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Video: rbb24 | 17.01.2024 | Phillipp Manske | Quelle: Picture Alliance/Marc Vorwerk/Sulupress

Lausitz

Cottbuser Ostsee könnte künftig Wasserspeicher werden

Cottbus überlegt, den Ostsee zum Wasserspeicher für die gesamt Region zu machen. Aufgrund der vielen Niederschläge fülle sich der Cottbuser Ostsee in der Lausitz derzeit in Rekordzeit mit Wasser, teilte das Energieunternehmen Leag am Dienstag mit. In absehbarer Zeit könnte er eine geschlossene Wasserfläche haben.

Demnach steigen derzeit die Abflüsse im gesamten Einzugsgebiet der Spree an. Ob der See als aber tatsächlich als Speicher genutzt werden kann, um den Wassermangel in der Lausitz zu regulieren, muss laut Leag zunächst rechtlich geprüft werden.

Regenwasser und Schnee

Ostsee bei Cottbus wird mit Maximalmenge geflutet

5.000 Liter pro Sekunde: Der Wasserhahn für den Cottbuser Ostsee ist jetzt voll aufgedreht - dem vielen Regen und geschmolzenen Schnee sei Dank. Bis zur kompletten Füllmenge dauert es aber noch ein wenig.

Wasserstand auf Rekordhoch

Der ehemalige Tagebau wird seit April 2019 mit Unterbrechungen geflutet und soll einmal der größte künstliche See Deutschlands werden. Mehr als 80 Prozent des erforderlichen Wassers für den Ostsee dürfen laut Genehmigung des Landes Brandenburg aus der Spree entnommen werden. Weniger als 20 Prozent kommen aus dem Grundwasser. Die Voraussetzungen für die Flutung sind laut Leag gerade günstig.

Durch die Niederschläge habe sich der Wasserstand innerhalb eines Monats um knapp einen Meter erhöht. Seit Mitte Dezember darf das Unternehmen fünf Kubikmeter pro Sekunde einleiten. Der Ostsee hat derzeit einen Höchstwasserstand von 59,9 Meter über Normalhöhe (NHN).

Ostsee könnte nötige Speicherfunktion übernehmen

Nach Meinung des Vorsitzenden des Vereins Wassercluster Lausitz würden in der Region künftig etwa 178 Millionen Kubikmeter Speicher gebraucht, derzeit seien mit Talsperren und Bergbaufolgeseen nominal 151 Millionen Kubikmeter vorhanden. "Der Cottbuser Ostsee könnte diese Lücke schließen", so der Experte. Der See soll einmal eine Wasserfläche von knapp 19 Quadratkilometern haben.

Der Oberbürgermeister von Cottbus, Tobias Schick, fordert, "mit Augenmaß und Nüchternheit den Ostsee zum Speicher machen, um den Wasserhaushalt der Region besser regeln zu können." Insgesamt müsse mehr ins Wassermanagement investiert werden, nicht nur Geld, sondern auch Ideen und Steuerungsinstrumente. "Dabei kann der Ostsee helfen." Die Lausitz muss sich ihm zufolge auf längere Trockenphasen ebenso einstellen wie auf Phasen mit viel Niederschlag oder aus den Bergen kommendem Hochwasser. "Das kann durch eine Speicherfunktion besser gemanagt werden", meint er.

Sendung: rbb24, 17.01.2024, 13 Uhr

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