Kritik am Regierenden als Kultursenator - Freie Szene fordert starken Kultursenator

Symbolbild: Am 05.06.2015 prangt Kunst verschiedener Streetart-Künstler an einer Wand in Berlin-Friedrichshain. (Quelle: imago/Kraft)
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Michael Müller ist nach eigener Aussage gern Kultursenator der Hauptstadt. Doch die Freie Szene Berlins hofft nach den Wahlen auf einen "starken Kultursenator, der das Interesse hat, die Künste zu stärken". Der Regierende Bürgermeister sei in seinem Amt für die Sache der Kunst "nicht sichtbar gewesen".

Die frei arbeitenden Künstler in Berlin wollen mehr Unterstützung vom neuen Senat. "Wir brauchen einen starken Kultursenator, der das Interesse hat, die Künste zu stärken", sagte Christophe Knoch, Sprecher der Koalition der Freien Szene am Montag nach der Wahl. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sei als Kultursenator nicht sichtbar gewesen.

Künste sollen ihre Unabhängigkeit erhalten können

Zudem forderte Knoch, die Einnahmen aus der City Tax zu 100 Prozent der Kultur zukommen zu lassen, die Hälfte davon der Freien Szene. "SPD, Grüne und Linke haben sich im Wahlkampf gegen die Deckelung ausgesprochen. Jetzt erwarten wir, dass sie das in einem möglichen Regierungsbündnis auch umsetzen", sagte er.

Ziel der Kulturpolitik muss laut Knoch sein, die Unabhängigkeit der Künste zu erhalten. "Sie machen in ihrer Vielfalt die Attraktivität Berlins aus und dürfen nicht zunehmend wirtschaftlichen Zwängen ausgesetzt werden." Die Koalition der Freien Szene hatte sich 2012 als gemeinsame Interessenvertretung aller Kunstsparten gegründet.

Müller will gern Kultursenator bleiben

Schon im April hatte der Chef des Classic-Open-Air-Festivals, Gerhard Kämpfe, gesagt, die Stadt bräuchte einen eigenen Ansprechpartner für Theatermacher und Kulturschaffende. Daher wäre der Senat gut beraten, wieder einen Kultursenator oder eine -senatorin zu installieren, die sich explizit um das Kulturleben in der Hauptstadt kümmere.

Kurz vor der Wahl hatte Müller, der nach eigenen Angaben gern Kultursenator bleiben will, auf Nachfrage geäußert, das Amt werde in den Koalitionsverhandlungen eine Rolle spielen. "Es gibt zwei gute Möglichkeiten: Die eine ist, dass der Regierende Bürgermeister auch das Kulturressort weiterführt, oder auch dass man eine eigenständige Lösung findet und damit auch ein klares Signal für eine starke Kultur setzt", so Müller weiter.

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