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Video: rbb24 Abendschau | 05.05.2023 | Martin Küper | Quelle: www.imago-images.de

Euref-Campus in Berlin-Schöneberg

Früher Gas-Tank - heute Think-Tank

Zeitenwende für den historischen Gasometer in Berlin-Schöneberg: Inmitten der Stahlkonstruktion entsteht ein modernes Tagungs- und Bürogebäude - sozusagen ein bauliches Symbol der Energiewende. Am Freitag ist Richtfest. Von Thomas Rautenberg

Noch arbeiten die Bagger am alten Gasometer. Im unteren Bereich ist die Stahlkonstruktion des früheren Gastanks mit Holzplatten verschalt. Bauarbeiter hasten hin und her - wohl das übliche Gewusel vor dem feierlichen Richtfest. Technikchef Heribert Günther ist in diesen Tagen ein gefragter Mann, ständig klingelt sein Telefon. In roter Wetterjacke, Jeans und braunen Arbeitsschuhen steht er vor dem künftigen Haupteingang.

Auf 70 Metern Höhe entsteht eine 360-Grad-Panoramaterrasse | Quelle: rbb/Thomas Rautenberg

Das Projekt, erklärt er, sind eigentlich drei Baustellen in einer. "Zum einen musste die historische Stahlkonstruktion aus dem Jahr 1913 saniert werden. Die Arbeiten sind bereits zu 80 Prozent abgeschlossen. Zum zweiten läuft der Innenausbau der 15 Etagen hinter der neuen Alu-Glas-Fassade. Und drittens wird der Konferenzbereich fertiggestellt."

Moderne Architektur trifft auf Industriegeschichte

Im Eingangsbereich hat man einen ersten Eindruck von der Weitläufigkeit im künftigen Büro- und Tagungszentrum auf dem Euref-Campus. Lange Flure, hohen Decken, die Ausschnitte in den Betonwänden, wo später die Fahrstühle eingebaut werden. Derzeit sind dort noch die Lastenaufzüge für das Material und die Bauleute installiert.

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Künftig werden in den Schächten sogenannte Eventfahrstühle unterwegs sein. Voll technisiert und mit Monitoren an den Wänden, schwärmt Bau- und Technikchef Günther. Im Erdgeschoss des renovierten Gasometers wird gerade der große Veranstaltungssaal für bis zu 1.000 Personen hergerichtet. Noch hängen Tausende Kabel für Licht, Ton und die Computersteuerung an der Decke.

Gasometer komplettiert den Campus

Über 150 Firmen, die sich in irgendeiner Form mit der Energiewende befassen, sind auf dem Euref-Campus präsent. Dazu kommen Lehre und Forschung. Die TU Berlin beispielsweise bietet hier vier Master-Studiengänge an. Der historische Wasserturm, Verwaltungsbauten aus dem 1970er und 80er Jahren, die nach neuestem technischem Standard aufgerüstet worden sind und sogenannte intelligente Neubauten machen das Gesamt-Ensemble des Euref-Campus aus.

Der Bürotrakt ist - wie der Gasometer - kreisrund | Quelle: rbb/Thomas Rautenberg

Und doch ist und bleibt der alte Gasspeicher nicht nur der Hingucker - er ist ein bauliches Kleinod, in dem die Energiewende wirklich praktisch wird, sagt Euref-Vorstandssprecherin Karin Teichmann. "Der Gasometer ist das Bild des Campus. Ein ehemaliges Gaswerk, hochmodern für seine Zeit, ist heute ein Standort für die Energiewende. Daher haben wir bewusst das Herzstück für den Campus ganz zum Schluss entwickelt."

Deutsche Bahn als Hauptmieter

2.000 Digitalisierungsspezialisten der Deutschen Bahn werden künftig an diesem Standort arbeiten und Ideen für die Mobilität in der Zukunft entwickeln. Darüber hinaus wird der Gasometer ein wichtiger Tagungs- und Veranstaltungsort sein für alle Themen, die sich um die Energie- und Mobilitätswende drehen.

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Und er wird auch ein öffentlicher Ort sein, denn in die Sky Lounge mit der 360 Grad-Panorama-Terrasse sind künftig auch die Hauptstädter und Touristen eingeladen. Der Blick aus rund 70 Meter Höhe auf die Skyline der Stadt ist tatsächlich atemberaubend.

Millioneninvestition für ein Wahrzeichen

Rund 200 Millionen Euro hat die Euref AG in die Sanierung und den Neubau des Gasometers gesteckt. Viel Geld, aber es ist ja auch ein einzigartiges Projekt, sagt Vorstandssprecherin Teichmann. Der Gasometer ist die Krönung für den gesamten Euref-Campus. "So, wie wir das alte Industriedenkmal saniert und ausgebaut haben, schafft es ein ganz neues Bild, über das man in Berlin sprechen wird."

Über 7.000 Menschen werden am Ende auf dem Campus arbeiten, forschen, lehren und lernen. Und immer geht es dabei um die Energie- und Mobilitätswende, um die Zukunft einer modernen Stadt. Zu Beginn des kommenden Jahres können die Digitalisierungsexperten der Deutschen Bahn ihre Büros beziehen. Und ein halbes Jahr später werden dann auch die Veranstaltungsbereiche sowie die Sky Lounge für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Sendung: rbb24 Inforadio, 04.05.2023, 09:25 Uhr

Beitrag von Thomas Rautenberg

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