Autofabrik - Staatssekretär Kellner begrüßt Tesla-Pläne für Güterbahnhof in Grünheide

Fr 26.04.24 | 16:18 Uhr
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Luftaufnahme Tesla Giga Factory in Grünheide am 26.02.2024.(Quelle: picture alliance/Jochen Eckel)
Audio: Antenne Brandenburg | 26.04.2024 | O-Ton: Michael Kellner | Bild: picture alliance/Jochen Eckel

Der parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium Michael Kellner (Grüne) begrüßt die Pläne des Elektroautoherstellers Tesla, einen neuen Güterbahnhof am Werk in Grünheide (Oder-Spree) zu bauen. "Es ist eine Abwägungsentscheidung, darüber kann man streiten, aber ein Güterbahnhof für so ein Werk erscheint mir ein wichtiger Punkt", sagte Kellner bei einem Werkbesuch am Donnerstag.

Es sei außerdem gut, dass in dem überarbeiteten Bebauungsplan die Fläche für das Werkgelände kleiner als ursprünglich vorgesehen ausfällt. "Hier reden wir über einen Ackerforst, der mal zur Papiergewinnung angelegt wurde", sagte Kellner. "Wir reden hier nicht über einen Biotop." Außerdem müsse die gerodete Fläche "doppelt ausgeglichen" werden, so der Staatssekretär.

Mehr als die Hälfte der Grünen-Wähler sind dagegen

Kellners Unterstützung für die Pläne von Tesla ist nicht selbstverständlich: Mehr als die Hälfte der Grünen-Wähler (53 Prozent) in Brandenburg lehnen laut aktuellem BrandenburgTrend den Ausbau des Tesla-Standortes ab. Nur die Anhänger des Bündnisses Sarah Wagenknecht (59 Prozent dagegen) sind skeptischer. SPD- und CDU-Anhänger sind demnach mehrheitlich für die Ausbaupläne.

Aktuell plant Tesla in Grünheide die Verdoppelung der Produktionskapazitäten auf eine Million Eletroautos. Laut der Genehmigung aus März 2022 liegt die maximal genehmigte Produktionskapazität bei 500.000. Das Unternehmen sieht sogar das Potenzial für bis zu zwei Millionen Autos pro Jahr aus Grünheide - aber in weiter Zukunft.

"Wenn wir jetzt Fakten für den infrastrukturellen Ausbau schaffen. dann sollten diese Projekte auch in der Lage sein, alle möglichen künftigen Ausbaustufen abzudecken“, sagte Werkleiter André Thierig. Bei Infrastrukturprojekte sollte man über lange Planungshorizonte sprechen, so der Werkleiter .

Tesla hält trotz Stellenabbau an Ausbaupläne fest

Trotz der Ausbaupläne will das Unternehmen 400 Stellen in Grünheide abbauen. Grund sei die derzeitige Marksituation, sagte Tesla-Projektleiterin Theresa Eggler dem rbb. Tesla will eigenen Angaben zufolge Kündigungen vermeiden und habe deshalb ein Freiwilligenprogramm für Mitarbeiter aufgelegt, die das Unternehmen verlassen wollen. Aktuell laufen Gespräche mit dem Betriebsrat.Zudem hat der Elektroautohersteller bereits 300 von circa 2.000 Leiharbeitern abgemeldet. Tesla-Chef Elon Musk hatte vor zwei Wochen angekündigt, zehn Prozent der weltweiten Belegschaft abbauen zu wollen.

Aus Protest gegen die Ausbaupläne hatten Ende Februar etwa 80 Aktivisten das Waldstück besetzt, das für die Erweiterung gerodet werden soll. Sie befürchten laut eigenen Ansagen negativen Auswirkungen für die Umwelt. Das Verwaltungsgericht Potsdam hatte im März Auflagen der Polizei als Versammlungsbehörde beanstandet und für unwirksam erklärt. Gegen dieses Urteil legte die Polizei Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht ein.

