Polizeiauto im Rohdungsgebiet bei Grünheide (Quelle: Franziska Hoppen/rbb)
Video: 17.02.2019 | Brandenburg aktuell | Anja Meyer, Franziska Hoppen | Bild: Franziska Hoppen/rbb

Streit um Rodung - Protest auf Bäumen im "Tesla-Wald" beendet

In dem Wald bei Grünheide, der für ein Tesla-Werk gefällt werden soll, sind am Montag zwei Frauen auf Bäume geklettert - nach rbb-Informationen Umweltaktivistinnen. Nach einem Polizeieinsatz bis zum frühen Nachmittag verließen beide Frauen die Bäume.

Der Protest zweier Umweltaktivistinnen in Grünheide (Oder-Spree) gegen die Rodung eines Waldstückes, ist am frühen Montagnachmittag beendet worden. Nach rbb-Informationen hatten zwei Umweltaktivistinnen am Montagmorgen Bäume im dem Waldstück besetzt, der für das geplante Tesla-Werk gerodet werden soll. Sie hängten ein Transparent auf mit dem Schriftzug: "Konzerne entmachten, Profit-Logik verachten." Eine Sprecherin erklärte: "Wir fordern, dass der Wald nicht abgeholzt wird, es gibt wegen der übereilten Rodung keinen Platz für Bedenken."

Die Polizei bestätigte auf rbb-Nachfrage, dass zunächst zwei Personen zwischen Bäumen eine Plattform errichtet hätten. Am frühen Nachmittag seien beide Frauen nach einem vierstündigen Polizeieinsatz von den Bäumen herunter geklettert. Die Polizei nahm sie daraufhin zur Identitätsfeststellung mit. Zudem hatten sie das Gelände in der Mittagszeit per Hubschrauber mit Wärmebildkameras nach weiteren Personen abgesucht. Das Gebiet, auf dem die Fabrik des US-Autoherstellers entstehen soll, ist für die Öffentlichkeit gesperrt.

Gericht stoppt Rodung

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte die Rodung von zunächst rund 90 Hektar des Geländes am vergangenen Wochenende gestoppt, nachdem der Umweltverband Grüne Liga Brandenburg Beschwerde eingelegt hatte. Der Brandenburger Landesvorsitzende des Umweltverbandes, Heinz-Herwig Mascher, begründete den Antrag im rbb am Montag erneut mit rechtlichen Bedenken. Das Unternehmen habe Bäume fällen dürfen, bevor die Baugenehmigung vorliege. Bis zu diesem Dienstag sind Einwendungen beim Gericht möglich.

Bis zum 5. März gäbe es die Möglichkeit für Bürgerinnen und Bürger, Behörden und Umweltverbände, im Rahmen einer Anhörungsphase Bedenken oder Anliegen gegenüber dem Bau der Tesla-Gigafactory zu äußern, so Mascher. Das sei aber mit der schon einsetzenden Rodung fast hinfällig. Der Umfang von zu prüfenden Bedenken und Einwänden sei derzeit noch gar nicht absehbar. Dennoch sind die Bagger auf dem Tesla-Gelände bereits im Einsatz.

Im Fall von Tesla werden bestimmte Dinge weggelassen, kritisierte der Vorsiotzende der Grünen Liga, die bei anderen Unternehmensansiedlungen notwendig sind. Beispielsweise dauert die Prüfung, welche Tier- und Pflanzenarten auf einem Gelände leben, in der Regel ein gutes Jahr. Tesla hat diesen Zeitraum stark verkürzt. "Das ist aber normalerweise nicht Standard.".

Landesregierung zeigt sich optimistisch

Die Brandenburger Landesregierung zeigt sich trotz des vorläufigen Stopps optimistisch. "Wir lassen uns davon erst mal nicht unter Druck setzen, wir sind auch in enger Abstimmung mit Tesla", sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) am Montag. Er sei davon überzeugt, dass die Behörden "einen guten Job" gemacht hätten und das Gericht dies anerkennen werde. Andernfalls werde geprüft, ob der Wald auch gerodet werden könne, nachdem die Vegetationsperiode schon begonnen habe.

