Symbolbild: Corona-Zahlen (Quelle: rbb|24)
Bild: rbb|24

Corona-Grafiken - Das sind die aktuellen Fallzahlen in Berlin und Brandenburg

Die Zahl der Corona-Infizierten in Berlin und Brandenburg steigt. Was bedeutet das? Alle wichtigen Zahlen in ständig aktuellen Grafiken. Von Haluka Maier-Borst, Jenny Gebske und Arne Schlüter

Aktuell

In Berlin gibt es (Stand 04.04.2020, 16:30 Uhr) 3.626 bestätigte Coronavirus-Infektionen. Das sind 140 Fälle mehr als noch am Tag zuvor. Im Krankenhaus behandelt werden 502 Personen, 127 davon intensivmedizinisch. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Bislang sind 24 Menschen in Berlin, die mit Covid-19 infiziert waren, gestorben. 

In Brandenburg sind 1.388 bestätigte Fälle erfasst (Stand 04.04.2020, 16:00 Uhr). Binnen 24 Stunden sind damit laut Gesundheitsministerium 77 Infektionen hinzugekommen. Allerdings weist das Ministerium darauf hin, dass sieben Landkreise am Samstag keine aktuellen Zahlen gemeldet haben. Derzeit sind den Angaben zufolge 187 Personen in stationärer Behandlung, davon werden 25 intensivmedizinisch beatmet. Bislang sind in Brandenburg 24 mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben.

Die Grafiken im Text zeigen den Stand vom 04.04.2020

Die aussagekräftigste Zahl ist derzeit die Verdopplungszeit. Sie gibt an, wie lange es aktuell dauert, bis die Fallzahl doppelt so hoch ist wie jetzt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Zahlen in dieser Krise gilt: Je höher diese Zahl ist, desto besser. rbb|24 zeigt die errechnete Verdopplungszeit - basierend auf den Zahlen der Gesundheitsbehörden. Sollten die Grafiken nicht angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

Bei der Verdopplungszeit ist es unerheblich, wie viele Fälle es wirklich gibt - solange das Verhältnis zwischen gemeldeten und tatsächlichen Fällen einigermaßen stabil ist. Und die Verdopplungszeit bezieht auch vergangene Daten mit ein. Die neuesten Zahlen sind damit nicht das alleinige Kriterium für die aktuelle Lage. Die absoluten Fallzahlen für Berlin und Brandenburg zeigen die folgenden Grafiken.

Wie viele der Fälle sind im Krankenhaus?

Hier finden Sie die Zahl der Corona-Kranken  in Krankenhäusern in Berlin und Brandenburg. Aufgeführt ist auch, wie viele intensivmedizinisch behandelt, also etwa beatmet werden.

Wie viele Alte und wie viele Junge sind betroffen?

Der Berliner Senat und das Robert-Koch-Institut geben an, wie viele gemeldete Infizierte in welchem Alter sind. Dabei zeigt sich, dass die meisten Betroffenen jünger als 60 Jahre sind. (Daten für das Land Brandenburg liegen rbb|24 nicht vor).

Die meisten Infizierten müssen vermutlich nicht im Krankenhaus oder sogar intensivmedizinisch versorgt werden. Das legen vorläufige Berechnungen von Londoner Forschern nahe [imperial.ac.uk]. Sie untersuchten, wie schwer der Krankheitsverlauf je nach Altersgruppe ist.

Aber: Nicht alle Jüngere haben einen milden Krankheitsverlauf. Außerdem können sie Menschen anstecken, denen eine schwere Erkrankung droht - vor allem Ältere. Darum gilt für alle in Berlin und Brandenburg das Kontaktverbot. Insbesondere Senioren über 70 sollten sich aber möglichst in Quarantäne begeben.

Wie sieht es in meiner Stadt in meinem Landkreis aus?

Hier finden Sie die aktuelle Zahl der gemeldeten Corona-Fälle in Berlin, den Landkreisen und kreisfreien Städten in Brandenburg sowie die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen pro Einwohner.

