Ein Schild mit der Aufschrift "Dialog Probleme Lösen Welcome Tesla" steht an einem E-Auto von Tesla in Grünheide (Quelle: dpa/Pleul).
Video: Brandenburg Aktuell | 05.02.2020 | 20 Uhr | Bild: dpa/Patrick Pleul

E-Auto-Fabrik - Hunderte sehen in Brandenburg Unterlagen zu Tesla ein

Seit Januar lagen die Planungsunterlagen für die geplante Tesla-Fabrik in Brandenburg öffentlich aus. Mehrere hundert Bürger haben seitdem einen Blick in die Ordner geworfen. Nun ist noch ein Monat Zeit, um Einwendungen vorzulegen. Bisher ist eine zweistellige Zahl eingegangen.

Mehrere hundert Bürger haben sich seit Januar über die Unterlagen des US-Elektroautobauers Tesla zur Genehmigung der geplanten Fabrik in Brandenburg informiert. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den vier Behördenstandorten, wo sie auslagen.

Gegen das Projekt der Autofabrik regt sich trotz Euphorie auch Kritik. Bisher sei eine zweistellige Zahl an Einwendungen dagegen eingegangen, sagte die Sprecherin des Umweltministeriums, Frauke Zelt. Wer sich dagegen wenden will, hat für Einwendungen bis zum 5. März Gelegenheit, sich beim Landesamt für Umwelt in Potsdam, in den Rathäusern Grünheide und Erkner oder im Amt Spreenhagen zu melden.

230 Bürger nehmen Akteneinblick in Grünheide

Am Mittwoch endete die Frist, um den Antrag von Tesla zur Genehmigung einzusehen. In Grünheide (Kreis Oder-Spree), wo die Fabrik von Tesla entstehen soll, kamen nach Angaben von Bürgermeister Arne Christiani (parteilos) seit Januar rund 230 Bürger zur Einsichtnahme der Akten ins Rathaus. "Es ist angenommen worden", sagte er. In der Stadt Erkner waren es nach Angaben von Sprecherin Daniela Sell rund 120 Interessierte, ins Amt Spreenhagen kamen laut Amtsdirektor Hans-Joachim Schröder um die 40 Bürger. Im Landesamt für Umwelt in Frankfurt (Oder) sahen sich laut Umweltministerium etwa 15 Personen die Akten an.

Tesla will in Grünheide von Juli 2021 an in einer ersten Phase bis zu 500.000 Elektrofahrzeuge im Jahr vom Band rollen lassen. Bedenken gibt es bei Bürgern unter anderem wegen der geplanten Wasserversorgung des Werks. Es braucht den Unternehmensplänen zufolge bis zu 372.000 Liter pro Stunde - das entspricht etwa dem Wasserbedarf einer Stadt mit 70.000 Einwohnern. Tesla will aber den Verbrauch durch verschiedene Maßnahmen senken.

Wasserverband will Fördermenge um 30 Prozent erhöhen

Der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) hatte für Mittwoch zu einer Verbandsversammlung geladen. Dem Verband zufolge ist genug Wasser für die Fabrik vorhanden, allerdings muss das Land die entsprechenden Genehmigungen größere Fördermengen erteilen und die Wasserwerke des WSE müssten ertüchtigt werden. 

Laut den Tesla-Plänen werden in der Fabrik 250.000 Liter Abwasser pro Stunde entstehen. Der WSE teilte mit, diese könnten über eine noch zu bauende Leitung nach Erkner abgepumpt werden und von dort über bereits bestehende Abwasserleitungen ins Klärwerk Münchehofe weitergeführt werden. 

2009 hat der WSE 10,3 Millionen Kubikmeter Wasser gefördert, um den Tesla-Verbrauch zu decken, müsste er seine Förderkapazität um mehr als 30 Prozent erhöhen. Um auch erwartete Bevölkerungszuwächse abdecken zu können, geht der Wasserverband davon aus, dass er im Jahr 2021 18,2 Millionen Kubikmeter Wasser fördern muss. In den vergangenen Wochen hatte der Verband Bedenken zunächst geäußert, ob die Trinkwasserversorgung gesichert ist, wenn die Fabrik kommt.  

