Brandenburgs CDU-Generalsekretärin verteidigt Landeschef Schierack - "Er hat klare Verdienste um die Landespartei"

Michael Schierack tritt einen "Schritt zur Seite", so hat Brandenburgs CDU-Chef seinen Rücktritt als Oppositionsführer der Partei im Landtag erklärt. Parteichef will er aber auch nach der Kritik an den gescheiterten Koalitionsgesprächen wohl bleiben. Rückendeckung bekam er nun von Generalsekretärin Heinrich.

Die CDU Brandenburg will trotz der Niederlage bei der Regierungsbildung zunächst mit ihrem Vorsitzenden Michael Schierack weitermachen. Generalsekretärin Anja Heinrich stärkte dem Landeschef in einem Interview mit dem rbb demonstrativ den Rücken. Schierack habe die Partei sehr geeint, erklärte Heinrich: "Jeder, der sich noch an schwierige Zeiten erinnert, wurde in den vergangenen Monaten und Jahren eines Besseren belehrt. Das gibt man nicht so einfach Preis."

Eine Neustrukturierung an der Parteispitze ist aber wohl nicht vollständig ausgeschlossen: Man braucht auch ein bisschen Zeit zu überlegen, ob ein solcher Schritt überhaupt notwendig ist", sagte Heinrich. Derzeit sähe der Landesvorstand jedenfalls keine Notwendigkeit für einen Wechsel und für einen völligen Rückzug Schieracks: "Es wäre fatal, sich in der Ämterfolge von allem zu trennen. Die Partei ist gut strukturiert und stabil." Alles Weitere werde auf dem regulären Parteitag im kommenden Jahr entschieden.

Schierack zieht sich als Fraktionschef zurück

Schierack hatte gestern seinen Rückzug vom Amt des Fraktionsvorsitzenden  erklärt – will aber Parteichef bleiben. Dem 47-Jährigen wird das Scheitern einer Regierungsbildung mit der SPD angekreidet. Ministerpräsident Woidke hatte die Sondierungsgespräche damals überraschend abgebrochen. Zur Begründung gab er an, Schierack habe kein Regierungsamt übernehmen wollen. Schierack wies diese Darstellung zurück und warf Woidke Vertrauensbruch vor.

Schierack reagierte mit seinem Rückzug wohl auch auf parteiinternen Druck. Nach den gescheiterten Koalitionsverhandlungen war in der Brandenburger CDU Kritik am Verhandlungsstil und am Auftreten Schieracks geregt.     

Nachfolger Schieracks an der CDU-Fraktionsspitze wird Ingo Senftleben. Der 40-Jährige sitzt seit 15 Jahren im Landtag und führt dort jetzt die größte Oppositionsfraktion an.

Mehr zum Thema

Konsequenz aus gescheiterter rot-schwarzer Koalition - Schierack gibt auf - Senftleben soll Oppositionsführer werden

Brandenburgs CDU-Chef Michael Schierack hat nun doch die Konsequenzen aus den verpatzten Koalitionsverhandlungen mit der SPD gezogen. Er zieht sich von seinem Posten als Fraktionsvorsitzender und Oppositionsführer im Landtag zurück. Sein Nachfolger wird voraussichtlich der bisherige Stellvertreter Ingo Senftleben. Den Posten als Landeschef will Schierack allerdings behalten.