Arne Christiani, parteiloser Bürgermeister von Grünheide (Quelle: imago images/Müller)
Bild: www.imago-images.de/Müller

Geplanter Fabrikbau - Grünheider Bürgermeister erwartet keine Probleme durch Tesla

Es gibt nicht nur Befürworter der geplanten Tesla-Fabrik in Grünheide: Kritiker weisen auf die Rodung von Waldflächen hin und stellen die Wasserversorgung infrage. Bürgermeister Christiani will "Irritationen" ernst nehmen, sieht aber kaum Probleme.

Der Bürgermeister von Grünheide (Oder-Spree) ist Kritik auf die geplante Ansiedlung des US-Elektroautobauers Tesla in seiner Gemeinde entgegengetreten. Er nehme "Irritationen" unter den Bürgern sehr ernst, sagte der Arne Christiani (parteilos) der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig versuchte er, Vorwürfe zu entkräften. Eine Bürgerbeteiligung sei zudem noch jederzeit möglich, sagte er.

Am vergangenen Wochenende hatten Gegner und Befürworter in Grünheide demonstriert. Die Gegner protestierten unter anderem gegen die Rodung des Waldes auf dem Gelände, auf dem die Fabrik geplant ist. Zudem fürchten sie um die Trinkwasserressourcen.  

"Kritik des WSE eine Retourkutsche"

Zur Rodung sagte Christiani, der Wald auf dem Tesla-Gelände sei mit Kiefern bepflanzt worden, um geerntet zu werden. Es handle sich um Nutzwald. Tesla will den Wald noch vor Beginn der Vegetationsperiode Mitte März abholzen.

Auch mögliche Probleme mit der Wasserversorgung sieht Christiani nicht. Einwände eines Wasserverbandes führt er auf frühere Konflikte zurück. Der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) hatte mit Blick auf die Ansiedlung von Tesla vor Trinkwasserproblemen gewarnt. Christiani bezeichnete diese Aussagen als "Retourkutsche" für Bußgeldentscheide einer übermäßigen Wasserentnahme durch den Verband in den Jahren 2017/2018.

Planungsunterlagen liegen im Rathaus aus

Die Planungsunterlagen für die Fabrik liegen noch bis zum 6. Februar beim Landesamt für Umwelt in Frankfurt (Oder), im Rathaus Grünheide, im Rathaus der Stadt Erkner und in der Bauverwaltung der Gemeinde Spreenhagen aus. Bis zum 5. März können Bürger Wünsche beim Landesamt für Umwelt einreichen. Am 18. März ist zudem eine öffentliche Anhörung zu Einwendungen geplant.

Sendung: Radioeins, 22.01.2020, 07.20 Uhr

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34 Kommentare

  1. 32.

    Habe von der Panoramasendung gar nichts gewußt. Erst hier bei rbb24 durch andere Kommentare. Natürlich habe ich mir die Sendung dann aus der Mediathek aufgerufen u. angesehen. Wenn man bedenkt, dass völlig Unwissende die auch gesehen haben und die eher einseitige Betrachtung der Dinge nun für Wahrheit halten erkennt man deutlich was heute TV-Journalismus heißt. Panorama bietet auch eine Kommentarfunktion von der rege Gebrauch gemacht wurde. Bis "Lügenpresse" etc.aber auch Zuspruch - alles vertreten. Man sah sogar den Bürgermeister mit seinem dicken Spritfresser-VOLVO davon fahren. Schnitzler hätte es nicht besser gekonnt. Die Sendung über Energiewendefolgen war dagegen sehr objektiv aber niederschlagend.

  2. 30.

    Unabhängig von den Detailsfragen zum Bau, die natürlich vor Ort einen Konsens benötigen, erschreckt mich wer dort lautstark Teil der Gegendemo ist: Einer der Spitzenkandidaten der AfD Brandenburgs, Christoph Berndt, daneben einer seiner Kameraden mit dem Plakat "Klimawandel statt Umweltschutz", auf dem für den Verein "Zukunft Heimat" geworben wird. Über diesen Verein schreibt Wikipedia:

    "Der Verein organisiert im Wesentlichen Demonstrationen und Kundgebungen, die sich gegen Flüchtlinge und andere Ausländer richtet"

    "Der Verein ist eng mit anderen konservativen bis rechtsextremen Organisationen verknüpft. Das Landesamt für Verfassungsschutz des Landes Brandenburg berichtet von starken Kontakten zur Identitären Bewegung.[9][24][25] Der Verein rekrutiert offenbar auch aus Kreisen früherer bereits verbotener Organisationen (Widerstand Südbrandenburg; Spreelichter).[3] Weitere Kontakte bestehen zu Pegida, dem Bürgerforum Südbrandenburg"

    Lieber RBB und Medien, recherchiert das.

