5.07.2020, Brandenburg, Grünheide: Das von Tesla zur Verfügung gestellte Handout zeigt eine graphische Darstellung der Tesla Gigafactory Berlin in Grünheide. (Quelle: dpa/Tesla)
Audio: Inforadio | 21.08.2020 | O. Soos | Bild: dpa/Tesla

Verkehrskonzept im Landtag vorgestellt - Tesla legt Schwerpunkt auf Schienen- und Radverkehr

Logistik per Schiene, weniger Verkehr auf Landstraßen, mehr Radwege vor Ort: Ein Tesla-Vertreter hat im Landtag das Verkehrskonzept für die "Gigafactory" vorgestellt. Firmenchef Musk schickt derweil via Twitter schöne Grüße, die ihr Ziel nicht verfehlt haben.

Bahnhofsverlegung, separate Autobahnausfahrten, mehr Radfahrwege: Erstmals hat ein Tesla-Vertreter den Abgeordneten im Brandenburger Landtag Pläne des US-Elektroautobauers zum Infrastrukturausbau für die geplante Fabrik in Grünheide (Landkreis Oder-Spree) vorgestellt.

"Wir bauen gerade die fortschrittlichste Serienproduktionsstätte der Welt in Brandenburg", sagte Alexander Riederer, Vertreter des Teams "Gigafactory", am Donnerstag vor den Abgeordneten. Die Infrastrukturentwicklung habe für Tesla deshalb höchste Priorität.

Autobahnausfahrt soll Verkehr in Grünheide entlasten

Konkret sprach der Tesla-Vertreter von einer Ausrichtung der Logistik auf die Schiene, um unter anderem auch die Folgen des Durchgangsverkehrs für die Gemeinden zu minimieren. Außerdem plant das Unternehmen lokale Zulieferketten für die Produktion der Fahrzeuge.

Geplant ist zudem eine Autobahnausfahrt im Norden, um die nahegelene Landesstraße L38 zu entlasten. Notwendig sei aus Sicht von Tesla auch, den Bahnhof Fangschleuse weiter in den Westen zu verlegen, um Wege zu verkürzen. Zudem sei eine zusätzliche Haltestelle im Süden geplant. Eine Fahrplanstudie habe Tesla bereits in Auftrag gegeben.

Pläne müssen noch geprüft und bewilligt werden

Besonderen Wert lege das Unternehmen auch auf den Ausbau der Fahrradwege. Mit dem Rad zur Arbeit zu gelangen, sei umweltschonender und platzsparender. Zudem seien weniger Autos auf der Straße unterwegs, so der Tesla-Vertreter, der nach eigenen Angaben in Amsterdam lebt und dort gute Erfahrungen gemacht habe.

Der Tesla-Vertreter legte im Landtag die Sicht des Unternehmens dar, wollte aber anschließend keine näheren Fragen der Abgeordneten beantworten. Er verwies auf laufende Prüf-und Bewilligungsverfahren bei den Infrastrukturmaßnahmen, für die die öffentliche Erörterung ausstehe. Riederer lud die Abgeordneten aber bei Interesse zu vertiefenden Gesprächen ein.

Musk bedankt sich bei Grünheide

Unterdessen hat ein Tweet von Tesla-Chef Elon Musk bei den Brandenburger Wirtschaftsförderern am Donnerstag für Aufmerksamkeit gesorgt. Darin bedankte sich Musk beim Land und der Gemeinde Grünheide. "Dankeschön Brandenburg Grünheide!" twitterte der Tesla-Chef.

Die Wirtschaftsförderung Brandenburg zeigte sich erfreut. "Es kommt nicht alle Tage vor, dass sich so ein Unternehmer beim Land und der Gemeinde bedankt und das öffentlich", sagte Alexander Gallrein, Pressesprecher der Wirtschaftsförderung des Landes. Die Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) schrieb Musk daraufhin: "Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!".

