Europa- und Kommunalwahlen - Bislang sechs Attacken auf Wahlkämpfer in Berlin und Brandenburg

Sa 18.05.24 | 11:31 Uhr
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Ein Plakat mit dem Bild von Terry Reintke, Spitzenkandidatin der Grünen für die Europawahl, ist mit weißer Farbe überstrichen worden. Aufnahme vom 05.05.2024. (Quelle: dpa-Bildfunk/Michael Kappeler)
Audio: rbb24 Inforadio | 18.05.2024 | Nachrichten | Bild: dpa-Bildfunk/Michael Kappeler

Der Angriff auf den Dresdner SPD-Politiker Matthias Ecke hat bundesweit für Empörung gesorgt. Wahlkämpfer und -helfer sehen sich mitunter Hass und Aggressionen ausgesetzt - auch in Berlin und Brandenburg.

Die Berliner Polizei hat im Europa-Wahlkampf bislang drei Attacken auf Wahlhelferinnen und Wahlhelfer in der Stadt registriert. Dabei wurden die Wahlhelfer verbal oder körperlich am Aufhängen von Wahlplakaten gehindert beziehungsweise in der Wählerwerbung gestört, wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) ergab. Verletzungen seien nicht bekannt, hieß es. Die Störungen richteten sich gegen Wahlhelferinnen und -helfer von AfD, Linke und Grünen.

Die Schäden durch Vandalismus an Wahlplakaten bewegen sich laut Berliner Polizei auf einem ähnlichen Niveau wie zur letzten Europawahl. Bislang sei eine niedrige dreistellige Zahl von abgerissenen, beschädigten oder beschmierten Wahlplakaten zur Anzeige gebracht worden. Die Anzeigen kämen von allen Parteien, die meisten aber von der AfD.

In Brandenburg ebenfalls drei Attacken registriert

In Brandenburg wurden bislang landesweit drei Attacken auf Wahlhelferinnen und Wahlhelfer registriert. Seit Anfang April seien eine Beleidigung und zwei Körperverletzungsdelikte angezeigt worden, teilte das Brandenburger Innenministerium auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) mit. Aussagen zur Parteizugehörigkeit der Betroffenen könnten bislang nicht gemacht werden.

Bei den Angaben handele es sich ausschließlich um Vorfälle, die zur Anzeige gebracht wurden. Sie bildeten aber keine valide Datenbasis im Sinne einer polizeilichen Kriminalitätsstatistik, betonte das Ministerium.

Daneben seien landesweit bislang etwa 260 Sachbeschädigungen von Wahlplakaten angezeigt worden. Mit Blick auf die Europawahlen am 9. Juni sei dort mit einem Anstieg zu rechnen.

Brandenburger Polizei unternehme alles Erforderliche

Angriffe gegen Politiker und Wahlkampfhelfer hatten in den vergangenen Wochen für Erschrecken gesorgt. Für besondere Empörung sorgte ein Angriff auf den EU-Abgeordneten Matthias Ecke in Dresden am 3. Mai. Der SPD-Politiker erlitt dabei Knochenbrüche im Gesicht und musste operiert werden.

Die Brandenburger Polizei unternehme alles Erforderliche, um politisch engagierte Menschen zu schützen, so das Innenministerium. Die Behörde sei mit dem Landeswahlleiter und den Parteien im Kontakt, den Landtagsabgeordneten werde ein Sicherheitsgespräch angeboten. Zudem seien für Kommunal- und Landespolitiker gesonderte Informationsveranstaltungen geplant. Der Schutz von politisch Engagierten sei aber auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Berliner Polizei unterstreicht die gesamtgesellschaftliche Verantwortung

Aus Berlin hieß es dazu, dass ein stärkerer Schutz der Wahlkämpfer und -helfer eine gesamtgesellschaftliche und keine ausschließlich polizeiliche Aufgabe sie, hieß es. Die Berliner Polizei versuche zu einem sicheren Wahlkampf beizutragen, indem beispielsweise die Gefährdungslage für besondere Wahlkampfveranstaltungen analysiert werde. "Selbstverständlich wird auch im Rahmen der täglichen Streifentätigkeit auf Wahlhelfende im Stadtgebiet geachtet", hieß es.

Sendung: rbb24 Inforadio, 18.05.2024, 13:30 Uhr

15 Kommentare

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  1. 15.

