Archivbild: Besucher im Märkischen Museum in Berlin (Quelle: dpa/Franziska Koark)

Rot-Rot-Grün für kostenlosen Zugang zu Berlins Museen - Kunst + Kultur = 0 Euro?

Kunst und Kultur for free – die rot-rot-grüne Koalition will den Berlinern einen kostenlosen Tag in den Museen der Hauptstadt ermöglichen. Beschließen kann die mögliche Regierung das aber nur für Museen, die auch Berlin gehören. Also keine Museumsinsel zum Nulltarif? Von Ute Schuhmacher

Ein kostenloser Tag in Berlins Museen. Das ist ein Ziel der möglichen neuen rot-rot-grünen Regierung in Berlin. Sie wollen damit mehr Berlinerinnen und Berliner in die Museen bekommen und möglichst auch noch für die Kunst und Kultur begeistern. Das hatten die drei Parteien am Wochenende bei ihren Koalitionsverhandlungen vereinbart.

Der kostenlose Tag für Berliner Museen bezieht sich zunächst einmal auf die Museen, die dem Land Berlin gehören - also zum Beispiel das Märkische Museum in Mitte, das Museumsdorf Düppel oder das Ephraim Palais. Die Museen der Museumsinsel, dem Kulturforum und verschiedene andere gehören zur Stiftung Preussischer Kulturbesitz. Auf die hat das Land Berlin keinen direkten Zugriff.

Verhandeln will man aber auch mit der Stiftung. Der Präsident der Stiftung Preussischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger seinerseits, findet die Idee großartig, weil sie die Menschen in die Museen bringen soll. Er ist deshalb sehr offen für Verhandlungen, sagt er, wenngleich die nicht einfach werden dürften. "Jegliche Veränderungen der Einnahmeregelung müssten mit dem Stiftungsrat abgestimmt werden, in dem der Bund, Berlin und die anderen 15 Bundesländer enthalten sind", erklärt Parzinger. Zudem müsse man unter dem Aspekt der Gleichberechtigung überlegen, was ist, wenn der Zugang für die Berliner umsonst ist und für andere nicht, gibt er zu Bedenken. "Aber im Prinzip finde ich die Richtung schon wichtig."

Linke: freier Eintritt nicht gleich Einnahmeverlust

Neben der Gleichbehandlung ist auch noch die Frage, wie viel so ein kostenloser Tag das Land Berlin kosten würde. Da gibt es noch keine konkreten Rechnungen. "Wenn man von einem Tag ausgeht und alle Besucher nimmt, dann wäre man sicher im unteren zweistelligen Tausenderbereich", überschlägt Hermann Parzinger die Kosten ganz grob. "Das müsste man entsprechend hochrechnen."

Die Frage ist wie man das hochrechnet: Denn einerseits sind in diesen Zahlen Touristen und auch Berliner drin. Außerdem ist noch nicht klar, wie viele freie Tage im Jahr es überhaupt geben soll. Noch schwanken die Überlegungen dem Vernehmen nach zwischen einem Tag pro Jahr und ein bis zwei pro Monat. Die Linke-Abgeordnete Regina Kittler könnte sich aber auch vorstellen, dass der freie Eintritt in Berliner Museen gar nichts kosten muss. "Es muss nicht unbedingt ein Einnahmeverlust damit verbunden sein, sondern es regt die Leute natürlich auch an, wieder viel öfter Kultur und Museen wahrzunehmen", betont Kittler.
 

Grüne: Es braucht eine Kompensation

Andere gehen durchaus davon aus, dass kostenlose Museumstage den betroffenen Museen weniger Einnahmen bescheren. Die Grünen-Kulturexpertin Sabine Bangert zum Beispiel. "Die Museen sind alle nicht so finanziert, dass sie es aus Bordmitteln finanzieren können. Sie müssen eine Kompensation bekommen."

Auch wenn sich SPD, Linke und Grüne einig sind, ihn zu wollen: Bis der kostenlose Museumstag für alle Berlinerinnen und Berliner kommen kann, dürften noch diverse Verhandlungen nötig sein.

Beitrag von Ute Schuhmacher

Das könnte Sie auch interessieren

(Quelle: dpa/Burgi)

Video | Höhere Strafen - Handyverbot am Steuer verschärft

Wer am Steuer mit seinem Telefon hantiert, muss künftig mit härteren Strafen rechnen: Bei Verstößen werden in Zukunft 100 Euro statt bislang 60 Euro fällig. In bestimmten Fällen drohen sogar ein doppelt so hohes Bußgeld und Fahrverbot.

Wahlplakate der SPD, der Grünen und der Linkspartei in Berlin. (Quelle: imago/Ipon)

Wahlkampfabschluss der Parteien - Schlussspurt um die Wählergunst

Viele Monate waren sie auf Stimmenfang, zwei Tage vor der Bundestagswahl haben jetzt fast alle großen Parteien offiziell ihren Wahlkampf beendet. Überraschendes wurde dabei nicht  gesagt. Die Berliner Verbände werben am Samstag noch einmal um die Gunst der Wähler.