Tesla will in Grünheide von Sommer 2021 an rund 500.000 Fahrzeuge im Jahr bauen, geplant sind etwa 12.000 Arbeitsplätze. Musk hatte bereits Ende Juli auf Twitter geschrieben, dass die Fabrik "Giga Berlin" in unvorstellbarer Geschwindigkeit entstehen werde.

Weil die umweltrechtliche Genehmigung für das Projekt durch das Land Brandenburg bisher noch nicht abgeschlossen ist, baut Tesla auf dem Gelände auf eigenes Risiko. Das Landesumweltamt gab grünes Licht für das Fundament und den Rohbau mit einem vorzeitigen Beginn. Naturschützer fürchten hingegen negative Folgen für die Umwelt.

Sendung: Brandenburg aktuell, 20.08.2020 19:30 Uhr

254 Kommentare

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  1. 253.

    Wird eine tolle Fabrik - sieht schick aus und Wald bleibt drumherum auch noch genügend. Arbeitsplätze Investionen und neue Infratruktur haben Vorrang.

  2. 252.

    In Potsdam fehlt so viel Geld für neue Infrastruktur. Da ist schon an jeder Ecke Stau und Chaos. Dringend benötigter Wohnraum kann nicht geschaffen werden, da kein Geld für den ÖPNV Ausbau vorhanden ist. Bahnhöfe, Straßenbahnlinien, Bahnstrecken, auch der Straßenausbau-kein Geld. Potsdam hat zwar den Einwohnerzuwachs, aber bei Investitionen in die Infrastruktur ist Stillstand. Da bekommen, das BER und das Tesla-fabrik Umfeld, mehr Fördermittel und Unterstützung. Potsdam/Potsdam sieht nur von weitem so aus, es fehlt aber an sehr vielen Dingen in der Stadt und im Potsdamer Umland.

  3. 251.

    Ich denke einfach, das die Milliarden Investionen in BER, Lausitz, Tesla und so weiter, eine einseitige nach Polen hin, orientierte Brandenburger Wirtschaftspolitik ist. Das wird sich schon, in den Wahlen, letztendlich niederschlagen. Im Rest von Brandenburg, herrscht Tristesse und fehlende moderne Infrastruktur. Hauptsache das BER Umfeld bekommt Milliarden um Milliarden, neue Arbeitsplätze, neue Infrastruktur, neuen Wohnungsbau. Das geht vom tiefsten Süden bis hin zum Osten, immer entlang der Grenze. Ich denke wirklich schon, ich bin kein Brandenburger, sondern ein Pole oder ein Sorbe aus der Lausitz. Da werden ganze Landschaften mit Wasser gefüllt und als Spasslandschaften gestaltet und bei Tesla, sind neue Autobahn-Abfahrten und hunderte Millionen Euro Infrastruktur Massnahmen, kein Problem. Der Rest von Brandenburg, bleibt trockener Mono-Acker mit aufgesetzten Windrädern ???

  4. 250.

    Klare Antwort: NEIN !!! Für den Rest der doofen Brandenburger bleibt nur die Verunglimpfung als Nazi übrig. So tickt man in Potsdam.

  5. 249.

    Das in einem anderen Artikel zur Verkehrsanbindung von Tesla erwähnte Projekt i2030 ist nicht nur gen Osten ausgerichtet wie es Projekte zum Ausbau der Eisenbahninfrastruktur im westlichen Brandenburg wie z.B. die Lehrter Stammbahn gibt. Der RBB berichtet darüber einfach nur seltener.

    Es fallt immer wieder auf, dass Einwände und Fragen wie die Ihre zwar sehr häufig rund um Tesla kommen, bei anderen Maßnahmen in Ostbrandenburg aber extrem selten.

  6. 248.

