Corona-Grafiken | Berliner Ampel - Das sind die aktuellen Fallzahlen in Berlin und Brandenburg

Grafik-Collage: Corona-Neuinfektionen in Berlin seit März 2020 bis August 2021. Grafik links oben: Corona-Neuinfektionen in Brandenburg seit März 2020 bis August 2021. (Quelle: datawrapper/rbb24)
Bild: datawrapper/rbb24

Die Corona-Pandemie in Berlin und Brandenburg: Wie viele Neuinfizierte gibt es? Wie hoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz? Und wie viele Menschen sind geimpft? Alle wichtigen Erkenntnisse in ständig aktualisierten Grafiken. Von Haluka Maier-Borst, Jenny Gebske, Arne Schlüter und Sophia Mersmann.

Aktuell

Das RKI meldet als aktuelle Inzidenzen (Stand: 24.09.2021, 08:30 Uhr):

- Berlin: 69,1
- Brandenburg: 43,2 (Stand: 24.09. 10:30 Uhr)

Für Berlin sehen die weiteren Zahlen laut Senat wie folgt aus (Stand: 24.09.2021, 08:00 Uhr):

- Binnen 24 Stunden sind an Infektionen hinzugekommen: 450

- Corona-Patienten, die im Krankenhaus liegen: 173, davon werden intensivmedizinisch 83 Personen behandelt und hiervon wiederum 50 beatmet (Stand: 22.09.2021, 13:00 Uhr)
- Mit dem Coronavirus infizierte gestorbene Menschen: 3.622 (+1)

Für Brandenburg sehen die Zahlen gemäß Ministerium wie folgt aus (Stand: 24.09.2021, 10:30 Uhr):

- Binnen 24 Stunden sind an Infektionen hinzugekommen: 194

- Corona-Patienten, die im Krankenhaus liegen: 55, davon werden 14 Personen intensivmedizinisch behandelt und hiervon wiederum 13 beatmet
- Mit dem Coronavirus infizierte gestorbene Menschen: 3.843 (+3).

*Am Wochenende veröffentlicht Brandenburg keine Zahlen zu Corona-Patienten.

Die Grafiken im Text spiegeln den gleichen Stand wider. Teils dauert es ein wenig, bis die Änderungen nach der Aktualisierung auch angezeigt werden.

Wichtiger Hinweis: Der Berliner Senat hat zum 2. September 2021 sein System zur Auswertung des Infektionsgeschehens in der Corona-Warnampel geändert. Es berücksichtigt - statt der relativen Veränderung der 7-Tage-Inzidenz - wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner nach einer Infektion mit dem Coronavirus innerhalb von einer Woche ins Krankenhaus eingewiesen wurden.

Zuvor hatte der Berliner Senat zum 23. Juli 2021 das System schon einmal verändert und diese relative Veränderung der 7-Tage-Inzidenz eingesetzt, statt des bis dahin genutzten 4-Tage-R-Werts als neuen Indikator innerhalb der Corona-Warnampel.

Die Neuinfektionen für Berlin und Brandenburg mit 7-Tage-Schnitt und die kumulierten Fallzahlen zeigen die folgenden Grafiken. Sie können dabei für die Neuinfektionen den Zeitraum auswählen: seit Anfang der Pandemie im März - oder ab 1. September, dem Zeitpunkt als ungefähr die zweite Phase begann. Das können Sie auch für alle weiteren Grafiken mit täglichen Updates.

Sollten die Grafiken nicht angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

Aktuell bildet der Trend bei den gemeldeten Neuinfektionen den Verlauf am besten ab. Diese Zahl schwankt stark mit dem Wochenrhythmus. Deswegen wählt rbb|24 eine eigene Art der Darstellung: den Vergleichstrend zwischen den vergangenen sieben Tagen und den zwischen den sieben Tagen zuvor.

Wie viele Menschen sind inzwischen geimpft

Hier finden Sie aktuelle Angaben zur Zahl der in den vergangenen 24 Stunden geimpften Menschen und welcher Anteil der Bevölkerung inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten hat.

Wie verbreitet sind die verschiedenen Virus-Varianten?

Der Wildtyp des Corona-Virus ist zunehmend von Varianten verdrängt worden, die sich besser ausbreiten und teilweise auch häufiger zu schweren Verläufen führen können. Teilweise wurde gezeigt, dass von einer Erkrankung mit dem Wildtyp Genesene an diesen neuen Varianten erkranken können.

