13.11.2019, Brandenburg, Grünheide: Die Holzstege am Ufer vom Werlsee bei Grünheide spiegeln sich im Wasser (Bild: dpa/Monika Skolimowska)
Bild: dpa/Monika Skolimowska

Nach Warnung des Wasserverbands - Landesregierung geht von genug Wasser für Tesla aus

Schon die Dürre der letzten Jahre hat Brandenburgs Grundwasser kräftig zugesetzt – jetzt könnte die geplante Tesla-Gigafabrik diese Lage weiter verschärfen, warnt der für das Baugebiet zuständige Wasserverband. Doch die Landesregierung bleibt zuversichtlich.

Nach der Warnung des Wasserverbands Strausberg-Erkner (WSE) vor Trinkwasserengpässen durch die Tesla-Ansiedlung bleibt die rot-schwarz-grüne Landesregierung zuversichtlich. Man sei “optimistisch, dass sich die jetzt aufgeworfenen Bedenken des WSE ausräumen lassen", erklärte Regierungssprecher Florian Engels am Freitag in Potsdam. Das Landesamt für Umwelt sei im Kontakt mit dem Verband. Der Wasserverband hatte zuvor erklärt, er halte die Versorgung der Fabrik - aber auch die öffentliche Trinkwasserversorgung für gefährdet.

Trockenheit setzt Brandenburg zusätzlich unter Druck

Tesla will bei Grünheide im Kreis Oder-Spree eine Fabrik bauen, in der bis zu 500.000 Fahrzeuge pro Jahr hergestellt werden sollen, zunächst etwa 150.000 Fahrzeuge pro Jahr. Nach bisherigen Planungen braucht Tesla dafür bis zu 372.000 Liter öffentliches Trinkwasser pro Stunde. Dabei fallen 252.000 Liter Abwasser in der Stunde an. Das geht aus dem Bericht zur Umweltverträglichkeit der Tesla-Fabrik hervor.

Im vergangenen Jahr hatte der Wasserverband angesichts der Trockenheit zum sparsamen Umgang mit Wasser aufgerufen. Während Niederschläge fehlten, war der Trinkwasserbedarf gestiegen. Jeder Brandenburger Einwohner verbrauchte 2016 im Durchschnitt etwa 111 Liter Wasser pro Tag.

Freie Wähler verweisen auf den Müggelsee

Das Gelände der geplanten Fabrik liegt in einer Trinkwasserschutzzone. Die Untere Wasserbehörde muss nach Angaben von Umweltminister Axel Vogel (Grüne) über die Einleitung von Abwasser ins Klärwerk von Münchehofe, das von Berlin verwaltet wird, und über die Versickerung von Niederschlagswasser entscheiden. Dazu kommt die Prüfung einer Ausnahmegenehmigung wegen der Schutzzone.

Die Freien Wähler halten die Versorgung mit Trinkwasser aus der Umgebung nicht für gesichert. Es sei mehr als fraglich, ob unter Beachtung des Gewässerschutzes der Trinkwasserbedarf der Tesla- Fabrik vor Ort gewonnen werden könne, erklärte Landtagsabgeordneter Philip Zeschmann. Er schlägt eine Lösung vor: "Die nahe gelegenen Förderanlagen in den Trinkwasserschutzgebieten am Müggelsee haben hingegen noch ungenutzte Förderkapazitäten, die hierfür wahrscheinlich ausreichen würden."

Sendung: Brandenburg aktuell, 17.01.2020, 19:30 Uhr  

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25 Kommentare

  1. 24.

    Bei der nächsten glühenden Dürreperiode werden alle Seen absacken, die Waldfließe fallen jetzt schon trocken und wegen Teslas unvorstellbarem Wasserverbrauch zwecks Umweltrettung werden Gärten udn Grünanlagen versteppen, was der Klimaaufheizung dienen wird. Toll!

  2. 23.

