Tesla © AP Photo/Christophe Ena
Audio: rbb-Inforadio | 24.01.2020 | Andreas Oppermann | Bild: AP Photo/Christophe Ena

Kommentar | Grünheide - Kein Wort von Tesla

Die geplante Elektroauto-Fabrik von Tesla in Grünheide entzweit die Anwohner. Die einen freuen sich über neue Chancen, die anderen sehen ihr Umfeld in Gefahr. Aber: Egal was passiert - Tesla schweigt dazu. Ein Kommentar von Andreas Oppermann

In Grünheide wird wieder demonstriert - für die geplante Fabrik von Tesla und dagegen. Inzwischen ruft auch der örtliche Naturschutzbund Nabu dazu auf, gegen die Produktionsstätte für E-Autos auf die Straße zu gehen. Was für die einen ein Coup ist, der enorme Chancen für die Region und ganz Brandenburg eröffnet, ist für die anderen eine Bedrohung ihres Umfeldes und der Natur vor Ort. 

Das ist eigentlich nicht überraschend. Erstaunlich ist aber, wie der Investor kommuniziert - nämlich nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Tesla spricht zwar hinter verschlossenen Türen mit Umwelt- und Naturschützern. Erst am Donnerstag gab es ein solches Gespräch in Hangelsberg; kommenden Mittwoch soll es ein weiteres in Potsdam geben. Aber zur Bürgerversammlung am Freitagabend in Grünheide kommt kein Vertreter der Firma.

Es gibt zwar ein Infobüro in der Gemeinde. Aber das hat nur mickrige vier Stunden in der Woche geöffnet  – und auch das nur für vier Wochen. In dem Büro arbeitet auch niemand von Tesla, sondern Mitarbeiter einer beauftragten Agentur.  

Tesla muss die Antworten selbst geben

Mit dieser Nicht-Kommunikation schadet sich Tesla selbst. Sie bietet den Raum, in dem Gerüchte, Halbwahrheiten und sogar Verschwörungstheorien gedeihen. Natürlich haben die Bürger vor Ort Fragen an die Firma, die aus ihrem Naherholungsort Grünheide ein europäisches Zentrum für die Produktion für Elektroautos machen will. Die Fabrik wird die Region verändern. Genau darüber muss Tesla mit den Anrainern sprechen. Das kann der Konzern nicht der Brandenburger Landesregierung oder dem Bürgermeister überlassen.

Wahrscheinlich gibt es auf viele Fragen auch gute und befriedigende Antworten. Aber die muss der Investor selbst geben. Nur dann kann Vertrauen wachsen.

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23 Kommentare

  1. 23.

    wenn die deutsche Bürokratie sich hartnäckig zeigt, wird Tesla sich aus Grünheide verabschieden und weiterziehen.
    Ost-Eiuropa hat auch schon Angebote gemacht.
    Andere Mütter haben auch schöne Töchter.

    Armes Bürokraten-Deutschland.

  2. 22.

    Da ist doch selbst die Demokratie in der Bundesrepublik, manchmal am Ende. Zum Schluss weiß doch niemand mehr, wer hat wirklich etwas zusagen oder wer ist der alte Nachbar, der sowieso immer Nein sagt. Und hinter dem nächsten Baum, wartet sowieso schon eine Bürgerinitiative. Es interessiert auch niemandem mehr, wieviele Menschen neue Arbeitsplätze bekommen, oder neue und bessere Infrastruktur. Keiner berechnet mehr die Vorteile einer Ansiedlung für eine gesamte Region Oder-Spree, für ganz Brandenburg und auch für Berlin. Wenn hundert oder zweihundert Menschen, 1 oder 2 Bürgerinitiven und dazu noch Naturschutzinitiativen, laut IHRE MEINUNG kundtuen, sind Arbeitsplätze, positive Einwohnerentwicklungen, höhere Kaufkraft und damit mehr Läden und Geschäfte, bessere Infrastrukur und viele andere Vorteile gleich vergessen. Und Fördermittel, preiswertes Bauland, preiswerte Mitarbeiter und den Osteuropäischen Absatzmarkt, bieten auch andere Regionen und Länder mit Freuden.

