eine mag das für die Verbrechensbekämpfung gut finden, der andere sieht dabei aber eine Verstoß gegen geltendes Recht analog zu Überwachungskameras, die vom eigenen Haus aus das Geschehen auf dem Nachbargrundstück aufzeichnen - vergl. dazu https://www.test.de/FAQ-Private-Videoueberwachung-Das-ist-erlaubt-und-das-nicht-5045901-0/

  9. 28.

    Die Expertise ist jedenfalls größer als die, die Sie hier bisher haben an den Tag gelegt. " In bewirtschafteten Baumplantagen ist das anders. Es sind ramponierte Ökosysteme, die nicht mehr richtig funktionieren können. Dort hat das Feuer leichtes Spiel." schrieb gerade Forstwirt Peter Wohlleben zu den typischen Monokulturen in Deutschland, was Sie ja neulich-hm- überrascht hatte, als ich das anführte.

  10. 27.

    Wer braucht eigentlich Tesla, wenn es Hartz IV, Rente und genügend geförderte Jobs in Büros und Behörden gibt ?

  11. 26.

    "Die Kameras sollen beim Fahren helfen, zum Beispiel, um Hindernisse rechtzeitig zu erkennen und Abstände zu messen. Selbst im parkenden Zustand kann das Auto seine Umgebung im Blick behalten. " LOL

    "Kameras" haben ja nun schon etliche Modelle. Wahrscheinlich ist den Datenschützern NICHTS klar.
    Die Daten werden in Echtzeit ausgewertet und zum Fahren für -Assistenten benutzt.
    Laut Artikel könnte die "Kamera" also zwischen einem großen und kleinen voraus fahrenden Fahrzeug den Abstand festlegen? oder denkt das System das kleinere Fahrzeug ist weiter weg?

    Der Hindernis-Abstand wird nicht mittels visueller Kamera erfasst sondern per Ultraschall, IR oder Funk. Diese Systeme haben alle aktuellen Fahrzeuge außer die Holz-Klasse.
    12 Systeme sind sogar bei Neuwagen Pflicht. Parksensoren funktionieren ohne Kamera.
    Schilderfassung oder Spurassistenten arbeiten mit Kameras, Und?
    Wieder ein Versuch Tesla explizit zu kritisieren. Ich empfehle die Handbücher von Herstellern.

  12. 25.

    Geht's noch, was befähigt Sie denn dazu, eine Kiefer als minderwertig zu bezeichnen?
    Aufgrund Ihrer Expertise gehe ich davon aus, dass Sie sich eingehend mit jener Baumart befasst haben.
    Dann wird es Ihnen auch ein leichtes sein, kurz mittzuteilen, was genau Sie zu Ihrem Urteil veranlasst hat.

  13. 24.

    Rentner, Vorruheständler und Pensionäre im Berliner Umland benötigen keine innovativen Arbeitsplätze mehr. Wer weiss, was noch so Alles über Elon Musk und Tesla verbreitet wird. So eine Unternehmensansiedlung verbunden mit tausenden Arbeitsplätzen und Milliarden Investitionen, gibt doch vielen Menschen die Möglichkeit, ihren persönlichen Frust, ihren Neid und ihre persönliche Mißgunst gegenüber Anderen, freien Lauf zu lassen. Wer die Arbeitslosigkeit und den Abbau von Arbeitsplätzen noch miterlebt hat, würde niemals so, über ein neues Elektro Autowerk herziehen. Deshalb sollte mal gründlich hinterfragt werden, woher immer wieder, diese Mitmenschen kommen, die neue Infrastruktur und neue Industrie Arbeitsplätze in Ostdeutschland und speziell im Berliner Umland verhindern möchten. Ob das irgendwelche ,,Naturliebhaber,, aus den Alten Bundesländern sind oder frustrierte Rentner ? Ich frage mich ernsthaft, wo kommen all die Egoisten her, die nur den Baum vor ihrem eigenen Grundstück sehen.

  14. 23.

    Dieses Theater gehört im Verteilungskampf um die Erlöse aus den Kfz-Verkäufen der nächsten 10 Jahre einfach dazu und wird sich legen, wenn die anderen inländischen Autohersteller - Tesla wird ja bald auch inländisch sein - dasselbe tun.

  15. 22.

    Tesla fällt Kiefern, also minderwertgdtes Holz überhaupt um es in seine Autos einzubauen! Ich habe einen Lachanfall gekriegt. Tut mir leid.

  16. 20.

    Sie müssen es ja wissen, was Andere brauchen.
    Zumal Sie, obwohl Sie nicht ständig vernetzt sind, auch das machen sollten, was Sie Anderen raten: ein analoges Buch lesen, dann verbessert sich dann auch Ihre Rechtschreibung.
    "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen" fällt mir bei Ihren Post gleich ein.

  17. 19.

    Das ,, Problem ,, ist doch schon sehr lange bekannt. Jetzt wo Tesla eine Elektro-Autofabrik in der Hauptstadtregion baut und mehrere tausend Arbeitsplätze schaffen möchte, wird der Datenschutz wieder vorgekramt. Ich glaube bald, mit solchen Themen aus der Bild-Zeitung, kann man nur den Deutschen verdummen. Heißt ja nicht umsonst, ,,Dummer deutscher Michel,, - glaubt Alles und hinterfragt gar nichts- Als wenn Kameras und Innenraumüberwachung, erst gestern erfunden wurde ?

  18. 18.

    Um zu sehen, was um mich herum passiert, brauch ich ein Paar Augen. Ein Tesla (und inzwischen ja auch andere Marken) muss, um autonom zu fahren, auch sehen können, was um ihn rum passiert.
    Übrigend jeder, der Tracking-Apps und GPS benutzt, transportiert seine Daten in die Welt. Um dies zu minimieren, kommt es auf die Einstellung auf und dem intelligentem Umgang mit den Geräten/Autos an.

  19. 17.

    Man kann doch mittlerweile nur noch mit dem Kopf schütteln. Dem Herrn Musk der die Corona Maßnahmen in Kalifornien als "faschistisch" bezeichnete, der in einem Tweet schrieb " Die Coronavirus-Panik ist dumm" wird hier in Deutschland mit allem Pomp empfangen und gepriesen. Wer solche Aussagen in Deutschland tätigt wird als Covidiot bezeichnet. Die Aussage von der Datenschutzbehörde das sie keine Veranlassung sähe an Tesla heranzutreten, weil ein "massiver Arbeitsanfall bei einer angespannten Personalsituation kaum zu bewältigen wäre" ist absolut inakzeptabel . Demnächst sind Verbrechensvervolgung sowie Verhandlungen auch wegen zu vielem Arbeitsaufwand nicht mehr machbar?

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