Tesla hat mit der Rodung von Kiefern im Wald bei Grünheide begonnen. Ein Rückezug lädt gefällte Kiefern auf.
Video: rbb|24 | 16.02.2020 | Material: Brandenburg aktuell, Abendschau | Bild: rbb/Torsten Glauche

Auf Antrag der Grünen Liga - Oberverwaltungsgericht stoppt Rodung auf Tesla-Gelände

Seit Donnerstag wurden auf dem Tesla-Gelände bei Grünheide die ersten Kiefern gefällt. Doch am Samstagabend hat das Oberverwaltungsgericht die Arbeiten vorläufig gestoppt - solange, bis über die Beschwerde des Umweltvereins Grüne Liga entschieden ist.

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg hat die laufenden Rodungsarbeiten auf dem Gelände für die geplante Tesla-Fabrik in Grünheide (Oder-Spree) vorläufig gestoppt. Wie das Gericht am Samstagabend mitteilte, entsprach es damit einem Antrag der Grünen Liga Brandenburg (Az.: OVG 11 S 8.20).

Noch am Freitag waren der Umweltverein und der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) mit ihrem Antrag, die Fällarbeiten zu verhindern, vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) gescheitert.

"Überfallartig begonnene Rodung"

Nach Ablehnung ihrer Eilanträge hatten die Antragsteller die Möglichkeit, in der nächsthöheren Instanz, am Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg, gegen den Beschluss Beschwerde einzureichen.

Der jetzt verfügte Stopp gelte, bis über die Beschwerde der Grünen Liga gegen den Frankfurter Beschluss entschieden ist, heißt es in dem OVG-Bescheid. Die fortgeschrittenen Rodungsarbeiten machten die vorläufige Untersagung der Baumfällarbeiten erforderlich, denn sie könnten schon binnen weiterer drei Tage abgeschlossen sein. Auch ist laut OVG nicht davon auszugehen, "dass das  Rechtsschutzbegehren der Grünen Liga von vornherein offensichtlich aussichtslos" sei.

Der VLAB hatte seinen Eilantrag mit der "überfallartig begonnenen Rodung" eines "für den Klima- und Artenschutz wichtigen Waldgebietes" in Grünheide begründet und den sofortigen Stopp der Baumfällungen beantragt.

Verwaltungsgericht hatte zunächst keine Einwände

Das Verwaltungsgericht hatte dagegen befunden, dass die Abwägung der naturschutzrechtlichen Belange durch das Landesumweltamt nicht zu beanstanden sei. Die Baumfällarbeiten könnten demzufolge fortgeführt werden (VG 5 L 69/20).

Stück für Stück hatte sich seit Donnerstagnachmittag die schwere Technik auf dem 90 Hektar großen Gelände vorgearbeitet. Bäume wurden gefällt und die Stämme in etwa zwei Meter lange Stücke gesägt. Das Landesamt für Umwelt hatte dafür vorzeitig die Erlaubnis gegeben, obwohl noch die Genehmigung für den Bau der Fabrik fehlt. Insgesamt hat Tesla 300 Hektar erworben.

Noch keine Baugenehmigung

Der Verein kritisierte, dass mit dem Abholzen des Waldstücks vollendete Tatsachen geschaffen würden, obwohl es noch keine Baugenehmigung für die Fabrik des US-Elektro-autoherstellers gibt. Zudem seien die Auswirkungen dieses "gigantischen Projektes" auf Mensch und Natur noch nicht eingehend und abschließend geprüft, hieß es weiter. Auch der hohe Wasserverbrauch in einem sowieso schon trockenen Gebiet sei fragwürdig.

Im Genehmigungsverfahren sind noch bis zum 5. März Einwendungen möglich; ab 18. März werden sie öffentlich erörtert. Nur wenn nach Prüfung des Antrags alle Voraussetzungen erfüllt sind, wird abschließend eine Baugenehmigung erteilt. Von Juli 2021 an will Tesla
dann in einer ersten Ausbaustufe jährlich bis zu 150.000 Elektro-Autos in Grünheide produzieren; später sollen es pro Jahr bis zu 500.000 sein.

Sendung: Inforadio, 15.02.2020, 19:15 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Alfred Neumann] vom 17.02.2020 um 13:07
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206 Kommentare

  1. 206.

