Blick auf die Baustelle für das Tesla-Werk. (Quelle: dpa/Paul Zinken9
Bild: dpa/Paul Zinken

Gigafactory Grünheide - Wasserverband stimmt Tesla-Vertrag zu

Um die Trinkwasserversorgung des neuen Tesla-Werks in Grünheide wurde lange hart gestritten. Der zuständige Wasserverband meldete früh Bedenken an. Nun aber hat er dem Erschließungsvertrag für die sogenannte Gigafactory doch zugestimmt.

Der Wasserverband Strausberg-Erkner hat dem Erschließungsvertrag für das Tesla-Gelände in Grünheide zugestimmt. Wie der rbb erfuhr, beschlossen Vertreter der sechzehn Verbandsmitglieder in einer nicht-öffentlichen Sitzung am Dienstagabend, das Werk mit maximal 1,45 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr zu versorgen. Außerdem werde man Tesla 0,95 Millionen Kubikmeter Schmutzwasser abnehmen. Dafür müsse Tesla im Gegenzug die nötigen Anschlüsse schaffen und die Schadstoffgrenzwerte im Wasser einhalten, sagte Verbandsvorsteher Andre Bähler dem rbb.

Treffen des Wasserverbandes Strausberg-Erkner
Bild: Philip Barnstorf

Demo beim Verbandstreffen

Vor dem Treffen des Wasserverbandes hatten rund ein Dutzend Tesla-Gegener gegen die Vereinbarung und das geplante Werk des US-Autobauers demonstriert.

Der US-amerikanische Autobauer Tesla will in Grünheide vom kommenden Sommer an 500.000 Elektroautos pro Jahr mit rund 12.000 Mitarbeitern bauen - in einer ersten Ausbaustufe. Tesla-Chef Elon Musk plant dort auch die Fertigung von Batterien. Der Bau sorgt jedoch bei Umweltschützern für Kritik. Sie befürchten unter anderem negative Folgen für die Natur und das Grundwasser.

Tesla passt Wasserverbrauch an

Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete, hatte der Wasserverband Strausberg-Erkner im Juni keine positive Prognose für die Genehmigung abgegeben. Er sprach sich gegen
Ausnahmeregelungen für die Trinkwasserschutzzone aus, weil daraus eine Gefährdung der Trinkwasserversorgung zu befürchten sei. Im Juli warnte der Verbandsvorsteher intern vor zu wenig Trinkwasser für einen weiteren Ausbau. Die Landesregierung hatte erklärt, sie halte die Probleme für lösbar.

Tesla reduzierte inzwischen den prognostizierten Wasserverbrauch in der Spitze von 3,3 Millionen auf rund 1,4 Millionen Kubikmeter im Jahr. Brandenburg erwartet nach Trockenheit in den vergangenen Jahren zunehmende Wasserprobleme. Tesla-Chef Musk sagte jüngst bei seinem ersten Besuch in Grünheide: "Wir sind nicht in einem sehr trockenen Gebiet." Er sagte, die Bäume rundherum könnten nicht wachsen, wenn kein Wasser vorhanden sei. Zu Kritik von Umweltschützern führt auch, dass ein Teil der Fabrik auf Pfählen gebaut wird. Das Unternehmen will nun statt den ursprünglich geplanten 15.000 Pfähle mit bis zu 550 Pfählen auskommen. Das Presswerk wird auf Pfählen gegründet, die Gießerei nicht.

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76 Kommentare

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  1. 76.

    Die Ausrede kommt mir bekannt vor. Auch andere behaupten zwar felsenfest, Belege zu haben, die ein starkes Argument gegen den Fabrikneubau liefern würden, weigern sich aber ebenfalls beharrlich, anderen zuzuarbeiten, die eine besseren medialen Hebel hätten als nur die Kommentarfunktion des RBB.

    Das lokale Studio des Senders in Frankfurt/O ist weit weg von Grünheide. Die twitternden Baustellen-Paparazzi sind aktiver gewesen. Man sieht aber auch bei deren täglichen Film- und Fotodokumentationen keine Fahrspuren der Harvester in den potentiellen Habitaten. Stöbern Sie auch dazu mal in den Kommentaren in den älteren Artikel aus der Zeit.

  2. 75.

    In einem normalen rechtsstaatlichen Verfahrensgang wäre das sicher kein Problem, da gebe ich Ihnen Recht.
    Wenn die politische Einflussnahme jedoch überhandnimmt, traut sich niemand mehr zu zucken, sonst gibt's Ärger mit dem ganz dicken äh großen Chef.
    Apropos Ersatzhabitate, diese hätte man sich sparen können. Fast alle Reptilien wurden zuvor von den Vollerntemaschinen breit gefahren, BEVOR medienwirksam der Reptilienschutzzaun gesetzt wurde.
    Da jene nahezu eine Mondlandschaft hinterlassen haben, hätte man den Zaun genauso gut auf selbigen platzieren können. Das Ergebnis wäre dasselbe.