Gleichwohl bieten die aktuellen Daten aus Studien zu Impfstoffen Hoffnung. Es sieht so aus, dass die Impfungen auch gegen diese Varianten helfen, sofern ein voller Impfschutz vorliegt. Die aktuelle Verbreitung der Varianten in Deutschland sieht wie folgt aus:

Für den Moment zeigt rbb|24 hier nicht die Zahlen für Berlin und Brandenburg aus den RKI-Berichten [rki.de]. Zum einen, weil nur die Stichproben auf Bundesebene repräsentativ gezogen werden. Auf Länderebene oder in Laborverbänden wie ALM wird dann sequenziert, wenn zum Beispiel durch Ausfall bestimmter PCR-Marker oder Reisehintergrund der Infizierten es Verdachtsmomente gibt [rki.de]. Zum anderen, weil es aktuell keine maschinenlesbare Version der in den Berichten gezeigten Tabellen gibt.

Gleichwohl zeigen wir an dieser Stelle auch die Verteilung der Varianten in Nachbarländern und wichtigen Urlaubsländern Deutschlands. Diese Auswertung basiert auf dem Projekt Covariants.org, das hierfür Daten der Sequenzierungsdatenbank GISAID benutzt. Wir weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass hier die Stichproben verzerrt sein können.

Wo ist die 7-Tage-Inzidenz wie hoch?

Hier finden Sie die aktuelle Zahl der gemeldeten Corona-Fälle in Berlin und seinen Bezirken, in Brandenburg, den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen. Außerdem die Zahl der neuen Fälle pro 100.000 Einwohnern der letzten sieben Tage, wobei wir hier uns auf die RKI-Zahlen beziehen und nicht die Landeszahlen. Diese 7-Tage-Inzidenz ist ein Kriterium für die sogenannte Corona-Notbremse.

Zu beachten ist hierbei, dass es nicht nur um die Fälle geht, die binnen der letzten sieben Tage berichtet wurden, aber auch in den Meldezeitraum fallen. Was das genau bedeutet, haben wir hier erklärt.

Die Berliner Ampel

Für die Berliner Ampel gilt die simple Formel: Zwei Mal Gelb bedeutet für den Senat Redebedarf. Zwei Mal Rot heißt Handlungsbedarf. Allerdings sind die Werte, die der Senat für seine Ampel angibt, nicht immer deckungsgleich mit den Werten anderer Stellen. So benutzt der Senat für die Bettenauslastung das INEVA-Register, bundesweit gilt aber das Divi-Register als Maßstab. Wir geben hier beide Werte an, wobei der Wert des Senats die Ampelfarbe bestimmt.

Und zu beachten sind zwei wichtige Änderungen:

Zum 2. September 2021 änderte der Senat die Datengrundlage der Ampel: Sie berücksichtigt seitdem, wie viele Menschen nach einer Covid-Erkrankung im Krankenhaus behandelt werden. Dieser Wert ersetzt in der Ampel den Wochentrend (relative Veränderung) der 7-Tage-Inzidenz.

Zuvor hatte der Senat sein System zur Auswertung des Infektionsgeschehens schon einmal zum 23. Juli 2021 verändert und dabei die relative Veränderung der 7-Tage-Inzidenz neu eingeführt und damit den 4-Tage-R-Wert als Indikator innerhalb der Corona-Warnampel ersetzt.

Die Corona-Ampel ist wie folgt aufgebaut:

1. Hospitalisierungs-Inzidenz (seit 02.09.2021)

Die Hospitalisierungs-Inzidenz gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner nach einer Infektion mit dem Coronavirus innerhalb von einer Woche ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Ist ein Wert von 4 erreicht, zeigt das entsprechende Ampelsignal Gelb, bei 8 dann Rot.

(Die Hospitalisierungs-Inzidenz ersetzt seit dem 2. September den Wochentrend, der wiederum Ende Juli den bis dahin genutzten 4-Tage-R-Wert ersetzte.)

2. Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen (neue Grenzwerte seit 31.08.2021)

Liegt die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen unter 35, ist dieser Teil der Ampel grün. Liegt diese Zahl über 35, so ist die Ampel gelb. Überschreitet die Zahl die Marke von 100, so wird hier die Ampel rot.

