07.01.2019, China, Shanghai: Elon Musk, Vorstandsvorsitzender von Tesla, nimmt an der Grundsteinlegung der Tesla Shanghai Gigafactory teil. (Quelle: dpa/ Ding Ting)
Bild: dpa/Ding Ting

Tesla-Chef Musk twittert zu Gigafactory-Gerüchten - "Klingt, als ob wir ein paar Dinge klarstellen müssen!"

Zu Teslas in Grünheide geplanter Gigafactory sind noch viele Fragen offen, aber vom US-Unternehmen selbst kamen bislang wenig Antworten. Am Samstag äußerte sich Tesla-Chef Elon Musk via Twitter persönlich zu den Gerüchten und Befürchtungen.

Der Chef des US-amerikanischen Elektroautobauers Tesla, Elon Musk, will Bedenken von Anwohnern zur Ansiedlung seines Unternehmens in Grünheide bei Berlin ausräumen. Über den Kurznachrichtendienst Twitter meldete er sich am Samstag zu Wort und schrieb, dass er einige Dinge klarstellen wolle.

"Nichts, was jeden Tag vorkommt"

In den Antragsunterlagen laut Bundesimmissionsschutzgesetz hatte Tesla angegeben, für den Betrieb pro Stunde 372 Kubikmeter Wasser aus dem öffentlichen Trinkwassernetz zu benötigen. Anwohner befürchten nun eine Gefahr für die öffentliche Trinkwasserversorgung.

Tesla werde nicht an jedem Tag so viel Wasser verbrauchen, schrieb Musk. "Das ist möglicherweise ein seltener Fall einer Spitzennutzung, aber nichts, was jeden Tag vorkommt", betonte er. Zudem sei der Wald auf dem 300 Hektar großen Gelände kein natürlicher Wald. Anwohner hatten immer wieder kritisiert, dass zugunsten des Werkes die Bäume gefällt werden. Er sei zur Kartonherstellung angepflanzt worden und nur ein kleiner Teil werde für die Fabrik verwendet, sagte er.

Demonstrationen am Samstag

Befürworter und Gegner des geplanten Werks des US-amerikanischen Elektroautobauers Tesla haben am Samstag in Grünheide nahe Berlin demonstriert. Unter dem Motto "Gestalten statt verhindern" seien rund 300 Bürger auf die Straße gegangen, sagte Martin Hildebrandt, einer der Organisatoren der Befürworter-Demo, auf Anfrage. Auch Gegner des Projektes versammelten sich in dem Ort zu einer Kundgebung - wie viele, war zunächst unklar.

Nach Polizeiangaben verlief alles ruhig. Vergangenen Samstag hatten beide Gruppen ebenfalls demonstriert und sich dabei teils gegenseitig beschimpft. Am Freitagabend hatte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) Gegnern und Befürwortern bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung Rede und Antwort gestanden.

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13 Kommentare

  1. 13.

    Das Problem dabei ist, Deutschland hat sehr viele alte Menschen und deren eigene Bedürfniss sind einfach andere, als tausende Arbeitsplätze. Diese alte Generation, hat schon alles, aber leider, kein Verständnis für etwas Neues. Und Globalisierung und weiträumiges Denken, verbreiten dann nur Angst. Da ist der Baum des Nachbarn und der eigene Fernseher, das Wichtigste. Aber, die Äste und das Laub, bleiben schön beim Nachbarn, das eigene Grundstück soll ja schön sauber bleiben.

  2. 12.

    Wenn man sich die Bilder ansieht, ist es vor allem die alte Generation die sich da hinstellt und ihren Kindern und Enkelkinder die Zukunft raubt. Viele meiner Freunde und Bekannten mussten zum Arbeiten in den Westen. Das ist purer Irrsinn, wie der märkische Exodus von solchen Menschen noch vorangetrieben wird und sich am besten noch beschweren wenn keine Züge mehr fahren.

  3. 11.

    Tesla will nicht im Außenbereich bauen, sondern auf einem Grundstück, dass seit 20 Jahren als Industriegebiet ausgewiesen ist und das z.B. auch Höhenbeschränkungen aufweist.

