Tesla-Gegner demonstrieren am 25.1.2020 in Grünheide (Bild: imago images/Christian Ditsch)
Bild: imago images/Christian Ditsch

Kritik aus der Bevölkerung - Rund 360 Einwendungen gegen Tesla-Fabrik in Grünheide

In der vergangenen Woche endete die Frist für Einwendungen gegen die geplante Tesla-Autofabrik in Brandenburg, jetzt ist bekannt, wie viele Menschen davon Gebrauch gemacht haben - und wo es besonders viel Kritik gab.

Genau 361 Kritiker der geplanten Elektroautofabrik des US-Herstellers Tesla haben sich mit Einwendungen gegen das Projekt gemeldet. Das teilte eine Sprecherin des Umweltministeriums Brandenburg am Montag in Potsdam mit. Die Frist für Einwendungen endete in der Nacht auf den 6. März. Zu fast zwei Dritteln kämen die Einwendungen aus Grünheide und Umgebung, zu knapp einem Drittel aus dem übrigen Brandenburg und Berlin - nur sehr wenige stammten aus anderen Bundesländern oder dem Ausland.

Die Einwendungen drehten sich vor allem um die Themen Wasser, Wald, Verkehr und Naturschutz. Die Einwendungen sollen am 18. März öffentlich erörtert werden. Danach werden sie noch einmal von der zuständigen Genehmigungsbehörde geprüft.

Tesla will ab nächstem Jahr in Grünheide nahe Berlin rund 500 000 Elektrofahrzeuge im Jahr bauen. Wann der erste Spatenstich erfolgt, ist offen. Die endgültigen Genehmigungen sollen im Sommer vorliegen.  

Woidke schrieb im August eine Bewerbung

Die ersten Kontakte zwischen der Brandenburger Landesregierung und dem US- Elektroautobauer Tesla zu einer möglichen Fabrik hat es bereits im Juli 2018 gegeben. Das teilte das Brandenburger Wirtschaftsministerium am Montag mit. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Im Oktober 2018 gab es demnach ein erstes Treffen. Tesla-Chef Elon Musk hatte damals Pläne für eine mögliche "Gigafactory" in Europa angekündigt und dafür Deutschland genannt. Danach bewarben sich zahlreiche Regionen um eine Ansiedlung. Im November 2019 hatte Musk bekanntgegeben, dass er seine "Gigafactory Berlin" in Grünheide in Brandenburg bauen will.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) warb im August 2019 in einem Schreiben für den Standort Brandenburg. Im europäischen Maßstab zähle Brandenburg zu den Gebieten mit den interessantesten Förderbedingungen, zudem gebe es günstige steuerliche Bedingungen, schrieb er nach Angaben von "Welt am Sonntag" und "Bild". Er sichere für alle erforderlichen Fragen zum Genehmigungsrecht eine umgehende und schnelle Bearbeitung zu. Mit dem Schreiben hatte Brandenburg damals nicht offiziell geworben, weil Musk die Pläne noch nicht veröffentlicht hatte und die Landtagswahl im September bevorstand.

Sendung: Inforadio, 09.03.2020, 19:40 Uhr

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47 Kommentare

  1. 47.

    Wenn Sie sich eine deutsche Firma in Grünheide wünschen??? Unterscheiden Sie dann auch zum Bsp. in Süd-und Norddeutschland, in Ost-und Westdeutschland? Oder in Alte Bundesländer, oder in Neue Bundesländer ? Oder in Firmen die nur einen deutschen Namen haben? Oder in Firmen, wo nur Deutsche einkaufen ? Oder in Firmen, die nur deutsche Teile verarbeiten ? Oder in Firmen, die nur Deutsche Zulieferer haben ? Oder in Firmen, wo ausschließlich Deutsche arbeiten? Oder in Firmen, die nur in Deutschland ihre Waren, Autos, etc. verkaufen? Oder in Firmen, wo man noch mit DM einkaufen kann ? Oder Oder Oder ? Ist das jetzt von Ihnen, irgendwelche Propaganda, bekommt man dafür irgendwelche ,,Deutschen Orden,, ???

  2. 46.

    Die Grüne Liga wird über Ihre Behauptung zur Entschlossenheit unglücklich sein. Die argumentiert nämlich damit dass die Erschließung des Grundstückes erst noch erfolgen muss und ihrnach im bisherigen Verfahren zu wenig betrachtet worden ist. Damit wäre dieser Punkt aus deren Einwendungen also abgehakt.

  3. 45.

    Die Äußerungen eines Wutbürgers sind oft auch von fehlenden oder verdrehten Fakten u.ä. gekennzeichnet. Insofern sind Sie noch welche schuldig. Das ganze erst Recht vor dem Hintergrund, da Sie ja auch bewaldetes Bauland erworben haben wollen. Haben Sie dazu schon einen Gutachter für die Beschwerde über den Preis gefunden?