Welche Unsicherheiten gibt es bei der Verdopplungszeit?

Auch diese Zahl hat ihre Schwächen. Zum einen basiert sie auf der Annahme, dass das Verhältnis zwischen gemeldeten und tatsächlichen Fällen gleich bleibt und nicht die Testkapazitäten an ihre Grenzen kommen. Zum anderen wird sich die Verdopplungszeit nur langsam verändern, wenn sich die aktuelle Lage verändert. Und schon die aktuelle Lage verändert sich mit einer Verzögerung.

Um diese Unsicherheiten abzufedern, zeigt rbb|24 eine Spanne für eine obere und eine untere Schätzung, in der die Verdopplungszeit mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit liegt. Des Weiteren errechnet rbb|24 die Verdopplungszeit über die Datenreihe, die zum jeweiligen Zeitpunkt zur Verfügung steht. Sprich: die Verdopplungszeit für heute basiert auf allen Daten bis heute. Die Verdopplungszeit für vor 7 Tagen für alle Daten, die vor einer Woche zur Verfügung standen.

Die Begründung ist, dass solche exponentiellen Modelle nur dann gut funktionieren, wenn sie Daten für mehr als 7 Tage bekommen. Unsere Zahlen sind somit wahrscheinlich konservativer als die von anderen Stellen.

Wieso zeigt rbb|24 keine Karte und auch keine Aufschlüsselung nach Berliner Bezirken?

rbb|24 verzichtet für den Moment auf eine Darstellung der Fallzahlen oder Fallzahlen pro Einwohner auf Karten, denn laut laut Robert-Koch-Institut [rki.de] gilt: "Die Meldung hat an das Gesundheitsamt zu erfolgen, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt." Wenn sich also jemand infiziert und testen lässt, ist in der Regel das Gesundheitsamt seines Wohnorts zuständig. Das muss aber nicht der Ort sein, an dem er potenziell am meisten andere Menschen angesteckt haben könnte.

Über die Hälfte der Brandenburger pendelt, auch viele Berliner arbeiten außerhalb von Berlin und noch mehr Berliner bewegen sich zwischen den Stadtbezirken. Sie könnten also an einem Arbeitsplatz in einem anderen Landkreis oder Bezirk wesentlich mehr Menschen angesteckt haben als an ihren Wohnort. rbb|24 zeigt darum nur eine Liste der verschiedenen Landkreise und der Stadt Berlin insgesamt, um falsche Schlussfolgerungen zu vermeiden.

Warum fehlen Angaben zu den Genesenen?

Das Infektionsschutzgesetz verlangt keine Meldung von genesenen Menschen. Brandenburg weist wohl auch darum keine Zahl auf seiner Webseite aus. Der Berliner Senat gibt zwar eine Zahl an, die ist aber definiert als Zahl der Fälle, die 14 Tage nach Meldung nicht im Krankenhaus liegen oder verstorben sind. Daher verzichtet rbb|24 derzeit auf eine entsprechende Darstellung.

Anmerkung der Redaktion: Berechnet werden die Verdopplungszeiten mithilfe eines Programms, das die Daten vom Berliner Senat und dem Potsdamer Gesundheitsministerium nutzt. Benjamin Maier, Wissenschaftler an der Berliner Humboldt Universität, hat rbb|24 dabei beraten.

Was Sie jetzt wissen müssen

FAQ zum Umgang mit dem Coronavirus

  • Ich fürchte, infiziert zu sein. Was tun?

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  • Ist das Virus meldepflichtig?

  • Was ist das Coronavirus?

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  • Wie geschieht die Krankheitsübertragung?

  • Wie ansteckend ist das Virus?

  • Wer ist besonders gefährdet?

  • Wie funktioniert der Test?

  • Was sind die Symptome?

  • Welche Behandlung gibt es für Infizierte?

  • Gibt es Immunität gegen das Virus?

