Europawahl - AfD gewinnt in Brandenburg deutlich vor CDU und BSW

Bei der Europawahl in Brandenburg kann die AfD deutlich zulegen und wird stärkste Kraft. Das Bündnis Sahra Wagenknecht erreicht aus dem Stand starke Werte und liegt noch vor der SPD. Grüne und Linke verlieren deutlich.
In Brandenburg ist die AfD als klarer Gewinner aus der Europawahl hervorgegangen. Nach Auszählung aller Wahlbezirke konnte sie am Sonntag 27,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.
Zweitstärkste Partei wurde die CDU mit 18,4 Prozent, während die SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke mit 13,1 Prozent sogar die Sahra-Wagenknecht-Partei BSW an sich vorbeiziehen lassen musste, die aus dem Stand 13,8 Prozent der Stimmen erhielt.
Die Linke verlor im Vergleich zur Europawahl vor fünf Jahren etwa zwei Drittel ihrer Wähler und rutschte auf 4,4 Prozent ab. Die Grünen halbierten ihr Ergebnis von 2019 und kamen auf 6,0 Prozent. Auch die FDP verlor Stimmen und kam auf 3,2 Prozent, Die Partei (2,3 Prozent) und die Freien Wähler (2,1 Prozent) hielten weitgehen ihr Ergebnis von 2019.
Die Wahlbeteiligung lag bei 67,5 Prozent, vor fünf Jahren hatte sie in Brandenburg acht Prozentpunkte niedriger gelegen.
Bei der Europawahl 2019 lag die AfD bereits landesweit vorn, damals mit 19,9 Prozent knapp vor der CDU mit 18,0 Prozent und der SPD mit 17,2 Prozent. Die Linke und die Grünen erreichten jeweils 12,3 Prozent, die FDP kam auf 4,4 Prozent. Sonstige Parteien lagen insgesamt bei 15,1 Prozent.
Deutschlandweit sind bei der Europawahl nach bisherigen Hochrechnungen CDU und CSU mit Abstand stärkste Kraft. Dahinger folgen AfD und SPD vor den Grünen.
AfD sieht sich auf Erfolgskurs - CDU wertet Ergebnis als Denkzettel für die Ampel
Der Brandenburger AfD-Chef René Springer sieht seine Partei auf Erfolgskurs. "Man wird sich ernsthaft und inhaltlich mit uns auseinandersetzen müssen", sagte Springer bereits nach einem Zwischenstand. Er sieht damit auch Rückenwind für den Landtagswahlkampf im Herbst.
Die CDU in Brandenburg hat die Ergebnisse bei der Europawahl als Denkzettel für die Ampel-Parteien gewertet. "Die Ampel ist auch in Brandenburg heute Abend abgewählt worden. Die Verluste für SPD und Grüne bei der Europawahl in Brandenburg zeigen: Die Menschen sind tief frustriert über die Politik der Ampel", sagte der Landesvorsitzende der CDU, Jan Redmann.
Die Grünen in Brandenburg haben sich enttäuscht über das Abschneiden bei der Europawahl gezeigt. "Wir sind natürlich eher ernüchtert über das Ergebnis der Europawahl", sagte die Landesvorsitzende Hanna Große Holtrup. In dieser herausfordernden gesellschaftlichen Stimmung sei es allerdings auch kein besonders leichter Wahlkampf für die Grünen gewesen. Zugleich sagte Große Holtrup: "Wir sind natürlich auch bestürzt über das Ergebnis der rechtsextremen AfD." Besonders jetzt müssten die demokratischen Parteien für die Demokratie einstehen.
Die Wahlen gelten dreieinhalb Monate vor der Landtagswahl als Stimmungstest, auch wenn sie nicht vergleichbar sind. Zugleich fanden Kommunalwahlen in Brandenburg statt, dabei liegt die AfD deutlich vor der CDU. Rund 2,1 Millionen Bürger waren in Brandenburg zu den Wahlen aufgerufen.
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Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 09.06.2024, 19:30 Uhr