    Die Verlängerung von drei Zugpaaren als HBX in der lokal nachfrageschwachen Zeit am Wochenende nach Berlin wird eigenwirtschaftlich betrieben und ist nicht Bestandteil des Linienkonzeptes der Aufgabenträger wie auch nicht der Tarifgemeinschaft mit den NE-Bahnen zur gegenseitigen Anerkennung von Fahrkarten und fällt damit in eine andere Kategorie. Den HBX hatte ich schon vor Monaten am Rande einer Diskussion um Tesla erwähnt. Er ist eine umsteigefreie Möglichkeit, um Touristen aus Berlin in den Harz zu bringen oder umgekehrt nach Berlin, der auf eine Idee der Transdev zurückgeht, die rumstehende Züge gewinnbringend einsetzen wollte.

  7. 247.

    Bekommt denn der Rest von Brandenburg, auch noch Gelder für den Ausbau der Infrastruktur ??? Oder ist durch Tesla, BER und die vielen Lausitz-Milliarden, überhaupt kein Geld mehr für andere Regionen vorhanden ? Dieses Problem, ist schon sehr lange erkennbar. Gelder fließen nur in eine Richtung in Brandenburg und das ist irgendwie, immer Richtung Polen. Berlin liegt im Zentrum von Brandenburg und das Berliner Umland, hat 4 Himmelsrichtungen und nicht nur den Osten und den Süden, zur polnischen Grenze hin. Ich persönlich und viele meiner Landsleute, sind Brandenburger und keine Polen, Sorben, oder Sachsen. Und Wir wollen, das unser Geld, in Brandenburg bleibt und nicht über irgendwelche Bundes-und Landesgrenzen an die Nachbarregionen abfließt.

  8. 246.

    Es gibt auch im Harz RB und RE, allerdings werden zeitweilig zwei Linien zu einer zusammengeführt, die diese Strecke eigentlich nicht befahren. Den HBX kennen Sie, besteht aus RE11 und RE21, fahren beide nicht im Regelbetrieb nach Berlin. Ist eine "Expresslinie" (Harz-Berlin-Express), kein RE, nur auf der Stammstrecke. Gibt weitere Beispiele. Dieses ist das bekannteste.

  9. 245.

    Wohl dann sogar etwas anders wie in vielen anderen Bundesländern. RE zeichnen sich typischerweise auch bei anderen Aufgabenträgern als dem VBB durch höhere Geschwindigkeiten, größere Passagierkapazitäten und längere Laufwege gegenüber den RB aus.

  10. 244.

    Die Definierung von Expresslinien ist im Harz etwas anders, als in Berlin, da dort die RE Linien, im Tagesbetrieb und am Wochenende verschiedene Nummer erhalten können oder nur eine Buchstabenkombination, wenn es sich nur um eine einzige Zugverbindung handelt (HBX aus RE 11 und 21, nur am Wochenende, sonst RE 21 ).

  11. 243.

    "Reiner Fernbahn" war Ihre Formulierung, nicht nur "Fernbahnhof". Wie definieren Sie "Expresslinien" Auch der VBB unterscheidet zwischen RB und RE. Der RE1 hält dabei in Fangschleuse (wenn auch nicht jeder Zug) und sollte eh im Rahmen des Projektes i2030 deutlich mehr Kapazität bekommen. Hinzu kommen könnte ggf. eine RB-Linie wie auch ein Shuttlezug, der aber auf dem Werksgelände hält.

  12. 242.

    Die Züge werden in Oker eingefädelt. Ein Halt der Expressllinien geht nicht, ist dort, wie in Grünheide, nicht gegeben. Der ÖPNV-Umsteigepunkt ist in Goslar, da es dort fünf Bahnsteigkanten gibt und einen ZOB gibt.

    Die Bezeichnung Fernbahnhof, sagt nicht aus, dass dort keine anderen Züge fahren, nur dass es dort auch einen ICE-Halt gibt.

  13. 241.