3. Anteil der für Covid-19-Patient*innen benötigten Plätze auf Intensivstationen (neue Grenzwerte seit 31.08.2021)

Dieser Teil der Ampel ist grün, solange der Anteil an Covid-19-Patient*innen laut Senat unter 5 Prozent liegt. Steigt der Wert über 5 Prozent, ist die Ampel gelb. Ist der Anteil bei über 20 Prozent, schaltet die Ampel auf Rot.

Wichtig: Die gezeigte Ampel für die Intensivbetten zeigt sowohl die Daten des Senats als auch die Daten des Intensivregisters, Divi. Diese beiden Angaben können minimal von einander abweichen. Die Farbgebung richtet sich nach dem Wert des Senats. Weiter unten erklären wir, weshalb wir dennoch auch die Angabe des Divi-Registers zeigen.

Wie viele der Fälle sind im Krankenhaus?

Hier finden Sie die Zahl der Covid-19 Erkrankten in Krankenhäusern in Berlin und Brandenburg. Aufgeführt ist auch, wie viele intensivmedizinisch behandelt, beziehungsweise beatmet werden.

Die Zahlen für die Krankenhauspatienten und die Intensivpatienten hier stammen vom Senat beziehungsweise vom Ministerium für Gesundheit und nicht vom Divi-Register. Für die Auslastung der Intensivstationen in ganz Berlin und Brandenburg hingegen nutzen wir die Divi-Daten. Wieso erklären wir weiter unten.

Wie haben sich die Hospitalisierungsinzidenzen entwickelt?

Ferner finden Sie hier die Hospitalisierungsinzidenz, die nun vor dem Hintergrund der Impfungen als inzwischen wichtigerer als die reinen Inzidenzen gesehen werden. Allerdings gibt es bei diesem Indikator erhebliche Verspätungs- und Unterschätzungsphänomene wie zum Beispiel "Zeit Online" [zeit.de], "Der Spiegel" [spiegel.de] und NDR [ndr.de] zeigen.

Wie ist die Lage auf den Intensivstationen?

Wir listen hier für Berlin und Brandenburg auf, welcher Anteil an Intensivbetten durch Covid-19-Patieten belegt ist – und wie viele Intensivbetten noch frei sind.

Wie viele Menschen versterben mit Covid-19?

Hier finden Sie die Zahl der mit Covid-19-Befund verstorbenen Menschen in Berlin und Brandenburg. Auch hier zeigen wir den 7-Tage-Durchschnitt.

Zu beachten ist, dass die Totenzahlen den Infektionszahlen in etwa zwei bis vier Wochen hinterher laufen. Außerdem wichtig: Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die meisten Menschen, die mit Corona sterben, auch tatsächlich an Corona sterben [mehr Informationen: PDF von pathologie.de]

Welche Altersgruppe ist wie stark betroffen?

Der Berliner Senat und das Robert-Koch-Institut geben an, wie viele gemeldete Infizierte in welchem Alter sind. Dabei zeigt sich, dass die meisten Betroffenen jünger als 60 Jahre sind. Daten für das Land Brandenburg in ähnlicher Detailtiefe liegen rbb|24 nicht vor.

Ferner hat sich die Altersverteilung unter den Infizierten seit dem Frühjahr so verändert.

Die folgenden Grafiken zeigen, ergänzend zu den Zahlen der Neuinfektionen oben im Beitrag, den Vergleich der Neuinfektionen wochentagsweise. Sie zeigen, wie viele Neuinfektionen es zum Beispiel am Montag dieser Woche gab und wie viele am Montag der vorherigen Woche. In dieser Grafik sind Trendwenden mitunter schon vorab zu erkennen.

Im Kontext der Fallzahlen muss auch die Quote der positiven Tests beachtet werden. Je niedriger die Positivquote liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die meisten Fälle entdeckt und nachverfolgt werden können. Die Nachverfolgung ist personell aufwändig; ist die Positivquote hoch, können überlastete Gesundheitsämter mögliche infizierte Kontaktpersonen teilweise nicht mehr ermitteln.

Benutzt rbb|24 überall nur die Daten von Senat, Gesundheitsministerium und RKI?

Mehrfach gab es Änderungen bei der Teststrategie und Revisionen der Datenstände. rbb|24 versucht diese Veränderungen, abzufangen. Zum Beispiel haben wir Differenzen an Fallmeldungen auf mehrere Tage verteilt und nicht nur auf den einen Tag der Korrekturmeldung. Trotzdem weisen wir darauf hin, dass in der Regel der beste Indikator für die aktuelle Lage die Wochenvergleiche sind. Vergleiche über längere Zeiträume sind dagegen schwierig. Weil sich die Testkapazitäten, die Teststrategie, die Virusvarianten und die Durchimpfungsquote verändert haben.