    Es war kein Jugendtrauma. Während der Ausbildung zum TWM hatte man auch 4 Wochen Prüfstand zu absolvieren. Von fiktiver Start bis 48 Std. Dauerlauf; es war alles vertreten. ( Wir hatten da sogar zusätzliche Schalldämpfer. ) Die Stammbesatzung der Prüfstände hatte sich einen Jux ausgedacht, den man absolut für sich behielt; die Taufe. Das "angeschnallte" Triebwerk wurde irgendwann abgestellt und man sollte dann unmittelbar unter dem TW einen Wert ablesen. Kurz vor Stillstand pinkelte das Drainageventil-auf den Rücken des Ablesers. ( Ringleitungen wurden entleert. ) So war das und die Bande verstand es jeweils einen von uns in eine andere Halle zu schicken; niemand verriet etwas; es sollte jeder von uns "getauft" werden. Kapieren Sie das nun ?

  3. 22.

    Wir haben hier auch eine Auffahrt zur A 10; wir sehen von hier sogar eine sehr bekannte Brücke der A10. Wenn wir nun zum A 10-Center fahren müssen wir diese sogar überqueren. Erkner und Freienbrink gehört zu meiner Heimat. Gut so ?

  4. 21.

    Eine Frage, wie verhält es sich bei grosser Hitze wenn die Spree wieder rückwärts fließt? Der Spreewald braucht vorher auch Wasser und die Lausitzer Seen. Was ist wenn der Freistaat Sachsen nicht genug Wasser fliessen lässt?

  5. 20.

    Da ungefähr 2/3 des Frischwasser anschließend über die Kanalisation dem Vorfluter zugeführt werden, könnte das ja dessen Qualität verbessern und damit auch dem Berliner Trinkwasser helfen. Ihre Sorge wäre, falls Sie Recht hätten, damit kontraproduktiv.

  6. 19.

    Tja, jetzt müsste man eine Psychologen fragen, ob Sie angesichts des Jugentraumas sofort an den Geruch erinnert werden. Das Kerosin haben Sie auf den Rücken bekommen, weil es das Triebwerk eigentlich abgestellt war.Das macht aber kein verantwortungsvoller Pilot, sofern nicht eine Störung vorliegt. Dabei werden dann auch die Treibstoffpumpen abgeschaltet. Gedaumpt wird nur im Notfall in Abstimmung mit der Flugsicherung in größerer Höhe. Das Gros der Flugzeuge, die das BER anfliegen, können das eben nicht. Deshalb berichtet anders als die lokalen Medien des Odenwaldes der RBB auch so gut wie nie über solche Vorfälle.

  7. 18.

    Kommen Sie wirklich aus der Gegend? Die Ausfahrt Freienbrink kannten Sie neulich jedenfalls nicht.

    Machen Glaubensrichtungen gibt es seit tausenden Jahren. Fakten helfen dabei wenig.

  8. 17.

    Aber Herr Neumann was schreiben Sie da für Wunschtexte ? Wir saßen alle zusammen auf der Terrasse in Erkner; dicht an der Spree u. Dämmeritzsee. Da ist der Landeanflug längst eingeleitet und plötzlich stank es nach Kerosin. Da ich selbst gelernter Triebwerkmechaniker bin mußte ich auf dem Prüfstand eine Art Taufe über mich ergehen lassen; statt Wasser Kerosin direkt vom auslaufenden ( drehzahlmäßig ) Triebwerk auf den Rücken. Durfte dann gleich in die Wanne u. Dusche. Vergißt man nie.

  9. 16.

    " Beseitigung der Altlasten gemäß Haftungsfreistellung (Wasserfassungen Strausberg und Erkner)" @rbb Wie weit ist das schon in Planung? Welchen Aufwand bedarf es zur Beseitigung der Altlasten?
    Welche Vorsorge ist für potentielle "Neulasten" / z.B. Unfallvermeidung geplant?

