Studie zu Impfmotivation - Ältere wollen Hausärzte, Jüngere wollen Freiheiten

Impfung in Hausarztpraxis (Quelle: dpa/Jens Büttner)
Bild: dpa/Jens Büttner

Jüngere Menschen können besonders gut durch mehr Freiheiten für Geimpfte von einer Corona-Impfung überzeugt werden. Bei den Älteren steigt vor allem dann die Bereitschaft zur Impfung, wenn der Hausarzt sie vornehmen kann. Das sind die Ergebnisse einer Studie der Berliner Humboldt Universität (HU), in deren Rahmen im März rund 20.000 Menschen in Deutschland befragt wurden.

Finanzielle Impfanreize müssten "ausreichend hoch" sein

Sollte die Politik hingegen auch zu finanziellen Anreizen greifen wollen, sollte der Geldbeutel weit aufgemacht werden, so die Erkenntnis aus der Studie: "Nur wenn der Betrag ausreichend hoch ist (50 Euro), zeigt sich eine Wirkung, wohingegen eine zu geringe Summe (25 Euro) kaum von Bedeutung ist", heißt es in einer Mitteilung der HU.

Damit in Deutschland weitgehend auf Maßnahmen und Regeln verzichtet werden kann, müssen laut dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, deutlich über 80 Prozent der Menschen immun gegen Corona sein. Bislang haben etwa ein Drittel aller Menschen in Deutschland eine erste Impfdosis erhalten.

Nur Insgesamt 67 Prozent mit Bereitschaft zur Impfung

Die Befragung für die Studie erfolgte nach Angaben der Humboldt-Uni an 20 Tagen von Anfang März bis Ende März. Von den Befragten gaben nur etwa 67 Prozent an, sie seien bereit, sich impfen zu lassen oder bereits geimpft. Weitere 17 Prozent waren demnach unentschlossen und 16 Prozent lehnen eine Impfung komplett ab.

Die Empfehlung der Wissenschaftler anhand der Ergebnisse [hu-berlin.de] lautete: "Regierungen können durch geeignete Strategien die Impfbereitschaft in der Bevölkerung merklich erhöhen." Die Impfbereitsschaft zu erhöhen, könne ein "entscheidender Baustein werden, wenn es darum geht, ausreichend Bürgerinnen und Bürger zu impfen, um eine Herdenimmunität herstellen zu können und die Corona-Pandemie zu stoppen".

Sendung: Inforadio, 10.05.2021, 14 Uhr

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15 Kommentare

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  1. 15.

    Ich gehe seit mehreren Jahrzehnten zur Grippeschutzimpfung, um MEINE GESUNDHEIT in der kalten Jahreszeit zu schützen.
    Diese Motivation "Gesundheitsschutz" scheint für viele nicht mehr an erster Stelle zu stehen, wenn es darum geht, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen. Vielmehr spielt wohl die Rückerlangung wesentlicher Freiheiten eine entscheidende Rolle.
    Und jetzt höre ich, dass zumindest darüber nachgedacht wird, die Impfbereitschaft mit finanziellen Zuwendungen zu steigern. Auch wenn dieser Ansatz bislang nur hypothetisch ist (Nachtijall, ick hör dir trapsen) - die Idee ist, mit Verlaub, pervers und sorgt bei mir für großes Unbehagen.

  2. 14.

    Gibt es alles …..
    https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-serbien-bietet-rund-25-euro-fuer-corona-impfungen.1939.de.html?drn:news_id=1256006

  3. 13.

    Also diese „Studie“ finde ich auch recht abenteuerlich. Natürlich wollen die meisten älteren eine Impfung beim Hausarzt. Wenn man mit Ü80 über 50km irgendwie zu einem Impfzentrum kommen soll, ist ja wohl klar, dass da etwas ganz grundlegend falsch läuft. Die Impfzentren in Brandenburg sind einfach eine Zumutung. Ich hatte Senioren im Bekanntenkreis aus Forst, denen wurden an der Hotline Impfungen in Oranienburg angeboten weil Cottbus bis auf weiteres keine Termine hätte.
    Geld für die Impfung? Also das erzeugt zwei ganz „tolle“ Effekte. 1. löst es die Überlegung aus doch noch mit der Impfung zu warten, vielleicht bekommt man später ja mal Geld dafür und 2. befeuert das ja nochmal richtig die Verschwörungstheorien. Wenn der Staat jetzt auch noch Geld schenk für die Impfung, dann müsste da wohl doch was dran sein an den wilden Theorien.
    Im Ernst, solche Studien sollte man sich sparen und das Geld z.B. für die Reparatur der Schülertabletts ausgeben, da fehlt es ja gerade.

  4. 12.

    Wer bezahlt denn solche Studien? Ich habe in meinem Umfeld niemanden, der sich nicht impfen lassen würde. Wenn er/sie/es denn schon an der Reihe wären und oder einen Termin bekommen würden. Frau Senatorin soll ihre Arbeit machen und genug Impfstoff beschaffen, damit auch die zweite Impfung gegeben werden kann. 67 Prozent sind ja kein ungewöhnlicher Wert für Impfbereitschaft.

  5. 11.