  3. 29.

    Da sind mir mehrere Tausend Arbeitsplätze in der Hauptstadregion mit über 6 Millionen Einwohnern, doch mehr wert. Und bei Diesem, auch politisch gewolltem Vorhaben - Tesla, werden Ausgleichsmaßnahmen, bestimmt nicht zu kurz kommen. Da, ist für mich die Natur- bzw. Kulturlandschaften, überhaupt kein Argument.

  4. 28.

    Jetzt erwarte ich aber eine ausführliche Begründung. Das WE stet bevor; fahren Sie mal nach Grünheide; es ist ja nur das Gebiet gesperrt wie ausgewiesen. Da kann man auf Radwegen so viel erkunden. Man ist plötzlich wie in der Wildnis; Moorgebiet. Im Sommer blüht hier eine Vegetation - Hier gibt es Vögel, die viele nicht mehr kennen.

  5. 27.

    Tesla ist ein sehr guter Gewinn, für die gesamte Region.

  6. 26.

    Es muß der Vertrag mit Tesla unbedingt zustande kommen - Entwicklungschancen für die Region sind enorm.

  7. 25.

    Es muß der Vertrag mit Tesla unbedingt zustande kommen - Entwicklungschancen für die Region sind enorm.

  8. 24.

    Es waren Briefe des Bürgerbundes an den BM und dort fand ich eingekreist den Satz des BM. Sorry; der BM hat ja sogar von allein für Grünheide 10. 000 Einwohner avisiert. Das steigert sein Gehalt wenn der dann noch BM ist. Warum forderte TESLA absolute Geheimhaltung ?

  9. 23.
    Antwort auf [Günter Stadel] vom 23.01.2020 um 19:33

    Gleich 3 x hintereinander hat rbb 24 ihre Zeilen online gestellt. Wie haben Sie das geschafft ? Ich kenne diesen Bürgermeister nur aus zugänglichen Quellen. Von Stasi und so habe ich nirgendwo was gelesen. Ein Grünheider , der hier postete kennt den aber wohl näher und seine Tätigkeit in der DDR habe ich heut erst erlesen. Ich wunderte mich aber auch sehr, dass der BM nicht während der Bürgerproteste zu sprechen war. Diffamierung ? Sie untestellen mir da etwas, dass niemals eine Basis hat. Ich habe lediglich technische Berufe. Nun denke ich aber, dass man nie genug den Politikern auf die Finger schauen kann; es gibt Gründe genug. BMW hat damals abgesagt weil die Infrastruktur zu unentwickelt war. Man sollte sich erinnern. Ausschließlich poln. Arbeitskräfte ist eine Erfindung von Demagogen; niemals meine. Die letzten Zeilen vom Bürgermeister habe ich aus auch Ihnen bekannten Briefen des Bürgerbundes entnommen. Habe diese rbb Veröffentlichung kaum gefunden. Warum so vesteckt rbb 24 ?

  10. 22.

    Irgendwas muss der Bürgermeister richtig gemacht haben, sonst hätten die Bürger ihn nicht gewählt.
    Und, was soll der Verweis auf dessen Vergangenheit in der DDR?
    Eine, von so manchen hier heraus gekramte Stasi-Vergangenheit ist doch heute kein Makel mehr.
    Siehe Kahane, Dehm, u.v.a. die es sich heute in der Politik bequem machen.
    Wann sind Sie eigentlich geboren?
    Ihren unditterenzierten Beiträgen zu folgen, haben Sie das Handwerk der Diffamierung, Desinformation, irgendwo gelernt.
    Siehe Ihre Lüge von den ausschließlich polnischen Arbeitern, was selbst der RBB widerlegte.
    Da Sie ja auch den Offenen Brief des Bürgermeister heran ziehen, sollten Sie das auch zu Herzen nehmen, was er schreibt:
    "Ich bitte Sie nun, unsere einmalige Chance mit diesem Vorhaben nicht durch übereilten Aktionismus und Spekulationen bzw. Mutmaßungen zu gefährden."

     

  11. 21.