  4. 10.

    Es gibt einen § 35 Baugesetzbuch. Jedem Normalverdienenden Bürger wird bei einem Bauvorhaben im Ausmaß eines Einfamilienhauses im Aussenbereich eine unendlich lange Liste öffentlicher Belange entgegen gehalten (Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, Natur– und Umweltschutz etc). Somit herrscht im sogenannten Aussenbereich defacto ein vollständiges Bauverbot. Ich habe nicht gegen Tesla oder ihr Bauvorhaben. Ich stelle mich aber gegen eine Ungleichbehandlung vor dem Gesetz. Einem Gesetz, mit dessen Behilf Bürger des Landes Brandenburg aus ihren bestehenden Eigenheimen vertrieben werden, weil sie im Aussenbereich liegen und somit nicht genehmigungsfähig seien.

  5. 9.

    Wer braucht noch Personal?
    Eine Auto-Fabrik läuft nahezu vollautomatisch.
    Sonder-Kleinserien ausgenommen.
    Der Produktionscomputer steht in den USA, einzig Logistik auf der Straße und ein paar Qualitätsprüfer.
    Die Arbeitslosen in Oder-Spree machen Maßnahmen und sind aus der Statistik raus ( ProArbeit sei Dank^_^).
    Einfach eine Werksbesichtigung buchen bei Opel, VW, Mercedes etc.

  6. 8.

    "It’s possibly a rare peak usage case, ..."
    Betonung auf "possibly", also möglicherweise. Möglicherweise ist es aber auch ganz anders, wie zB im UVP Bericht, bei dem dies die einzige Angabe zur benötigten Wassermenge ist und daher vom Durchschnittswert auszugehen ist.

    Wo sollen denn eigentlich die Leute herkommen für die, die 10000 Jobs sind?

    Laut
    https://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Regionen/Politische-Gebietsstruktur/Brandenburg/Oder-Spree-Nav.html?year_month=201912

    sind derzeit im Landkreis Oder-Spree 5.477 Leute arbeitslos, bei 1.074 gemeldeten offenen Stellen, und dazu kommt noch der wohlbekannte Fachkräftemangel.

  7. 6.

    Ich was selbst dabei, habe aber keinen von der AfD gesehen.
    Warum werden hier Bürger diffamiert, die für die Ansiedlung von TESLA demonstrieren?
    Ich sah Menschen von unterschiedlichen Parteien und Gruppierungen, die nicht den unsinnigen Argomenten der Gegner und Zukunftsverweigerer folgten.
    Frauen, Kinder, Männer, alt und jung. Egal, welcher politischen Ausrichtung.
    Nachdem es anscheinend nicht mehr um die "Rettung" des Waldes geht, die fehlende Wasserversorgung und die Lüge von polnischen Arbeiter geht, wird die Nazi-Karte gezogen. Das scheint wohl jetzt, nach dem Alles nicht fruchtet, das einzige Argomente der Wutbürger zu sein.
    Komisch nur, dass unter denen nicht auch AfDler verordnet werden.
    Ach so, ja, die gegen TESLA sind, fühlen sich als die "Guten".

  8. 5.

    Nö, geht ja um Veränderungen. Da sind viel automatisch gegen alles. Neulich las ich hier einen Kommentar, da meinte einer sogar Arbeitsplätze seien schädlich die Umwelt.

  9. 3.

    Warum baut man diese Autofabrik im Brandenburger Wald und nicht gleich in Polen wenn man sowieso auf billige Arbeitskräfte hofft.......na ja, EU-Subentionen und günstige Infrastruktur sowie der neue BER und Absatzmärkte für Elektroautos gleich vor der Tür waren sicherlich ein Argument. Bleibt nur zu hoffen, daß unter dem Strich auch etwas übrig bleibt für die Region.

  10. 2.

    So, hört das gejammere jetzt langsam mal auf?

  11. 1.

    Die AfD ist hier sehr präsent. Das macht mir mehr Angst als die Fabrik.

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