    Was sollen denn solche albernen Studien. Wenn wir über 50% sind und der Lagerbestand dann schnell wächst, kann man ja mal drüber nachdenken zusätzliche Anreize zu schaffen. Aber davon sind wir ja noch weit entfernt und wenn man das rbb Publikum als Referenz nimmt, dürfte der freiwillige Bedarf in D die 90% locker erreichen. Also liebe Verteiler und Verantwortliche, Ihr müsst liefern.

  6. 10.

    Was macht ihr denn nun wieder ? Die Impfbereitschaft durch Zahlungen aus dem Steuertopf steigern ? Davon habe ich bisher überhaupt nichts gehört.In welchem entwickelten Land der Erde gibt es ähnliche Überlegungen ? Fakt ist: Astra-Zeneca und nun auch J&J werden von vielen abgewiesen. Was hat man in GB und anderen Ländernprophylaktisch bei Risikopatiente getan ? Man kennt heute die Zusammenhänge.Presse und andere Medien haben eher verwirrt als sachlich aufgeklärt.

  7. 9.

    Ich bin echt verwundert - ich kenne NUR Leute, die sich sofort impfen lassen würden, aber keine Chance haben, einen Impftermin zu bekommen! Und diese Leute sind alt, sehr alt z. T., sie haben Vorerkrankungen. Unser ganzer Betrieb ist kritische Infrastruktur Nahrungsmittel - keine Impfung. Die andere Gruppe kann/konnte noch nie Autofahren, wären gerne mit ihren ü80 zum Impfen gekommen - aber wie denn bitte?? Mit nem Greyhound-Bus aus Hintertupfingen in Brandenburg nach Potsdam???? Hier will KEINER Geld oder Freiheiten, ALLE wollen NUR gesund bleiben! Überleben!

    Die Situation ist verdammt ernst, sehr sehr sehr zugespitzt und ernst. Und dann solche Studien zu machen, wo die meisten Menschen keine wirkliche Chance haben, sich impfen zu lassen! Eine echte Frechheit. Bodenlos.

    Ich wüsste mal gerne, wo dieses ein Drittel der Deutschen lebt, die es geschafft haben, immerhin eine Impfdosis zu bekommen! Ich kenne 4 Menschen aus NRW. 2 aus Brandenburg. Wow.

  8. 8.

    Volle Zustimmung. Mein Hausarzt beklagt sich, weshalb er zuwenig Impfstoff Biontech erhält. Wir Patienten stehen täglich in den Startlöchern, warten auf den ersehnten Termin per Anruf.

  9. 7.

    Ihrer Meinung schließe ich mich an. Ich habe es aufgegeben mir einen Impftermine zu ergattern, warte bis ich von mein Hausarzt anruft. Bin 70 Jahre und Risikopatient. Lt.Gesundheitsministerium sind ja schon alle über 60 schon geimpft. Die sind alle fernab der Realität, die reden sich alles schön. Glaubwürdig sind die da oben nicht.

  10. 6.

    So. so die B HU will herausgefunden haben, dass sich Ältere gegen einen Geldbetrag von 50 EUR impfen lassen würden. Liebe BHU`ler für diese Ergebnisse: Seid ihr sicher? Schwer vorstellbar, auch, wenn der Blick auf die kleinen Renten so etwas annehmbar erscheinen lassen könnte. Schließlich gab es für diese noch keinen Mindestlohn. Später musste man jem. finden, der den ML bezahlen würde.- Zur Richtigstel-lung sei gesagt, dass in meinem Umkreis (Seminargruppe) das Wohl der Eltern in den Pflegeheimen und bei uns das Gesundbleiben im Vor-dergrund steht. Wir sind auch n.n. alle geimpft, sondern warten, warten, bis wir dran sind. Ich denke, dass die meisten vernünftigen Bürger erkannt haben, dass das Virus uns sehr gefährlich werden kann. Es hat genug Sendungen/Berichte gegeben, in denen die Aufbau & Wirksam-keiten der Impfstoffe erklärt wurden. Deutschland hat wirklich kluge Köpfe, politisch umgesetzt wird das eher nicht dem entsprechend. Peinlich, dass im Monat 5 immer noch ein Mangel ist.

  11. 5.

    Erst wenn der finanzielle Anreiz hoch genug ist... Ich persönlich finde es beleidigend das einem unterstellt wird wenn genug gezahlt wird werden die es schon machen. Eine Impfung lehne ich nicht grundsätzlich ab. Allerdings lasse ich mir das Serum nicht vorschreiben. Wenn ich es mir aussuchen kann, bin ich dabei. Nur dummerweise hat Brandenburg gar keinen Impfstoff.

  12. 3.

    Damit in Deutschland weitgehend auf Maßnahmen und Regeln verzichtet werden kann, müssen laut dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, deutlich über 80 Prozent der Menschen immun gegen Corona sein.

    Hm das dürfte gleich nach den 100.000 Neuinfektionen pro Tag eintreten die er für nach Ostern angekündigt hat. :D

  13. 2.

    Ich frage mich,was sollen sämtliche Studien zur Impfbereitschaft ,wenn kein Impfstoff vorhanden ist?
    Ich hoffe nur,dass dafür nicht noch sinnlos Geld verschwendet wird.
    Leute, kümmert Euch und labert nicht tagtäglich.
    Jede Hausfrau kann besser organisieren und mit Geld umgehen.

  14. 1.

    Jetzt ist es aber genug! Finanzielle Impfanreize auf Kosten der Steuerzahler. Geht's noch???

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