Zwei Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes prüfen den Boden auf dem Teslagelände in Grünheide (Bild: dpa/Michael Sohn)
Audio: rbb | 23.01.2020 | Statement Minister Vogel | Bild: dpa/Michael Sohn

Geplante Fabrik von US-Autobauer - Auf Tesla-Gelände müssen sieben Bomben gesprengt werden

Auf dem Gelände der geplanten Fabrik des US-Elektroautoherstellers Tesla in Grünheide sind sieben Weltkriegsbomben gefunden worden. Nach Angaben von Brandenburgs Umweltminister Vogel sollen sie gesprengt werden. Wann, ist noch unklar. 

Sieben Weltkriegsbomben müssen in dem Waldstück in Grünheide (Landkreis Oder-Spree), in dem der Autobauer Tesla ab Sommer 2021 Elektroautos bauen will, beseitigt werden. "Geplant ist, die Bomben zu sprengen", sagte Umweltminister Axel Vogel (Grüne) am Donnerstag im Landtag.

Nach den Angaben Vogels soll es sich bei der Munition um 50 Kilogramm schwere amerikanische Blindgänger handeln, die dicht beieinander liegen. Sie seien bei der systematischen Suche nach Weltkriegsmunition gefunden worden. Die Munition habe einen Wirkradius von 600 Metern - daran würden sie die Experten dann auch bei der Einrichtung des Sperrkreises orientieren. Wann die Munition gesprengt wird, ist nach Angaben Vogels noch nicht klar.

A10 wird voraussichtlich unterbrochen

Voraussichtlich müssten, so Vogel, für die Zeit der Sperrung aber die A10 zwischen Freienbrink und die Erkner sowie die Landstraße 38 unterbrochen werden. Die Bahnstrecke Berlin-Warschau sei voraussichtlich nicht betroffen.  

Nach jüngsten Angaben des Brandenburger Innenministeriums wurden rund 85 Kilo Kampfmittel in dem Waldgelände gefunden.

Die Landesregierung Brandenburgs verhandelt derzeit mit dem Bund über eine Kostenbeteiligung bei der Beseitigung. Geschätzt wurde am Mittwoch, dass sich noch ingesamt 25 Blindgänger auf dem Areal befinden könnten.

Anwohner dürfen das gut 300 Hektar große Gelände seit Ende vergangener Woche nicht mehr betreten, weil bekannt geworden war, dass sich dort Weltkriegsmunition im Boden befindet. Das Betreten und Befahren des - amtlich als Bebauungsplangebiet Nr. 13 Freienbrink-Nord bezeichneten Geländes - ist seither ausdrücklich verboten. Damit sollten Menschen vor den Gefahren durch Kampfmittel auf dem Gelände geschützt werden, heißt es zur Begründung der Gemeinde. Das Verbot gilt demnach bis zum 31. März.

Tesla will in Grünheide jährlich 150.000 Autos bauen

In Grünheide sollen von Sommer 2021 an für den Export nach ganz Europa jährlich zunächst 150.000 Elektroautos der Typen Model 3 und Y gebaut werden, nach einem Ausbau bis zu 500.000 Fahrzeuge im Jahr. Dafür will Tesla eigenen Angaben zufolge mehrere Milliarden Euro investieren.

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17 Kommentare

  1. 17.

    Ja die Chancen mit der Tesla - Fabrik sind schon riesig, neue Arbeitsplätze und viele andere Dinge. Für die Leute die dort dann arbeiten, muss aber auch Wohnraum vor Ort geschaffen werden, sonst ist das auch nicht klimafreundlich.

  2. 16.

    Ja die Chancen mit der Tesla - Fabrik sind schon riesig, neue Arbeitsplätze und viele andere Dinge. Für die Leute die dort dann arbeiten, muss aber auch Wohnraum vor Ort geschaffen werden, sonst ist das auch nicht klimafreundlich.

  3. 15.

    Es ist bei der Tesla-Ansiedlung auch wichtig, das die Wertschöpfung, auch vor Ort verbleibt. In Punkto: Wohnungen, Häuser, Infrastruktur. Da sollte in und um Grünheide, Erkner, Fürstenwalde, Rüdersdorf, vieles neu gebaut werden. Vor allem neuer Wohnraum, für die Mitarbeiter.

  4. 13.

    Eine Produktionsstätte und damit mehrere tausend Arbeitsplätze, kann doch nie verkehrt sein. Und das Tesla auch einen Absatzmarkt für seine Produkte benötigt, ob in der BRD oder in West-Mittel- oder Osteuropa
    , dürfte doch wohl ganz normal sein.

  5. 12.

