Ein Traktor vom Landesbetrieb Forst Brandenburg arbeitet an der Erschließung eines Waldweges auf dem künftigen Gelände der Tesla-Gigafactory (Quelle: dpa/Pleul).
Audio: Antenne Brandenburg | 10.01.2019 | Klaus Lampe | Bild: dpa/Patrick Pleul

E-Autofabrik in Grünheide - Tesla stellt Antrag auf vorzeitige Rodung

Der US-Elektroautohersteller Tesla möchte so bald wie möglich mit der Rodung des geplanten Fabrikgeländes in Grünheide (Oder-Spree) beginnen. Eine Sprecherin des Brandenburger Umweltministeriums teilte am Freitag mit: "Tesla hat beim Landesumweltamt den vorzeitigen Maßnahmenbeginn nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz beantragt."

Rodung muss bis Mitte März abgeschlossen sein

Der Antrag, der bei solchen Baumaßnahmen durchaus üblich sei, werde nun geprüft. Für Tesla drängt die Zeit, weil die Rodung von zunächst 90 Hektar Wald vor Beginn der Vegetationsperiode Mitte März abgeschlossen sein muss. Ein Zeithorizont werde in dem Antrag allerdings laut einem Bericht der "taz" nicht genannt, in dem zuerst über die Pläne berichtet wurde. Allerdings hieß es in dem von Tesla präsentierten Bericht zur Umweltverträglichkeitsprüfung die Rodung von sogar 154 Hektar solle bis Ende Februar vollzogen sein. Am 1. März beginnt die Schutz­periode für brütende Vögel.

Das ganze Vorgehen ist in der Form legal. Das Bundesimmissionsschutzgesetz regelt in Paragraph 8a, dass Baumaßnahmen schon vor Erteilung einer Genehmigung begonnen werden dürfen, wenn mit einer Entscheidung zugunsten des Antragstellers gerechnet werden kann und ein öffentliches oder berechtigtes Interesse am vorzeitigen Baubeginn besteht. Der Antragsteller muss sich verpflichten, "alle bis zur Entscheidung durch die Errichtung der Anlage verursachten Schäden zu ersetzen und, wenn das Vorhaben nicht genehmigt wird, den früheren Zustand wiederherzustellen", heißt es in dem Gesetzestext.

Gelände wird derzeit nach Weltkriegsmunition abgesucht

Das gut 300 Hektar große Gelände werde derzeit auf Munition aus dem Zweiten Weltkrieg abgesucht. Außerdem müsse eine jahrzehntealte Müllhalde mit Bauschutt geräumt werden, sagte die Ministeriumssprecherin. Dafür wird derzeit eine Zufahrt durch ein Waldstück gelegt.

Tesla will auf dem Areal in Grünheide bis Mitte 2021 eine sogenannte Gigafactory bauen, in der langfristig bis zu 500.000 Fahrzeuge pro Jahr vom Band laufen sollen. Geplant ist die Produktion der Mittelklasse-Limousine Model 3 und des kompakten SUV-Model Y - sowie "künftiger Modelle", heißt es in den Antragsunterlagen, die am vergangenen Freitag im Amtsblatt für Brandenburg [bravors.brandenburg.de] veröffentlicht wurden. Einwände gegen das Vorhaben sind bis zum 5. März möglich. Der Kaufvertrag ist noch nicht unterschrieben, der Finanzausschuss des Brandenburger Landtags hat ihn aber bereits gebilligt. Der Kaufpreis für das Gelände soll dem Vernehmen nach bei gut 40 Millionen Euro liegen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.01.2020, 17.00 Uhr

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44 Kommentare

  1. 44.

