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Video: rbb24 | 27.03.2023 | Nachrichten | Quelle: dpa/Annette Riedl

Nach Großstreik am Montag

Öffentlicher Verkehr in der Region rollt wieder

Nach dem Warnstreik am Montag ist der öffentliche Verkehr in Berlin und Brandenburg wieder planmäßig angerollt. Im Fernverkehr gibt es nur vereinzelt noch einige Ausfälle. Auch der Flugbetrieb am BER läuft wieder normal. Es drohen aber weitere Streiks.

Der Betrieb bei der Deutschen Bahn ist nach dem großen Warnstreik am Dienstagmorgen nach Unternehmensangaben wieder planmäßig angelaufen - auch in Berlin und Brandenburg.

Der Warnstreik wirke sich allerdings noch auf den Fernverkehr aus, teilte die Deutsche Bahn am Dienstagmittag mit. Vor allem in den Morgenstunden mussten sich Fahrgäste daher auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen.

Im Regional- und S-Bahn-Verkehr gebe es seit Dienstagmorgen keine streikbedingten Ausfälle, hieß es weiter.

Die Berliner S-Bahn hatte schon am Montagnachmittag um kurz nach 15 Uhr den Betrieb in Teilen wieder aufgenommen. Bis zum Abend funktionierte der Verkehr wieder weitgehend normal.

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+++ Bahn ruft EVG zur schnellen Fortsetzung der Verhandlungen auf +++

+++ Bahn ruft EVG zur schnellen Wiederaufnahme der Verhandlungen auf +++ Tarifrunde für Bund und Kommunen wird fortgesetzt +++ Regional- und Fernverkehr wieder angerollt +++ S-Bahnen fahren wieder im Regelbetrieb +++

Im Schienengüterverkehr sei es DB Cargo gelungen, durch Steuerung von Transporten vor dem Streik der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) für eine "stabile betriebliche Ausgangslage" zu sorgen, hieß es weiter. Schon seit Montagabend würden die ersten Güterzüge aus dem Rückstau in den Rangierbahnhöfen wieder angefahren.

Auch am Flughafen Berlin-Brandenburg in Schönefeld (Dahme-Spreewald) lief der Flugbetrieb am Dienstagmorgen wieder regulär.

Weitere Warnstreiks drohen

Die Gewerkschaften Verdi und EVG hatten den Bus-, Bahn- und Flugverkehr in Deutschland am Montag weitgehend lahmgelegt. Sie haben so gegen die schleppenden Tarifverhandlungen protestiert.

In Potsdam trafen sich derweil Vertreter von Verdi und dem Beamtenbund DBB erneut mit den Verhandlern von Bund und Kommunen. Eine Annäherung der beiden Tarifparteien war jedoch auch in dieser dritten Verhandlungsrunde nicht in Sicht. Bis zum Montagabend gab es keine Annäherung, die Gespräche wurden daher unterbrochen. Bleibt bis Mittwoch eine Einigung aus, könnten bald weitere Warnstreiks folgen.

Bei der EVG stehen weitere Verhandlungen mit den verschiedenen Bahnunternehmen ab Mitte der Woche an. Mit der Deutschen Bahn soll erst nach Ostern weiterverhandelt werden. Die EVG sicherte am Wochenende zu, rund um die Osterfeiertage nicht streiken zu wollen.

Großstreik in Berlin und Brandenburg

Fahrgäste offenbar gut auf Warnstreik vorbereitet - kein Verkehrschaos

Berlin und Brandenburg waren vom bundesweiten Warnstreik im Verkehr zwar stark betroffen, das befürchtete Chaos blieb am Montag jedoch aus. Bis zum Abend lief der Verkehr wieder weitgehend normal. Auch auf den Straßen blieb es größtenteils entspannt.

35.000 EVG-Mitglieder an mehr als 1.000 Standorten hätten sich an dem Warnstreik beteiligt, sagte die stellvertretende Vorsitzende Cosima Ingenschay: "Wir haben gezeigt: Wir machen auch noch mehr Druck, wenn es notwendig ist."

Bahnsteige leer, kein Chaos auf den Straßen

Vielerorts blieben die Bahnsteige am Montag fast leer. Reisende waren auf den Warnstreik gut vorbereitet und nutzten alternative Verkehrsmittel wie U-Bahn, Tram und Bus. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) waren nicht direkt vom Streik betroffen.

Die Verkehrsinformationszentrale in Berlin (VIZ) vermerkte auf den Straßen keinen stark erhöhten Verkehr. "Unsere Einschätzung ist, dass es zwar voller geworden ist, aber bei weitem nicht so stark wie erwartet", teilte die Zentrale auf Anfrage mit. Der Stau sei im Berufsverkehr ein wenig länger gewesen als sonst, ansonsten sei die Anzahl der Autos aber nicht besonders auffällig. "Die Menschen haben sich gut vorbereitet. Viele haben sicherlich auch die Möglichkeiten des Homeoffice in Anspruch genommen."

Weitreichendster Verkehrsstreik der letzten 30 Jahre

Einen derart weitreichenden Streik im öffentlichen Verkehr wie am Montag hatte es seit etwa 30 Jahren nicht mehr in Deutschland gegeben. Die Gewerkschaften begründeten ihr Vorgehen mit mangelnden Fortschritten in den jeweiligen Tarifrunden. Für die bundesweit etwa 2,5 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen fordert Verdi 10,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber ein Plus von 500 Euro pro Monat. Die EVG verhandelt für rund 230.000 Beschäftigte bei Bahn- und Busunternehmen und will für diese zwölf Prozent mehr Lohn, mindestens aber 650 Euro im Monat mehr. Die Angebote von Deutscher Bahn und öffentlichen Arbeitgebern sind vergleichbar und umfassen je in zwei Schritten insgesamt fünf Prozent mehr Lohn und Einmalzahlungen von bis zu 2.500 Euro.

Sendung: rbb24 Inforadio, 28.03.2023, 07:20 Uhr

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