    Tesla hat sich einen sicheren Standort für den reichen osteuropäischen Automarkt gesucht und gefunden. Nicht mehr und nicht weniger. Die meisten Tesla die ich in Berlin fahren gesehen habe, hatten polnische und russische Kfz-Kennzeichen. Viel Spaß beim Autokauf und den Wartezeiten. Der Standort ist eine Produktionsstätte und kein Heimvorteil an Lieferzeiten.

  6. 11.

    Über welche Chancen Reden wir hier?Kläranlagen sind z.b. keine Zauberkünstler.Nicht jeder Stoff,der gedankenlos ins Abwasser gelangt,kann herausgefiltert werden.Es kommt darauf an,dass Schadstoffe gar nicht erst im Wasser landen.Tesla will auch auf dem Gelände in Grünheide ein eigenes Erdgaskraftwerk errichten.Erdgas werde für den Schmelzprozess in der Gießerei,Trockenöfen und Lackieranlagen sowie für die zentrale Heizungsanlage benötigt.Elektrische Energie im Umfang von 109 Megawatt will Tesla laut den Beschreibungen offenbar zukaufen. Ob Tesla dabei ausschließlich auf Ökostrom setzt oder nicht, lässt sich den Projektbeschreibungen nicht entnehmen.Dazu kommt noch der enorme Wasserverbrauch.

  7. 10.

    Klar ist Mobilität mit Elektro nicht besser. Aber die Chancen mit der Fabrik sind enorm. Ihre Argumentation ist dagegen schon sehr weit her geholt.

  8. 9.

    Sprengen? Das nenn ich mal eine konsequente Rodung.

  9. 7.

    Tesla bringt unglaubliche chancen für Grünheide!Aber bitte nicht auf ein Wasserschutzgebiet.
    Eine bessere Infrastruktur,(volks SUV?) Jobs,(ohne Tariflöhne) Gäste,(besichtigung des Geländes?) bessere Bus und Bahnverbindung,(geht auch ohne Telsa!) Innovation(Parkhäuser/Parkplätze vergrössern!) usw.(hohen Wasserverbrauch) usw. (Der Abbau von Rohstoffe schadet oft der Umwelt und den Menschen.)
    Tesla(E-Mobilität) bedeutet:Andere Probleme als mit Öltanker-/Bohrinselunglücken,Frackingfolgen, CO2 Emissionsfolgen, Politische Konflikte,etc.,bei der Ölgewinnung.Elektromobilität ist nicht umweltfreundlicher als Mobilität mit Verbrennungsmotoren.



  10. 6.

    Was ist denn daran falsch, bzw. leichtsinnig?

    Soweit ich weiß gibt es entsprechende Verordnungen/ Gesetzte wonach vor Baumaßnahmen, auf entsprechenden Flächen nach Kampfmitteln gesucht werden muß. Folglich wurde nach dem Fund richtigerweise ein Entsprechendes Verbot erlassen.

    Was meinst was noch alles im Boden liegt, wo sicher Tag täglich Massen an Leuten langlaufen bzw. fahren was auch immer.
    Siehe, erst der letzte Bombenfund hier in Berlin, in der nähe vom Alex. Oder frag die in Oranienburg mal, da wird alle Nase lang was gefunden.

  11. 5.

    Es gibt also doch eine reale Gefahr, die Sperrung des Geländes ist somit absolut notwendig. Bitte lieber rbb jetzt noch den Landkreis ändern. Und bitte keine Sorgen über das Wasser machen, da wird es mit Sicherheit kein Problem geben. Da können wir der Landesregierung absolut vertrauen, sollte allen Realisten völlig klar sein.

  12. 4.

    Was ein Wahnsinn!

    Jetzt macht sich auch noch Julia Neigel dafür stark die Fabrik zu verhindern!

    Liebe Fr. Neigel bitte unterlassen sie es die Zukunft von Grünheide und meiner Familie zu sabotieren!

    Tesla bringt unglaubliche chancen für Grünheide! Eine bessere Infrastruktur, Jobs, Gäste, bessere Bus und Bahnverbindung, Inovation usw. usw.

  13. 3.

    Und bis vergangene Woche durfte da jeder durch den Wald laufen, Pilze sammeln und plötzlich wurde gesperrt und auch noch 7 Blindgänger gefunden? Das kann doch nicht normal sein wie hier mit dem Leben der Menschen gespielt wurde.

  14. 2.

    Sehr gut beobachtet; hier ist schon MOL; wir haben aber alle den gleichen Wasserverband, der uns bisher immer gut dieses Lebensmittel ins Haus lieferte.

  15. 1.

    Grünheide gehört nicht zu Märkisch-Oderland, sondern zum Landkreis Oder-Spree!

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