  3. 74.

    Ein solche angebliche Genehmigung wäre doch ein gefundenes Fressen z.B. für die BI gegen Tesla. Dort findet man nichts dazu. Sie sollte der dringend zuarbeiten, da ja weitere Rodungen beantrag worden sind, die ebenfalls potentielle Reptilienhabitate betreffen. Zudem wurde trotz dieser angeblichen Genehmigung wie im UVP-Gutachten (in der aktuellen Fassung der Antragunterlagen ist das noch online verfügbar - sollten Sie mal lesen) vorgesehen in Bezug auf die Reptilen gehandelt (der RBB berichtete) und ein Ersatzhabitat geschaffen.

    Wenn Sie das Vorhaben von Beginn an verfolgt hätten, wäre Ihnen zudem aufgefallen, dass Tesla vieles parallel abarbeitet. Vielleicht haben Sie gar den relativ aktuellen Artikel des RBB dazu gelesen. Das BImSchG-Verfahren wurde Ende 2019 auch lange vor Unterzeichnung des Kaufvertrages eingeleitet.

    Aber machen Sie sich weiterhin gerne die Welt, wie Sie Ihnen gefällt.

  4. 73.

    Das hatten wir jetzt schon dreimal, Herr Neumann. Sie brauchen das nicht jedes Mal neu, sie können das auch kopieren!
    Sicherlich meinen Sie den Bescheid über die artenschutzrechtliche Ausnahme für die Tötung der streng geschützten Arten Zauneidechse und Schlingnatter vom 24.02.2020
    Az.: 4 67 3 34 2305/19
    19 deshalb, weil der Antrag vom 19.12.2019 ist, was schon wieder äußerst merkwürdig ist, angeblich lag zu jener Zeit noch nicht einmal ein Kaufvertrag vor.
    2 x 3 macht 4
    Widdewiddewitt
    und Drei macht Neune!!
    Ich mach' mir die Welt
    Widdewidde wie sie mir gefällt...


  5. 72.

    Sind die Tesla Kritiker irgendwelche Mobilitätswende- und Energiewende Leugner, unter dem Deckmantel von Naturschutz ??? Kommt mir bei Einigen Kommentaren so vor. Hier werden Kritiken abgegeben, die sind echt grenzwertig, was da so behauptet wird.

  6. 71.

    Die angebliche Ausnahmegenehmigung zur Tötung von geschützten Reptilien, die nichtmals die Grüne Liga kennt, kommt bisher nur in Ihrer und anderer Energiewendegegner Phantasie vor.

    Der politische Bruck beschränkt sich darauf, dass es weder eine Beamten-Mikado noch ein Behörden-Ping-Pong geben soll. So etwas wäre bei vielen Vorhaben wie etwa den laut Gesetz neu auzuweisenden Busspuren auch sinnvoll.

    Wer nicht völlig naturfern ist, sieht in dem Bericht noch die Maisstoppeln, also nichts mit Brachland. Aber es darf ja auch nicht sein, was nicht sein darf, da sonst auch Ihr Kartenhaus an Lügen, Halbwahrheiten und Horrorphantasien zusammenbricht.

  7. 70.

    ..es überrascht mich auch nicht, dass sie immer noch keine Antwort auf die Ausnahmegenehmigung für das Töten geschützter Tierarten gegeben haben dessen Existenz sie chronisch leugnen. Sowie sie auch das Vorhanden sein des politischen Druck leugnen, der zum Aushebeln demokratischer und amtlicher Entscheidungen führt. ...na bitte, 700 Hektar brachland. Wer das noch glaubt?

  8. 69.

    Es überrascht auch nicht, dass die Aquädukte der Römer unterschlagen. Die würden ja Ihren Behauptung nur zu leicht widerlegen.

  9. 68.

    Und wieder liegen Sie falsch: Die Landwirte, die sich bei "Naturraum für Generationen" engagieren, haben der Flächenagentur 750 ha Ackerflächenr zur Verfügung gestellt. Der RBB hatte darüber vor ein paar Tagen berichtet: https://tinyurl.com/y4ksm26m Der Beitrag ist aber nicht mehr lange verfügbar.

  10. 67.

    Die alten Römer hätten ein Aquädukt gebaut, auch mehrere.
    In einem fernen Ort namens München soll das Wasser auch aus weiter ferne durch mysteriöse Technologien befördert werden.
    Für die zukünftigen Ausbaustufen hat man sowas schon angedacht. Die Frage ist noch offen, ob auch hier solche Hochtechnologien zur Verfügung stehen.

  11. 66.

