Anti-Tesla Demo in Grünheide (Quelle: rbb/Philip Barnstorf)
Bild: rbb/Philip Barnstorf

Geplante Fabrik in Grünheide - Erneute Demonstrationen für und gegen Tesla

Die Bürgerinitiative gegen die geplante Tesla-Fabrik in Grünheide (Oder-Spree) hat ein weiteres Mal gegen das Milliardenprojekt des US-Elektroautoherstellers protestiert. Rund 150 Teilnehmer kamen nach Angaben der Polizei am Samstag nach Erkner unweit von Grünheide, wo die Fabrik gebaut werden soll.

Die Bürgerinitiative setzt sich unter anderem für den Erhalt der Landschaft und der Schutzgebiete sowie für ausreichend Trinkwasser ein. Die Tesla-Ansiedlung in Grünheide lehnt sie ab. Auch Vertreter von "Ende Gelände" und "Robin Wood" waren bei den Protesten vor Ort.

Fast zeitgleich fand in Erkner bei Grünheide auch eine Demonstration für das Werk des Elektroautobauers statt. Laut einem rbb-Reporter kamen dazu aber nur rund 40 Menschen.

Pro-Tesla Demo in Grünheide (Quelle: rbb/Philip Barnstorf)
Zu einer Pro-Tesla-Kundgebung versammelten sich am Samstag etwa 40 Menschen.Bild: rbb/Philip Barnstorf

Die Rodungsarbeiten auf dem Gelände in Grünheide sollten auch am Samstag weitergehen. Wann sie beendet sind, war zunächst unklar. Nach offizieller Planung soll das Baumfällen für die Fabrik bis zum Montag dauern.

Nach einem vorläufigen Stopp hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg am Donnerstag grünes Licht für die weitere Rodung gegeben und die Eilanträge der Grünen Liga Brandenburg und des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern zurückgewiesen. Sie halten die vorläufige Genehmigung zum Roden für rechtswidrig.

Tesla will in Grünheide nahe Berlin ab dem nächsten Jahr bis zu 500.000 Fahrzeuge im Jahr vom Band rollen lassen.

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78 Kommentare

  1. 77.

    Meldung aus Erkner-Citycenter: Da traf ich einige Bekannte, viele kennen die Verkehrsbelastung in der Friedrichstraße besser als Sie. Es geht oft nix mehr. Meine Bekannten u. Verwandten haben alle Familie und arbeiten meist in Berlin. Bis Marienfelde ! Sie kennen diese Weltfirma auch.

  2. 76.

    An Zwickau hätte ich auch nie gedacht. Aber so Kreis Teltow oder so Industrieregion " Süd-Berlin". Aber 500 000 Teslas müssen erst mal verkauft werden. Mir sagen viele Bekannte: Kein Amiauto. Man sieht hier immer mehr VOLVO.

  3. 75.

    Die Standortsuche von Tesla geht bis zu einer Zeit zurück, als Gabriel noch Wirtschaftsminister gewesen ist und sich hierzulande kaum jemand für BEV interessiert hatte. Im Rennen waren Standort in Finnland, Schweden (Saab), Niedersachsen, NRW, Sachsen, Elsass, Spanien, Portugal etc. Vielfach waren die Voraussetzungen gegeben, dass schnell der Bauantrag hätte eingereicht werden können.

    Die zunächst angepeilten 150.000 PKW sind keine besonders große Zahl. Man vergleiche das z.B. mit den Kapazitäten in Zwickau oder in Leipzig. Der Absatz von BEV explodiert gerade in Europa. Deshalb und auch wegen dirigistischer Maßnahmen investieren derzeit die europ. Autokonzerne vielfach massiv in die Elektromobilität. Die Produktionsrate des Trabant 1.1 ist der falsche Vergleichsmaßstab.

  4. 74.

    Der Standort in Berlin-Nähe ist ja erst mal richtig gewählt; ich hätte nur nicht gerade dort so ein Riesenwerk errichtet. Man erinnerte sich wohl an den BMW-Plan von damals und mußte nicht aufwändig suchen.

  5. 73.