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.04.2024, 14:10 Uhr

56 Kommentare

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  1. 56.

    TRAMSRR es ist richtig, dass damals danach gestrebt wurde, BMW das Gelände zur Bebauung zur Verfügung zu stellen. Doch BMW ist kurz vorher abgesprungen. Damit schwand das Interesse der Gemeinde Grünheide das zugegebenerweise weit fortgeschrittene B-Plan-Verfahren zu Ende zu führen. Das bedeutet, der B-Plan Freienbrink Nord wurde nie festgesetzt und somit auch nie rechtskräftig. Dieses Versäumnis versuchte später der Grünheider Bürgermeister zu vertuschen. Sein Täuschungsmanöver wurde von der Potsdamer Landesregierung wissentlich oder unwissentlich begrüßt, weil sie meinten mit Tesla einen kapitalen Fisch an der Angel zu haben. Das stellte sich jedoch als riesengroßer Irrtum heraus, denn nicht Tesla war der kapitale Fang sondern die Potsdamer Großfischjäger selber, die jetzt nach Strich und Faden vom Raubfisch ausgenommen werden sollen. Doch leider werden nicht die unfähigen Angler die Fehleinschatzung ausbaden müssen, sondern sie werfen jetzt ihre Wähler dem Räuber zum Fraß vor.

  2. 55.

    Zu Ihrer Information. Nur auf Baugelände kann gebaut werden. Und Unternehmen nur in Gewerbegebiet.
    Das sind ganz einfache, allgemein bekannte Regeln, die Sie hier bestimmt nicht weg diskutieren.

  3. 54.

    Der Klimawandel war schon 1970 bekannt, es habe nur zu viele den Wissenschaftlern nicht geglaubt.
    Gerade wegen dem Klimawandel müssen wir ja auf E- Autos umsteigen. Sie haben die richtigen Argumente, aber nutzen sie falsch.

  4. 53.

    HUAWEI produziert heute die Hart- und Software für die automatische Vollsteuerung von PKW. Auch AUDI hat in China Interesse daran. Erstaunlich was HUAWEI in den wenigen Jahren erreicht hat nachdem die hier nicht erwünscht waren, Liest sich alles wie jetzt erst recht. So sind die Chinesen. Einen so dauerhaften Abfall unserer Wirtschaft konnte ich mir früher überhaupt nicht vorstellen. Den ersten Ruck da mal mitzudenken gab der KUKA Verkauf.

  5. 52.

    Es sollte echt Baugebiet werden. Irgendwie hatte nach BMW niemand Interesse. Es sollte auch wieder umgewidmet werden nach Ausweitung des Wasserschutzgebietes. Hat man "irgendwie" vergessen und dann kam das Angebot an Tesla mit der ANUSCHKA; direkter Überflug und Präsentation.

  6. 51.

    Die Grünen waren einmal eine Friedenspartei. Als Fischer noch Turnschuhminister war hat der mir sogar gefallen. Von Wirtschaft haben die Grünen keine Ahnung und Baerbock hat so viel Kraftstoff verbrannt durch die Vielfliegerei und die Krönung war das was kürzlich der israelische Regierungschef verärgert äußerte.

  7. 50.

    Silverbeard, „Das bisherige Gelände“, verunstaltet Tesla dermaßen, dass es bis in ferne Zukunft für die hiesige Bevölkerung verloren ist. Ihnen zur Info, das Gelände war nie Baugebiet. Verzweifelte Politiker haben 2000 zwar versucht, Gewerbe anzusiedeln, ohne das eingeleitete B-Plan-Verfahren jemals abzuschließen.

    Wie sicher die Stromversorgung ist, zeigte der 05.03.2024. Der Fall wurde nie aufgeklärt. Unabhängig davon wurden erst vor kurzem in unmittelbarer Nähe vor möglichen zukünftigen Stromrationalisierungen gewarnt.

