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Audio: Radioeins | 15.03.2023 | Nachrichten | Quelle: dpa/Annette Riedl

Umfassender Verkehrsstreik Ende März rückt näher

Gewerkschaft lehnt Tarifangebot der Deutschen Bahn ab

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) lehnt das aktuelle Tarifangebot der Deutschen Bahn ab und signalisiert Streikbereitschaft. Die Offerte der Bahn vom Dienstagabend sei inakzeptabel und keine Grundlage für weitere Verhandlungen, sagte EVG-Verhandlungsführer Kristian Loroch am Mittwoch.

"Die Deutsche Bahn hat es bewusst unterlassen, den schwelenden Konflikt zu entschärfen." Stattdessen provoziere sie mit nicht annehmbaren Vorschlägen und trage "mit diesem unangemessenen Verhalten dazu bei, dass Warnstreiks unausweichlich werden", hieß es weiter.

Berlin und Brandenburg betroffen

Erneute Warnstreiks an Krankenhäusern

Am Dienstag und Mittwoch sind Mitarbeiter mehrerer Kliniken in Berlin und Brandenburg erneut im Warnstreik. Der Klinikbetrieb läuft dennoch weiter - planbare Eingriffe waren jedoch im Vorfeld abgesagt worden.

Entscheidung über Warnstreiks frühestens am 23. März

Eine Entscheidung hierzu werde seitens der EVG aber frühestens am kommenden Donnerstag, 23. März getroffen, ergänzte die stellvertretende EVG-Vorsitzende Cosima Ingenschay. Die EVG verlangt zwölf Prozent mehr Lohn, mindestens aber 650 Euro im Monat mehr.

Bahn-Personalverstand Martin Seiler erklärte derweil, der Staatskonzern sei mit seinem Angebot einen großen Schritt auf die EVG zugegangen. Die Löhne der DB-Beschäftigten sollen laut Bahn-Angebot in zwei Schritten um insgesamt fünf Prozent steigen: ab dem 1. Dezember 2023 um drei Prozent und ab dem 1. August 2024 noch einmal um zwei Prozent. Als soziale Komponente zur Abfederung der gestiegenen Lebenshaltungskosten sollen die Mitarbeitenden zudem eine Inflationsausgleichsprämie von 2.500 Euro erhalten.

Die Bahn müsse bis zur nächsten Gesprächsrunde am 24./25. April ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, fordert hingegen die EVG.

Ende März kompletter Stillstand möglich

Die EVG verhandelt nach eigenen Angaben für rund 180.000 DB-Beschäftigte. Bis zum 23. März finden weitere Gespräche mit kleineren Bahn-Unternehmen mit insgesamt weiteren 50.000 Beschäftigten statt. Für sie gelten die gleichen Forderungen.

Sollten auch diese Gespräche zu keinem Erfolg führen, könnte es Gewerkschaftskreisen zufolge einen umfassenden Verkehrs-Streik am Montag, 27. März geben. Sowohl Nah- als auch Fern- und Güterverkehr würden dann bundesweit lahmliegen.

Spekulationen, wonach die EVG gemeinsam mit der Gewerkschaft Verdi konkrete Warnstreikpläne hat, bestätigte Ingenschay nicht.

Sendung: rbb24 Inforadio, 15.03.2023, 12:30 Uhr

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