Blick auf die Baustelle der Tesla Gigafactory in Grünheide (Quelle: dpa/Patrick Pleul).
Bild: Patrick Pleul

"Spiegel"-Bericht - Tesla-Zulieferer beantragt Ausnahme von Lkw-Fahrverbot

Ein Zulieferer des US-Elektroautobauers Tesla hat beim zuständigen Landkreis Oder-Spree in Beeskow einen Antrag auf Ausnahme vom Sonntagsfahrverbot für Lkw gestellt. Ein Sprecher des Kreises bestätigte einen entsprechenden Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" [magazin.spiegel.de, Bezahlangebot]. Noch sei nichts entschieden, betonte er. Derzeit sei man dazu in der Abstimmung mit dem Land, das mit den entsprechenden Bundesministerien in Kontakt sei.

Es geht dabei um den Lkw-Verkehr zur Tesla-Baustelle in Grünheide. Lastwagen, die zur Fabrik fahren, sollen demnach auch sonntags Bundesstraßen und Autobahnen nutzen dürfen. Tesla-Chef Elon Musk habe dafür bereits Gespräche mit den zuständigen Ministerien geführt, berichtet der "Spiegel". Tesla selbst möchte die Ausnahme vom Sonntagsfahrverbot erreichen, bestätigte der Sprecher des Kreises rbb|24 am Dienstag auf Nachfrage. Weil das Unternehmen aber nicht selbst die Lkw auf die Straße schicken würde, sondern die Laster im Auftrag eines Zulieferers fahren würden, kann nur der Zulieferer selbst den Antrag stellen.

400 Eingaben gegen Autofabrik

Die Verantwortlichen im Bundesverkehrsministerium und im Brandenburger Verkehrsministerium stehen der Idee laut Medienberichten eher ablehnend gegenüber, dem Autohersteller eine Sondererlaubnis zu gewähren. Bei den Lkw, die das Baugelände ansteuern, soll es sich um konventionelle, mit Diesel betriebene Fahrzeuge handeln.

In Grünheide im Kreis Oder-Spree will Tesla ab Sommer 2021 mit der Produktion starten. Beantragt ist nach Angaben des Umweltministeriums eine Kapazität von zunächst 500.000 Autos im Jahr. Einige Naturschützer, etwa aus dem Fürstenwalder Ortsverband des Nabu, und Anwohner laufen seit Monaten Sturm gegen das Projekt.

In einem Verfahren zur Beteiligung der Bürger waren insgesamt rund 400 Einwendungen gegen den Bau der Fabrik eingegangen. Wie das Landesumweltamt am Freitag mitteilte, geht es dabei in erste Linie um die Frage des Gewässerschutzes und der Trinkwasserversorgung. Bedenken gebe es aber auch wegen der geplanten Waldrodung und der Verkehrsbelastung. Nach Ablauf der Einwendungsfrist hieß es aus dem Landesumweltamt, man rechne bislang nicht damit, dass es aufgrund der Einsprüche zu einem Baustopp komme.

Sendung: Antenne Brandenburg, 07.09.2020, 13:15 Uhr

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75 Kommentare

  1. 75.

    Bundesautobahnen und Bundesstraßen sind doch für die Wirtschaft da, in anderen Berufen gibt es auch keinen Sonntag. Das sollte deshalb auch der Bund entscheiden. Der baut und unterhält ja auch diese Strassen und Autobahnen.

  2. 74.

    Es soll sogar Pendler aus Brandenburg geben !!! Die fahren nach Berlin zum Geldverdienen. In Berlin gibt es nämlich ,, ein paar Groschen,, mehr pro Stunde und mehr und bessere Jobs. In Brandenburg werden neue innovative Industrien nämlich blockiert bzw. verhindert. Pendler kommen sogar aus Brandenburg selbst !!! Da wäre Tesla mal wirklich ein Anfang, um Dieses Pendeln abzuändern.

  3. 73.

    Berlin und Brandenburg haben zusammen mehr als 6,2 Millionen Einwohner. Seit der Wende, wurden in Berlin und in Brandenburg unzählige Industrie Arbeitsplätze abgebaut. Medikamenten Rückstände und Rückstände der Agrarindustrie in unserem Wasser kommen nicht durch Tesla. Tesla schafft mehrere tausend Industrie-Arbeitsplätze und das Land Brandenburg, hat durch Investitionen in den Wasserhaushalt, das Wasser für dieses Elektro-Autowerk bereitzustellen. Arbeitsplätze kommen nicht ohne Förderungen und Unterstützung nach Ostbrandenburg und auch nicht nach Südbrandenburg. ,,Ohne Moos ist nunmal nichts los,,.

  4. 72.

    Ihre Phobie gegen Pendler aus dem Osten blitzt auch hier wieder mal hervor. Dabei blenden Sie völlig aus, dass man nach Berlin nicht nur ein- sondern auch von dort auspendeln kann. Der Name "Giga Berlin" zeigt immer noch deutlich eine wichtigen Grund für die Standortentscheidung auf.

