20.02.2020, Brandenburg, Grünheide: Ein Schild mit der Aufschrift «Betreten verboten!» ist an einem Zaun vor gerodetem Kiefernwald auf dem Gelände der künftigen Tesla Gigafactory zu sehen (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: ZB

Streit um "Tesla-Wald" - Grüne Liga scheitert offenbar mit Vergleich um Rodung

Im Streit um die Rodung des Waldes auf dem Tesla-Gelände in Grünheide hat es laut eines Berichts ein Vergleichsangebot seitens der Grünen Liga an Tesla gegeben. Im Fall von Ausgleichsmaßnahmen würde sie ihre Klage zurückziehen - doch der Vergleich scheiterte.

Die Grüne Liga Brandenburg ist nach ihrer Beschwerde gegen die vorzeitige Rodung für die Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla laut einem Bericht mit einem Vergleichsversuch gescheitert.

Wie die "B.Z." am Donnerstag schreibt, wollte Grüne-Liga-Chef Heinz-Herwig Mascher das Vorgehen gegen die Rodung zurückziehen, wenn Tesla umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen für den Eingriff in die Natur bezahle. Verhandlungskreise bestätigten der Deutschen Presse-Agentur das Scheitern des Vergleichs.

VLAB-Vorstand wohl nicht einig

Der Umweltverband Grüne Liga Brandenburg und der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz (VLAB) in Bayern hatten die Rodung auf dem Gelände stoppen wollen. Das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) wies die Eilanträge beider Verbände jedoch in der vergangenen Woche ab. Die Grüne Liga legte dann Beschwerde ein, das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg untersagte danach vorerst die Waldrodung. Auch der Verein aus Bayern hatte eine Beschwerde eingereicht.

Der Grund für das Scheitern des Vergleichs ist laut dem Bericht, dass der VLAB seine Beschwerde nicht zurücknimmt, weil nur zwei von vier Vorstandsmitgliedern dem Vergleich zugestimmt hätten.

Tesla will mehr aufforsten

Tesla muss für die Rodung andernorts die gleiche Fläche Bäume wieder aufforsten. Die Flächen dafür sind über ganz Brandenburg verteilt. Der Konzern hat zudem angekündigt, die Pflanzung von mehr Laubbäumen in bereits bestehenden Kiefernwäldern zusätzlich zu den neuen Wäldern zu bezahlen. Zudem sollen Tiere wie etwa Insekten oder Reptilien umgesiedelt und mit Schutzzäunen ferngehalten werden.

Der US-Elektroautobauer will in Grünheide bei Berlin ab nächstem Jahr rund 500.000 Elektrofahrzeuge im Jahr bauen. Wegen des Beginns der Vegetationsperiode sollte die Rodung auf dem Gelände bis Ende Februar abgeschlossen sein. Das Landesumweltamt hatte den vorzeitigen Beginn des Bäumefällens gebilligt, die komplette Genehmigung für den Bau der Fabrik steht aber noch aus.

 

Sendung: Brandenburg Aktuell, 20.02.2020, 19:30 Uhr

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18 Kommentare

  1. 18.

    Hallo, lesen Sie bitte mal den Wikipedia-Artikel zum VLAB.

    Gegen Energiewende. Gegen Windräder. Für Kohle- und Atomstrom. Gegen Tesla.

    Stecken mit Klimawandelleugnern unter einer Decke.

    GEGEN TESLA aus Prinzip.

  2. 17.

    Das Klagerecht bei solch großen und sehr wichtigen Infrastruktur Projekten, wo es um tausende Arbeitsplätze in Brandenburg geht, sollte eingeschränkt werden. Es kann ja nicht angehen, das gegen jedes größere Projekt in Deutschland, einfach nur aus Klagewillen heraus, geklagt wird.

  3. 16.

    Aber, Auch Sie in München, müssen doch zugeben, das, es nicht sehr viel mit Demokratie zu tuen hat, das ein Bayerischer Umweltverband, mit Bayerischen Interessen und einem Ableger in Brandenburg, das dieser Bayerische Interessenvertreter, eine Industrieansiedlung am Berliner Stadtrand verhindern möchte. Diese Tesla-fabrik, ist für ca. 10000 bis 20000 Menschen in der Region sehr wichtig, also für den Unterhalt tausender Familien. Es sind aber keine 10000 bis 20000 Menschen betroffene Anwohner. Also welche Demokratie, meinen Sie denn ? Die Demokratie der Mehrheit, oder die Demokratie Klagefreudiger Natur- und Umweltschützer ??? Wir in der ehemaligen DDR, hatten schon eine ,Demokratie der Alten Herren, jetzt benötigen wir auch mal wieder Industrie-Arbeitsplätze und zwar sehr viele.

  4. 15.

    Demonstrieren Sie in München, mal gegen Tausende Arbeitsplätze bei BMW und am Münchner Flughafen. Aber lassen Sie die Finger, von unseren Arbeitsplätzen in Brandenburg. Und vergessen Sie dabei auch nicht, gegen die sinnlose Vernichtung von Tieren, in den Münchner Biergärten und Fressfesten vorzugehen. Die Tesla-fabrik, ist wichtig für Brandenburg und die Arbeitsplätze sollen in Brandenburg bleiben. Also, bringen Sie Ihren Mitbürgern in Bayern erstmal Ökologie und Tierwohl bei, danach dürfen Sie sich um Brandenburger Arbeitsplätze kümmern. Viele Grüße Herr Kaiser, aus der Hauptstadtregion nach Bayern.