    Der Lackierroboter übernimmt nur monotone eingeübte Arbeitsschritte, der Lackierer wird aber weiterhin gebraucht. Beilackierungen an Säulen, Innenräunen, Schwellern und Holmen. Reparaturlackierungen nach der Montage. Lackierung von Schowcars und besonderen Einzelstücken. Und auch die gesamte Lackiervorbereitung und das gesamte Finisch nach dem Lackieren. Der Lackierer muss auch den Roboter anlernen, programmieren und überwachen. Roboter sind in der Anschaffung sehr teuer und auch sehr störanfällig. Der Mensch als Mitarbeiter ist da sehr oft preiswerter als ein teurer störanfälliger Industrie Roboter.

  2. 205.

    Sie meinen nun, dass Sie mit den Lackierrobotern mithalten können ? Gehen Sie zur Abendschule; nicht abweisend sein. Wer mehr Wissen hat hat bald mehr Geld am Ende eines jeden Monats. Es gibt natürlich auch welche, die ohnehin viel zu viel Geld "bekommen".

  3. 204.

    Genau das ist doch das Problem, dass hier von Tesla überstürzte Entscheidungen erwirkt werden, nur um einen übermäßig ehrgeizigen Zeitplan einhalten zu können. Etwas mehr Geduld wäre hier hilfreich, um ein geordnetes Verfahren durchführen zu können.

  4. 203.

    Gerade Berliner, die überall mit dem Kopf gegen Beton o.ä. laufen wenn sie das Haus verlassen haben allzuoft den Bezug zur Natur verloren. Jedes Jahr 500 000 Teslas bedeutet in den Ländern der Li-Gewinnung saumäßige Vergeudung von Wasser, das den Menschen dort entzogen wird. Fahren Sie raus ins grüne LOS oder MOL; die Krokusse blühen schon; pflanzen Sie einen Baum und Sie haben etwas gutes getan.

  5. 202.

    Der RBB hatte auch Nachfrage zum Gesetzestext auch schon Baumschutzsatzung der Gemeinde Grünheide angeführt. Dabei hatte er im Artikel noch das BNatSchG angeführt. Hier nochmals auch für Sie ein Auszug aus dem § 39:
    5) Es ist verboten,
    ...
    2.
    Bäume, die

    außerhalb des Waldes,

    von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen

  6. 201.

    Wer schon länger in der Gegend wohnt, hat sicherlich schon einmal etwas vom Bebauungsplan Grünheider Nr. 13 "Freienbrinck Nord" gehört. Zugezogene, die sich nur oberflächlich für das Thema interessieren oder einfach nur dagegen sind, wundern sich halt auch heute noch, dass das schon lange ein Gewerbegebiet zur industriellen Nutzung speziell für eine Autofabrik ist. Den Anhängern von ICE ist die Fabrik natürlich ein Dorn im Auge.

  7. 200.

    Der Standort für die neue Tesla-fabrik, an der A10, ist sehr gut gewählt. Dadurch entstehen in Oder-Spree, mehrere Tausend Neue Arbeitsplätze.

  8. 199.

    Ist doch gut wenn der Tesla-Wald bald Geschichte ist. Dafür entstehen dort bald neue Arbeitsplätze. Direkt an der A10 ist das völlig in Ordnung. Ich bin gelernter Autolackierer und arbeite derzeit in Berlin. Tesla find ich persönlich, voll in Ordnung und der Standort ist für Oder-Spree und MOL total zentral. Ich freue mich auf Tesla.

  9. 198.

    Sorry, aber die Rodung kann auch ohne Bauvorhaben erfolgen, da Nutzwald! Verstehe also nicht was das mit einer Baugenehmigung zu tun haben soll.

  10. 196.

    "Bau in diesem Industriegebiet"--- Schnitzler hätte es nicht besser gekonnt. Das bischen EDEKA-Lager ist nix gegen die Anlieferfahrzeugkolonne -400 + LKW täglich und ab und an ein Stau wie üblich hier. Gaskraftwerk; Diesel-LKW-Zukunftstechnologie-traumhaft. Habe mir kürzlich einen Tesla 3 angesehen-der hatte ja unten an der Tür schon rostverdächtige Stellen. Spitzenqualität eben. Über Ameisen und Fledermäuse können Sie nun schweigen; warten darauf wie sich die Arbeitskräfte bei Tesla wohl fühlen werden. Familienbetriebsklima ? Niemals.

  11. 195.

    Dieser "Wald" ist genau dazu angebaut worden. Zum roden. Was soll dieser Profilierungswahn. Jeder will mal ins Fernsehen oder wie.

  12. 194.

