Ein Straßenschild "Tesla Straße 1" steht an der Einfahrt zur Baustelle der Tesla Gigafactory in Grünheide © dpa/Patrick Pleul
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Audio: Inforadio | 22.09.2020 | Interview mit Franziska Hoppen | Bild: dpa/Patrick Pleul

rbb|24 startet Podcast zu Tesla in Grünheide - "Tesla ist sehr unnahbar und schwierig zu erreichen"

Die riesige Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide sorgt für Hoffnungen, aber auch Ängst und Probleme. Darum geht es im neuen rbb|24-Podcast: "Giga Grünheide - Tesla in Brandenburg". Podcasterin Franziska Hoppen über die Herausforderungen bei der Recherche.

Im beschaulichen Grünheide investiert Elon Musk derzeit Milliarden, hier entsteht die erste sogenannte Tesla-Gigafactory Europas. In dem 9.000-Seelen-Ort gibt es viele, die sich auf die neue Fabrik freuen und andere, die dagegen auf die Barrikaden gehen. Im neuen rbb|24-Podcast "Giga Grünheide – Tesla in Brandenburg" erzählt das rbb-Reporter-Team Franziska Hoppen, Phil Beng und Philip Barnstorf Geschichten über ein Dorf, das zur Zukunft der Elektromobilität werden soll. In der ersten Folge geht es um das Tempo, in dem das Autowerk hochgezogen wird - und die Frage: Was macht das mit Grünheide?

rbb: Eine Autofabrik und dann noch eine, die für nichts anderes als die Zukunft der Mobilität stehen soll - das klingt nach einer komplexen Gemengelage. Was sind denn die großen Themen, die Ihr im Podcast herauspickt?

Franziska Hoppen: In der ersten Folge lassen wir uns diesen Widerspruch noch einmal auf der Zunge zergehen: Da kommt ein US-amerikanisches Unternehmen, Vorreiter in Sachen Elektromobilität, ausgerechnet nach Grünheide - ich sage es mal böse: Mitten in die Pampa. In der Fabrik sollen tausende Menschen arbeiten, die im Schichtdienst dorthin müssen und wieder zurück. Neue Straßen sollen gebaut, ein Bahnhof verlegt werden, es ist mit Zuzug zu rechnen. Das ist eine total verrückte Situation, die alles auf den Kopf stellt. Und die Anwohner denken sich: Da ist ein Ufo in meinem Garten gelandet.

Es gibt auch viel Kritik an der Tesla-Ansiedlung. Wie greift Ihr das auf?

Wir gucken auch auf den Widerstand. Einige Bürger haben sich organisiert, die fühlen sich völlig überrumpelt und werfen große politische Fragen auf, die weit über die Fabrik hinausgehen. Wir schauen aber auch auf die Auswirkungen für die deutsche Autoindustrie und für die regionale Wirtschaft. Es gibt Unternehmen, die haben hier richtig Angst, dass ihnen Tesla die letzten Fachkräfte abgräbt, andere sehen riesige Chancen gerade im Zuzug. Und wir fragen: Wie hat das eigentlich bei Tesla im Ausland geklappt? Und stellen fest, das Unternehmen hat da einige Leichen im Keller.

Die Auswirkungen auf die Umwelt sind auch ein großes Thema bei uns. Wald von der Fläche von rund 250 Fußballfeldern sollen nach aktuellem Stand für das Werk gefällt werden. Die Fabrik steht mitten auf einem Wasserschutzgebiet, verbraucht so viel Wasser wie eine Kleinstadt. Also hier gibt es ein ziemliches Spannungsfeld.

Ihr drei seit der Zeit der Verkündung der Ansiedlung also seit fast einem Jahr an dem Thema dran und auch immer wieder in Grünheide gewesen. Was waren die Herausforderungen beim Podcast?

Schwierig für uns ist, dass einer der wichtigsten Gesprächspartner, nämlich Tesla selbst, sehr unnahbar ist: Schwierig zu erreichen, Antworten dauern, teilweise polierte Antworten. Zitierbar ist eigentlich nur Elon Musk, und für den Rest gibt es dann Hintergrundgespräche. Gleichzeitig sind Politik und Behörden ziemlich vorsichtig geworden, weil es ein sehr emotional aufgeladenes Thema ist. Man will nichts Falsches sagen, auch hier gibt es viele Hintergrundgespräche, oft wenig zum Zitieren.

Und dann ist da die wachsende Frustration bei einigen Bürgern, die sagen, wir haben das Gefühl, unsere Sorgen werden nicht ernst genommen und die als Folge dessen eben auch ungern mit der Presse reden. Es ist ein Balanceakt für uns.