    Trefflich lässt sich mit billigen polnischen Arbeitnehmern argumentieren wie auch gleich bei der ersten Demo eine Dame sich vor Fremden fürchtete. In der Realität beruht allerdings die Witschaftsleistung der Bundesrepublik seit Jahrzehnten auch auf den Leistungen ausländischer Arbeitnehmer. Manche waren es aber gewohnt, dass die nach ein paar Jahren wieder nach Hause geschickt worden sind.

  4. 44.

    Ich fahre ein sehr ,,Tolles,, manipuliertes Deutsches Auto. Die Zeit dieser ,,Tollen,, Deutschen Autos, scheint mir persönlich, bald abgelaufen. Ich finde E-Mobilität für Brandenburg, einfach nur toll. Und 12000 Neue Arbeitsplätze in Oder-Spree, ist das Beste was gibt. Ich möchte auch in Zukunft noch mit privater Mobilität unterwegs sein.

  5. 43.

    Sie schreiben: "Die wenigsten aus unserer Region werden bei Tesla arbeiten."

    Der Minister Steinbach sagt: "Ein "nicht zu unterschätzender Teil" der Mitarbeiter werde aus Polen kommen.

    Der brandenburgische Wirtschaftsminister Jörg Steinbach bestätigte gegenüber der FAZ, dass viele, aber wohl nicht mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer aus Polen kommen werden.

  6. 42.

    Aber nur immer, Industrie Unternehmen, nach Leipzig, Dresden, oder Osteuropa, schicken, ist doch auch keine Lösung. Und am Berliner Ring, entstehen noch mehr Windparks oder riesige Solaranlagen, oder einfach nur Monokulturen ? Da gehe Ich, mit ihrer Meinung, überhaupt nicht mit- Sorry. Und ein Unternehmen, sucht sich seinen Standort selbst aus - genau wie sich ein Häuslebauer, auch seinen Standort/Wohnort selbst aussucht.

  7. 41.

    Dann fragen Sie mal die Politiker, die das sagen. Lesen Sie ihre Eigenen Beiträge nicht?

  8. 40.

    Das finde ich sehr schön von Ihnen, Danke. Einfach sich mal freuen und zufrieden sein. Tesla hat sich aus sehr vielen guten und nachvollziehbaren Gründen, für das östliche, direkte Berliner Umland entschieden. Darauf, sollte unsere Region, sehr stolz sein. Viele Liebe Grüße, an Sie und auch nach Grünheide.

  9. 39.

    Deutschtümelei ? Weil ich wenn schon dort lieber eine deutsche Firma sehen würde ? Wo sind wir nur hingerutscht ?

  10. 38.

    Nicht das die Einwohner von Posemuckel nachher noch sagen : Warum wird Tesla in Posemuckel angesiedelt und nicht im Berliner Umland an der A10 in der Nähe vom BER ??? Dann geht das ganze Theater wieder von vorn los- Mein Wald, Mein Wasser, meine Autobahn. Dann argumentieren die natürlich, die ganzen Berliner wollen bei Tesla in Posemuckel arbeiten und zum Schluss sogar in Posemuckel wohnen - geht ja gar nicht. Posemuckel soll doch Posemuckel bleiben.

  11. 37.

    Das ist doch auch logisch, dass sich ein Investor für ein derartiges Vorhaben in der Nähe einer Großstadt niederlässt. Das war auch bei BMW in Leipzig so.
    Wenn es hier ausschließlich um billige Arbeitsplätze und Subventionen gegangen wäre, dann wäre Tesla nach Polen, Rumänien, Tschechien... gegangen. Da gibt's mehr Zuschüsse und Autos können die auch zusammenschrauben.
    Warum sehen wir hier nicht auch eine Wertschätzung für unsere Region und freuen uns darüber?

  12. 36.

    Sie verlangen Blühende Landschaften, sind aber gegen eine Industrieansiedlung mit tausenden von Arbeitsplätzen an der A10 !!! Und wundern sich dann, das die einzigsten Blühenden Landschaften in Brandenburg, Landwirtschaftliche Monokulturen mit darauf stehenden Windkraftanlagen sind ??? Und wundern sich auch noch darüber, das in einer Agrarwirtschaft wie in Ostdeutschland, niedrigere Löhne, als in den Industrie-Regionen der Alten Bundesländer, gezahlt werden ??? Habe Ich das richtig verstanden, Sie wundern sich darüber, das ein Feldarbeiter weniger verdient, als ein Beschäftigen in der Autoindustrie ???

  13. 35.

    Wir werden nicht müde, nach den Belegen dafür zu fragen, woher diese These kommt: "Die billigen Arbeitskräfte wohnen künftig in Polen. Da sind die Lebenshaltungskosten niedriger. Die wenigsten aus unserer Region werden bei Tesla arbeiten."

    Bisher haben wir keine Antwort darauf bekommen.

  14. 34.

