Förderanträge sind gestellt - Cottbus stellt Weichen für Wasserstoff-ÖPNV

Tankdeckel eines Wasserstoffautos
Bild: IMAGO / Rupert Oberhäuser

Spätestens Ende 2022 sollen die ersten Busse mit Wasserstoffantrieb durch Cottbus rollen. Das sagte der Geschäftsführer des Unternehmens Cottbusverkehr, Ralf Thalmann, dem rbb auf Nachfrage. Alle nötigen Förder- und Genehmigungsanträge seien nun fristgerecht eingereicht worden, erklärte Thalmann.

"Die bisherige Gesetzgebung hängt ein bisschen hinterher", so Thalmann, er sei aber dennoch optimistisch, den aktuellen Zeitplan halten zu können. Zum Jahresende 2022 sollen die ersten beiden Wasserstoffbusse durch Cottbus fahren. In den Folgejahren sollen jährlich weitere Busse hinzukommen. Bis 2026 sollen es neun Fahrzeuge sein. "Wir wollen mit der Technologie lernen, die Mitarbeiter müssen ausgebildet werden, die Werkstatt muss umgebaut werden, sodass das alles Hand in Hand und sukzessive geht", so Thalmann weiter.

Pläne für wasserstoffbasierte Straßenbahnen

Langfristig denke das Unternehmen auch über den Einsatz von wasserstoffbasierten Straßenbahnen nach, so der Cottbusverkehr-Geschäftsführer. Dabei handele es sich aber um ein Zukunftsprojekt. Entsprechende Straßenbahnen könne das Unternehmen schlicht noch nicht kaufen. Laut Thalmann sei ein deutscher Hersteller derzeit mit der Entwicklung solcher Bahnen beschäftigt. "Da wären wir gerne Projektpartner und würden das mit entwickeln, denn wenn wir schon den Wasserstoff haben, ist es ein logischer Schritt, das auch auf die Schiene zu übertragen."

Kooperationspartner beim Umstieg auf Wasserstoff ist der Energiekonzern Leag. Das Unternehmen liefere den grünen Strom. Das ist Strom, der aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt wird. Leag soll auch die Wasserstoffsynthese übernehmen, erklärte Thalmann. Die Aufgabe von Cottbusverkehr sei schließlich die Nutzung des Wasserstoffs und auch der Aufbau einer eigenen Tankstelle. Die soll in der Nähe des Cottbusverkehr-Betriebshofs entstehen und ebenfalls Ende 2022 bereit sein.

Laut Leag ist auch der Aufbau von Wasserstofftankstellen in den anderen vom Strukturwandel betroffenen Landkreisen vorgesehen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 18.08.2021, 11:30 Uhr

12 Kommentare

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  1. 12.

    Anmerkung: Die H2 Herstellung ist derzeit noch unwissenschaftlich & teuer….
    Aber Windräder stehen z. T. still. Der Betreiber erhält dennoch sein Geld. Ob die Anlagen laufen oder nicht. Bezahlt wird das durch die extrem hohen Kosten je kwh durch den Bürger. Also können die Anlagen Tag und Nacht laufen und H2 erzeugen. Zumal in der Nacht die Abnahme des Stromes nicht erforderlich ist, da der Verbrauch wie bekannt sinkt.
    Batterien schonen vielleicht unser Umwelt in Deutschland & Europa. Aber wieviel Schaden wird in der gesamten Welt damit angerichtet?
    Ich finde die Idee und das Förderprogramm der Regierung toll und richtungsweisend. Ob eine H2 Straßenbahn sinnvoll ist? Da sollte man vorher mal noch genauer rechnen.

  2. 11.

    Sowohl Wasserstoff, wie auch Akkus sind nur eine sinnvolle Alternative, wenn eine direkte Stromversorgung aus baulichen, ästhetischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht möglich oder angezeigt ist. Eine Strecke, die nur stündlich oder seltener befahren wird, zu elektrisieren, übersteigt oft die Kosten der Alternativen. Dabei haben sowohl Akkus wie auch andere Energieträger ihre Berechtigung. Losgelöst die Effizienz zu betrachten, ist oft nicht zielführend. Wenn Wasserstoff auf Basis erneuerbarer Energien erzeugt wird, die sonst zu Negativpreisen verkauft oder sogar in der Erzeugung unterdrückt werden müsste, dann ergibt das ökonomisch sehr wohl wieder Sinn und Effizienz ist nicht ausschlaggebend. Wir werden für die Zukunft in der Energiewende das gesamte Spektrum der Möglichkeiten ausnutzen müssen, da keine Lösung allein diese Aufgabe bewältigen kann. Wichtig ist nur, dass jede Technologie am besten dort eingesetzt wird, wo es am sinnvollsten ist.

  3. 10.

    "Fahrleitungen kosten auch Geld, Material, Platz und Wartung und sind optisch unschön und anfällig für Unwetter und Störungen. Was H2 mehr kostet kann man da zum Teil einsparen."

    Nach dieser Logik müsste auch die Straßenbeleuchtung verschwinden. Tatsächlich aber haben Menschen sehr oft sehr schöne Leuchten und Beleuchtungskörper hervorgebracht, die geradezu eine Zierde für die einschlägigen Straßenräume sind. Genau das passiert und kann auch passieren mit Oberleitungen und den entsprechenden Fahrleitungsmasten.