Im Hintergrund laufen viele bürokratische Prozesse, die vermutlich hoch komplex sind.

Ja! Von Umweltverträglichkeitsprüfung über die Bauleitplanung bis hin zu Erschließungsverträgen, das sind Sachen, mit denen man im täglichen Geschäft jetzt nicht unbedingt was zu tun hat. Auch darum machen wir den Podcast, weil nicht jeder die Zeit und Nerven hat, sich mehrere tausend Seiten Tesla-Anträge im Behördenjargon durchzulesen. Wir nehmen uns im Podcast die Zeit dafür, können Fragen beantworten, auch mit Korrespondenten oder mit anderen Experten, die dann bei uns dreien dabei sind.

Wer soll, wer muss sich denn euren Podcast anhören? Für wen ist das spannend? Mal abgesehen von den Leuten, die in Grünheide und drumherum leben?

Für alle, die sich in Deutschland für Elektromobilität interessieren, für Tesla, für die Ansiedlung von großen Investoren in ländlichen Regionen, für Strukturwandel, für Wirtschaft. Ich glaube, das ist ein ganz, ganz breites Feld.

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35 Kommentare

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  1. 35.

    Gelegentlich bin ich dann doch Ihrer Meinung! Auch im höheren Alter sind wir zu Veränderungen bereit und versuchen einen Neuanfang! Ein Restrisiko sollte man in Kauf nehmen.

    Wir bekommen einen netten Chef!

  2. 34.

    Ah, Sie haben wieder einmal erkannt, dass die ich wie regelmäßig auf der Seite der Fakten argumentierte und Sie falsch lagen. Sie verlieren dann wie gewöhnlich die Contenance, auch Sonntags.

  3. 33.

    Sie haben leider meinem Ratschlag nicht gefolgt. Der Vergleich mit VW wurde von einem Fabrik-Gegner in diesem Diskussionstrang eingeführt. Nur spricht eben dieser Vergleich für die Errichtung auch dieser Fabrik.

    Die Kaufleute bei Daimler haben sich über ein Schnäppchen gefreut, als die die Tesla-Anteile für 500 Mio. verkauft hatten. Würde man immer auf die hören anstelle ein unternehmerische Risiko einzugehen, hätten wir hier in Berlin wahrscheinlich noch Pferde-Straßenbahnen anstelle der von Siemens 1879 gezeigten elektrischen Bahn.

  4. 32.

    Techn. Ausbildung oder Einbildung ? Sie schwätzen hier zuviel flaches PR-Zeug. Hatten Sie als Jugendlicher überhaupt ein Hobby ? Daraus kann man schon viel ableiten.

  5. 31.

    "Ich habe eine technische Ausbildung"

    Sagt alles! Ein kaufmännischer Beruf ist auch nichts für Sie, denn wieder haben Sie nicht verstanden, worauf sich meine Antwort bezogen hatte. Das eigentliche Thema war Tesla in Grünheide, nicht VW in Braunschweig. Auch hier wieder völlig abstruse Vergleiche. Es gibt inzwischen kaum noch eine Stadt, die noch nicht mit Grünheide verglichen wurde. Mit solchen Argumenten, werden Sie immer mehr Gegner mobilisieren.

  6. 30.

    Haben Sie den Kommentar, auf den Sie geantwortet haben, überhaupt gelesen? Es geht darin zwar auch um eine Automobilfabrik in einem Wasserschutzgebiet, allerdings von VW.

  7. 29.

    Damit dürfte klar sein, warum Sie ausschließlich für Arbeitsplätze bei Tesla sind und alle anderen ablehnen.

    "Die Hand, die mich füttert..."

  8. 28.

    Gucken Sie sich nicht nur bunte Bildchen an, sondern versuchen auch, die Texte zu verstehen. Ihr Irrtum zum generellen Bauverbot in WSG wurde bereits im vergangenen Jahr rund um die Tesla-Bericherstattung belegt.

    Bezüglich des Problems mit Ihren gammligen und lockeren Schrauben kann ich Ihnen leider nicht weiterhelfen. Ich habe eine technische Ausbildung.

  9. 27.

    Sorry; aber hauen Sie nicht immer so auf die K.... Ich hatte mir einige Fotos der VW-Werke angesehen und betr. Braunschweig nur festgestellt, dass da noch andere Bebauung existiert aber auch Felder. Ich hatte zuvor nun eben mal gelesen, dass im WSG normalerweise nichts gebaut werden darf. Die Spielerchen mit den Kinderrechnen lassen Sie lieber; es wird zu albern. "Berechnen" Sie lieber die erforderlichen Drehmomente locker sitzender Schrauben bei Rostbefall.