Wie verlässlich sind die Daten am Wochenende?

Sowohl Berlin als auch Brandenburg haben ihr Datenangebot verringert. rbb|24 arbeitet darum mit einigen Ersatzlösungen, die sich wie folgt darstellen:

Berlin:

Der Senat meldet am Wochenende neue Fallzahlen, aber keine neue Zahlen zu Hospitalisierungen und Toten. Weil die Trends bei Hospitalisierungen und Totenzahlen träger sind, führen wir am Wochenende schlicht die Stände vom Freitag weiter. Die ITS-Auslastung führen wir allerdings basierend auf dem Divi-Register täglich aktualisiert weiter.

Brandenburg:

Brandenburg meldet weiterhin am Wochenende Neuinfektionen, darum nutzen wir diese auch weiterhin für unsere Trenddarstellungen. Hingegen werden inzwischen nur noch an Freitagen Zahlen für die Belegung der Krankenhäuser angegeben. Wir führen deshalb an den übrigen Tagen den bestehenden Stand fort. Auch hier liefert uns das Divi-Register aber zumindest für die Intensivstationen aktuellere Zahlen zu. Die Totenzahlen werden ebenfalls täglich aktuell gehalten.

Warum wählt rbb|24 einen 7-Tage-Trend?

Die Meldungen zu den täglichen Neuinfektionen unterliegen vielen Schwankungen. Der 7-Tage-Trend soll diese abfangen. Gleichzeitig birgt der 7-Tage-Trend aber die Gefahr, dass aktuelle Veränderungen sich zu langsam abbilden. Darum zeigt rbb|24 auch den Einzeltrend für jeden Tag, aber im Verhältnis zum selben Wochentag eine Woche früher.

Wann ist der Trend steigend, sinkend oder gleichbleibend?

Sinkend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent weniger Neuinfektionen gemeldet werden.

Steigend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent mehr Neuinfektionen gemeldet werden.

Gleichbleibend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche der Unterschied unterhalb von zehn Prozent mehr oder weniger liegt. Gleichbleibend ist der Trend zudem, wenn der Unterschied zwar prozentual größer ist, aber die absolute Differenz weniger als fünf gemeldete Neuinfektionen beträgt. Damit wird bei niedrigen Fallzahlen der Einfluss von Schwankungen reduziert.

Wieso wählt rbb|24 zwei unterschiedliche Quellen für die Daten zu Krankenhaus- und Intensivbetten?

Für die Berliner Corona-Ampel nutzt rbb|24 sowohl die Angaben des Senats als auch das Divi-Intensivregister, für das eine bundesweite Meldepflicht gilt. Der Senat bezieht sich bei seinen Zahlen auf das Ineva-Register mit Datenstand vom Vortag 13 Uhr. Die Angaben des Divi werden jeweils jeden Tag um 15 Uhr aktualisiert. Um also aktueller und umfassender bei den intensivmedizinischen Daten zu sein, zeigen wir auch die Zahlen des Divi.

Dennoch nutzen wir bei der Grafik für die Krankenhauspatienten die Senatszahlen bzw. die Zahlen des Ministerium für Gesundheit in Brandenburg. Der Grund hierfür ist, dass das Divi-Register nur Auskunft über die Intensivplätze gibt. Um auch Daten zu "normalen" Covid-19-Klinikpatienten geben zu können, stützen wir uns darum auf diese beiden Quellen - auch wenn sie weniger aktuell sind.

Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen der Grafik für Berlin und der Grafik für Brandenburg. Während wir in Berlin die Intensivpatienten des Senats einzeichnen, sind es in Brandenburg die beatmungspflichtigen Intensivpatienten. Der Hintergrund ist, dass lange Brandenburg nur die beatmungspflichtigen Patienten angab, Berlin lange nur die Intensivpatienten allgemein. Um die Datenlage seit Anfang der Pandemie gleich zu halten, führen wir weiterhin diese leicht unterschiedlichen Metriken fort.

Warum zeigt rbb|24 keine Berechnung der Verdopplungszeit mehr?