    Phantasielos ist das entlang der Südfassade des Potsdamer Landtages geschehen, ebenso auch in Höhe der Potsdam-Babelsberger Kreuzung, entlang der Potsdamer Humboldtbrücke hingegen passt es, auch entlang der Magistrale von Frankfurt (Oder) oder an der Brandenburger Jahrtausendbrücke.

    Die Münchner Verkehrsgesellschaft hat vor etlichen Jahren einmal eine Broschüre herausgebracht, in denen internationale Lösungen abgebildet sind - namentlich in der Schweiz und Frankreich.

  4. 9.

    Oberleitung und Batterien sind von Seiten der Energiebilanz deutlich besser als Wasserstoff. Der Wirkungsgrad bei dessen Erzeugung mit elektrischer Energie wird deren Rückgewinnung ist vergleichsweise schlecht. Zudem wird H2 an anderer Stelle (Stahl, Zement, ...) dringender benötigt. In Zürich beweisen O-Busse mit bis zu 70 km batterieelektrischer Reichweite, dass das eine perfekte Ergänzungen ist. Selbst die Chinesen haben die alte Idee der H2-Tram nicht weiter verfolgt, auch wenn Sie aus touristischer Sicht gerne auf die Oberleitung verzichten würden.

  5. 8.

    Ich stimme 1+2+4 100%ig zu. Ich hoffe, fordere und wünsche, Cottbusverkehr überdenkt diesen sinnlosen EInfall.

  6. 7.

    "E" ist bald tot. Und wir können alle weiter umweltfreundlich Wasserstoff tanken und Autofahren.

  7. 6.

    1. Das Klima diskutiert nicht mit BWL Studenten, daher ist die Wirtschaftlichkeit in gewisser weise nebensächlich. Entscheidend ist welche Ziele wir damit erreichen und welche enormen Schäden wir vermeiden wollen.
    2. Wir können nicht auf alle Ewigkeit Pferdekutsche fahren und Gammophon hören, nur weil uns die Entwicklung für anderes zu teuer ist. Dann würde es nie was neues geben. Dann gäbe es auch keine Handys, Internet, Bahn, Autobahnen, Flugzeuge...
    3. Fahrleitungen kosten auch Geld, Material, Platz und Wartung und sind optisch unschön und anfällig für Unwetter und Störungen. Was H2 mehr kostet kann man da zum Teil einsparen.

  8. 5.

    In der H2 Community feiert man sich aktuell, dass da 9 Milliarden zu verteilen sind und feuert sich an, diese endlich anzugreifen. Bisher konnte ich in den Webinaren und Blogs fast nichts zu sinnvollen technischen und volkswirtschaftlichen Lösungsansätzen finden. Auf eine solche originelle Idee mit H2-Trams muss man erstmal kommen - mal sehen, wann der erste H2 ICE kommt?

  9. 4.

    Eine erfreuliche Entwicklung, was Busse angeht. Damit könnte dann auch Olli, der selbstfahrende Bus, als Tram-Zubringer glänzen.

    Die elektrisch betriebene Straßenbahn durch eine wasserstoff-betriebene Straßenbahn zu ersetzen, halte ich für schlichtweg kontraproduktiv. Die Oberleitung ist die hervorragendste Möglichkeit, mit Elektroenergie zu fahren, keinesfalls aber Batterien oder wenn dies mit Hilfe von Akkus geschieht.

    Zudem: Fahrleitungsmasten sind nicht nur ein Kostenfaktor, sondern sorgsam geplant, auch ein visuelles Appetithäppchen, das nicht einfach so hergegeben werden sollte. Damit sind ausdrücklich NICHT jene martialischen Anlagen geplant, wie sie bspw. an der Hauptkreuzung in Potsdam-Babelsberg existieren oder entlang der Südfassade des Potsdamer Landtages.

    Da gilt es, von französischen Städten zu lernen, doch auch von polnischen - bspw. südlich des Marktplatzes von Poznan.

  10. 3.

    Da die LEAG mit im Boot ist, vermute ich mal das man richtig große Anlagen (langfristig im GW-Bereich) bauen will um an den großen Kuchen negative Regelenergie ran zu kommen. Da reichen ein paar Busse als Endverbraucher nicht aus. Die 380kV Leitungen zu den Kohlekraftwerken bieten sich ja dafür an.

  11. 2.

    FC-Busse kann ich ja noch bedingt nachvollziehen. Aber H2-Tram? Sollen die völlig unabhängig vom bestehenden Netz fahren? Sonst würden sich Unterwegslader mit Akkus anbieten.

  12. 1.

    Wieso Wasserstoff-Tram?

    Ich erkenne da keinen großen Nutzen drin.

    1. Quasi Neuentwicklung und daher sicherlich sehr teuer in der Beschaffung

    2. Das Netz ist 100% elektrifiziert, für Netzerweiterungen ohne Oberleitung könnte man auf relativ kleine Batterien oder Bodenstromschienen setzen, beides Technologien, die woanders erfolgreich eingesetzt werden.

    3. Ist Wasserstoff ohnehin derzeit nicht in Massen vorhanden und sollte für die Verkehrsträger vorbehalten werden, wo ein Einsatz von Batterien nicht sinnvoll ist

    4. Wasserstoff hat einen deutlich niedrigen Wirkungsgrad, als rein elektrische Antriebe.

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