    Warum soll ein Industriebetrieb nicht das gleiche oder sogar mehr Recht für sich beanspruchen dürfen wie die Gartenbesitzer? Was hat den größeren volkswirtschaftlichen Nutzen? Der schön grüne Rasen oder Arbeitsplätze, damit Menschen in Lohn und Brot stehen. Ich bin noch zu jung als dass ich mir sicher sein kann, dass meine Rente sicher ist.

    Medikamentenrückstände sind ein relativ neues Problem, Industrieabwässer wurden schon in der alten Bundesrepublik vorbehandelt, so dass sie der öffentlichen Kanalisation und letztendlich dem Vorfluter zugeführt werden können. Das kann man übrigens auch in den ausgelegte Unterlagen von Tesla nachlesen.

  5. 71.

    Was möchten sie denn nun? Mehr Einwohner, die ein Zeichen der Entwicklung sind? Mehr Qualifizierte Mitarbeiter? Sie verbrauchen nunmal Wasser... oder rechnen sie mehr mit Pendlern aus dem östlichen Teil? Dann bleibt natürlich mehr Wasser für ein privates Unternehmen, welches ihrer Meinung das unanfechtbare Recht auf Wasser hat? Das eine bedingt das andere. Im übrigen habe ich den Eindruck, der natürliche Wasserkreislauf bezieht sich nur auf Trinkwasser bis zum Eingang der Fabrik. Danach ist egal, wird schon irgendwie regeneriert. Das technisch nicht alles möglich ist, zeigen die allein die Medikamentenrückstände. Die auch ein klärwerk nicht gefiltert bekommt. Ach ich vergass, es wird ja die umweltfreundlichste Giga Fabrik aller Zeiten. Glückwunsch den Aktionären, ich hoffe, der Gewinn ist ausreichend.

  6. 70.

    Bewässerung einzelner Gärten ??? Brandenburg hat mehr als 2,5 Millionen Einwohner. Mittlerweile, dürfte der Anteil beim Eigentum an Immobilien, bei ca. 50 Prozent liegen. Das sind dann bedeutend mehr, als ein paar einzelne Gärten.

  7. 69.

    Wer sich glaubhaft Sorgen um zu wenig Trinkwasser macht, sollte das nicht in seinen Garten kippen und zum Großteil verdunsten lassen. Im Gebiet der "Chemisch verseuchten Industriewasserverbrauch" ist dabei mal wieder eine Ihrer üblichen Übertreibungen. Das Wasser vor vor der Einleitung in den Vorfluter gereinigt. Mehr Informationen dazu kann man den immer noch im Internet ausgelegten Unterlagen entnehmen. Das ist Stand der Technik und bereits in der alten Bundesrepublik praktiziert, während es andernorts oftmals die Planerfüllung behinderte und unterblieb.

  8. 67.

    So grosse Investitionen sind halt extrem selten geworden in Deutschland. Auch für Siemens hat der Senat plötzlich sein Mikado-Spiel abgebrochen.

    Auch wenn Sie es weiterhin nicht akzeptieren wollen, so ist der 8a immer noch geltendes Recht, wird aber ansonsten ohne Medienhype gezogen.

    Dass die Strassenbäume in Berlin gegossen werden sollen, ist zwar richtig, doch hinkt der Vergleich mit Nutzwäldern.

  9. 66.

    ... das Beispiel Tesla in Brandenburg wird Schule machen. Jedoch im negativen Sinne. Das bedeutet, dass jeder, der in einer gewissen Größe “investieren“möchte, beim Ministerium anfragt und der Rote Teppich ausgerollt wird. Sämtliche vorab notwendigen Maßnahmen wie Umweltverträglichkeitsprüfung, baugrunduntersuchung, das beachten der fristen für demokratischen Vorgänge werden am Beispiel Tesla einfach übergangen. Das kann dann schon mehr Menschen betreffen als die Grünheider. Im übrigen werden selbst in Berlin die Anwohner gebeten, Strassenbäume mit Wasser zu versorgen. Was ist daran nun dramatisch? Wie schon gesagt, das Wasser kommt zurück in den Kreislauf. Solange es nicht in die Kanalisation gelangt, ist auch die Aufbereitung kein Problem. ...

  10. 65.

    Das hatten wir alles schon einmal, Herr Neumann.
    Ihnen ist sogar das Aktenzeichen vom Bescheid über die artenschutzrechtliche Ausnahme für das Tötung der streng geschützten Arten Zauneidechse und Schlingnatter vom 24.02.2020 übermittelt worden.

    Für Beweisfotos verweise ich Sie auf die unzähligen Bilder im Internet. Dort sind sehr schön die Forstfahrzeuge und deren Reifenspuren während der Rodung zu erkennen.
    Die Reptilienschutzzäune wurden erst nach der Rodung im März aufgestellt, und zwar genau an der Stelle, wo zuvor die Harvester ihr Unwesen trieben.