    Ja, es ist nur einfacher Nutzwald- eine Baumplantage. Aber als Argument doch immer gut. Und mit dem Wasser genauso, da sollen die mal gegen die Agrarwirtschaft, mit ihren riesigen Monokulturen demonstrieren. Was die Landwirtschaft für riesige Flächen und für Wasser benötigt. Die sollten die Arbeitsplätze mal in Polen schaffen, dort haben die Menschen mehr Verständnis für Industrie und zur Arbeit im Allgemeinen !

  2. 40.

    Sehen Sie sich um! Kargolifter wollte investieren, Berlin sollte eine Magnetschwebebahn erhalten, der Flughafen Tegel sollte einen U-Bahn Anschluss bekommen (Gleise der U5 wurden längst gelangt, die Strecke wird niemals eröffnet). Immerwieder sollte die U10 gebaut werden auch hier liegen schon die Gleise. Viele Straßen führen ins nichts.

  3. 39.

    Koblenz ist weit weg und wir haben hier ein Problem: Hier werden dringend hochwertige Arbeitsplätze benötigt, denn nur die stellen sicher, dass heute noch unterschiedliche Lohnniveau zwischen Ost und West auszugleichen. TESLA und dann noch dort wo unser Trinkwasser seinen Ursprung hat ist ein Unding. Aus Teslasicht ideal und dann die Nähe zu Polen; zu Berlin; zum BER, der ja doch mal Wirklichkeit werden soll. Ich erläutere mal: Jede neu versiegelte Fläche gerade hier bringt Trinkwasserversorgungsprobleme. TESLA will auch viel CO2 produzieren-mit dem Gaskraftwerk auch eine Gießerei betreiben. Der Akku hat doch einen Aufprallschutz-rundum. Aber warum dort gefertigt ? Deutschlands Autobauer haben viel geleistet; auch miese Dinge. Aber ich selbst würde nie eines TESLA kaufen; der iD von VW wäre mein Part.

  4. 38.

    Und wieder einmal müssen diverse Politiker mit der für sie so unbegreiflichen wie schmerzhaften Erkenntnis zurande kommen, dass Investitionen nicht nur Geld kosten (das freilich von anderen erwirtschaftet wird), menschliches Handeln niemals umweltneutral ist und man Wähler verliert, sobald man etwas tut.
    Und sobald sich herumspricht, dass auch Elektroautos nicht gut für die Umwelt sind, werden die GrünInnen auch dagegen auf die kunterbunten Barrikaden gehen.

  5. 37.

    „Es ist wie immer“. Wenn Sie „wie immer“ sagen, dann sollten Sie wenigstens fünf Beispiele nennen wo es so, wie Sie es beschreiben, gelaufen ist. Bitte....
    Ach, und von Subventionen für TESLA habe ich bisher nichts gehört. Wissen Sie da mehr?
    Und prinzipiell bin auch ich ein Skeptiker gegenüber, oft tatsächlich, hoch subventionierten Großprojekten der Privatwirtschaft. NOKIA in Bochum war wirklich so ein haarsträubender Fall. Das ist aber Gott sei Dank nicht die Regel und dieses Projekt in Bausch und Bogen von vornherein abzulehnen halte ich für das berühmte „Brett vor dem Kopf“.
    Und noch Einen Richtung unserer Autoindustrie. Wenn ich die richtig verstanden habe, sagten die noch vor Kurzem, dass Elektroautos per se noch nicht marktreif sind, man die im „Hochlohnland“ Deutschland nicht konkurrenzfähig bauen könne und die Batterien schon gar nicht. Herr Musk wusste das alles nicht und deshalb macht er es jetzt einfach.

  6. 36.

    Schönefeld wird nach meiner Kenntnis nicht eingestellt; die zu erwartenden Fluggäste wären ja überhaupt nicht zu bewältigen. Es läuft allerdings etwas zuwider: Die Zunahme des Luftverkehrs ist mit "Klimapaket" oder wie das alles heißt nicht vereinbar. Wer die Städte abgasfrei machen will darf die klimaschädlichen Gase in 10-12 km Höhe nicht vergessen. TESLA plant dort ein Gaskraftwerk; will dort eine eigene Gießerei errichten und auch Akkus fertigen. Im angrenzenden Wasserschutzgebiet. Tesla wirbt um polnische Arbeitskräfte; warum wohl ? Der zu erwartende Arbeitskräftestrom kommt bestimmt nicht nur mit der Bahn oder Bus. Oft genug gibt es hier Staus und dann der enorme Lieferverkehr zum Werk.