    Der Harz hat wie andere Mittelgebirge das Problem, dass man irgendwo im Nirgendwo ist. Größere Industrie findet man nur am Rand, da vor allem die Topographie und darauf folgend die verkehrliche Erschließung ungünstig ist. Man müsste auf den Vorharz (am ehesten Richtung O oder S) ausweichen, erreicht damit aber nichts für den Oberharz.

    Das Gewerbegebiet rund um das GVZ Wustermark ist kleiner als das Gelände bei Grünheide (ca. 1,9 km x 1,6 km) und gut belegt. Die Region ist zudem stark zersiedelt. Entweder stehen um Berlin Bäume oder die Ortschaften sind zwischen Ackerflächer dichter zueinander angelegt. Abstand zur Wohnbebauung muss aber eingehalten werden. Der "Bahnhof" von VW Hannover ist auch auf der abgewandten Seite zu Wohnhäusern.

    Nach der Wende wurde im Vorgriff auf die "blühenden Landschaften" viele Gewerbegebiete entlang des Autobahnringes ausgewiesen. Jahrzehnte später sind aber viele davon halbwegs gefüllt oder zu klein. Der B-Plan ist in GH ein sehr starker Faktor.

  6. 72.

    Bei der Standortsuche für Tesla Deutschland, wäre das Oberharzer Wasserregal ideal, auch auf Grund der schrumpfenden Bevölkerungszahl.

    Eine Standortsuche für Tesla Brandenburg, ist aus der Ferne schwierig, zumal ich von Hause aus Verkehrsplaner und kein Stadtplaner bin. Eine Anbindung an den ÖPNV zu entwerfen, ist nach Standortfindung kein Problem.

    Ich würde mich für das ehemalige Drehkreuz Wustermark entscheiden , weiß aber (noch) nicht, ob dort eine
    Bebauung möglich ist.

  7. 71.

    Für dieses Industriegebiet an der A10, liegt doch schon ein gültiger Bebauungsplan vor. Die Autobahn-Anbindung ist mehr als gut, Eisenbahn-Anbindung nach Ost-und West ist vorhanden. Flughafen-Nähe ist vorhanden. Das Wasser muss in anderen deutschen Regionen, auch heran geliefert werden. Barnim, MOL, LOS, LDS, FF, Berlin, liefern die Arbeitskräfte. Und der Rüdersdorfer hat schon recht. Querverbindungen der Straße und der Schiene, zum Beispiel von Strausberg, Rüdersdorf, zur Tesla-fabrik, müssen noch gebaut werden. Der Wald ist gerodet und wird viel ökologischer ersetzt. Der Standort an der A10, ist einfach perfekt.

  8. 70.

    Wenn der Harz nichts mit Tesla zu tun hat, warum dann immer wieder Ihre oft wohl bewusst unscharfen Schilderungen zu Ihrer persönlichen Situation? Das ergibt dann keinen Sinn.

    Ein Teil meiner Großeltern stammt aus westlichen Harzvorland. Insofern fiel es mir allein schon deshalb leicht, Ihre wilden Geschichten und haarsträubenden Vergleiche zu entlarven. Schließlich waren Sie es, der z.B. nicht wusste dass aus dem Harz heraus weite Teile Niedersachsens mit Wasser versorgt werden und das dass Wasserregal auch mit den großen Talsperren verbunden ist.

    Dieses Grundstück ist auch unbebaut. Ich bin gespannt, ob Sie eine ausreichend große Fabrikhalle in Eisen- und Autobahnnähe finden. Bedenken Sie auch die FLughafennähe und den Bebauungsplan. Bisher haben Sie ja einfach in's Blaue getippt.

  9. 69.

    Sie müssen nicht immer nur an Grünheide festhalten. Fahren Sie doch einfach mal an die andere Seite.

    Da fallen mir das Havelland ein, unbebaute Flächen in Potsdam -Mittelmark, in der Nähe von Wustermark, Fabrikhallen in Brandenburg usw. Wenn ich genügend Zeit habe, kann ich mich genauer um eine Standortbestimmung kümmern. Momentan finden keine Führungen/Wanderungen statt.

    Wer hat behauptet, Tesla hätte etwas mit dem Harz zu tun?