Umweltminister Axel Vogel (Grüne) hofft derweil, dass das OVG schon am Mittwoch über die Rodungen auf dem Tesla-Gelände entscheidet. Nach dem Stopp der Baumfällarbeiten am Samstag habe sein Ministerium sofort damit begonnen, die Fragen des Gerichts zu bearbeiten, sagte Vogel am Montag dem rbb. Die Frist für die Stellungnahme am Dienstagnachmittag werde eingehalten. Er gehe davon aus, dass die Verwaltung ordentlich gearbeitet habe und die Entscheidung, mit der Rodung beginnen zu lassen, bestand haben werde.

Ab Juli 2021 will Tesla die Produktion in Grünheide (Kreis Oder-Spree) bei Berlin starten und 500.000 Fahrzeuge im Jahr vom Band laufen lassen. Bisher war geplant, dass das Waldstück möglichst bis Ende Februar zu roden. Nach dem 1. März wäre eine Ausnahmegenehmigung nötig.

Sendung: Inforadio, 17.02.2020, 13:00  

127 Kommentare

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  1. 127.

    Wieviele Einwohner, hat der Landkreis Oder-Spree, seit der Wende verloren ??? Waren das 10000 Einwohner, oder noch mehr ???

  2. 126.

    ....parken sie doch mal mit einem Verbrenner KFZ in einem Trinkwasserschutzgebiet und lassen sich erwischen. Dann kennen sie die Gesetze.

  3. 125.

    Warum sollte jemand Arbeitsplätze schaffen?

    Vielleicht haben Sie es verpasst, aber es stehen zahlreiche - auch gutbezahlte Arbeitsplätze - zur Verfügung, die nur teilweise den Nachteil haben, nicht von Markenfirmen angeboten zu werden.
    Alleine in Ihrer Region fehlen Fachkräfte in folgenden Bereichen: Busfahrer, Lokführer, Bürokräfte - auch ungelernte - Reiseverkehrskaufleute, Stadtführer, Verkehrsplaner, Reisebegleiter u.v.m..

    Durch die Ansiedlung von Tesla , ist für die Region schon jetzt ein höherer Imageschaden entstanden, als durch die Schaffung der neuen Arbeitsplätze ausgeglichen werden kann.

  4. 124.

    Kleinunternehmer stimmt, alles andere ist verkehrt!
    Tatsache ist: Gehaltsvorstellungen und Leistungen klaffen seit Jahren immer weiter auseinander. Die Bereitschaft Arbeitseinsatz zu zeigen, lässt immer mehr zu wünschen übrig. Ich bin bereit , gute Löhne zu zahlen, finde aber keine geeigneten Bewerber , die irgendeine meiner Anforderungen erfüllen können/wollen
    Wir leben immer mehr, in einer Mitnahmegesellschaft (mein Kommentar!).

    Bin ein Dienstleister und n i c h t auf Tesla angewiesen, versuche nur, den Aufschwung in die Region zu holen. Für gutes Gehalt , Dienstwohnung und freie Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel, kann ich auch Leistung verlangen und nicht nur dumme Sprüche!

  5. 123.

    Sie scheinen mir so ein kleiner Unternehmer zu sein, der Angst vor Tesla hat und seinen Mitarbeitern nicht mehr Lohn als nötig zahlen möchte. Das sind genau die Menschen, die ein großes Industrie-Unternehmen in Brandenburg, verhindern möchten. Tesla wird im Brandenburg eine Fabrik mit mehreren tausend Arbeitsplätzen bauen. Und geldgeile Kleinunternehmer, Geldgeile Handwerker und dubiose Baufirmen, werden ihre Mitarbeiter in Zukunft besser bezahlen müssen, sonst gehen die zu Tesla oder deren Zulieferer.

  6. 122.

    Tesla wird nicht schließen, aber wenn sich die Absatzerwartungen nicht erfüllen , werden auch weniger Arbeitsplätze besetzt (ist aber egal, weil Prestigefirma).