  7. 35.

    Es ist wie immer ! Erst wird eine große Naturfläche unwiederbringlich gerodet, dann Subvension kassiert , bebaut und Arbeitnehmer - auch einige Deutsche - eingestellt, denn sie sind zu teuer. Dann stellt man fest, dass der Standort doch nicht so Ideal ist und sucht ein neues Grundstück, diesmal nicht in Deutschland.
    FAZIT: Gelände liegt brach, verfällt und der Schaden an der Natur erheblich.
    Wenn demnächst Schönefeld zur Verfügung steht, hätte man eine geeignete Fläche , mit hervorragender Verkehrsanbindung (Ringbahn, Regionalbahn nach Nauen und Stettin und Bus nach Rudow).
    Die Anbindung der S8 (früher S10) nach Birkenwerder, dürfte kein Problem sein

  8. 34.

    Es wird wie immer kommen! Das Gelände wird abgeholzt, bebaut, Subvension kassiert , Arbeitnehmer eingestellt - auch einige Deutsche, denn die sind zu teuer. Irgendwann stellt man dann fest, dass der Standort nicht rentabel ist und sucht ein neues Gelände - eher nicht in Deutschland.
    Fazit: Ein großer Umweltschaden, von dem sich die Natur schwer erholen wird und eine stillgelegte Brachfläche.
    Sollte demnächst Schönefeld geschlossen werden, hätte man gleich eine Verwendung für das Areal. Auch eine Verkehrsanbindung gibt es schon , mit Regionalbahn nach Eberswalde - Stettin oder Nauen, S-Bahn über Ring , Bus nach Rudow. Auch die Anbindung der S8 nach Birkenwerder (früher S10) , dürfte kein Problem sein. Allen wäre geholfen.

  9. 33.

    Es ist eine Rotfichtenplantage wie es sind 1000x in Berlin gibt. Tesla pflanzt dafür auch 3x so viele Laubbäume.

    Ach ja, das Argument ha ja auch bei Stuttgart 21 niemand interessiert.

  10. 32.

    Das Roden kommt so sicher wie das Amen in der Kirche.
    Die Subventionen verschwinden so sicher wie das Amen in der Kirche.
    Aber 500.000 Autos pro Jahr ... das hat BER-Format, warten ... wir's ab.

  11. 31.

    ... deswegen hatte ich ja auch geschrieben, dass der Schmalz in eine nachvollziehbare Technik investiert werden muss. Die Batterietechnik ist es nicht. Dies wird jedoch geblockt. Wer benötigt wohl SÜV auf Batteriebasis? Ein kleiner Lichtblick ist, dass der O Bus ins Blickfeld gerät. Besser als ein Batteriebus. Muss nur noch geklärt werden, wie der Strom immer in der Leitung ist. Die Windmühlen werden es nicht schaffen. Bei dem Thema wird ein Haus gebaut, wo man mit dem Dach anfängt.

  12. 30.

