Corona-Grafiken | Berliner Ampel - Das sind die aktuellen Fallzahlen in Berlin und Brandenburg

Grafik-Collage: Corona-Neuinfektionen in Berlin seit März 2020. Oben links: Corona-Neuinfektionen in Brandenburg seit März 2020. (Quelle: rbb24/datawrapper)
Bild: rbb24/datawrapper

Die Corona-Pandemie in Berlin und Brandenburg: Wie viele Neuinfizierte gibt es? Wie hoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz? Und wie viele Menschen sind geimpft? Alle wichtigen Erkenntnisse in ständig aktualisierten Grafiken. Von Haluka Maier-Borst, Jenny Gebske und Arne Schlüter

Aktuell

Das RKI meldet als aktuelle Inzidenzen (Stand: 15.06.2021, 00:00 Uhr):

- Berlin: 13,6
- Brandenburg: 6,2

Für Berlin sehen die weiteren Zahlen laut Senat wie folgt aus (Stand: 15.06.2021, 09:00 Uhr):

- Binnen 24 Stunden sind an Infektionen hinzugekommen: 57
- Corona-Patienten, die im Krankenhaus liegen: 156, davon werden intensivmedizinisch 83 Personen behandelt und hiervon wiederum 53 beatmet.
- Mit dem Coronavirus infizierte gestorbene Menschen: 3.520 (+3)

Für Brandenburg sehen die Zahlen gemäß Ministerium wie folgt aus (Stand: 15.06.2021, 10:00 Uhr):

- Binnen 24 Stunden sind an Infektionen hinzugekommen: -32*
- Corona-Patienten, die im Krankenhaus liegen: 43, davon werden 19 Personen intensivmedizinisch behandelt und hiervon wiederum 17 beatmet**
- Mit dem Coronavirus infizierte gestorbene Menschen: 3.757 (+1)

*In einigen Land- und Stadtkreisen werden zurzeit umfangreiche Datenbereinigungen durchgeführt. Hierbei werden u.a. doppelte Fälle zusammengeführt. Aus diesem Grund werden am Dienstag für die Kreise Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße negative Fallzahlen berichtet. Da es sich um Infektionsfälle handelt, die länger zurückliegen, ist die 7-Tage-Inzidenz hiervon nicht beeinflusst.

**An Wochenenden und Feiertagen meldet Brandenburg keine Zahlen für die Belegung der Krankenhäuser. Wir führen deshalb an diesen Tagen den bestehenden Stand fort.

Datenkorrekturen bei Gesundheitsämtern in Berlin und Brandenburg führen an manchen Tagen zu negativen Neuinfektionszahlen. Damit diese Korrekturen die Trendanalysen nicht vezerren, behält sich rbb|24 vor, die Differenzen über mehrere Tage zu verteilen. Entsprechend weichen die hier dargestellten Zahlen mitunter von offiziellen Tagesberichten ab.

Die Grafiken im Text spiegeln den gleichen Stand wider. Teils dauert es ein wenig, bis die Änderungen nach der Aktualisierung auch angezeigt werden.

Die Neuinfektionen für Berlin und Brandenburg mit 7-Tage-Schnitt und die kumulierten Fallzahlen zeigen die folgenden Grafiken. Sie können dabei für die Neuinfektionen den Zeitraum auswählen: seit Anfang der Pandemie im März - oder ab 1. September, dem Zeitpunkt als ungefähr die zweite Phase begann. Das können Sie auch für alle weiteren Grafiken mit täglichen Updates.

Sollten die Grafiken nicht angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

Wo ist die 7-Tage-Inzidenz wie hoch?

Hier finden Sie die aktuelle Zahl der gemeldeten Corona-Fälle in Berlin und seinen Bezirken, in Brandenburg, den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen. Außerdem die Zahl der neuen Fälle pro 100.000 Einwohnern der letzten sieben Tage, wobei wir hier uns auf die RKI-Zahlen beziehen und nicht die Landeszahlen. Diese 7-Tage-Inzidenz ist ein Kriterium für die sogenannte Corona-Notbremse.

Zu beachten ist hierbei, dass es nicht nur um die Fälle geht, die binnen der letzten sieben Tage berichtet wurden, aber auch in den Meldezeitraum fallen. Was das genau bedeutet, haben wir hier erklärt.

Wie viele Menschen sind inzwischen geimpft

Hier finden Sie aktuelle Angaben zur Zahl der in den vergangenen 24 Stunden geimpften Menschen und welcher Anteil der Bevölkerung inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten hat.