Beitrag von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske

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177 Kommentare

  1. 177.

    ein Problem ist, sobald jemand ins Krankenhaus kommt, bekommt er kaum noch Vitamine mit der Nahrung. Das Krankenhausessen enthält meist so gut wie keine Vitamine, das ist vielfach bestätigt und berichtet und liegt einfach an der mangelhaften Finanzierung. Die körpereigene Abwehr wird heruntergefahren. Wer Glück hat, kann über Besucherinnen vitaminreiche Nahrung bekommen, aber durch die Isolierung ist man darauf angewiesen, dass das Personal die Lebensmittel weitergibt. Das Krankenhauspersonal ist aber sowieso schon überlastet. So werden die körpereigenen Abwehrkräfte extrem schwach. Fragt sich, ob die Möglichkeiten der Diagnostik und Apparatemedizin im Krankenhaus den Nachteil dieser Schwächung aufwiegt.

  2. 176.

    Die deutliche Mehrzahl der Verstorbenen liegt bei den über 70 und 80jährigen, obwohl die Mehrzahl der Infizierten in anderen Altersgruppen liegt. Was sagt uns das?
    Ganz sicher nicht, daß die Gesamtbevölkerung in nennenswerter Zahl gefährdet sei, zumal die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland ohnehin nur bei 80 liegt.
    Für Panik und Paranoia können diese Zahlen jedenfalls nicht dienen und auch nicht für die derzeitig verordnete Repression.

  3. 173.

    Der Tagesspiegel hat Recht. Kann man selber ausrechnen oder auf der rbb Kurve klicken. Vor 6 Tagen war nicht die Hälfte der jetzigen Infizierten sondern vor 9 bis 10Tagen. Eigentlich sogar noch mehr Tage, denn es wird ja ständig mehr getestet und dadurch auch mehr Infektionen festgestellt.
    Am Anfang war die Verdopplung noch alle 2 bis 3 Tage. Von exponentiell kann also keine Rede sein. Läuft darauf hinaus, dass die Panik übertrieben war wie schon bei der Schweinegrippe. Also schnell Schluss mit dem undemokratischen Ausnahmezustand und besser vorausschauend für eine tatsächliche Notsituation das Gesundheitssystem auf stabile staatliche Füße stellen.

  4. 172.

    Lt. Tagesspiegel vom 3.4. werden in Berlin täglich 8150 Tests durchgeführt. Die täglichen Zunahmen infiziert Getesteter gibt er für die letzten Tage mit 288, 263, 140 an. Ist das irgendwie plausibel, wenn nur Personen mit Symptomen und Kontakten getestet werden?

  5. 170.

    Die "Durchsuchung" geht viel schneller, weil die Zahl der Infizierten nicht gleichbleibend steigt, sondern exponentiell (im Quadrat).

  6. 169.

    Vor allem bei den Verdpopplungszahlen fällt auf, dass jeder Schreiber sein eigenes Corona-Süppchen kocht und deshalb auch andere Zahlen kursieren. Der Tagesspiegel gibt z.B. 10 Tage für Berlin an.
    https://www.tagesspiegel.de/berlin/coronavirus-in-berlin-in-grafiken-fast-die-haelfte-der-bestaetigten-infizierten-gilt-als-genesen/25689294.html

  7. 168.

    Das oberste Schaubild in diesem Beitrag ist immer das gleiche, sozusagen ein Muster.
    Die eigentlichen, aktuellen und beschrifteten Grafiken kommen weiter unten.

  8. 167.

    Das Schaubild ist völlig sinnlos, weil man daraus nichts ersehen kann. Es fehlen Daten und Angaben zu den Achsen. Ist Zeit gemeint oder die Fallzahlen ? Alles unklar

  9. 166.

    Das Virus ist noch sehr neu und Gegenstand intensiver Forschung, um es "zu verstehen" und irgendwann wirksam in Schach zu halten. Man lernt eben täglich dazu und manche Aussage, die vor wenigen Tagen noch als richtig galt, muss inzwischen differenzierter dargestellt werden.
    So stimmt die Aussage: alle Toten hatten schwere oder chronische Vorerkrankungen und aktuell Krankheitsverläufe so nicht, weil vor einigen Tagen in Frankreich ein 16jähriges Mädchen verstarb, ohne dass es an irgendwelchen Vorerkrankungen litt oder andere Krankheiten festgestellt wurden als eben Covid19.