    Liege Ich da richtig in der Annahme, das die Zahl der Grünheider Einwendungen, ungefähr, mit der Zahl der Tesla-Gegendemonstranten übereinstimmt ? Einige, waren natürlich auch verhindert, aus persönlichen Gründen, deshalb ist die Zahl der Einwendungen wahrscheinlich etwas höher. Wahrscheinlich, konnte man sich, bei den Einwendungen, auch untereinander Hilfe holen. Deshalb sind es doch noch über 200 in Grünheide und Umgebung geworden. 12000 Arbeitsplätze im Verhältnis zu-Sagen wir mal 361 Einwendungen aus Berlin und Brandenburg. Wie entscheidet am Ende, die Demokratie ??? ,, Wutbürger contra Arbeitsplätze ,, Wo liegt da, die Demokratische Mehrheit in Brandenburg ???

  15. 33.

    Ja genau. Der Ist auch gut !!! Warum will Tesla unbedingt dahin, wo wir Anderen, Schon sind ??? Und noch Einen, Warum wurde der Flughafen BER, nicht bei Stendal gebaut ??? Und noch Einen, Warum wusste der Ami Elon Musk nicht, wo die Prignitz liegt ??? Und noch Einen, Warum hat Tesla, nicht hinter Senftenberg gebaut ??? Einen hab Ich noch, Warum brauchen Tesla-Gegner, keinen Arbeitsplatz ???

  16. 31.

    Vor kurzem war doch noch,der Autobahn-Forst so unheimlich wichtig?Dann waren die Tiere ein Gegenargument.Jetzt ist das Problem,das neue Infrastruktur entstehen wird.Dazu auch noch der ÖPNV ausgebaut wird.Die Entnahme von Wasser ist in der Bundesrepublik Deutschland, streng gesetzlich geregelt und wird auch nach Inbetriebnahme der Tesla-fabrik streng überwacht.Tesla muss ausserdem,sein Brauchwasser,mehrfach filtern und aufbereiten-das ist auch gesetzlich geregelt.Auch die Infrastruktur wird an das Verkehrsaufkommen ständig angepasst.Ein Industrie Unternehmen in Deutschland, hat sehr sehr strenge Richtlinien einzuhalten. Und für unzureichendes oder verschmutztes Wasser in Brandenburg, sind BITTE SCHÖN, andere Verursacher, zu suchen und anzuprangern.Gehen Sie BITTE SCHÖN,zu den Verursachern von verschmutztem oder fehlendem Trink- und Grundwasser in Brandenburg und klagen Sie diese an.Das könnten zum Bsp. Ältere Herrschaften mit hohem Medikamentenkonsum sein. Tierhaltung,Monokulturen.

  17. 30.

    Was ist denn Ihr eigentliches Problem? Das auf einem Industriegebiet an der A10, ein Industrie-Unternehmen baut? Das Tesla von knapp 30000 Quadratkilometer Brandenburg, höchstens 3 benötigt? Das in Br. 12000 neue Arbeitsplätze entstehen? Das am Industrie Gebiet, sehr gute Bahnanbindung ist? Das eine Monokultur, mehrfach durch Mischwald ersetzt wird? Das für die Tiere andere Stellen geschaffen werden? Das Tesla modernste Wasseaufbereitung baut? Die Wasserentnahme technisch geregelt wird? Das Milliarden in Br. investiert werden? Neue Infrastruktur entsteht? LOS keine Einwohner mehr verliert und boomt? Baubranche boomen wird? E-Autos in Br.und nicht im Süden gebaut werden? Br.nicht nur Agrarland, mit Windparks,Rapsfelder,Maisfelder,Solarparks bleibt? Das nicht nur Rinder,Schweine und Hühnerställe in Br. gebaut werden? Das Br.nicht nur für Jäger,Bauern,Fischer,Vorruheständler,Rentner,etc. Da ist? Das Br.endlich eine moderne Zukunft hat?Das Brandenburg dadurch keine Einwohner mehr verliert

  18. 29.

    Ihre Polemik geht fehl, denn Tesla wurden keine Brachflächen sondern voll erschlossene Industriegebiete angeboten, die folglich auch in der Nähe größerer Städte gelegen haben.

  19. 28.

    Nicht nur aufgrund Ihres Alters, Herr Neumann. Die billigen Arbeitskräfte wohnen künftig in Polen. Da sind die Lebenshaltungskosten niedriger. Die wenigsten aus unserer Region werden bei Tesla arbeiten. Und nein, ich glaube NICHT wirklich. Ich bin hier nicht in der Kirche. Aber bitte lassen Sie doch diesen schrecklichen Ausdruck WUTBÜRGER. Ein Wutbürger ist einer, der gegen alles wettert, weil er sich Luft machen muss und/oder will. Der wurde geprägt, weil es super wirkt, Leute auf diese Art und Weise zu DIFFAMIEREN. Wer mag kann gerne auf Ihren Zug aufspringen.

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