Tesla stellt sich Jobinteressenten vor

Zu einer Informationsveranstaltung mit Tesla-Vertretern kamen in Grünheide-Hangelsberg am Mittwoch etwa 150 Gäste. "Wir wollten, dass sich das Unternehmen vorstellt", sagte Bürgermeister Christiani. Das Ziel sei erreicht worden. Vor allem ging es um Tesla als potenziellen Arbeitgeber. Die IHK Ostbrandenburg erhofft sich Impulse. "Das ist ein ziemlich innovativer Arbeitgeber. Das tut der Region ringsum schon mal gut", sagte Hauptgeschäftsführer Gundolf Schülke.

Außerdem teilte die Gemeinde am Dienstag mit, dass das Bürger-Informationsbüro von Tesla in Grünheide seine Sprechzeiten bis zum 27. Februar verlängert habe. Dort können die Unterlagen zum Zulassungsverfahren für die geplante Fabrik eingesehen werden. Ursprünglich sollte das Büro nur bis zum 4. Februar geöffnet bleiben.

Tesla reagiert mit der Informationsoffensive offenbar auf Kritik, wonach das Unternehmen für Informationen zu dem geplanten Werk in Grünheide schwer erreichbar sei. Vor Kurzem äußerte sich auch Tesla-Chef Elon Musk per Twitter zu den Werksplänen.

Streitpunkte und Fragen zu Tesla in Brandenburg

  • Debatte um Grundstückspreis

  • Vorwurf: mangelnde Transparenz

  • Streit um den Trinkwasserschutz

  • Das Elektroauto und die Klimagase

  • Wald kontra Arbeitsplätze

  • Reicht die Verkehrsinfrastruktur?

  • Sorge um Lohn und Tarife

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19 Kommentare

  1. 19.

    Man kann ja nur hoffen, dass die Rodung endlich beginnt, die ganze Fläche planiert und die Baugruben ausgebaggert werden, damit die Spekulationen aufhören. Die hier immer wieder aufgewärmten vermeintlichen 'Probleme' treten bei allen Großprojekten weltweit auf und Tesla hat mehrfach bewiesen, dass diese in kürzester Zeit gelöst wurden. Aus dem Nutzwald wird Papier gemacht, wie zuvor von Erich Honnecker geplant. Neue schönere Wälder werden gepflanzt. Brunnen werden gebohrt und es werden viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Möglicherweise nicht für die, die mit Trainingshose auf dem Sofa sitzen und hier unablässig neue Bedenken erfinden.

  2. 18.

    Aber eines steht fest: Viele Brandenburger haben vor und nach dem Ende der DDR Brandenburg verlassen. Richtung West. Dort waren die gut ausgebildeten Brandenburger hoch willkommen. Sie mehrten das BSP wie die "länger schon im Westen wohnenden". Sie wurden dort sogar heimich; kauften sich Haus und Luxusautos. Was sagt uns das ? Es sind nicht die fleißigen Bürger; es ist die immer wieder erkennbare "BER-Politik"; die wird den Bürgern aufgezwungen in Erwartung nie da gewesener Aufwärtsentwicklung; nicht etwa nur grüne Landschaften.

  3. 17.

    Sandpampa ? :=) Ich habe früher schon gern RIAS-Landfunksendungen gehört. Da empfahl man einfach mal Stroh in die obere Krume einarbeiten; Biomasse. Immer wieder. Ich selbst hatte im Garten 2 Kaninchen und man sah wo der im Herbst eingebracht wurde gab es bessere Erträge. BIO ist keine Erfindung der Neuzeit. TESLA ? Hatte vorhin über einen KIA gelesen; so fast SUV oder so-kannte den nicht. Preis viel günstiger und Wartezeit 1 Jahr. Tesla wird in so 5 Jahren weg sein. Oder ?

  4. 16.

    Brandenburg hat doch noch nicht einmal Geld, um die Wasserversorgung von Tesla in den Griff zu bekommen. Haben Die, doch schon alles für die anderen Großprojekte verschwendet. Die, sind doch gar nicht in der Lage, irgendwo in Brandenburg, tausende neue Industriearbeitsplätze zu schaffen. Erst wird schon geplant, das kostet schon viel Geld und zum Schluss merken Die, das Wasser reicht nicht. Das wäre nicht das erste Großprojekt, das scheitert. Brandenburg ist und bleibt, Nur Sandpampa.