Das Modell für eine Verdopplungszeit geht davon aus, dass nach x Tagen doppelt so viele, nach weiteren x Tagen vier Mal so viele Menschen infiziert sind. Diese Zahlen sind interessant, wenn sie exponentiell steigen. Inzwischen ist die Infektionsdynamik aber eine andere, die Verdopplungszeit hat damit keine wirkliche Aussagekraft mehr. Entsprechend haben wir uns entschieden, diese Grafik nicht mehr fortzuführen.

Wieso zeigt rbb|24 keine Karte?

rbb|24 verzichtet auch auf eine Darstellung der gemeldeten Fallzahlen oder Fallzahlen pro Einwohner auf Karten, denn laut Robert-Koch-Institut [rki.de] gilt: "Die Meldung hat an das Gesundheitsamt zu erfolgen, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt." Wenn sich also jemand infiziert und testen lässt, ist in der Regel das Gesundheitsamt seines Wohnorts zuständig. Das muss aber nicht der Ort sein, an dem er potenziell am meisten andere Menschen angesteckt haben könnte.

Über die Hälfte der Brandenburger pendelt, auch viele Berliner arbeiten außerhalb von Berlin und noch mehr bewegen sich zwischen den Bezirken. Sie könnten also an einem Arbeitsplatz in einem anderen Landkreis oder Bezirk wesentlich mehr Menschen angesteckt haben als am Wohnort. Trotzdem zeigen wir inzwischen neben den weiträumigeren Brandenburger Landkreisen auch für die Berliner Bezirke eine Tabelle. Der Grund ist, dass zeitweilig nur einzelne Bezirke aufgrund hoher Fallzahlen als Risikogebiet galten. Wir wollen aber weiterhin den Eindruck einer "Gefahrenkarte" vermeiden.

Warum fehlen Angaben zu den Genesenen oder den "aktiv Infizierten"?

Das Infektionsschutzgesetz verlangt keine Meldung von genesenen Menschen. Entsprechend sind die Zahlen hierzu lediglich Schätzungen, die sich in ihrer Berechnung noch dazu zwischen Berlin und Brandenburg unterscheiden.

Als genesen gelten in Berlin [berlin.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

- hospitalisierte Fälle 7 Tage nach Entlassung; bzw. bei fehlenden Daten 28 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

In Brandenburg dagegen gelten als genesen [msgiv.brandenburg.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Meldedatum

- zu hospitalisierten Fällen fehlt eine Angabe, wie sie in die Berechnung einfließen.

Weil die Zahl der Genesenen eben nur eine Schätzung ist und noch dazu eine, die nicht einheitlich gehandhabt wird, ist auch die Berechnung der aktiv Infizierten problematisch. Man würde dafür geschätzte Genesene von den genau gezählten Infizierten abziehen.

Ferner impliziert zudem der Ausdruck "aktiv Infizierte", dass genau diese Menschen aktuell das Problem sind. Das wird aber in der Mehrheit der Fälle nicht so sein, weil es sich dabei um diagnostizierte und bereits isolierte Fälle handelt. Das Problem sind die noch nicht entdeckten Fälle. Außerdem beachtet diese Rechnung keine Zeitverzüge durch Nachmeldungen oder einem Anstau der Proben.

Daher verzichtet rbb|24 derzeit auf eine entsprechende Darstellung von Genesenen und aktiv Infizierten. Die Zahl der Neuinfizierten der letzten Woche und der Woche zuvor ist aber ein grober Richtwert für den derzeitigen Stand der Epidemie. Das ist auch medizinisch gesehen sinnvoll, da bei der Mehrheit der leicht verlaufenden Erkrankungen nach ungefähr 14 Tagen die Symptome abklingen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske

Kommentar

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8850 Kommentare

  1. 8850.

    Das kann ja noch jahrelang so weitergehen...

  2. 8849.

    Seit einigen Tagen ist bei der Statistik der einzelnen Bezirke die Anzahl der Toten in Spandau von 259 auf 258 gesunken, wie kann das sein?

  3. 8848.