    Wenn ich den §39 richtig verstehe, kann die Behörde trotzdem eine Genehmigung geben. RBB schreibt heute auch: "Bisher war geplant, dass das Waldstück möglichst bis Ende Februar zu roden. Nach dem 1. März wäre eine Ausnahmegenehmigung nötig."

  13. 193.

    Wenn Sie selbst nicht WEG-Mitglied sind sondern Mieter wird ihr Vermieter keinerlei Probleme bekommen wenn der eine Wall-box beantragt. Bei uns steht sogar eine Ladestation gleich nebenan auf einem Parkplatz. Habe aber einen eigenen in der TG.

  14. 192.

    Schreiben Sie nicht weiter diesen derartigen Stuss. Nehmen Sie sich endlich das neueste POSSLING-Heftchen zur Hand; Frontseite zeigt märkische Kiefern in der Uckermark; innen erfahren Sie wozu das Kiefernholz alles gut ist. Ganz Altberlin läuft in den Hinterhofwohnungen auf Brandenburger Kieferndielen rum. Ohne Kiefern-oder Fichtenholz sähe es in der Bauwirtschaft trübe aus. Sie werden schon ihr heißgeliebtes Teslawerk bekommen. 500 000 Teslas benötigen je 100 km 14,7 kwh Strom aus der "Steckdose" und das Produktionswasser aus den massigen Regenfällen hier. Berlins Straßen ist es egal womit die zugeparkt sind. Ihnen auch.

  15. 191.

    Tesla geht es um Geschwindigkeit. Bisher konnte niemand wirklich stichhaltige Argumente gegen den Bau in diesem Industriegebiet liefern.

    Die Grüne Liga kritisiert vor allem, dass es ihr zu schnell geht. Zu Beschleunigung hat Tesla keine lokalen Experten dafür bezahlt, dass die über lange Zeit die Vögel zählen, sondern angenommen, dass es sehr viele Vögel der in solchen Monokulturen heimischen Arten gibt, dito, Schlangen, Fledermäuse, Wölfe etc.

    Der angeblich zu hohe Wasserverbrauch stellte sich auch als Popanz heraus

    Etcpp

    Wären die Bäume in Bälde gefällt worden, würden die auch als CO2-Speicher ausfallen. Nur würde wegen des Industrieholzes wesentlich weniger neu aufgeforstet werden.

    Der NABU sieht kein Problem, dass rund um die zwei Fledermaushöhlen der Wald geerntet wird wie der ebenso wie der BUND auch sonst nichts einzuwenden hat.

    Strittig wäre damit schlimmstenfalls nur der Umfang der Auflagen, nicht aber die Fabrik grundsätzlich.

  16. 190.

    Nach dem ominösen 1. März ist es laut Bundesnaturschutzgesetz § 39 lediglich verboten, Bäume außerhalb des Wald zu fällen. Der RBB konnte bisher keine Rechtsgrundlage für das Fällverbot im Wald liefern. Haben Sie eine?

  17. 189.

    Ja Das glaube ich auch. Die Anwälte der Naturschützer, werden solange klagen, bis die Rodung erst wieder im Winter möglich ist. Und die sagen auch noch gleichzeitig: Wir wollen ja den Bau der Fabrik nicht aufhalten. Wie sagt man : gespaltene Zunge oder Doppelzüngig, oder so !

  18. 188.

    Keine Schlagzeilen! Die von mir beschriebene Sendung, ging umfangreich auf das Thema ein.

    Warum sollte Musk/Tesla auf eigenes Risiko die Rodung vornehmen?

    Ein positives Genehmigungsverfahren und eine Baugenehmigung bringt doch vielmehr Sicherheit.

  19. 187.

    Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald hat Keine Bedenken, zur Rodung von Nutzwald an der A10. Dieser minderwertige Kiefernwald, wird von Tesla, in dreifacher Menge und als Mischwald in Brandenburg aufgeforstet. Naturschutz-verbände in Brandenburg und Bayern, geben vor, diesen Nutzwald retten zu müssen, blockieren aber damit die E-Mobilität und die Energiewende in Deutschland und Brandenburg und blockieren damit mehrere tausend Arbeitsplätze. Diese Naturschutz-verbände klagen gleichzeitig gegen Kohlekraftwerke und damit auch wieder gegen tausende Arbeitsplätze. Geht es hier um die Arbeitsplatz-sicherung für Anwälte und Richter ? Ach NEIN, Es geht ja um Deutsche Ordnung und um Deutsches Beamtentum und nicht um Industrie-Arbeitsplätze für Brandenburg !!!

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