    Lesen Sie mal alles über TESLA. Man erfährt alles bis zur Entlohnung der Bandarbeiter. In den USA sind es z.B. 18$ /h. Der Preis eine 3 er ist abhängig vom verbauten Akku. Alles oberhalb von 30 000 € - nach oben 45.000 o.ä. Für einen Bandarbeiter wohl unerschwinglich. Man kann auch den CO2-Fußabdruck / das CO2 Äquivalent zum Benziner erlesen. Entspricht in etwa dem eines Verbrennerkleinwagen. Der derzeitige Batterieantrieb hat dennoch einen höheren Wirkungsgrad als die H2-Technologie. Man kann über Spaltmaße und Gummiprofile beim 3-er lustiges lesen; wird man abstellen . Habe mir Videos über den AUDI.etron angesehen; ganz andere Preisklasse aber durchdacht-deutsche Ingenieurskunst. Hat mich fast umgehauen; bin gelernter Triebwerkmechaniker; umgeschult auf viele Forschungsaufgaben bis zur Grundlagenforschung der Mikroelekronik. Nun ist mein Interesse für den e-Antrieb geweckt.

  13. 29.

    "Geplant ist die Produktion der Mittelklasse-Limousine Model 3 und des kompakten SUV-Model Y - sowie "künftiger Modelle", heißt es in den Antragsunterlagen.." Waren nicht SUV vor ein paar Monaten als Klimakiller verschrien? Auch wenn beim Tesla-SUV dann ein Elektromotor für den Antrieb sorgt schluckt ein SUV mehr Material in der Produktion als ein normalgroßer Kombi, und es würde mich nicht wundern wenn auch die Akkus entsprechend üppiger dimensioniert werden. Außerdem würde ich zu gern wissen was diese Autos kosten und wann mit den ersten erschwinglichen Gebrauchten zu rechnen ist ( unter 6000 Euro ).

  14. 28.

    Ziel ist eine schnell Umstellung des Land- und insbesondere des Straßenverkehrs weg von fossilen Brennstoffen. Kurz- und mittelfristig zeichnen sich keine großserienreifen Alternativen zum Batterie-PKW ab. Selbst Toyota investiert seit vergangenem Sommer deshalb massiv in diesem Bereich, insbesondere in neue Akkutechnik.

    Langfristig könnte es die Brennstoffzelle werden. Auf Grund des Wirkungsgrades sowohl bei der H2-Herstellung wie dessen anschließender Verstromung halte ich die aber in PKW für wenig zielführend. Deren Haupteinsatzgebiet sehe ich kurzfristig eher im Stadtbus sowie SPNV und mittelfristig als Alternative zur Oberleitung auf Autobahnen im Schwerlastverkehr.

  15. 27.

    Alle, die sich hier so aufregen und mit ihren Smartphones, dessen Inhaltsstoffe von Kinderhand im Kongo abgebaut wurden , ihre Bedenken über die Umweltverträglichkeit sinnieren, möchte ich ein wenig Gelassenheit vorschlagen.

  16. 26.

    ... Klar geht es um Profit/Geld. An jeden Baum hat sich Grün zum Bsp. in Sachen Braunkohle angekettet. Wem interessiert es? Die Batterietechnik ist veraltet, aber Deutschland springt auf diese Hype auf, anstatt den Geist in die Forschung zu stecken. Leider kann man von keinem amtierenden Politiker diesen Geist erwarten. Schließlich klebt man an seinem Stuhl.

  17. 25.

    "Hätten Leute Arsch in der Hose, hätten sie dieses Vorhaben gestoppt - eben WEGEN der Umwelt."

    Geht es vielleicht ein wenig genauer? Was soll diese Pauschalkritik alá alles ist erstmal schlecht, bis wir es für gut befunden haben? WEGEN der Umwelt benutzen wir dann also bis zum Sankt Nimmerleins Tag die Verbrenner weiter? Wie sieht denn ihr Konzept aus? Ach, ich weiß schon ÖPNV ausbauen... ÖPNV ausbauen in der Fläche? Na dann mal los. Ich gebe nur zu Bedenken, dass die Städter es nicht mal schaffen das Internet in der Fläche auszubauen.

    Müssen wir halt alle in die Stadt ziehen. Aber dann heult nicht rum, wenn die Mieten noch weiter steigen! Hat auch sehr viel mit Ignoranz zu tun. Guten Tag.

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