  10. 26.

    Mathe für Anfänger: 15-10-1,4=3,6 >0 Aber Hauptsache man demonstriert dafür, dass der Rasen schön grün bleiben muss.

  11. 25.

    Nochmal für diejenigen, die es auch Monden immer noch nicht begriffen haben:
    Es handelt sich bei dem von Tesla gekauften Grundstücken um ein rechtskräftig für eine Industrieansiedlung überplantes Gebiet.
    Die Gemeinde bewirbt es wie bereits zig-fach erwähnt als Potentialfläche für Industrieansiedlungen
    Wofür soll Tegel ausreichend sein?
    Z.B. liegt das VW-Werk Braunschweig komplett in einem Wasserschutzgebiet.
    Können Sie bitte die "Waldschutzverordnung" verlinken, damit ich Ihnen den Inhalt erklären kann.

    Ich kann die Zahlen für die CO2-Emmisionen zusammenrechnen. Sie haben damit die Probleme.

  12. 24.

    Alte und neue Schreibweise! Die neue steht über dem Foto. Die alte ist nicht falsch, aber unüblich :-).

  13. 23.

    "Alfred-Neumann-Str." aber Neumannstraße oder Neumannstr. Fontanehaus schreibt man ebenso wie Fontanekiefer. Aber Fontanes Kiefer stand im Teslawald schreibt man so. Brandenburgs Wälder dürfen niemals mit Teslabuden bebaut werden. Sie hatten bestimmt auch Deutschunterricht ebenso Probleme wie im Fach Mathematik.

  14. 22.

    Wer hat denn das ehemalige Stasigelände und in Kenntnis der nötigen Wasserversorgung frei gehalten für irgend eine Bebauung ? Sie redeten ja stets vom "Industriebetrieb". Was besagt eigentlich die Waldschutzverordnung ? ---Ich erinnere mich nur, dass Stolpe lange Zeit für Sperenberg plädierte. Bis man den MP "belöffelte"- wie sie es heute mit einigen hier versuchen. Man hätte das BER-Gelände frei halten müssen wie man den Grünheider Wald frei gehalten hat. Dort kommt aber auch unser Trinkwasser her weil andere Brunnen schon verseucht oder vorgeschädigt sind. Wasserversorgung des Lebens ist wichtiger als Amiautos mit Akku zu bauen. Dazu eignet sich jede Industriebrache in Nähe der A-10. Oder jede unbewaldete Kahlfläche für Maisanbau-aber niemals da wo es Trinkwasser bester Reinheit gibt. Wäre Tegel nicht ausreichend ? Man reißt ja so vieles für Autobahnen in Berlin weg. Die VW-Werke liegen alle irgendwie angepasster ohne Probleme zu bringen.

  15. 21.

    Die Fördergelder fließen auch so reichlich nach Ost-und Südbrandenburg. Warum sollen die Einwohner dann eine Gegenleistung erbringen ??? Der Flughafen muss gar kein Geld einspielen - die Lausitz hat schon jetzt sehr schöne Landschaften und tolle Seen wo immer mehr investiert wird und immer weiter gebaut wird. Geld wird auch ohne Tesla immer weiter fließen und auch richtig viele Milliarden als Strukturhilfen. Also wer braucht Tesla ? Ich fahre einen sparsamen Diesel und bin glücklich damit !!!

  16. 20.

    ;-) https://www.tourismus-gruenheide.de/verzeichnis/visitenkarte.php?mandat=155154 ;-)

  17. 19.

    An der Fontane-Kiefer, wenn man sich z.B. an einem Treffpunkt verabredet. Wo? An der Fontane-Kiefer, in der Teslastrasse, im Genitiv, an Fontanes Kiefer, wenn die Kiefer nach Fontane benannt ist , Fontanekiefer.

  18. 18.

    "An der Fontane-Kiefer" oder "An der Fontane Kiefer"? :-)

  19. 17.

    Leider fehlte den Politikern anlässlich des Konsensbeschlusses vor rund 25 Jahren zum BBI Ihre damalige Weitsicht in Bezug auf Tesla. War Stolpe doch nicht der bewundernswerte Politiker so wie Sie Ihn in Erinnerung haben?

  20. 16.

    Bezgl. des Flughafens irren Sie: In Paris gab es z.B. nie einen Flughafen, auch wenn Le Bourget und Charles de Gaulle aus der Ferne wie in Paris liegend aussehen.

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