    Dafür, dass Spandau ein reiner Fernbahnhof geworden sein soll, halten dort aber eine Menge anderer Züge. Gütergleise werden in Grünheide allerdings wie überall sonst auch keine Bahnsteigkanten bekommen. Wie Sie selber ja ausgeführt haben, treffen in dem Stadtteil von Goslar mehrere Bahnlinien aufeinander,so dass das ein ÖPNV-Umsteigeknoten ist. Das ist in Grünheide nicht gegeben.

  14. 240.

    Nun, Spandau ist inzwischen ein reiner Fernbahnhof geworden. Weder Oker, noch Grünheide sind Fernbahnhöfe. Dort, wie in Grünheide, SPV im vorderen Teil und im südlichen Teil die Aufstellgleise für den Güterverkehr. Da es in Grünheide mehr sind, fällt sehr wahrscheinlich auch die Zahl der Bahnsteigkanten höher aus. Bei der Größe von Salzgitter, nicht mit dem Verkehrssystem dort zu vergleichen. Mit fünf Bahnlinien und vier Buslinien, nimmt es Oker locker mit Grünheide auf, obwohl deutlich kleiner.

  15. 239.

    Da sieht man mal, wie die gesamte Region, der Tesla-Ansiedlung entgegenfiebert. Da werden sich doch richtig Gedanken, um die noch notwendige Infrastruktur gemacht. Da wird viel Gutes, in der Region aufgebaut werden. Und mein Haus mit Grundstück, wird bald das Doppelte an Wert haben. Ich freue mich riesig !!! Nur die Klagefreudigen Nörgler, bereiten mir Sorgen. So eine Minderheit, kann ganz schön laut sein. Aber Ich hoffe, die Fabrik ist bald fertig.

  16. 238.

    Ihre Vision klingt allerdings eher nach einer Kopie von Spandau den von Oker.

  17. 237.

    Warum gibt es in Oker drei Bahnsteigkanten? Nur, weil es drei Expresslinien gibt, die ohne Halt durchfahren. Eine wahre Herausforderung, da sich eine Linie von einer eingleisigen Strecke, auf die Hauptstrecke einfädeln muss und Anschluss an eine andere hat.
    Sollte die S-Bahn nach Grünheide und die RE35 nach Erkner verlängert werden, sowie der Zugabstand der RE1 , auf 20 Minuten verdichtet werden, reichen zwei Bahnsteigkanten nicht aus, da die S-Bahn, einen eigenen Gleiskörper benötigt. Aufstellgleise nach Süden, Ausbau des SPV, nach Norden. Anders geht es gar nicht. Langfristig ist dann von sechs Bahnsteigkanten auszugehen. Alles ohne weiteren Flächenverbrauch? Kaum machbar!

  18. 236.

    Um auf das ursprüngliche Thema des Artikels zurückzukommen: Im Netz findet man eine Präsentation der DB zur Ausgestaltung der Bahnanbindung. Es würde anders als in Oker bei zwei Bahnsteigkanten der verlegten und länger ausgeführten Bahnsteige.bleiben, neu hinzu kommen mehrere Aufstellgleise für Güterzüge hauptsächlich südlich der vorhandenen Bahntrasse. 24 Zugpaar seien maximal möglich, weil es Engstellen wie Wuhlheide gäbe.

  19. 235.

    Die Einwohnerzahlen von Brandenburg steigen, weil das Land Brandenburg erkannt hat, das Berlin der Kern des Wachstums ist. Und sich Wachstum von seinem Kern ins Umland entwickelt und nicht umgekehrt. Deshalb ist es sinnvoll, wenn neue Arbeitsplätze im Umland der Bundeshauptstadt entstehen. Berlin und das direkte Umland, haben ca. 5 Millionen Einwohner. Und dieser Ballungsraum wird sich weiter entwickeln und den Wohlstand immer weiter nach Brandenburg hineintragen. Und dazu benötigt man auch, Gewerbe und Industrie an der A10.

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