    Hier kann sich jeder "Linker" nennen. Ob es stimmt, ist eine andere Frage. Ich stimme der Vermutung von 'Torsvan' zu.

  2. 14.

    Wo wird hier Gewalt gegen rechts als legitim erachtet? Der Agent Provocateur hat einen Sturm der Entrüstung oder neudeutsch, einen shitstorm ausgelöst. Genau das war ja seine Absicht.

    Diese Methode haben die Nazis schon in den 1920ern angewandet.

    Und wer oder was sind denn "ANTIFA-Kämpfer "? So ein Unsinn. Auf ihre restliche übliche AfD Propaganda möchte ich hier nicht eingehen.

    Fakt hingegen ist dass alle demokratischen Parteien die Angriffe verurteilt haben!

  3. 13.

    Schon mal von einen Agent Provocateur gehört? Oder False Flag? Es ist ein beliebtes Mittel der Rechten und erst recht der Rechtsextremen unter falscher Flagge Behauptungen aufzustellen die das angebliche Lager aus dem das kommen soll zu diskreditieren.

    "Linker" kann sich hier jeder nennen und die Vorgehensweise haben die Nazis schon in den 1920er praktiziert.

  4. 12.

    Thema verfehlt und sie sollten weniger rechtsextreme Publikationen konsumieren.

    Die haben nämlich Habecks Äußerung absichtlich völlig aus dem Zusammenhang gerissen.

  5. 11.

    Wie man hier oft an vielen Kommentaren ablesen kann , wird Gewalt gegen rechts, mehr oder weniger offen und unverhohlen, durchaus als legitim erachtet. Da gibt es auch keine Distanzierung, Verurteilung oder Worte des Mitgefühls.
    ANTIFA-Kämpfer genießen ein hohes Ansehen für robuste Aktionen gegen Sachwerte und Menschen ! Falls, wie jetzt aktuell bei dem SPD-Mann , dann nur gequält ! Ganz anders sieht es aber aus, wenn Linke oder eigene Leute Opfer sind. Da kullern die Tränen, es gibt gutbesuchte Demos, Konzerte und andere Aufmerksamkeits- Veranstaltungen. Die stehen dann unter dem Motto : Gegen Hass und Gewalt, die man aber bei anderen, nicht ablehnt.

  6. 10.

    Also, wenn die richtigen angegriffen werden ist es gut? Wer bestimmt denn, welche Angriffe moralisch gerechtfertigt sind?

  7. 9.

    Das sind auch nur Menschen wie Du und Ich und warum sollen die sich denn nicht mal auch eine einfangen? Ein Tam Tam oder Genießen Plakatkleber Diplomatische Schutz? Wer Assis und Schläger heranzüchtigt sollte mit diesen auch fertig werden, denn von uns normalen Bürgern wird es täglich abverlangt denn nicht alles ist Politisch oder Demokratiefeindlich.

  8. 8.

    Dolles Ding, was sich da jüngst Habeck im Bundestag geleistet hat. Die AfD ist Schuld am Mordannschlag auf Ficoi. Dabei macht Fico- cum grano salis - konsequent AfD Programmatik.

  9. 7.

    Gewalt ist keine Lösung. Ihre Meinung ist ein Widerspruch mit dem Grundgesetz. Aber schön, dass es ok ist diesem Meinungsbild so zu begegnen. Immerhin waren es AFD Wahlhelfende und nicht Wahlhelfende. Mit der Meinungs kannst auch ganz schnell Falschen erwischen.

  10. 6.

    Mit Verlaub, das ist das wohl Dämlichste, was man dazu äußern kann.
    Setzen wir statt AfD jede beliebige andere Partei ein, ein Aufschrei! Aber die blauen Clowns sind selbst schuld? War der blaue Rock zu kurz?
    Wo sind wir hingenommen? Sie halten sich anscheinend für einen "Demokraten".

  11. 4.

    "Gesamtgesellschaftliche Aufgabe" = "Sorry wir können da nichts tun". Das traurige ist, dass die Polizei da auch Recht hat.

  12. 3.

    Vielleicht kommt man ja auch mal dahin, die sinnlosen Plakate und das Bequatschen der Passanten an den Ständen einzustellen. Da geht nichts kaputt, keiner wird angegriffen und sinnlos ist es obendrein.

  13. 2.

    AfD ist selbst schuld

  14. 1.

    Egal ob von Recht oder von Links, es ist eine Schande und sehr beängstigend.