  10. 165.

    sie vermutet es nur , die teilweise hysterische Berichterstattung in den Medien führt dazu , dass jeder, der nur mal hüstelt oder niest , sich sofort als infiziert fühlt , ist ja auch nicht zu verdenken , die ständigen Hiobsbotschaften - so informativ die auch gemeint sein mögen- tragen dazu bei. Ebenso wie dieses unsägliche Herumgeeiere mit dem Mundschutz , aber nur deshalb, weil kein Mundschutz verfügbar ist , maximal peinlich für Spahn als BGM und nachteilig für die Bevölkerung.
    China hat Megacities von über 10 Millionen abgeriegelt , und hier regt man sich über MV oder die Ostpriegnitz auf , dass Ferienhausbesitzer zu Hause bleiben sollen.

  11. 164.

    je größer die Fluktuation, je größer das Risiko eines Infekts , der BR hat da eine gute Animation auf seiner Webseite

  12. 163.

    Woher wollen Sie wissen, dass Sie sich "definitiv angesteckt" haben, wenn Sie nicht getestet wurden? Würden Sie Ihre hellseherischen Fähigkeiten auch anderen Menschen zur Verfügung stellen? Dann könnte man sich die zeitaufwändigen und teuren Tests sparen. Schönen Gruß und gute Besserung!

  13. 162.

    Ich glaube kaum, dass das Verhältnis zwischen bestätigten und den tatsächlichen Fällen gleich bleibt, denn ich musste erfahren, das Erkrankte teilweise erst dann getestet werden, wenn sie drohen einen schweren Verlauf zu entwickeln. Da dann der Test negativ ausfällt, da der Rachen, in dem der Abstrich stattfindet, schon virenfrei ist, kamen vorher und nachher keine Kontaktpersonen in Quarantäne und können das Virus weiterverbreiten. Der laut Ärzten definitiv aber mit den herkömmlichen Tests nicht mehr bestätigte an Covid-19 Erkrankte fällt aus der Statistik.
    Zahlen können so kaum valide sein, das sagte das auch der Arzt der Isolierstation sehr frustriert!
    Schade, die Zahl der Test kommt dem Wachstum der Dunkelziffer meines Erachtens schon längst nicht mehr hinterher!

  14. 161.

    Da ich nigends eine Antwort bekomme versuche ich es hier:

    Ich bezweifle nicht die Richtigkeit der veröffentlichen Daten doch diese sind nicht transparent, denn

    1. desto mehr getestet wird, desto mehr "Infiszierte" findet man.
    2. wieviele Test's wurden zu den Zahlen täglich gemacht (steigende Tendenz ?)
    3. wieviele waren negativ
    4. wieviele der "Infiszierten" sind leicht erkrankt
    5. wieviele sind schwer erkrankt
    6. wieviele sind "reine" Covid19 Träger (ohne Erkrankung)
    7. wieviele sind geheilt (mittlerweile manchmal gesagt)

    wie sagte schon Churchill:
    traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast.

  15. 160.

    Na ich hoffe doch, dass bis spätestens nächstes Jahr ein wirksames Medikament und/oder eine wirksame Schutzimpfung entwickelt wurde. Da brauchts dann keine "Durchseuchung" mehr.

  16. 159.

    Nach meiner Rechnung: 2,5 Mio Berliner müssen sich infizieren, damit eine Durchseuchung stattfindet. 300 neue Fälle pro Tag: 8333 Tage = 22,8 Jahre bis wir damit durch sind.
    Fazit: Traue nur Deiner eigenen Statistik

  17. 158.

    Wie kommst du darauf?
    Von den 3.223 Fällen sind 1.564 wieder genesen. Gestern gab es offiziell 230 neue Infizierte und 195 neue Genesene. Quelle: Morgenpost.

    Auffällig ist dagegen wie viele davon intensivmedizinisch behandelt werden müssen.

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