    Irgendwas muss der Bürgermeister richtig gemacht haben, sonst hätten die Bürger ihn nicht gewählt.
    Und, was soll der Verweis auf dessen Vergangenheit in der DDR?
    Eine, von so manchen hier heraus gekramte Stasi-Vergangenheit ist doch heute kein Makel mehr.
    Siehe Kahane, Dehm, u.v.a. die es sich heute in der Politik bequem machen.
    Wann sind Sie eigentlich geboren?
    Ihren unditterenzierten Beiträgen zu folgen, haben Sie das Handwerk der Diffamierung, Desinformation, irgendwo gelernt.
    Siehe Ihre Lüge von den ausschließlich polnischen Arbeitern, was selbst der RBB widerlegte.
    Da Sie ja auch den Offenen Brief des Bürgermeister heran ziehen, sollten Sie das auch zu Herzen nehmen, was er schreibt:
    "Ich bitte Sie nun, unsere einmalige Chance mit diesem Vorhaben nicht durch übereilten Aktionismus und Spekulationen bzw. Mutmaßungen zu gefährden."

     

  12. 20.

    Auch interessant: Artikel in der MAZ : "Waldpapst rügt Brandenburg wegen Rodung für TESLA " - Auch interessant : Bürgebündnis für Grünheide ; Reaktionen auf einen Brief des Bürgermeisters . Man erfährt da mehr als irgendwo und ich selbst habe nun eine ziemlich objektive Einstellung zu diesem Bürgermeister, der schon zu DDR-Zeiten für "Jugend u. Sport diente" .

  13. 19.

    Wutbürgertum ? So schlimm steht es mit Ihnen ? Politische Einfärbung oder so ? Dort ist ein ausgewiesenes Wasserschutzgebiet ganz nah. Unser Wasserverband hat eindeutig dazu Stellung genommen. TESLA will dort ein Gaskraftwerk für sich bauen lassen; russisches Gas aus der naheliegenden Leitung abzweigen; die CO2-Menge ist bekannt - gerade heute wieder die neueste Messung auf Hawai online zu lesen. Tesla hat sich diese Rosine rausgepiekt; BER,Autobahn, Gleis nach Polen. Anlieferverkehr, der die Straßen verstopft; Gießerei und später auch Akkufertigung; Abwasser...sind alles echte Probleme. Niemand hätte etwas dagegen wenn TESLA irgendwo seine Riesenhallen aufgebaut hätte. Nähe Cottbus z.B. ; da war mal ein Armeeflugplatz und Polen ist auch nicht weit. Uns gängeln mit allen möglichen Gruseleien betr. Klimaschutz; selbst aber laufend um die Welt fliegen zu jeder "Klimakonferenz" ! Nachdenken !

  14. 18.

    Schon traurig, welche Blüten das Wutbürgertum mittlerweile treibt. Offenbar geht es den Menschen zu gut, dass sie ein innovatives, zukunftsfähiges Unternehmen mit den entsprechenden Einnahmenmöglichkeiten für die eigene Gemeinde vergraulen möchten. Und eine gewisse politische Färbung der Gegner drängt sich schon auf. Gegen die deutschen Verbrenner von BMW, wofür das Gelände ursprünglich vorgesehen war, gab es schließlich keine Proteste...

  15. 17.

    Retourkutsche? Erst in Selbstherrlichkeit gepaart mit fehlender Fachkompetenz Probleme schaffen, die Adere dann zu Lasten der Allgemeinheit lösen sollen.

  16. 16.

    Tesla bietet keine Chance sondern erhaelt ein 300ha-Grundstueck quasi geschenkt und muss zudem keine planungsrechtlichen Vorgaben einhalten. Selbst die Rodung des Waldes wird vorzeitig zugestanden, so dass bis Ende Maerz vollendete Tatsachen geschaffen werden koennen. Wir haben es hier mit einer beispiellosen Unterwerfung unter die Gewinninteressen eines einflussreichen Grossinvestors zu tun.

  17. 15.

    Das Foto sieht aus, als ob er über seine alte informelle Tätigkeit nachdenkt. Wünsche der Bürger werden hier in Grünheide nur berücksichtigt wenn Sie in seinen Kram passen. Er hätte den Standort niemals in denRing werfen sollen, dann hätten wir Industrie Ansiedlung dort wo Sie gebraucht wird. In Grünheide braucht Sie keiner bei nicht mal 200 Arbeitslosen.

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