    Ihre Aussage „Die Umwelt wird nicht stärker zerstört als mit jedem anderen Unternehmen.“ könnte durch den Herrn des Größenwahns demnächst widerlegt werden. Als Info für sie, weder von Tesla noch anderen Firmen ist die Zerstörung der Umwelt in Freienbrink zu akzeptieren. Auch Lagerhallen haben nichts im LSG zu suchen.

    Ihre postulierten Steuereinnahmen sind unsicher, ob man sie bekommt. Das Geld ist bereits für den roten Tesla-Teppich vorverauslagt.

  8. 49.

    Es geht schlicht und ergreifend darum, zu verhindern, dass ein zusammenhängendes Waldgebiet - zumindest für mitteleuropäische Verhältnisse - für eine angeblich saubere Industrie zerstört wird.
    Damit meine ich nicht die 300-470ha Waldfläche, die am Ende Tesla gehören sollen, sondern ein weitaus weitläufigeres Gebiet, das im Endausbau bis Fürstenwalde und darüber hinaus reichen soll, wenn es nach dem Willen der Politik geht.
    Umwelt- und klimapolitisch ist das eine Katastrophe. Zeitgleich verstoßen wir gegen die Vereinbarungen der Pariser Klimakonferenz aus dem Jahr 2016 in der beschlossen wurde, keine größeren Waldfläche mehr zu roden.
    Ich hoffe, Vielen ist klar, dass die Ansiedlung der Tesla Manufacturing Brandenburg SE erst der Anfang ist.
    Falls Sie mir nicht glauben, dann lesen Sie sich bitte in den Tesla-Antragsunterlagen die Stellungnahme der Landesentwicklungsgesellschaft durch.

  9. 48.

    In 20-30 Jahren verändert sich eben eine Menge, wie z.B. der messbare Klimawandel, die regionale Wasserversorgung etc.
    Auch die Metusalemkiefern sind in dieser Zeit nebst Biotop gewachsen. Und so ist es auch mit den Bedürfnissen der Menschen.
    Klar; sie können natürlich mit rechtskräftigen jahrzehntealten Verordnungen, Genehmigungen etc. argumentieren, nur ist sowas wenig hilfreich wenn man Menschen mitnehmen will.
    Und wir hatten es schon x-mal, Musk muß lediglich seinen derzeitigen Wasserversorgungsanspruch auf das tatsächliche Maß anpassen und die Haftung für die hohen Nitrat- und Phosphatwerte übernehmen.

  10. 47.

    Es wäre schön, wenn Sie endlich etwas realistischer würden Herr Klinck.
    Das bisherige Gelände war seit 20-30 Jahren Baugebiet für Gewerbe. Wie kommen Sie darauf, dass ein anderes Unternehmen als Tesla die Umwelt weniger belastet hätte oder weniger LKW Verkehr in Grünheide bedeutet?
    Die Energieversorgung ist überhaupt nicht beeinträchtigt, im Gegenteil war ja ein Grund der Standortwahl, dass es in Brandenburg einen EE-Strom ÜBERSCHUSS gibt.
    Die Umwelt wird nicht stärker zerstört als mit jedem anderen Unternehmen. Reine Lagerhallen hätten genauso den Boden versiegelt, aber für viel weniger Steuereinnahmen und Arbeitsplätze gesorgt.
    Zu Lasten der Bevölkerung werden auch nicht die Steuern umverteilt, im Gegenteil kommen ja zusätzliche Gewerbesteuern erst durch Tesla herein.
    Das Abwasser wird genauso gereinigt und abgeführt wie vereinbart. Das Abwasser hat einen höheren Nitratgehalt als üblich, weil Tesla Wasser spart, anstatt zu verdünnen. Kein Skandal, nur Umweltschutzfolgen.

  11. 46.

    >>Wer hat den Teslatest gelesen ? Kellner nicht ?<<
    Jeder Verantwortliche wird auch die Tests anderer Hersteller gelesen haben und kann deshalb Schwächen einordnen.
    2023 gab es in Deutschland 13.000 Rückrufe für Millionen Autos aller Marken!

  12. 45.