  3. 21.

    Ihr Eindruck, ist da vollkommen richtig, Es soll sehr vieles, einfach verhindert werden. Armes und Altes Deutschland.

  4. 20.

    Auch wenn Tesla mit den Leuten in Brandenburg reden würde, würde nicht mehr herauskommen, weil am Ende hat man einfach den Eindruck, es soll alles verhindert werden, nimbys halt, armes Deutschland.

  5. 19.

    Es gibt aber Wasserschutzgebiete und solche Gebiete, die es nicht sind. Das ist der feine Unterschied und der Grund für den Alarm, der hier berechtigterweise geschlagen wird.
    Und @Wolfgang: ja, Geheimniskrämerei, Intransparenz und Nichteinbeziehung verursachen Skepsis und Ablehnung. Das Gegenteil würde vielleicht zu einer anderen Reaktion führen.

  6. 18.

    Wie kommt es nur, dass ich immer wieder nach dem lesen bestimmter Zeilen an den Schnitzler in der DDR denken muss ? Im letzten Absatz schreibt der Herr Neumann über einen kleinen Hyunday i 10. Der Bürgermeister von Grünheide ist im PANORAMA-Beitrag mit seinem dicken VOLVO zu sehen. Der wird doch wohl nicht mit dem RE-1 nach Potsdam fahren ? Wer sündigt also ?

  7. 17.

    BMW zog sich auch nach der tieferen Überprüfung der vorhandenen Infrastruktur zurück. Kaum Htels, keine Privatschulen auf die ja viele Besserverdiener nun auch hier heute wert legen. Die Bahnstrecke nach Frankfurt / O war noch nicht ausgebaut-heute Tempo 160 ! Es war eben noch alles zu dörflich. Auch BMW braucht Energie u. Wasser-u. Abwasserleitungen. Ganz schön weit bis Münchehofe. Herr Neumann; Sie beherrschen die "Kunst des Weglassens ".

  8. 16.

    Die SPD fördert also unsoziale Arbeitsbedingungen, Umweltzerstörung und einen Kapitalisten, der seine Umsätze nach USA tranferiert um dort umweltzerstörerische Raketen und Satellitenschrott zu produzieren.
    Glückwunsch an alle, die Elon Musk so willfährig hinterherrennen.
    Erinnert ein wenig an die Geschichte des Rattenfängers von Hameln, oder täusche ich mich?

  9. 15.

    Tesla ist nur ein Mittel für Hr. M., seinen Profit zu maximieren und wer Tesla als Umweltheilsbringer erklärt, der sollte erstmal Musks andere Projekte betrachten ob diese auch so schön Umweltverträglich sind: das Weltraumprogramm, seine geplanten tausende von Satelliten usw.
    Werden die von Katapulten ganz ohne Emmissionen ins All geschickt? Herr Musk ist ein doppelzüngiger Blender und wird als goldenes Kalb verehrt - das der SChweigen verordnet ist doch klar.
    Was interessieren ihn seine Autos? Alles nur Mittel zum Zweck - Umweltschutz ist vorgeschoben und nicht wert.

  10. 14.

    Die berechtigt gestellten Fragen haben in unserer parlamentarischen Demokratie die gut bezahlten Abgeordneten mit sehr guter Altersvorsorge sorgsam zu prüfen. Im Land Brandenburg haben wir einen grünen Umweltminister. Ich gehe davon aus dass besonders er die Interessen seiner Wählerschaft und die der Umwelt bzw. des Klimas vertritt. Das verkünden ja alle führenden Grünenpolitiker lautstark. Damit ist die Angelegenheit für mich erledigt.
    Wie man an den Verkaufszahlen sieht ist die Nachfrage an individueller Mobilität ungebrochen. Ich möchte weiterhin aus dem ländlichen Bereich 24 Stunden am Tag spontan und individuell u.a. in einen anderen ländlichen Bereich gelangen. Und wenn es nach der Berliner Umweltsenatorin geht brauche ich für die Berliner Innenstadt möglicherweise bald ein Elektrofahrzeug. Also benötigen für Elektrofahrzeuge.