    Aber durch Tesla ist er eben in einem Jahr statt in fünf komplett leer. Nicht nur durch das benötige Wasser für die Industrie.... den Rest warum, wieso und weshalb, ist oft genug genannt worden... Das Wasser reicht jetzt schon nicht mehr für alle angeschlossenen Verbraucher! Und niemand behauptet, dass Tesla daran schuld ist!!! Tesla stellt ein Risiko dar für die unversehrte Neubildung von Grundwasser. Mit jeder Ausbaustufe wird die Ausreichende Wasserversorgung ein immer größeres Problem darstellen. Das hätten schon die alten Römer gewusst und besser dort gebaut, wo genug benötige Ressourcen vor Ort sind!

  12. 65.

    Blöderweise sind die “ unendlichen Ersatzpflanzungen“ nicht auf genau solchen monokulturflächen geplant.

  13. 64.

    Das Wasser aus dem Straussee hat Tesla schon vor 2 Jahren entnommen. Und aus dem Wald an der A10 werden Raketen gebaut. und wenn Tesla keine Fabrik baut keine Arbeitsplätze schafft, ist der See sofort wieder voll und Brandenburg bekommt sein Klima von 1965 wieder. Sind das auch, diese neumodernen Verschwörungstheorien ???

  14. 63.

    An die Redaktion,

    War die Verwendung dieses Fotos Absicht!?
    Was sollte damit erreicht werden?

    Naja, in jedem Fall Ist davon auszugehen, da backen einige Leute auf der Baustelle Tesla jetzt kleinere Brötchen!

    Danke Redaktion

  15. 62.

    Schon jetzt hat der Straussee den tiefsten Wasserstand in seiner Geschichte(24 cm). Die Badeanstalt ist seit 2 Jahren geschlossen. Aber der Verband stimmt mehrheitlich für weitere Steigerung der Förderung und das sicher aus den Brunnen in Strausberg-Spitzmühle. Klimaschutz ade.

  16. 61.

    Brandenburg- Land der Windmühlen und der Felderwirtschaft. Und Industrie ist dann störend, könnte ja Arbeitsplätze schaffen und die Bauernlobby schwächen. Und die Holzlobby hat dann auch 5 Quadratkilometer weniger zum abernten.

  17. 60.

    Wenn Landwirtschaft schon 14000 Quadratkilometer von 29654 Quadratkilometern einnimmt, sehe Ich das gar nicht so unwesentlich. Solche Art der Landwirtschaft mit so riesigen Monokulturen, gleicht einer ökologischen Katastrophe für Brandenburg. Landwirtschaft reicht teilweise bis an Flüsse,Seen und Teiche heran und belastet diese sehr stark. Auch die Verdunstung wird gefördert, da Baumbewuchs an den Gewässern verschwindet. Wenn das halbe Land aus Äcker und trockenen Wiesen besteht, ist das eine schlimme Sache. Davon lenken 3 Quadratkilometer Autobahn Wald, dann natürlich schön ab.

  18. 59.

    Wenn Landwirtschaft schon 14000 Quadratkilometer von 29654 Quadratkilometern einnimmt, sehe Ich das gar nicht so unwesentlich. Solche Art der Landwirtschaft mit so riesigen Monokulturen, gleicht einer ökologischen Katastrophe für Brandenburg. Landwirtschaft reicht teilweise bis an Flüsse,Seen und Teiche heran und belastet diese sehr stark. Auch die Verdunstung wird gefördert, da Baumbewuchs an den Gewässern verschwindet. Wenn das halbe Land aus Äcker und trockenen Wiesen besteht, ist das eine Klimakatastrophe.

  19. 58.

    Man ist mit Elon Musk über Brandenburg geflogen und dabei hat der natürlich, die tausenden von Windräder und die riesigen Solarfelder und Monokulturen zur Energiegewinnung gesehen. Und wo soviel für erneuerbare Energien und für die Energiewende getan wird, muss natürlich auch eine Elektro Autofabrik für die Mobilitätswende stehen. Noch Fragen ? Oder sollen Wir weiterhin, Strom und Stromtrassen für Bayern und Hessen liefern und bauen, weil bei uns in Brandenburg die Industrie fehlt ? Schlimm wenn die Energiewende und die Mobilitätswende plötzlich vor der eigenen Tür geschaffen wird-Schon klar, dann wird der Autobahnwald am Berliner Ring ganz plötzlich zum schützenswerten Regenwald. Und der Brandenburger Boden, besteht dann nur noch aus Trinkwasserschutzgebieten und unterirdischen Wasseradern.

  20. 57.

    Wenn der Rasen im Garten, schön aussehen und immer grün sein soll, muss er kurz gemäht werden-danach gut und gleichmäßig gedüngt und danach natürlich ausgiebig gewässert werden. Ohne guten Dünger und ausreichende Wässerung, wird kein gutes Ergebnis erziehlt. Durch eine unzureichende Düngung, würden sich auch viele Unkräuter durchsetzen. Rasen kurz halten, Düngen und ausreichend und lange bewässern-sonst entsteht nur mit Unkraut durchsetztes langes Gras.

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