Die Regenbogenfahne weht vor der Siegessäule in Berlin (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)
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Warnung vor Rechtspopulismus - "Berliner Manifest" mahnt sexuelle Minderheiten zu Solidarität

Künstler, Wissenschaftler und Politiker fordern Schwule und Lesben in einem "Berliner Manifest" auf, bei den anstehenden Wahlen nicht für Rechtspopulisten zu stimmen. Eine vielfältige und offene Gesellschaft könne man nur gemeinsam erreichen.

Zahlreiche Prominente haben in einem Aufruf davor gewarnt, dass sich Schwule und Lesben von Rechtspopulisten vereinnahmen lassen. In einem "Berliner Manifest", das am Mittwoch verbreitet wurde, fordern sie auf, bei den anstehenden Landtagswahlen und der Bundestagswahl im Herbst 2017 "keine Parteien zu wählen, deren Programme im Widerspruch zu einer vielfältigen und offenen Gesellschaft stehen". Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle dürften sich nicht gegen andere Minderheiten ausspielen lassen.

Zu den Erstunterzeichnern gehören der Comedian Thomas Hermanns, der Comiczeichner Ralf König, die Kabarettistin und Schauspielerin Maren Kroymann, der Soziologe Martin Dannecker und der Intendant der Komischen Oper Berlin, Barrie Kosky. Weitere Erstunterzeichner sind den Angaben zufolge unter anderem der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck und die Bürgermeisterin des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne).

"Vielfalt als Chance"

"Wir beobachten mit Sorge, wie die Grundlage unserer Demokratie, das zivilgesellschaftliche Engagement, mit Labeln wie 'linksgrünversifft', 'Gender-Gaga' oder 'Queeriban' denunziert wird", heißt es in dem Manifest. Während die AfD in Stuttgart gegen homosexuelle Lebensentwürfe mitmarschiere, versuche sie in Berlin mit islamfeindlichen Aussagen um die Stimmen schwuler Männer zu buhlen, schreiben die Initiatoren in der Pressemitteilung zum "Berliner Manifest". "Wir dagegen stehen für eine Politik, die Vielfalt in unserer Gesellschaft als Chance begreift und die Errungenschaften unserer emanzipatorischen Bewegungen der letzten 50 Jahre mutig verteidigt und weiterführt", heißt es.

Geplant ist, dass Unterstützer das Manifest ab Donnerstag um 10 Uhr im Internet (www.berliner-manifest.de) unterzeichnen können.

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