  11. 13.

    Grünheide war bei BMW realtiv gut im Rennen, schaffte es dann aber nicht in die Endauswahl. Gegen das Werk sprachen vor allem zwei Punkte
    - Die etwas größere Entfernung zum Werkverbund in Süddeutschland
    - der Widerstand der NIMBYs, den es in Leipzig nicht gab.

  12. 12.

    Die Protestler haben die Demokratie nicht verstanden.
    Die (Landes)Regierung (also Vertreter aller Brandenburger Insassen) hat die Genehmigung erteilt. Wozu sollten sich Tesla ink. Subs mit zu spät, aus dem Mußtopf kommenden Bedenkenträgern da herrumärgen? Das ist das was Tesla hier wieder absolut richtig macht, man darf sich nicht in die Suppe quatschen lassen.
    Fabrikplanung, Landererwerb, Zustimmung und Los. Die Gegener besitzen das Land nicht mehr, ganz klare Sache.

  13. 11.

    Wie umweltfreundlich ist die Produktion von Kraftstoff?
    Die Akkus halten i.d.R. wesentlich länger und können danach noch z.B. in stationären Anlagen eingesetzt werden.
    Da Recycling der Akkus ist technisch möglich. Es besteht bisher jedoch kaum Bedarf.
    Panasonic kommt mit sehr wenig Kobalt - mit weiter abnehmender Tendenz - aus.
    Leider gibt es nur wenige Orte mit reichen Erz-, Bauxit- UND anderer Erzvorkommen am gleichen Ort. Deshalb werden Zwischenprodukte bei jeder Fabrik angeliefert. Gehen Sie in einen Supermarkt oder kaufen Sie alle Lebensmittel direkt vor Ort beim Erzeuger? Die Anfahrt müsste dann natürlich mit dem Rad erfolgen.

    Es ist doch geradezu scheinheilig, wenn so manche Berlinerin oder so mancher Rüdersdorfer nicht auf die eigenen CO2-Schleuder verzichten will, die im Hinterhof eines anderen im Ausland produziert wurde, wo oft wesentlich laschere Umweltgesetze gelten.

  14. 10.

    Sie irren gewaltig! In der realen Welt sieht die Rechtslage anders aus. Er darf dort eben nicht alles tun und lassen was er will. Für z.B. einen Brunnen braucht er eine Genehmigung einschl. Festsetzung der max. Fördermenge wie es auch Beschränkungen nach oben hin gibt und die Emisssionen genehmigt werfen müssen.

  15. 9.

    Der Elon hat halt einfach ein Stück Land gekauft, wo ihm jetzt vom Erdmittelpunkt aus bis ins Weltall alles gehört. Und wo er keine weitere Verantwortung hat, denn Eigentum verpflichtet hier in Deutschland zu gar nix. Er kann Wasser abziehen, so viel er will. Niemand verbietet einem, den Hahn aufzudrehen. Und die Wasserversorger MÜSSEN liefern. Er kann Abwasser in den Kanal pumpen. Auch ganz viel. Und die Gemeinde muss dafür sorgen, dass es in welcherm Ausmaß auch immer wegkommt. Er kann das Grundstück bebauen, wie er will. Klein Manhattan drauf setzen, oder ein Bergwerk mit Kohlekraftwerk. Er kann dort auch Artemis II hinsetzen. Oder Vegas.

    Oder eine Autofabrik.... wo er eine Kläranlage auf dem Grundstück hat, um Brauchwasser aus Abwasser zu gewinnen. Ein klimaneutrales Werk könnte er dort bauen. Muss man nicht machen, kann man aber.

    Und, welches Szenario wählst Du, Elon?