    "Es sind so wenige Fälle und es funktioniert noch immer nicht. "
    Meines Wissens hat es niemals funktioniert weil es zu keinem Zeitpunkt funktionierende Verfahren gab, es gab auch nie institutionelle Bestrebungen diese zu etablieren. Es gab zwar das Narrativ, dass verschiedene Maßnahmen notwendig seien um die "Zahlen" zu senken damit Nachverfolgung möglich sein wird. Das ist aber nicht das Gleiche.
    Die Nachverfolgung ist in der Praxis extrem schwierig, sie bindet Ressourcen und bringt selten konkrete, auswertbare Ergebnisse. Was würden Sie mit der Aussage machen: "vermutlich habe ich mich in der Straßenbahn angesteckt, oder vielleicht auch beim Einkaufen"? Alle Fahrgäste aller Straßenbahnen testen? Nach einem Aufruf an die Bevölkerung?

  4. 8847.

    Es sieht so aus, als folge die Entwicklung in D einfach der weltweit zu beobachtenden Entwicklung:
    https://www.who.int/publications/m/item/weekly-epidemiological-update-on-covid-19---21-september-2021
    Wäre das nicht die einfachere Erklärung, als die spezielle Wirksamkeit einzelner Maßnahmen auseinanderzunehmen, was wegen spährlicher Datengrundlage sowieso schwierig ist? Das heißt nicht, daß keine Zusatzeffekte durch die Maßnahmen da sind, aber die wesentliche Erklärung der Entwicklung könnte einfach die Gesamtentwicklung der Pandemie sein - zumindest für Länder, welche sich nie wirklich abgeschottet haben.

  5. 8846.

    Ich habe heute wieder mal auf das RKI-Dashboard (corona.rki.de)und auf das Impfdashboard des BGM (impfdashboard.de) geschaut und folgendes festgestellt:
    Die 5 ostdeutschen Bundesländer liegen bei der Impfquote aufgrund ihrer schlechten Werten am Ende der Tabelle (Plätze 11 und 13 bis 16).
    Bei den Inzidenzen liegen diese Länder mit ihren niedrigen Werten auf den Plätzen 1 und 3 bis 6.
    Kann das jemand erklären?

    BUNDESLAND: IMPFQUOTE (Rang) / INZIDENZ (Rang)
    Mecklenburg-Vorpommern: 11 / 1
    Sachsen-Anhalt: 13 / 3
    Thüringen: 14 / 4
    Brandenburg: 15 / 5
    Sachsen : 16 / 6

    PS: Übrigens hat Bremen die höchste Impfquote und gleichzeitig die höchste Inzidenz.

  6. 8845.

    1. Wieder nur 2 neue Meldungen in Frankfurt/O. Wieder nirgends irgendwelche Informationen dazu und Erkenntnisse zu den Infektionsketten und dem Umfeld. Es sind so wenige Fälle und es funktioniert noch immer nicht. Wie will man auf der Basis überhaupt entscheiden, welche Maßnahmen wirken und was nichts bringt? Für mich sieht das weiterhin wie ein Blindflug auf gut Glück aus - so ist man garantiert nicht auf Epidemien/Pandemien in der Zukunft vorbereitet.
    2. Ich vermisse weiter Zahlen zu verhängten Quarantänen. Die Berichterstattung darüber ist vollkommen eingestellt worden. Wäre aber u.a. sehr interessant wegen der Erstattungsänderungen für Ungeimpfte, um mal zu sehen, über welche Zahlen hier überhaupt gesprochen wird.
    3. Großes Thema war auch mal extra Gefängnisse für hartnäckige Maßnahmenverweigerer. Nie wieder was gehört davon. Wieviele wurden denn nun in Gewahrsam genommen? Es war doch so dringend, das einzuführen.

  7. 8844.

    Wohnort oder Sterbeort? Eigentlich Wohnort, so ist In der Tat die statistische Praxis. Allerdings war es keine Regel während der aktuellen Pandemie. In manchen Landkreisen wurden die Covid-19-Sterbefälle, aus Gründen die schwer nachvollziehbar sind, nach dem Sterbeort erfasst.
    So z.B. in Würzburg, wo man "unterwegs" die Erfassungsregeln geändert hat.
    https://www.landkreis-wuerzburg.de/Auf-einen-Klick/Pressebereich/Aktuelle-Fallzahlen-und-eine-Änderung-in-der-Erfassung-der-Todesfälle.php?object=tx,2680.5.1&ModID=7&FID=2680.21664.1&NavID=2680.127&La=1
    Offenbar gab es damals keine einheitliche Richtlinie für Landesgesundheitsämter und man konnte sich die Erfassungsmethodik auswählen.

  8. 8843.