Aktuell bildet der Trend bei den gemeldeten Neuinfektionen den Verlauf am besten ab. Diese Zahl schwankt stark mit dem Wochenrhythmus. Deswegen wählt rbb|24 eine eigene Art der Darstellung: den Vergleichstrend zwischen den vergangenen sieben Tagen und den zwischen den sieben Tagen zuvor.

Die Berliner Ampel

Für die Berliner Ampel gilt die simple Formel: Zwei Mal Gelb bedeutet für den Senat Redebedarf. Zwei Mal Rot heißt Handlungsbedarf. Allerdings sind die Werte, die der Senat für seine Ampel angibt, nicht immer deckungsgleich mit den Werten anderer Stellen. So benutzt der Senat für die Bettenauslastung das INEVA-Register, bundesweit gilt aber das Divi-Register als Maßstab. Wir geben hier beide Werte an, wobei der Wert des Senats die Ampelfarbe bestimmt.

Die Corona-Ampel ist wie folgt aufgebaut:

1. Die Reproduktionszahl R

Ist der R-Wert unterhalb 1,1 steht die Ampel auf Grün. Ist er über 1,1 und das 3 Tage in Folge, springt die Ampel auf Gelb. Bei einem R-Wert drei Tage in Folge über 1,2 steht die Ampel auf Rot.

2. Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen

Liegt die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen unter 20, ist dieser Teil der Ampel grün. Liegt diese Zahl über 20, so ist die Ampel gelb. Überschreitet die Zahl die Marke von 30, so wird hier die Ampel rot.

3. Anteil der für Covid-19-Patient*innen benötigten Plätze auf Intensivstationen

Dieser Teil der Ampel ist grün, solange der Anteil an Covid-19-Patient*innen laut Senat unter 15 Prozent liegt. Steigt der Wert über 15 Prozent, ist die Ampel gelb. Ist der Anteil bei über 25 Prozent, schaltet die Ampel auf Rot.

Wichtig: Die gezeigte Ampel für die Intensivbetten zeigt sowohl die Daten des Senats als auch die Daten des Intensivregisters, Divi. Diese beiden Angaben können minimal von einander abweichen. Die Farbgebung richtet sich nach dem Wert des Senats. Weiter unten erklären wir, wieso wir dennoch auch die Angabe des Divi-Registers zeigen.

Außerdem zeigen wir hier nur noch den R-Wert des Senats und verzichten auf unsere eigene R-Wert-Berechnung. Das tun wir, weil inzwischen der Senat auch die Unsicherheit des R-Werts mit angibt, was unser zentraler Kritikpunkt war und Grund für die eigene Berechnung. Den Verlauf des R-Werts für Berlin mit oberer und unterer Schätzung sehen Sie hier:

Die obere und untere Schätzung als Angaben zur Unsicherheit der Berechnung sind wichtig. Inbesondere bei schnellen Veränderungen der Fallzahlen oder niedrigen Fallzahlen kann nämlich der R-Wert stark schwanken.

Wie viele der Fälle sind im Krankenhaus?

Hier finden Sie die Zahl der Covid-19 Erkrankten in Krankenhäusern in Berlin und Brandenburg. Aufgeführt ist auch, wie viele intensivmedizinisch behandelt, beziehungsweise beatmet werden.

Die Zahlen für die Krankenhauspatienten und die Intensivpatienten hier stammen vom Senat beziehungsweise vom Ministerium für Gesundheit und nicht vom Divi-Register. Für die Auslastung der Intensivstationen in ganz Berlin und Brandenburg hingegen nutzen wir die Divi-Daten. Wieso erklären wir weiter unten.

Wie ist die Lage auf den Intensivstationen?

Wir listen hier für Berlin und Brandenburg auf, welcher Anteil an Intensivbetten durch Covid-19-Patieten belegt ist – und wie viele Intensivbetten noch frei sind.

Wie viele Menschen versterben mit Covid-19?

Hier finden Sie die Zahl der mit Covid-19-Befund verstorbenen Menschen in Berlin und Brandenburg. Auch hier zeigen wir den 7-Tage-Durchschnitt.

Zu beachten ist, dass die Totenzahlen den Infektionszahlen in etwa zwei bis vier Wochen hinterher laufen. Außerdem wichtig: Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die meisten Menschen, die mit Corona sterben, auch tatsächlich an Corona sterben [mehr Informationen: PDF von pathologie.de]

Welche Altersgruppe ist wie stark betroffen?

Der Berliner Senat und das Robert-Koch-Institut geben an, wie viele gemeldete Infizierte in welchem Alter sind. Dabei zeigt sich, dass die meisten Betroffenen jünger als 60 Jahre sind. Daten für das Land Brandenburg in ähnlicher Detailtiefe liegen rbb|24 nicht vor.

