Kind steckt Wahlunterlagen in Wahlurne (Quelle Archivbild: imago/Russian Look)
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Symbolische U18-Wahl in Berlin - Kinder lassen die AfD nicht ins Parlament

Kinder haben ihren eigenen Kopf - das haben sie am Freitag in Berlin mit der zukunftsweisenden U18-Wahl bewiesen. Bei den unter 18-Jährigen würde es die Tierschutzpartei locker ins Abgeordnetenhaus schaffen. Rechtspopulisten hingegen gaben die mehr als 20.000 jungen Wählerinnen und Wähler keine Chance.  

Neun Tage vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus haben Berliner Kinder und Jugendliche der AfD bei der symbolischen U18-Wahl eine klare Absage erteilt. Würde es nach ihnen gehen, käme die Partei mit einem Anteil von nur 3,9 Prozent der Stimmen nicht ins Parlament.

SPD vor Grünen und Union

Wie bei den bisherigen Umfragen unter den "Großen" wurde auch bei den unter 18-Jährigen die SPD stärkste Kraft - sie kam auf 24,3 Prozent. Zweitstärkste Partei wurden die Grünen mit 21,3 Prozent der Stimmen, wie der Deutsche Bundesjugendring bekanntgab.

Die Union kommt auf 14,6 Prozent, gefolgt von der Linken mit 10,2 Prozent der Stimmen. Ins Parlament einziehen würde in der neuen Legislaturperiode nach dem Willen der jungen Wähler auch die Tierschutzpartei, die 8,7 Prozent holte. Die Piraten schaffen die Fünf-Prozent-Hürde mit 6,3 Prozent knapp. An der Wahl nahmen 23.769 unter 18-Jährige teil, 901 Stimmen waren ungültig.

Eine symbolische Abstimmung der Wähler von morgen

Organisiert wurde die - symbolische - Wahl vom Netzwerk U18, das junge Menschen so früh wie möglich an die Politik heranführen will. An über 200 Orten in Berlin konnten Kinder und Jugendliche ihre Stimme abgeben. 

Der Ablauf der U18-Wahl glich der Abgeordnetenhauswahl am 18. September: Die Nachwuchswähler bekamen in dem von ihnen ausgesuchten Wahllokal einen Stimmzettel für ihren Wahlkreis, suchten eine Wahlkabine auf, kreuzten Erst- und/oder Zweitstimme an und warfen den Stimmzettel in eine Wahlurne. Die Auszählung der Stimmzettel erfolgte öffentlich und durch die jungen Menschen selbst.

2011 wurden die Grünen stärkste Kraft

Das Wahlergebnis fließt zwar nicht in das offizielle Wahlergebnis ein, ist aber trotzdem auch für die Parteien von Interesse - es kommt schließlich von den Wählern von Morgen.

Bei der letzten U18-Berlin-Wahl 2011 wurden die Grünen mit 23,5 Prozent stärkste Kraft. Es folgte die SPD mit 21,5 Prozent. Die CDU kam auf 11,5, die Piraten und die Tierschutzpartei auf 9, die Linke auf 7 Prozent.

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