    Naja …. vor Corona hatte die breite Bevölkerung wohl kaum etwas von den modellierern gehört. Vermutlich wird das auch recht schnell wieder eintreten. Man hat sich durch die vielen falschen Annahmen bzw. Voraussagen selbst ins Abseits geschossen bzw. die Voraussagen von Politikern waren auch nicht hilfreich.
    Das wird dann einfach in einen Topf geworfen und man nimmt keine Voraussage mehr ernst.
    Für Fachkreise mag deren Arbeit von Bedeutung sein, für die breite Masse spielt es keine Rolle mehr.

  9. 8842.

    Ich glaube fast nicht an solche Modelle, da viel zu viel Unklarheiten sind. Wie verhalten sich welche Gruppen über die Zeit veränderlich unter sich verändernden Bedingungen? Und wie soll man alles was man bräuchte überhaupt messen? Nur 1 Beispiel: Da schaffen es Wissenschaftler nicht zu erreichen dass Masken getragen werden, dann kommt Lena-Meyer Landrut und die Politik ändert ihre Ansicht.
    https://www.rnd.de/promis/lena-meyer-landrut-ruft-fans-dazu-auf-atemschutzmasken-selbst-zu-basteln-ACSGW4F2SJALHISX2WO2OK5V4M.html
    Plötzlich sind Masken sinnvoll (1 Schlagersängerin ändert das Modell erheblich)- sie reduzieren unter unterschiedlichen Bedingungen, abhängig von der Zahl bereits Erkrankter+Empfänglicher, (die unbekannt ist), die Zahl zukünftig Infizierter um 50%, 60%, 40% wie auch immer. Wieviel Lena-Meyer Landrut s stecken in solchen Modellen? Und welches Modell? Wie soll man Superspreading berücksichtigen, wenn Epidemiologen S.spreader auf 1 bis 20% aller Infizierter schätzen?

  10. 8841.

    Deswegen wäre es aufschlußreich an den Modellierern dran zu bleiben und immer nachzufragen. Die Modellierer wissen sicher recht genau, welcher Modellteil falsch war und welche Annahmen nicht zutrafen. Mit diesen Erkenntnissen könnte man dann bessere Modelle bauen - es müßte nur bekannt sein, wo die Fehler lagen; allerdings finde ich dazu im Prinzip keine Veröffentlichungen.

  11. 8840.
    Antwort auf [Lisa Hoffmann] vom 22.09.2021 um 20:20

    Vielen Dank für Ihren Kommentar. Unser Fallzahlen-Beitrag ist nur vorübergehend ein wenig nach unten gerutscht, wegen unserer Wahl-Vorberichterstattung. Er wird zu gegebenem Zeitpunkt wieder weiter oben auf unserer Seite zu finden sein.

  12. 8839.

    Tja, die viel zitierte Herdenimmunität. Eine reine theoretische Erwägung, von geringem praktischen Nutzen, die es in die Spalten der Gazetten schafft und nun von jedem Journalisten und Politiker verwendet wird, wie er es selbst versteht. Selbst wenn es eine Herdenimmunität gäbe, würde das ja nicht das Ende der Pandemie bedeuten, auch dann stecken sich natürlich noch weiter Leute an.

    Modellierer haben, glaube ich, ohnehin meist zu wenig Daten, die einfach auch nicht erhoben werden können, da niemand weiß wie die Hintergrundimmunität in der Bevölkerung ist, wie sich die sozialen Gruppen verhalten und so das Virus wie schnell weitergeben etc. T. rauf/runter, Maßnahmen rauf/runter und neue Varianten + grobe Zahlen der Vergangenheit sind alles was sie so nutzen können um damit mit langfristigen Vorhersagen meist zu scheitern. Wie Sie richtig sagen braucht man u.a. auch noch die Veränderlichkeit der Immunität, die ja sogar bei unterschiedl. Impfstoffen variiert und unbekannt ist.

  13. 8838.

    Studis, am Hauptwohnsitz würde ich spekulieren, nicht am Nebenwohnsitz. Am Hauptwohnsitz wohnt man ja behördlich gesehen "richtig". Aber reine Spekulation.

  14. 8837.

    Für ein immernoch so relevantes Thema finde ich diese Seite inzwischen leider recht schwer zu finden, da die entsprechende Verlinkung auf der Startseite sehr weit nach unten gewandert ist. Dabei besteht hierfür sicherlich recht viel Interesse.

  15. 8836.