    Das der Harz Oberwasser als Trinkwasser nutzt, war Ihnen ja zuvor gar nicht bekannt! Denn warum sonst, haben Sie behauptet, Hildesheim und Wolfsburg würden mit einer Rohrleitung das Wasser bekommen?Bremen, übrigens , auch nicht. (Ihr Kommentar vom 25.02.2020). Ich diskutiere gerne mit Ihnen, aber wenn , dann sollte alles zur Sprache kommen.

  10. 68.

    Ende Gelände hat zu spät recherchiert, wessen Demonstrationsaufruf sie wider besseren Wissens gefolgt sind. Die Spuren der extra aus Stolpe angereisten Rednerin auf der Gegendemo führen laut einen mehrteiligen Tweet von @EG_Berlin tief in's AfD-Millieu wie auch deren Politiker wieder Präsens gezeigt hatten. Die Abgrenzung gegenüber den rechtsextremen Ausländerfeinden und Klimawandel-Leugnern hat offensichtlich wieder nicht funktioniert.

  11. 67.

    Tja, anders als beim Famillienfest sind eben hier vor allem ältere Menschen zugegen. Junge Familien mit Kindern haben offensichtlich eine ganz andere Vorstellung von der Zukunft der Region als Ihre Generation.

  12. 66.

    Der BER kann kaum dafür herhalten, dass der Ausbau des Berliner Ringes durch den Bund langsamer vorankommt als Sie es sich wünschen. Setzen Sie einfach das Geld, dass der Bund am Flughafen Schönefeld mehr als geplant investieren musste in Relation zum Verkehrsetat. Auch ergibt die Zeitschiene keinen Sinn. Baustart für den BER war erst nach der WM.

  13. 65.

    Butter bei die Fische! Wo steht eine geeignete Halle leer? Was der Harz mit Tesla zu tun hat, wissen eh wahrscheinlich nur Sie. Dort nutzt man Oberflächenwasser, hier Grundwasser. Dessen Neubildung wird durch die Fabrik bekanntlich sogar verbessert.

  14. 64.

    Da Stimme ich ihnen zu ! Ich glaube, der Berliner Ring sollte schon zur WM 2006 komplett 6 Spurig ausgebaut sein. Durch BER oder sonstige Pleiten, war irgendwie kein Geld da. Da hätte man nach einem perfekten Industrie-Areal, an der gesamten A10 schauen können. Das heutige Problem ist wahrscheinlich, das nur der Südliche und der östliche Ring, vernünftig ausgebaut sind. Im Norden, sind sie dabei, im Westen fangen Sie in ein paar Jahren, erst an. Brandenburg hat, wie immer, alles schön verpennt. Die Leidtragenden, sind die Grünheider, aber ich glaube, das mit Tesla wird einfach durchgezogen. Viele Grüße aus Falkensee.

  15. 63.

    Inhaltlich stimme ich Ihnen zu. Nur warum soll es nur für Ostbrandenburg eine Zukunft geben und warum gerade in Grünheide? Es gibt doch genügend freie Flächen, am gesamten Berliner Ring! Überall stehen alte Fabrikhallen leer. In ein Wasserschutzgebiet gehört k e i n e Fabrik. Sehen Sie sich die Klimaschäden und den Wassermangel im Harz an.

    Alte Fabrikhallen könnten abgerissen werden und im näheren Umfeld könnte der Wohnungsbau angekurbelt werden.

  16. 61.

    Kommen Sie mal nach Erkner zum Heimatfest; da sind junge Familien mit Kindern aus Erkner nun wirklich keine Seltenheit. Sie könnten auch den rechts stehenden Herr n auf dem 2. Foto anrufen. Den kennt in Erkner jeder. Neugierig geworden ?

  17. 60.

    Tesla ist ein Weltunternehmen und wird Mitarbeiter aus der ganzen Welt in die Region ziehen. Wenn ich mir die Fotos mit den Ü60-Demonstrationen hier im Artikel anschaue ist das auch dringend notwendig. Wenn Ostbrandenburg eine Zukunft haben soll brauchen wir die Zuwanderung von jungen, neugierigen und weltoffenen Menschen, je internationaler umso besser. Die umliegenden Gemeinden sollten hier aktiv Marketing betreiben und Grundstücke für den Wohnungsbau bereitstellen.

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