Ferner hat sich die Altersverteilung unter den Infizierten seit dem Frühjahr so verändert.

Die folgenden Grafiken zeigen, ergänzend zu den Zahlen der Neuinfektionen oben im Beitrag, den Vergleich der Neuinfektionen wochentagsweise. Sie zeigen, wie viele Neuinfektionen es zum Beispeil am Montag dieser Woche gab und wie viele am Montag der vorherigen Woche. In dieser Grafik sind Trendwenden mitunter schon vorab zu erkennen.

Im Kontext der Fallzahlen muss auch die Quote der positiven Tests beachtet werden. Je niedriger die Positivquote liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die meisten Fälle entdeckt und nachverfolgt werden können. Die Nachverfolgung ist personell aufwändig; ist die Positivquote hoch, können überlastete Gesundheitsämter mögliche infizierte Kontaktpersonen teilweise nicht mehr ermitteln.

Benutzt rbb|24 überall nur die Daten von Senat, Gesundheitsministerium und RKI?

Mehrfach gab es Änderungen bei der Teststrategie und Revisionen der Datenstände. rbb|24 versucht diese Veränderungen, abzufangen. Zum Beispiel haben wir Differenzen an Fallmeldungen auf mehrere Tage verteilt und nicht nur auf den einen Tag der Korrekturmeldung. Trotzdem weisen wir darauf hin, dass in der Regel der beste Indikator für die aktuelle Lage die Wochenvergleiche sind. Vergleiche über längere Zeiträume sind dagegen schwierig.

Warum wählt rbb|24 einen 7-Tage-Trend?

Die Meldungen zu den täglichen Neuinfektionen unterliegen vielen Schwankungen. Der 7-Tage-Trend soll diese abfangen. Gleichzeitig birgt der 7-Tage-Trend aber die Gefahr, dass aktuelle Veränderungen sich zu langsam abbilden. Darum zeigt rbb|24 auch den Einzeltrend für jeden Tag, aber im Verhältnis zum selben Wochentag eine Woche früher.

Wann ist der Trend steigend, sinkend oder gleichbleibend?

Sinkend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent weniger Neuinfektionen gemeldet werden.

Steigend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent mehr Neuinfektionen gemeldet werden.

Gleichbleibend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche der Unterschied unterhalb von zehn Prozent mehr oder weniger liegt. Gleichbleibend ist der Trend zudem, wenn der Unterschied zwar prozentual größer ist, aber die absolute Differenz weniger als fünf gemeldete Neuinfektionen beträgt. Damit wird bei niedrigen Fallzahlen der Einfluss von Schwankungen reduziert.

Wieso passen die Inzidenz-Zahlen und Trends bei rbb|24 nicht zu denen von Berliner Senat, Brandenburger Regierung oder RKI?

rbb|24 übernimmt die 7-Tage-Inzidenz-Zahlen vom Berliner Senat und vom Brandenburger Ministerium für Gesundheit. Der Berliner Senat rechnet seine 7-Tage-Inzidenz allerdings immer basierend auf dem Datenstand vom Vortag [berlin.de]. Das kann dazu führen, dass an einzelnen Tagen die absoluten Zahlen im Wochentagsvergleich zurückgehen und dennoch die Inzidenz steigt. Ebenfalls erklärt das, wieso der 7-Tage-Trend bei rbb|24 von dem des Senats mitunter abweicht. rbb|24 rechnet den 7-Tage-Trend nämlich basierend auf den neuesten absoluten Zahlen.

Ferner gibt es mitunter teils erhebliche Unterschiede zwischen der 7-Tage-Inzidenz, die das RKI angibt, und derjenigen, die die Bundesländer vermelden. Grund dafür ist, dass positive Testergebnisse erst mit Zeitverzögerung bei den Landesbehörden und dem RKI bekannt werden. Wenn zum Beispiel an einem Tag ein Fall am Nachmittag gemeldet wird, aber erst am nächsten Morgen weiter übermittelt wird, kann dieser Fall in Daten zum aktuellen Tag nicht auftauchen.

Der Berliner Senat versucht dies auszugleichen, indem er, wie gesagt, seine Inzidenzberechnung mit einem Tag Zeitverzug macht. Sprich der aktuelle Inzidenzwert basiert auf Fällen, die bis gestern gemeldet und bis heute übermittelt wurden. Dadurch ist dieser Inzidenzwert zwar leicht veraltet, basiert aber auf vollständigeren Daten. Das RKI dagegen rechnet auch den heutigen Meldetag voll ein. Das führt, vereinfacht gesagt, zu einer Art 6,5-Tage-Inzidenz, da die Fälle fehlen, die spät am Nachmittag gemeldet, aber noch nicht weiter übermittelt wurden. Wieso das problematisch ist, hat der Datenjournalist und Programmierer Sebastian Vollnhals hier erklärt [twitter.com].

