Berlin-Hellersdorf - Mann lebt in verwahrloster Einraumwohnung mit 20 Kaninchen

Mo 18.03.24 | 15:48 Uhr
Ein Zwergkaninchen (Brachylagus idahoensis) sitzt am 09.10.2017 in seinem Gehege im Tierheim in Berlin.
Bild: dpa Themendienst

Mitarbeiter des Veterinäramtes sowie Polizeikräfte sind im Berliner Ortsteil Hellersdorf auf einen besonders schweren Fall von "Animal Hoarding", also Tiersammelsucht, gestoßen: In der Einraumwohnung eines 38-jährigen Mannes wurden am vergangenen Mittwoch 19 lebende und ein totes Zwergkaninchen geborgen.

Der unter Betreuung stehende 38-Jährige leistete den sieben eingesetzten Polizeibeamten gegenüber massiven Widerstand und bedrohte die leitende Veterinärbeamtin verbal mit dem Tod, heißt es in der entsprechenden Polizeimeldung. Die gesamte Wohnung war demnach stark mit Einstreu, Tierkot und Hausmüll verschmutzt.

Amtstierarzt mahnt Konsequenzen an

"Ganze Wolken von Fliegen kamen den Einsatzkräften nach Öffnung der Wohnung entgegen. Die durch Inzucht vermehrten Kaninchen hatten die Matratzen der Schlafcouch zerfressen und darin Gänge und Wurfhöhlen angelegt", heißt es weiter in der Meldung. Dazwischen habe der psychisch kranke Tierhalter, der sich selbst "als Oberhase bezeichnete", geschlafen.

Amtstierarzt Steffen Mehl betonte, dieser Fall zeige, dass es in Berlin unbedingt mehr Pflegeplätze in der Amtlichen Tiersammelstelle brauche. In Vorbereitung auf diesen Einsatz sei man von zwei Kaninchen ausgegangen, die man unterbringen müsse. "Dann haben wir aber 19 Tiere vorgefunden. Sollten wir etwa 17 Tiere in diesem Müll zurücklassen?", so der Amtstierarzt.

Wichtig sei aber auch professionelle Hilfe für betroffene Halterinnen und Halter, so Mehl: "Wer Tiere so hält und unter solchen Bedingungen lebt, ist sehr krank."

Nächster Artikel