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Audio-Vollreportage: Philipp Höppner | Quelle: IMAGO/RHR-Foto

0:0-Remis zu Hause

Union Berlin verpasst gegen Schalke Sprung an die Tabellenspitze

Zum ersten Mal im Jahr 2023 bleibt Union Berlin in einem Bundesliga-Spiel ohne Sieg. Gegen den Tabellenletzten aus Gelsenkirchen hatten die Köpenicker offensiv zu wenige Ideen. Damit vergab Union die Chance, am FC Bayern auf Rang eins vorbeizuziehen.

Der 1. FC Union Berlin hat den Sprung an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga verpasst. Gegen Schlusslicht Schalke 04 kamen die Köpenicker am Sonntag im Stadion An der Alten Försterei nicht über ein 0:0 hinaus. Damit sind sie punktgleich mit Spitzenreiter Bayern München auf Platz zwei.

Die abstiegsbedrohten Gäste konnten sich ihrerseits über einen Auswärtspunkt freuen. Es war für Königsblau das vierte 0:0 in Folge.

Für Platz eins wären drei Punkte gegen Schalke 04 nötig gewesen. Diese Steilvorlage hatte der aktuelle deutsche Meister und Spitzenreiter FC Bayern München den Berlinern am Samstag bereitet, weil er bei Borussia Mönchengladbach mit 2:3 verlor.

Union Berlin vor der Partie gegen Schalke 04

Mit viel Selbstvertrauen zu einem surrealen neuen Saisonziel

Drei Tage nach dem Europa-League-Hinspiel gegen Ajax Amsterdam empfängt Union Berlin am Sonntag Schalke 04. Im Vorfeld korrigierten die Köpenicker ihr bereits erreichtes Saisonziel: Auch kommende Saison wollen sie international spielen. Von Jakob Lobach

Die Mannschaft von Urs Fischer zeigte im Stadion An der Alten Försterei eine offensiv weitgehend uninspirierte Leistung. Schalke präsentierte sich hingegen selbstbewusst, ging vor ausverkaufter Kulisse in Köpenick beherzt in die Zweikämpfe und schaffte es, gegnerische Angriffsversuche frühzeitig zu unterbinden.

Hertha vor dem Spiel in Dortmund

Zu Gast beim BVB im Rausch

Am vergangenen Wochenende holte Hertha den ersten Sieg des Jahres. Wenn es nach den Berlinern geht, soll daran am Sonntag angeknüpft werden. Bei formstarken Dortmundern steht die Schwarz-Elf allerdings vor einer Mammutaufgabe. Von Jonas Bürgener

Trister erster Durchgang, Fährmann pariert

Union präsentierte sich den Königsblauen in einer im Vergleich zum Europapokal-Spiel gegen Ajax Amsterdam grundlegend veränderten Startformation. Urs Fischer hatte gleich fünffach rotiert und unter anderem Sheraldo Becker geschont. Damit stand der Stürmer zum ersten Mal überhaupt in dieser Saison nicht im Start-Aufgebot. In die Anfangsaufstellung wechselten Christopher Trimmel, Janik Haberer, Niko Gießelmann, Sven Michel und Timo Baumgartl. Für Letzteren war es der erste Startelf-Einsatz seit November.

Der seit Wochen glänzend aufgelegte Gäste-Keeper Ralf Fährmann verhinderte nach 23 Minuten die Führung der Eisernen: Aus halbrechter Position brachte Christopher Trimmel eine Freistoß-Flanke unmittelbar vor den Fünfmeterraum, wo Doekhi platziert abschloss. Doch der 34 Jahre alte Torhüter konnte den Ball noch aus dem Winkel kratzen. Es war die erste nennenswerte Gelegenheit in einem zweikampfbetonten, aber chancenarmen Bundesliga-Spiel.

Die Hausherren waren in der Folge bemühter um Offensivgestaltung, aber in ihrem Passspiel zu ungenau, um die Schalker Abwehrreihe in Verlegenheit zu bringen. Schalke 04 allerdings konnte im ersten Durchgang auch keine einzige wesentliche Offensivaktion bieten.