    Frankf./Oder(4,87%): hohes Alter, Heinsberg(3,18%): niedrigeres Alter, Berchtesgadener Land(1,45%): Vor allem sportliche Leute, die dort wandern+Ski fahren, daher besonders gesund. Wäre so meine Idee.
    Zum Beispiel bei Tönnies ist trotz 1413 infizierten Mitarbeitern kaum jemand auf die ITS gekommen und soweit ich weiß niemand gestorben. Die Leute die dort arbeiteten waren vermutlich sehr gesund, da sie extrem harte körperl. Arbeit machen mussten. Auch Singapur hat am Anfang mehr Infektionen gehabt und statistisch zu wenig Tote, da die Ausbrüche unter Bauarbeitern u.ä. waren. In D hatten wir anfangs zu viele Infektionen und relativ wenig Tote, da es die Skifahrer und die nachtl. Partymacher beim Karneval betraf.
    Ich würde also einfach Alter und Sozialstruktur vermuten. Mgl.weise kann man Alter der Landkreise korrelieren mit Todeszahlen??
    Aber es spielen natürl. auch Ausbreitungsfragen eine Rolle. Und vielleicht auch unterschiedl. Testbereitschaft der Bevölkerung.

  16. 8834.

    Herr Spahn sollte erstmal die Begrifflichkeiten für sich klären. Wenn Herdenimmunität (für ihn) bedeutet, dass sich kaum noch Menschen infizieren, dann werden wir wohl keine Herdenimmunität erreichen, mit dem Wegfall der Massentestungen wird das aber auch niemanden mehr interessieren.
    Liest man das Interview mit der Augsburger Allgemeine scheint er jedoch mit Herdenimmunität das Ausbleiben von Erkrankungen zu meinen und damit wird er wohl Recht haben, nur hat das eben mit Herdenimmunität nicht viel zu tun.
    "Herdenimmunität wird immer erreicht. Die Frage ist ja nur wie: ob durch Impfung oder Ansteckung?
    ...
    Wer sich nicht impfen lässt, der wird mit einer hohen Wahrscheinlichkeit erkranken."

    Interessant auch seine dreifach verschachtelte Verneinung:
    "Wenn keine neue Virusvariante auftaucht, gegen die eine Impfung nicht schützt, was sehr unwahrscheinlich ist, dann haben wir die Pandemie im Frühjahr überwunden..."
    Damit liegt er im Zweifelsfall auch immer richtig ;)

  17. 8833.

    "Wenn gestorben wird, wird dort gestorben."

    Aber die Todesfälle werden doch dort gezählt, wo man wohnt, nicht wo die Klinik liegt.
    Wobei ich mich schon frage, wo z. B. Studies in der Statistik auftauchen, die noch bei den Eltern gemeldet sind, sich aber am Ort der Uni aufhalten.

  18. 8832.

    Da es sich um historische, kumulative Daten handelt wäre es vielleicht an der Zeit zuerst zu erinnern, was dieses Verhältnis eigentlich abbildet. Es handelt sich ums Verhältnis festgestellter Fälle (im epidemiologischem Sinne) und der Todesfälle, von denen wir annehmen, dass sie als "in Verbindung mit " dem Cov2-19 Virus erfasst wurden.
    Und nicht um das Verhältnis der an COVID-19 Erkrankter zur Zahl der an COVID-19 Verstorbener. Denkbar ist also dass, das die Diskrepanzen aus der Versorgungsdichte und Erfassungsmethodik resultieren. Um positiv getestet zu werden muss man zuerst getestet werden. Um "in Verbindung mit" dem Virus zu sterben, muss zuerst eine Einrichtung vorhanden sein wo man sterben kann. Im dünnbesiedelten Landkreis Berchtesgadener Land gibt es nur drei Kreiskrankenhäuser, im benachbarten Kreis Traunstein eine große Klinik mit Intensivmedizin in der Patienten der beiden Landkreise landen. Wenn gestorben wird, wird dort gestorben.

  19. 8831.

    Ich hätte mal eine Frage zur Herdenimmunität. Herr Spahn sagt ja gerade "Herdenimmunität wird immer erreicht". Dagegen gibt es auch die Behauptung, dass diese nie zu erreichen sei, weil die Immunität nicht von Dauer ist.

    Modellierungen müssten doch in der Lage sein, auch Prognosen unter Berücksichtigung einer zeitlich beschränkten Immunität zu berechnen. Gibt es derartige Modellierungen?

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