  5. 14.

    Der Begriff "Ökodiktatur" ist ein Beleidigung für alle Menschen auf dieser Erde, die in einer Diktatur leben.

    Im Gegenteil: Wer Rechtswege, deren Nutzungen einem gerade nicht gefallen, für entbehrlich hält, redet selbst einer Diktatur das Wort.

  6. 12.

    Sicherlich gibt es viele berechtigte Klagen gegen Umweltzerstörung. Genauso gibt es obskure Umweltverbände die in Deutschland gegen jedes Projekt klagen, ohne Rücksicht auf den Willen der Bevölkerung oder den Nutzen den ein Projekt haben könnte. Dies vermutlich um die Beklagten zu einem Vergleich zu zwingen von dem dann vordergründig die Natur profitieren sollte, tatsächlich aber wohl eher dem Wohle des Vereins und dessen Vorstandsmitgliedern dient.

    Ich nenne das Verhalten so einiger Vereine und Verbände“Ökodiktatur“ und hoffe das dass Klagerecht diesen Vereinen entzogen wird

  7. 11.

    "offenbar"
    nicht offenbar, sondern SCHEITERT.

  8. 10.

    Es gibt ein Regelwerk für die Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen. Darin wird bewertet, wie die Bodenversiegelung, das Fällen von Bäumen, die Emissionen, die Veränderung des Landschaftsbildes etc. zu bewerten sind. Ebenso gibt es Punkte für die Kompensationsmaßnahmen.

    Wenn von Herrn Mascher und seine Symphatisanten hier die Einhaltung des geltenden Rechtes verlangt wird und wegen einer angeblichen Vorzugsbehandlung geklagt wird, gilt das umgekehrt auch für Tesla. Hier zeigte sich, dass Herr Mascher mit eben diesem Recht nicht einverstanden ist und er mehr wollte. Damit ist er zumindest im Eilverfahren gegen die Rodung dieses Nutzwaldes von gerichtsbestätigter minderer Qualität gescheitert. Es ist eben nicht der Grunewald geschweige den der Hambi.

  9. 9.

    Als geeignete Ausgleich-Massnahme, könnte man ihr Grundstück oder ihre Wohnung schon mal als erstes entsiegeln. Des weiteren die Zufahrtstrasse zu ihrer Wohnung oder ihrem Grundstück. Ihren Arbeitsplatz und den ihrer Angehörigen kann man auch wegrationalisieren und ihre Rentenansprüche werden auf andere Bürger übertragen.

  10. 8.

    Nun, die Ausgleichsmassnahmen bestehen lediglich in Aufforstungen von Flaechen, die bislang unbekannt sind. Nun ist die Errichtung des Werks mit grossflaechigen Bodenversiegelungen verbunden. Hiefuer wird jedoch kein Ausgleich geleistet, d.h. es werden keine Flaechen vergleichbarer Groesse entsiegelt. Vom oekologischen Standpunkt sind die Ausgleichsmassnahmen daher voellig unzureichend. Und was das Investitionsvolumen angeht, so hat Tesla ja zum einen das Grudstueck quasi geschenkt bekommen, zum anderen bereits Foerdermittel in Hoehe von 100 Mio Euro beantragt. Ob nun tatsaechlich so viele Arbeitsplaetze wie angekuendigt entstehen, ist auch noch fraglich. Daher erscheint die Klage der Umweltverbaende durchaus nachvollziehbar.

  11. 7.

    Aus der BZ: 20. Februar 2020 21:23 Aktualisiert 21:32
    Grünes Licht für die Tesla-Autofabrik in Grünheide (Brandenburg)! Das Berliner Oberverwaltungsgericht (OVG) wies am Donnerstagabend die Beschwerde zweier Umweltvereine gegen den vorzeitigen Baustart zurück.

    Mal schauen, was sonst noch wie z.B: auf der Sondersitzung der Grünen Liga am heutigen Abend passiert.

  12. 6.

    Grünheide ist in ganz Brandenburg, der am besten geeignete Industrie-Standort. Totale Berlin,-Nähe, Bahnanbindung nach Berlin, sehr gute Erreichbarkeit von LOS,MOL,LDS,FF,Berlin und Polen.

  13. 5.

    Gibt es da noch was umzusiedeln (Insekten und Reptilien)? Die gerodete Fläche sieht aus wie ein militärischer Truppenübungsplatz nach Panzermanövern.

  14. 4.

    Wer das Recht (zu klagen) für sich in Anspruch nimmt, kann von anderen auch nicht mehr verlangen als das, was Recht ist (in Bezug auf Ausgleichsmaßnahmen).

  15. 3.

    Kein Kommentar mehr zu diesem geltungsbedürftigen Spinner.

  16. 2.

    Viel Glück Tesla!

  17. 1.

    Tesla und Elon Musk, haben sich zu umfangreichen Ausgleichsmassnahmen an Natur und Umwelt bekannt. Es werden n Grünheide, mindestens eine Milliarde Euro investiert. Die Tesla-fabrik schafft 3000 bis 12000 Neue Arbeitsplätze plus Zulieferer. Es sollte jetzt gut sein, mit dieser Klagerei.

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