    Ich bin mit dem Thema Bewerbersuche durch! Erst wenn sich w i r k l i c h interessierte Bewerber melden sollten (in diesem Leben wohl nicht mehr, eher gehe ich in Rente), erhalten sie auch eine Chance.

    Gute Bezahlung? Geht immer!
    Dienstwohnung? Möglich , wird gerne genommen!
    Freie Benutzung des ÖPNV? Erst mal abgreifen!
    Arbeiten? Muss ich das auch? Ich dachte, dass bekomme ich sowieso ! Originalzitate vieler Bewerber und wie
    ich Ihren Zeilen entnehme, auch Ihre.

    Solange Leute so denken wie Sie, wird die Region nicht vorankommen! Es wird noch lange Zeit dauern, den
    Fachkräftemangel dort zu beheben. Wünsche Ihnen viel Spaß , mit und bei Tesla.

  7. 121.

    Serielle Hybride mitAkkupufferung, ggf als Plug-In, sind ein uraltes Thema, was wie schon gesagt, noch nicht hinter jeder Fichte angekommen ist. Der von Ihnen als realistisch angenommene Kraftstoffverbrauch gilt z.B. nur bei der Normverbrauchsmessung. Darauf weisen sogar die Entwickler hin. Was der Karren verbraucht, wenn man wie Sie "im Winter bei -20°C an die Ostsee" und zurück fährt, schreiben die wohlweislich nicht. 'Nen i3 mit RE liegt bei "normalem " Wetter auf dem Niveau eines Diesels.

    So wie die Bäume dort stehen, kann man bestenfalls von einen natürlich Verjüngung ausgehen, jedoch nicht von einer planmäßigen Durchforstung. Der interessierte Leser muss sich dazu einfach nur die Bilder und Videos hier beim RBB anschauen. Die Höhe der meisten Bäume liegt bei 25 - 30 Metern. Damit wäre die Kiefer schlagreif. Diese Höhe erreicht der Baum aber nicht innerhalb von 15 Jahren wie auch die "Aktivistinen" sich schwerlich auf so jungen Bäumen hätten niederlassen können.

  8. 120.

    Es ist doch gut, wenn jemand diesen Nutzwald durch dreifachen Mischwald ersetzt. Das finden doch auch die Grünen gut und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald auch. Nur ein paar Splittervereine klagen.

  9. 119.

    Sind Sie Angestellter der Autolobby in den Alten Bundesländern ? Sie versuchen tausende Arbeitsplätze in Brandenburg zu blockieren. Wieviele Arbeitsplätze, haben Sie eigentlich in ihrem Leben, für ihre Mitbürger geschaffen ??? Tesla schafft bis zu 12000 Arbeitsplätze. Wieviele Arbeitsplätze schaffen Sie und ihre Naturfreunde, in Brandenburg ? Wo sind ihre 12000 Arbeitsplätze, als Alternative zur Tesla-Ansiedlung ?

  10. 118.

    Tesla baut keine Fabrik und investiert mindestens 1 Milliarde Euro, um die übermorgen wieder zu schließen. Was soll so ein Blödsinn, von ihnen ??? Vertreten Sie die Tante Emma-Läden der Umgebung und haben Angst, das Sie keinen Billigjobber für ihren Konsum mehr finden ??? Ja, für Arbeitskräfte in Ostberlin und Ostbrandenburg, wird man in Zukunft mehr bezahlen müssen, sonst findet man niemandem mehr, der sich von einem Arbeitgeber ausbeuten lässt.

  11. 117.

    Genau so, sieht die Realität aus!
    Neben den neuen "Vorführwagen", den natürlich dann alle anderen auch haben müssen, stellt man viel mehr da, wenn man in einem bekannten Unternehmen arbeiten darf. Was interessieren da freie Arbeitsstellen in unbekannteren Firmen, schließlich hat man ja Anspruch. Sollen die doch sehen, wo sie
    Personal bekommen.

    Außerdem ist noch nicht bewiesen, ob ein Arbeitsplatz bei Tesla wirklich so sicher ist. Eine halbe Millionen Autos pro Jahr(!), müssen erst mal verkauft werden.