  5. 15.

    Von BMW habe ich da nix geschrieben. Einer meiner Bekannten ist Dachdecker und sein Gehalt läßt garantiert keinen so überteuerten Tesla zu. Sind Sie als Teslawerber aktiv ? Ist das jetzt ihr Beruf ? Wo kommt übrigens später der viele Strom her ? Von REWE ? :=))

  6. 14.

    Nicht aufregen !!! Tesla wird sowieso der neue BER. Ein Problem wird das nächste Problem jagen. Dafür wird schon die Konkurrenz in West- und Süddeutschland sorgen. Das wird genau, wie am BER. Die Langstreckenflüge, gehen schon lange von München oder Frankfurt am Main aus und am BER wird gewartet bis die letzte Fluggesellschaft pleite ist. Brandenburg ist Sandpampa und bleibt Sandpampa. E-Autos, werden bestimmt woanders gebaut, aber garantiert nicht in der Sandpampa hier. Reicht gerade mal für Acker und Windräder. Also, Nicht aufregen, sind alles nur Luftschlösser, der Unfähigkeit.

  7. 13.

    Das Wasserproblem hat sich weiterhin vor allem als Zeit- und Geldproblem dargestellt. Die vorhandenen Brunnenkapazitäten reichen dafür nicht aus. Also muss investiert werden. Die WSE würde gerne wissen, wem sie dafür dieRechnung schicken darf. Zudem muss deren Genehmigung zur Trinkwasergewinnung an den höheren Bedarf angepasst werden. Die wissen, wie deutsche Behörden i.a. ticken und hatten deshalb schon immer nur den Zeitrahmen als Haupthindernis angeführt, aber nie die Wasserversorgung grundsätzlich.

  8. 12.

    Komischerweise hat BMW aber auch keine nennenswerten Absatzprobleme beim im Vergleich zum Model 3 ähnlich teueren 3er, im Gegenteil. Die haben gerade ein neues Werk eröffnet. Auch Brückenbauer und Dachdecker wurden schon in solchen Fahrzeugen gesehen. Wie geht das wohl?

  9. 11.

    Niemand hat den Tesla-Musk für die marode Infrastruktur verantworlich gemacht. Dafür sind allein unsere unfähigen Politiker für zur Verantwortung zu ziehen. Nun muss ich aber doch die "BER-Leier" wieder rausholen. Für die verbratenen Steuergelder gab es bessere Verwendungsmöglichkeiten. Auch die Vertragsstrafen, die wir Merkel und Minister zu verdanken haben zeugen doch von Inkompetenz aber auch Skrupellosigkeit. Dazu kommt nun noch der Fachkräftemangel-die Migration ist keine Einbahnstraße-Fachleute verlassen das Land und wer begehrt Einlass ? Nur Fachkräfte können die Infrastruktur erneuern oder modernisieren-kein einziger Politiker kann das ! Was streicht so ein parlamentarischer Staatssekretär an Gehalt ein ? Was leistet der dafür ? Was leistet ein Brückenbauer oder Dachdecker für die Gesellschaft und wie werden die entlohnt ? Für einen teuren TESLA reicht es niemals.

  10. 10.

    Ich möchte auch nicht, in die Lausitz, nicht zum Arbeiten und auch nicht dort Leben. Tesla und Elon Musk, sollen in der Hauptstadtregion, Arbeitsplätze schaffen. Ich habe, mir doch selbst, ein Grundstück um Berlin gesucht und dort gebaut. Nicht Lausitz, Nicht Uckermark, Nicht Prignitz.

  11. 9.

    Das Sie kein Tesla Fan sind, haben sie nun doch schon mehr als ausreichend zum Besten gegeben. Ihre Argumente werden durch permanente Wiederholung aber nicht besser. Tesla hat sich diesen Standort aus den 4 (?) angebotenen Standorten ausgesucht. Warum Herr Musk nicht in die Lausitz möchte, hat er auch schon erklärt. Fnden sie sich einfach damit ab.
    Übrigens ist Tesla nicht für die marode Infrastruktur und auch nicht für irgendeinen Fachkräftemangel verantwortlich.