  16. 8.

    Ich pflichte Karsten (Kommentar 2)bei. Die Tatsache ist und bleibt die bittere Erkenntnis, das bei der Herstellung eines E-Auto's doppelt soviel Umwelt zerstört wird, wie bei der Produktion eines vergleichbaren Gefährts mit Verbrennungsmotor. Schuld sind vor allem die Batterie Rohstoffe wie Lithium und Kobalt, die in ihren Abbauregionen für katastrophale Umweltschäden sorgen. Zugleich hat der Akku nur eine begrenzte Lebensdauer von ca 1000 Ladezyklen und somit eine ungefähre Lebensdauer von 6 Jahren. Die Entsorgung der ausgedienten Akkus ist ebenfalls noch nicht geklärt. Die Zuliefererungen für Tesla werden per Schiff und dann auch per Lkw geschehen. Das die Gigafabrik ein Jobwunder für Brandenburg wird ist auch mehr als zweifelhaft.

  17. 7.

    Ja ein Ausbau von Bahnstrecken wäre schön.Dummerweise sind genau dort auch wieder NIMBYS am protestieren.
    Brennernordzulauf
    Bad Saarow- Pieskow
    Darssbahn
    Dresdener Bahn

    Wenn man sich die A12 anschaut, wäre es dringend geboten, auch die Bahnstrecke Köpenick-Frankfurt/Oder auszubauen, viel Spaß dabei.Und das Tesla Werk wird auch mit viel Eisenbahn beliefert werden.Macht jeder Autohersteller in Deutschland so.

  18. 6.

    BMW wurde nicht vergrault. Als die die Infrastruktur damals abcheckten erkannte man Defizite, die so schnell nicht zu beheben waren. Als Fürstenwalder, der Sie sind erwarte ich von Ihnen wahrheitsgemäße Ausführungen. An eine US-Firma und dann noch TESLA verkauft man kein Wasserschutzgebiet mit all den Begleiterscheinungen. TESLA ist verdammt geil auf dieses Gebiet; erhofft sich billige Arbeitskräfte und viel Gewinn. Die Marsflugspinnereien sind für denkende Bürger ein Warnsignal. Benötigt der überhaupt Zulieferer oder kommt alles aus USA ? Der BM von Grünheide weiss das auch nicht ? Die Gewerkschaft erwartet keine ruhige Zeit-gelinde formuliert.

  19. 5.

    In Zeiten des Klimawandels sind die einzigen berechtigten E-Autos Lieferwagen und Wagen für Handwerksbetriebe. Es erschließt sich einem nicht, dass hier Luxus--SUVs gebaut werden müssen. Anstatt mit Zügen soll Brandenburg aufwendig mit Ladestationen bestückt werden. Wieso ist denn der Ausbau der Bahn nicht die ganz große Chance für Brandenburg?Können die Leute, die 20 000 und mehr in ein E-Auto stecken das nicht in die Bahn stecken? Sie bekommen dafür lebenslang Bahncard 50 und ein Votum welche Strecken besonders verbessert werden sollen oder sie bekommen den Ausbau des Gepäcktransports, vielleicht können sie Bus und Bahn in den jeweiligen Städten kostenlos nutzen u.ä.? Was wollen die Autokäufer und wie kann man das auf die Bahn übertragen, als Leistung, die von ihnen bezahlt wird. Und zwar eine Leistung die den Vorteilen des Autos ähnlich sind.

  20. 4.

    Die Ansiedlung von innovativen Arbeitsplätzen ist immer ein Gewinn für die Region.
    Das Grünheide versuchen wird das zu verhindern war mir von vornherein klar. So wie sie damals BMW vergrault haben.
    Bei Tesla habe ich aber eine andere Sorge.
    Hoffentlich wird das bei der Geheimniskrämerei kein Reinfall.
    Wenn nämlich überwiegend polnische Arbeitskräfte kommen oder sich die ganze Sache nicht rechnet.
    Hier ist mehr Transparenz gefragt.

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