    Ich muss jetzt mal kurz nachfragen. Ihnen ist bekannt, dass dieses Gelände seit 20-30 Jahren als Gewerbegebiet bebaut werden soll? D.h. wenn es keine stinkenden E-Autos sind, hätte es auch wohlriechende Chemie sein können, richtig? Der Bauplatz wäre auf jeden Fall früher oder später bebaut worden, richtig?

  13. 44.

    Warum gilt für TESLA das Lieferkettengesetz nicht ? Listet doch mal auf von wo die Materialien oder die fertigen zugelieferten Teile her kommen. Kellner hat da bestimmt keine Ahnung ?

  14. 43.

    "Erste Nase voll" ohne Tesla gäbe es die Probleme der Verkehrsverdichtung sowie die Lärm- und Luftverschmutzung in der Region nicht. Ein Güterbahnhof, von dem u.a. das Grundwasser und die Wasserversorgung der Menschen gefährdet wird, würde überhaupt nicht gebraucht. Wenn sie ehrlich sind, die Dinger, die in der Gigafactory produziert werden, braucht in Wirklichkeit von Niemand. Dabei handelt es sich um reine Spielzeuge für Gutbetuchte. Viele von denen wollen dadurch ihr eigenes Ego etwas aufbessern. Einige glauben sogar der zu Manipulationszwecken verbreiteten Reklame, dass sie sich mit diesen Fahrzeugen klimafreundlich von A nach B bewegen können. Es ist erstaunlich, was die Werbung vermag.

  15. 42.

    Es geht doch nur um den Standort, nicht grundsätzlich um Tesla oder E-Mobilität.
    Wir haben in Brandenburg bereits genug versiegelte und durch Infrastruktur erschlossene Flächen (beispielsweise Schönefeld) auf denen noch reichlich Platz gewesen wäre.
    Es ist jedenfalls kein guter Deal für Tesla, Solarparks, Windräder etc. Wälder abzuholzen und Pfähle in Trinkwasserschutzgebiete zu rammen und zu versiegeln.
    Wir haben genug Platz in unseren „Kulturlandschaften“.

  16. 41.

    Zum Güterbahnhof wurde hier schon ausreichend diskutiert, dass er gerne, wie ursprünglich geplant, auf den bereits vorhandenen Flächen gebaut oder umgebaut werden kann.

    Zum schadstoffhaltigen Abwasser - Woher wollen Sie wissen, dass E. M. das in Griff bekommen wird. Mein Vertrauen ist da deutlicher niedriger als Ihres.

    Und warum wollen Sie jetzt bei vorhandener Industrie das Licht abschalten? Da, wo keine neuen Flächen versiegelt und Umwelt zerstört werden müssen? Das zeugt jetzt nicht gerade von Intelligenz.

  17. 39.

    Mit einer unnötigen Industrialisierung im Natur- und Trinkwasserschutzgebiet haben alle verloren. Unnötig deshalb, weil wir der Umwelt zu liebe weniger Autos auf die Straßen bringen sollten. Von dem Geld, welches im Zusammenhang mit Tesla benötigten Ausbau der Infrastruktur benötigt wird, hätten wir sicher einige Schulen bauen können. Aber die Prioritäten sehen bei unseren Politikern schon seid Jahren anders aus.

  18. 38.

    Verzeihung Herr Josti, ich habe mindestens einen Punkt von Teslas negativen Aktivitäten vergessen zu erwähnen, die gegenwärtig die Menschen beunruhigen. Der Konzern beeinflusst das Mikroklima in der Region und was noch furchtbarer ist, er trägt weltweit zur Forcierung des Klimawandels bei. Nicht zu vergessen sind in den meist unterentwickelten Ländern die negativen Auswirkungen auf die Umwelt durch den dort stattfindenden Ressourcenraubbau.

  19. 37.

    Dann wäre es eine gute Option, den wenig genutzen Umsteigbahnhof als Güterbahnhof umzubauen, statt weitere Natur zu zerstören.

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