    Sollte dieses Ziel nicht erreicht werden und die anderen Firmen, zwecks Personalmangels, schließen oder abwandern, geht die Jammerei von vorne los.

  12. 116.

    Jahresringe der Bäume sind kein Geheimnis. Als die ersten Fotos hier aus dem "Teslawald" veröffentlicht wurden sah man nur sehr dürre Stämmchen. Garantiert nur so 15 Jahre alt. Die sind erntereif ? Man hat demnach davon auszugehen, dass nach der BMW-Absage wieder aufgeforstet wurde Oder ? Herr Neumann; Sie wissen es. Wir warten.

  13. 115.

    Aber, hochgeschätzter Herr Neumann, bin erst durch die Tesleritis im Lande der Krüppelkiefern auf Obris gestoßen. Sie als Lithiumakkufertigungsspezialist haben es bisher unterlassen uns hier die ökonomischere Variante kund zu tun. Tesla kann nur schwer mit großem Akku und ich mag aber jede Lösung, die weniger Li benötigt bis es einen Akku aus der Neumann-Forschung gibt.

  14. 114.

    So eine Nutzforstlärmschutzwand ist die ökonomischste Lösung. Sie müssen natürlich Abstand halten wenn Sie deenoch den Straßenlärm vom Vogelgezwitscher unterscheiden können. Projekte sind vom Investor zwar auch politisch-aber nur gewinnpolitisch oder so.. In Erkner hört man ganz toll die unweit landenden Flugzeuge. Verwechseln Sie da was ?

  15. 113.

    Die Kiefernplantage wäre eh bald geerntet worden - allerdings ohne, dass ein Vielfaches der Fläche aufgeforstet wird und wegen Tesla mittelfristig eine bedeutend größere CO2-Senke entsteht. Außerdem wird kaum jemand sein ICE verschrotten, nur weil er sich ein neues BEV kauft. Der Karren wird meist noch für 12 - 17 Jahre CO2 produzieren.

  16. 112.

    Obrist - welche neue Idee. Lol Kennen Sie den BMW i3? Obwohl seit 2013 auf dem Markt, hat sich der offensichtlich noch nicht bis zu Ihnen herumgesprochen.

    Auch Biosprit ist nichts Neues. Schon die /8er fuhren mit billigem Salatöl vom Aldi. Nur das Tanken war etwas umständlich. In Brasilien ist E100 seit Dekaden ein beliebter Kraftstoff. Der Hersteller des Obrist will allerdings Windräder u.ä. für PtX aufstellen lassen und hat Sie offensichtlich erfolgreich hinter die Fichte geführt. Schließlich behauptet er, dass seine Karre trotz aufwendigere Technik billiger als ein e.go sein würde.

  17. 111.

    Dieser Nutz-Forst, ist durch den Lärm der nahen Autobahn eine Zumutung für mich als Spaziergänger. Ich bin für die Zukunft unserer Oder-Spree,-Region und damit für Tausende Neue Arbeitsplätze und damit für die Ansiedlung von Tesla. Ich glaube auch, das bei diesem politischem Projekt, hohe Umwelt- und Lärmstandards eingehalten werden. Auch eine Verbesserung der gesamten Lebensverhältnisse in Oder-Spree, wird es durch diese vielen Arbeitsplätze geben. Ich danke Ihnen, das auch Sie Tesla, positiv betrachten, Danke.

  18. 110.

    Sie sind einer der wenigen, die hier überhaupt noch durchsehen, Danke. Ostberlin, Ost-und Südbrandenburg, sind weitestgehend von Landes-Bundes-und EU-Fördergelder abhängig.

  19. 109.

    Es muss natürlich 1000 km heißen.

  20. 108.

    Lesen Sie mal über OBRIST; auch auf yt findet man einiges. Die bauen auch ihren Batteriepanzer in ein Öko-Auto um. Hyper-Hybrid-2,5 L Biosprit benötigt der kleine 2-Zylinder, der eine viel kleinere Batterie als im Original-Tesla nachpuffert. 100 km -kein Problem-aber im ICE fährt man gemütlicher. :=) Sie lernen das bestimmt noch. Oder ?

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