  10. 15.

    Woher kommt die Zuversicht? Aus den BER Erfahrungen? Da ging es auch so ähnlich los. Prognose: der Straussee ist weg, Tesla hat Schadensersatz angemeldet, Strukturhilfen werden widerrechtlich verwendet und müssen zurückgezahlt werden. Wetten das das wieder „vergeigt“ wird?

  11. 14.

    Ick glowe in Rudow würde man sich über eine Grundwaserabenkung freuen. Da standen etliche Keller unter Wasser als die DDR Ihre Produktion einstellte.
    Trotzdem ist eine verbesserteWasserwirtschaft ohne die KompetenzGerangel der BB Ämtern wünschenswert.
    Braucht der Tesla Trinkwasser oder reicht auch Brauchwaser?

  12. 13.

    Antwort auf Kommentar 10.
    Berlins Grundwasser hat teilweise extrem hohe Sulfatbelastungen - zum großen Teil wegen des ganzen Kriegsschutts.
    Hier eine Karte, mit einer Messstelle als Beispiel die über 800mg/l Sulfatbelastung hat (Grenzwert 250mg/l)
    https://fbinter.stadt-berlin.de/fb/gisbroker.do;jsessionid=8373F057F19C70702CE5A4A6495E2291?cmd=mapAlphaDataZoomId&zoomid=10742
    Deswegen wird da noch Wasser aus anderen Stellen zugemischt, hauptsächlich wohl aus dem Uferfiltrat der Spree am Müggelsee. Leider haben sich die Werte der Spree aber in den letzten 2 Jahren massiv verschlechtert: https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2019/12/sulfat-brandenburg-messwerte-ueberschritten-spree-trinkwasser.html
    Und die Werte der BWB sind von 2018.....: https://www.bwb.de/de/inhaltsstoffe.php
    Die WSE gehört zum Grundwasserkörper "Untere Spree" und der ist auch laut geoportal "gut", könnte also eigentlich eventuell das Berliner Grundwasser verbessern...da will jetzt aber die gigafabrik bohren.

  13. 12.

    Kerosinverklappung? Und dann vielleicht auch noch Chemtrails?
    Die meisten Flugzeuge, die in Schönefeld landen werden werden, können nichtmals dumpen. I.d.R findet das in so großer Höhe statt, dass am Boden nichts ankommt. Es muss schon eine extrem akute Luftnotlage geben, dass im Landeanflug die Jettison-Ventile noch offen. Eher wird eine Overweight-Landing durchgeführt und das Fahrwerk danach groß instandgesetzt. Und ja, ich kenne die aktuellen News über Delta. Viele Menschen verwechseln die durch Unterdruck hervorgerufenen Kondensation von Wasserdampf mit Dumpen. Dabei ist das ein natürliches physikalisches Phänomen bei hoher Luftfeuchtigkeit.

  14. 11.

    Im Gegensatz zur Landesregierung war der Wasserverband aktiv tätig.
    Quelle: Vorschläge für Maßnahmen des Wasserverbandes Strausberg Erkner
    https://www.w-s-e.de/intern/artikel/bilder/312_20191122_vorschlaegemassnahmenwse.pdf
    Auszug aus vorgenannter Quelle:
    Forderungskatalog an die Landesregierung
    - Durchsetzung des VORRANGS der Trinkwasserversorgung
    - Trinkwasserversorgungsplan für das Land Brandenburg (ggf. Neustrukturierung der Aufgabenträger zur
    Bereitstellung der Grundwasserressourcen entsprechend der Landesentwicklung)
    - Bilanzierung des natürlichen Wasserdargebotes einschließlich ALLER genehmigten Entnahmen
    - zeitnahe Bearbeitung von Genehmigungs- und Erlaubnisverfahren (Erlaubnisse, Bewilligungen,
    Trinkwasserschutzzonen)
    - Beseitigung der Altlasten gemäß Haftungsfreistellung (Wasserfassungen Strausberg und Erkner)

  15. 10.