Zweite Hälfte: Schalke hat Zugriff

Nach dem Seitenwechsel gelang es den Gästen durch die Offensivfraktion aus Bülter, Zalazar, Drexler und Frey, den Ball immer wieder gefährlich an den Unioner Sechzehner zu treiben, doch die Präzision beim letzten Pass ließ mehrfach zu wünschen übrig.

Nach einer knappen Stunde wechselte Urs Fischer zum ersten Mal und brachte den erstmals in dieser Saison geschonten Becker für den glücklosen Sven Michel, um die Offensive zu schärfen. Wenig später brachte er Jordan für Behrens. Becker und Jordan brachten in der Tat mehr Zug ins Angriffsspiel, Schalke musste sich immer mehr in die eigene Hälfte zurückziehen.

Ab der 75. Minute mehrten sich die Abschlüsse von Union Berlin, doch auf der Ergebnistafel blieb die Doppel-Null - letztlich bis zum Schlusspfiff.

In einer Woche reisen die Unioner nach München, dann zum Gipfeltreffen um die Spitzenposition gegen den FC Bayern (Sonntag, 17:30 Uhr). Schon am Donnerstag empfängt Union Ajax Amsterdam für das Spiel um den Einzug ins Europa-League-Achtelfinale.

Regionalliga Nordost

Viktorias Frauen gewinnen in letzter Minuten gegen Union

Die Partie in der Kurzanalyse

Beide Teams scheuten das Risiko. Für Union Berlin ging es natürlich um die mögliche Tabellenführung. Dennoch dürfte der erfahrene Coach Urs Fischer kalkuliert haben, dass die eigentliche Herausforderung war, die Begegnung gegen kämpferische Schalker möglichst kräfteschonend über die Bühne zu bringen, angesichts der anstehenden Partie gegen Ajax Amsterdam.

Mittelfeldmotor Rani Khedira war zunehmend darum bemüht, Unioner Angriffe aufzuziehen, doch die Defensivspieler der Gäste zogen erfolgreich die Räume im eigenen Drittel so zusammen, dass die Offensivbemühungen der Hausherren in Form von Zweikampf-Gestocher, Abprallern und Befreiungsschlägen verebbten.

Im zweiten Durchgang wurden aufkeimende Offensivbemühungen der Schalker durch Fischers Einwechslungen der Stürmer Becker und Jordan zunichte gemacht. Die beiden Stürmer stellten die Gäste plötzlich vor Probleme und beschäftigten diese so sehr, dass wiederum an eigene Offensivaktionen nicht mehr zu denken war.

Attacke auf Schalke-Fans vor der Abfahrt

Vor dem Spiel hatte eine Massenschlägerei vor einem Vereinsheim des FC Schalke 04 für einen Polizeieinsatz gesorgt; mindestens vier Menschen wurden bei dem Vorfall schwer verletzt. Mehrere hundert Schalke-Fans hätten sich am frühen Sonntagmorgen vor dem Heim getroffen, um in Bussen zum Spiel bei Union Berlin zu fahren, wie die Polizei mitteilte. Plötzlich seien mindestens 100 gewaltbereite Menschen aufgetaucht, die vermutlich aus dem Umfeld der Fanszene von Rot-Weiß Essen sowie Borussia Dortmund stammten.

Ob es sich um Hooligans oder Ultras handelte, war nach Angaben eines Polizeisprechers noch unklar. Bei der Massenschlägerei seien ein Baseballschläger und andere Schlagwerkzeuge eingesetzt worden.

Als die Polizei eintraf, waren die Angreifer bereits verschwunden. Unter den Verletzten sei auch ein Busfahrer. Die Polizei ermittele nun wegen Landfriedensbruch sowie gefährlicher Körperverletzung.

Das sagt das Netz

Angesichts des ersten Durchgangs herrschte Enttäuschung.

So mau die Vorstellung war - ein Unioner spielte sich hervor.

Die Schalker Performance rief auch zynische Reaktionen hervor.

Das Spiel nachzulesen im Liveticker

Sendung: rbb24, 19.02.2023, 18 Uhr

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