  11. 64.

    Nicht nur einzelne sondern die ganze Gegend und das ganze Land Brandenburg profitiert davon. Die einzustellenden Arbeitnehmer, Dienstleister, Geschäfte.. Manche nehmen nur das wahr, was sie hören und lesen möchten.
    Von so ein paar LKW geht die Welt nicht unter.

  12. 63.

    Die Zauneidechesen wurden während der Rodung nicht "abgebaggert". Die Fotos des RBB, dass die Harvester deren potentielle Habitate nicht befahren haben, kennen auch Sie. Können Sie die Behauptung zur angeblichen Ausnahmegenhmigung zu deren Tötung belegen? Ich habe nie behauptet,dass der Wald steril sei, sondern vielmehr Sie mehrfach darauf hingewiesen,dass selbst die Naturschutzverbände Ihre Behauptung zu den Reptilien nicht in den Einwänden aufgeführt haben, weil die nichts davon wissen.

    Wie kommen Sie auf Millionen Menschen? Volkswirtschaft ist offensichtlich nicht Ihr Thema.

    Der bewässerte Rasen führt zu höherem Trinkwasserverbrauch, was die WSE kritisiert und nicht wie Sie auf die leichte Schulter nimmt. So lange man einen persönlichen Vorteil hat, darf man alles mögliche tun, aber wehe, dieser direkte Vorteil ist nicht gegeben. Tesla rodet Bäume und ist deshalb böse, man selber darf sich aber ein Häuschen im Grünen bauen etc.

  13. 61.

    Also ist ihnen die ungehinderte Produktion mit dem zu erwartenden Gewinn Einzelner wichtiger und gesellschaftlich auf höherer Stufe als das Allgemeinwohl von Millionen von Menschen? Der normale Bürger hat also weniger Rechte auf sauberes Trinkwasser als die Industrie? Selbst wenn der Garten damit bewässert wird, wird das Wasser damit weder verunreinigt noch aus dem Kreislauf entfernt. Das sieht bei lackierung, batterieproduktion und anderen industriellen Vorgängen wohl anders aus. Und warum geht es um “das in Kauf genommene Töten geschützter Tierarten“? Dafür gab es sogar eine Ausnahmegenehmigung somit konnten Zauneidechse und Schlingnatter noch vor beenden ihrer Winterruhe bequem abgebaggert werden. Sie können noch so vehement behaupten, der Wald sei steril!

  14. 59.

    Komisch, dass Ihre Reptilien nicht in den Einwendungen der Fachleute von den Naturschutzverbänden auftauchen. Hauptprodukte der PCK sind Treib- und Heizstoffe, nicht Ausgangsmaterialien für Kunststoffe wie Sie nachweislich falsch behauptet hatten. Zudem weigern Sie sich,den Wasserbrauch von Tesla in Relation zu anderen Verbrauchern zu setzen. Dann wird aus dem vermeintlichen 6er der Fabrikgegner im Lotto gerade mal ein 4er wie der, der in den Gärten landet.

  15. 58.

    Dabei sollte jedem klar sein, dass dann auch sonntags auf der Baustelle gearbeitet wird.
    Irgendjemand muss schließlich den Krempel, der hier ins Naherholungsgebiet gekarrt wird, vom LKW holen.
    Ich bin schon jetzt auf die Begründung der Entscheidungsträger gespannt, denn eines ist klar, wer mit dem Rücken zur Wand steht, kann sich keine Entscheidung zu Ungunsten des „Klimaretters“ leisten. Denn, wie hieß es neulich, wer „A sagt muss auch Tesla“ sagen.

  16. 57.

    Hallo Gerhard,

    die Überschrift haben wir geändert, weil sich die Sachlage geändert hat. Der Wunsch kam von Tesla, den konkreten Antrag gestellt hat ein Zulieferer. Die Gründe dafür haben wir in der aktualisierten Version dieses Beitrags nochmal deutlicher aufgeführt.

    Beste Grüße,

    Ihre Redaktion

  17. 56.

    @rbb warum wurde die Überschrift des Berichts umbenannt? War es nicht E. Musk gewesen, der um die Ausnahmegenehmigung gebeten hat? Jetzt sollen es die Zulieferer sein? In welcher Form? Geschlossen in einer E Mail? Es sind bestimmt mehr als zwei oder drei Zulieferer...Leider tut das Treffen Musk mit Woidke und Steinbach sein Übriges welches auf Mauscheleien und internen Absprachen schließen lässt. Fernab demokratischen und gesetzlichen Vorgängen. Ich kann auch nicht anders, als davon auszugehen, dass dies nicht das erste Treffen zum besprechen der“ Vorgehensweise“ beim möglichst schnellen Bau unter Ausschluss der “Öffentlichkeit“ ist?

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