    Unwahrheiten werden durch Wiederholung nicht richtig. Gucken Sie sich die Wasseranalysen der WSE und BWB an. Die Sulfat-Werte werden zwar beobachtet, sind jedoch weit unter dem Grenzwert.

    Das "Gegenwärtig" ist auch zusammen mit "gewünschten Zeitrahmen" zu lesen. M.-a.
    W: Die lokalen Fachleute schreiben, dass die Wasserver- und -entsorung grundsätzlich gewährleistet sei, nur eben noch nicht in der 2. Jahreshälfte 2021. Damit entpuppt sich ein wiederkehrendes Argument der NIMBYs als entlarvendes Scheinargument.

  16. 9.

    Warum wird inmitten einer Seenplatte Dahme Spree im Wald von Grünheide ein Industriegebiet ausgewiesen??? Landesregierung zerstört so zuversichtlich die Umwelt. Man darf nicht scheinbar umweltschonende Fahrzeuge anpreisen, wenn am Produktionsort die Umwelt zerstört wird!
    Tesla Factory hat in der Region Grünheide nichts zu suchen, es gibt andere Standorte in brandenburgischen Gewerbegebieten, wo man einen marktüblichen Preis für Gewerbegrundstücke zu zahlen hat! Zudem ist es industriepolitisch falsch, der Autoindustrie ein Konzept Tesla aufzuzwingen, das keine Zukunftslösung bietet!
    E-Mobilität wird die Umweltzerstörung verschärfen. Giftige Batteriechemikalien in einem Schutzgebiet und intakten Waldgebiet zu bearbeiten zerstört die Umwelt. Ein intakter Wald kompensiert CO2, nicht Neupflanzung. Wasserschutzbehörde soll das Tesla Projekt stoppen.

  17. 8.

    Herr Neumann gucken Sie bitte mal die Antwort in
    https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2020/01/gruenheide-brandenburg-tesla-wasserverband-wasserknappheit.html
    Kommentar 41 an. Das Berliner Grundwasser gilt als NICHT NUTZBAR wegen der Sulphatbelastung.
    Dazu kommt die starke Trockenheit der letzten Jahre und ein massives Bevölkerungswachstum in Berlin und Umland.

    Und klar dass der Wasserverband "gegenwärtig" schreibt. Das heisst aber vorallem nicht dass es klar ist, dass das Problem in absehbarer Zeit gelöst werden kann. Gucken Sie sich doch bitte mal die anderen Kommentare an: Die Fabrik braucht soviel Wasser, als würden -mehr oder weniger von einem Tag auf den anderen- plötzlich 70 000 Menschen nach Erkner ziehen.

  18. 6.

    "G e g e n w ä r t i g kann weder die Trinkwasserversorgung noch die Schmutzwasserentsorgung in dem von Tesla g e w ü n s c h t e n Z e i t r a h m e n gewährleistet werden" schreibt der Wasserverband. Das kann auch auf RBB24.de nachgelesen werden.
    https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2020/01/gruenheide-brandenburg-tesla-was
    Land und Verband sind also weitgehend der gleichen Meinung. Strittig ist nur, ob das bis zur geplanten Fertigstellung der Fabrik klappt und wer die erforderlichen Maßnahmen bezahlt. Hier hat der Wasserverband einfach gepennt, sich rechtzeitig um Trinkwasserkapazitäten als Ersatz für die bis in DDR-Zeiten verseuchten Brunnen zu kümmern. Grundwasser ist bekannt im Urstromtal so reichlich vorhanden, dass die Berliner feuchte Keller bekommen und eine aktive Grundwasserhaltung betrieben wird, indem das Wasser abgepumpt und anschließend verworfen wird. Die Freien Wähler haben, anstatt einfach den skandalisierenden NIMBY zu geben, ein paar Sekunden nachgedacht.

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