  12. 8.

    Die eben erst gestartete Aktion der duh für ein Tempolimit (auch für E-Autos) wird bereits von über 30.000 Menschen unterstützt :) https://www.duh.de/tempolimit-protest/ Bin sehr interessiert, wie die Wasserprobleme gelöst werden und wieviel Wald tatsächlich (freiwillig) aufgeforstet wird. Vergleiche dazu auch die Bedeutung von älteren Wäldern für den Vogelbestand: https://www.tagesschau.de/inland/voegel-baeume-101.html

  13. 7.

    Man kann aber nicht stets den Wünschen eines Investors nachgeben; es gibt in Brandenburg genug alte Industriebrachen. Immer neu versiegeln ist Schwachsinn. Infrastruktur will geplant und erst mal gebaut werden. Gerade Straßen- und Brückenbau hat zu wenig Fachkräfte. Hier zwischen Hennickendorf u. Strausberg arbeitet man schon mehrere Jahre an ein kurzes Stück Straßenverbreiterung. Hier ganz nah ist die Stolpbrücke marode; für größere Lasten gesperrt. Große Busse müssen Umleitung fahren und die ist auch überall schadhaft. Politiker schwatzen viel; warum sind die nicht Brückenbauer geworden ? Grünheider arbeiten meist in Berlin oder Fürstenwalde-Frankfurt / O. Es gibt schlimmeres-z.B. in MV und bald Lausitz.

  14. 6.

    Infoveranstaltungen sind ja sehr schön, aber besser wäre, wenn schon Geld nach Oder-Spree fliessen würde und schon an den Problemen gearbeitet würde. Infrastruktur, Wohnraum, Wasseraufbereitung, Pendlerströme vermeiden, usw..

  15. 5.

    Man muss nur mal Nachrichten schauen.In der Debatte über ein generelles Tempolimit auf Deutschlands Autobahnen hält der Grünen-Digitalexperte Dieter Janecek Ausnahmen für Elektroautos für möglich.
    Durch Versäumnis kann ein kompletter Text schon mal unglaubwürdig erscheinen.

  16. 4.

    Der gesamte Verkehr der Tesla-Ansiedlung, sollte auf die Bundesautobahn gelenkt werden, um die Landstraßen nicht zu überlasten. Das weite Pendeln der Mitarbeiter muss auch vermieden werden.

  17. 3.

    Für E Autos soll es Ausnahmen von Tempolimits geben? Wer so etwas behauptet muss sich nicht wundern, nicht ernst genommen zu werden. Dadurch kann ein kompletter Text unglaubwürdig erscheinen.

  18. 2.

    Mit Blick auf die geplante Fabrikansiedlung wolle das Unternehmen den Menschen vor Ort zeigen, wie die Mitarbeiter Teslas gemeinsam die Energie- und Verkehrswende beschleunigten.Dabei kann man die Verkehrswende auch so gestalten,dass gerade die Ärmeren auch davon profitieren.Je Tiefer man bei Tesla
    in die Tasche greift,um so weiter ist die Reichweite.Den schmierigen Musk geht es hier nur um die Einnahmen.
    1000 km.Reichweite ist hier machbar.Da muss man aber für so einen E-Roadster 200.000€ hinlegen,von 0-100 in 1,9 sek.Spitzengeschwindigkeit 400 km/h.Braucht natürlich die Welt.Für E-Autos soll es u.a. auch Tempolimit-Ausnahmen geben.Das hat nichts mit Verkehrswende zu tun.Aber den Staat und Telsa geht es hier um Milliarden € die man einnehmen wird.Und wie kann ich Tesla wieder schlecht machen,die schaffen doch neue Arbeitsplätze.Ups.

  19. 1.

    Der Neubau von Wohnraum, muss in der Umgebung von Grünheide entstehen. Nicht irgendwo in Frankfurt(Oder) oder in Polen !!! Die Kaufkraft soll Bitte schön dableiben, wo auch die Belastungen für die Bewohner sind.

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