Wieso wählt rbb|24 zwei unterschiedliche Quellen für die Daten zu Krankenhaus- und Intensivbetten?

Für die Berliner Corona-Ampel nutzt rbb|24 sowohl die Angaben des Senats als auch das Divi-Intensivregister, für das eine bundesweite Meldepflicht gilt. Der Senat bezieht sich bei seinen Zahlen auf das Ineva-Register mit Datenstand vom Vortag 13 Uhr. Die Angaben des Divi werden jeweils jeden Tag um 15 Uhr aktualisiert. Um also aktueller und umfassender bei den intensivmedizinischen Daten zu sein, zeigen wir auch die Zahlen des Divi.

Dennoch nutzen wir bei der Grafik für die Krankenhauspatienten die Senatszahlen bzw. die Zahlen des Ministerium für Gesundheit in Brandenburg. Der Grund hierfür ist, dass das Divi-Register nur Auskunft über die Intensivplätze gibt. Um auch Daten zu "normalen" Covid-19-Klinikpatienten geben zu können, stützen wir uns darum auf diese beiden Quellen - auch wenn sie weniger aktuell sind.

Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen der Grafik für Berlin und der Grafik für Brandenburg. Während wir in Berlin die Intensivpatienten des Senats einzeichnen, sind es in Brandenburg die beatmungspflichtigen Intensivpatienten. Der Hintergrund ist, dass lange Brandenburg nur die beatmungspflichtigen Patienten angab, Berlin lange nur die Intensivpatienten allgemein. Um die Datenlage seit Anfang der Pandemie gleich zu halten, führen wir weiterhin diese leicht unterschiedlichen Metriken fort.

Warum zeigt rbb|24 keine Berechnung der Verdopplungszeit mehr?

Das Modell für eine Verdopplungszeit geht davon aus, dass nach x Tagen doppelt so viele, nach weiteren x Tagen vier Mal so viele Menschen infiziert sind. Diese Zahlen sind interessant, wenn sie exponentiell steigen. Inzwischen ist die Infektionsdynamik aber eine andere, die Verdopplungszeit hat damit keine wirkliche Aussagekraft mehr. Entsprechend haben wir uns entschieden, diese Grafik nicht mehr fortzuführen.

Wieso zeigt rbb|24 keine Karte?

rbb|24 verzichtet auch auf eine Darstellung der gemeldeten Fallzahlen oder Fallzahlen pro Einwohner auf Karten, denn laut Robert-Koch-Institut [rki.de] gilt: "Die Meldung hat an das Gesundheitsamt zu erfolgen, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt." Wenn sich also jemand infiziert und testen lässt, ist in der Regel das Gesundheitsamt seines Wohnorts zuständig. Das muss aber nicht der Ort sein, an dem er potenziell am meisten andere Menschen angesteckt haben könnte.

Über die Hälfte der Brandenburger pendelt, auch viele Berliner arbeiten außerhalb von Berlin und noch mehr bewegen sich zwischen den Bezirken. Sie könnten also an einem Arbeitsplatz in einem anderen Landkreis oder Bezirk wesentlich mehr Menschen angesteckt haben als am Wohnort. Trotzdem zeigen wir inzwischen neben den weiträumigeren Brandenburger Landkreisen auch für die Berliner Bezirke eine Tabelle. Der Grund ist, dass zeitweilig nur einzelne Bezirke aufgrund hoher Fallzahlen als Risikogebiet galten. Wir wollen aber weiterhin den Eindruck einer "Gefahrenkarte" vermeiden.

Warum fehlen Angaben zu den Genesenen oder den "aktiv Infizierten"?

Das Infektionsschutzgesetz verlangt keine Meldung von genesenen Menschen. Entsprechend sind die Zahlen hierzu lediglich Schätzungen, die sich in ihrer Berechnung noch dazu zwischen Berlin und Brandenburg unterscheiden.

Als genesen gelten in Berlin [berlin.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

- hospitalisierte Fälle 7 Tage nach Entlassung; bzw. bei fehlenden Daten 28 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

In Brandenburg dagegen gelten als genesen [msgiv.brandenburg.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Meldedatum

- zu hospitalisierten Fällen fehlt eine Angabe, wie sie in die Berechnung einfließen.

Weil die Zahl der Genesenen eben nur eine Schätzung ist und noch dazu eine, die nicht einheitlich gehandhabt wird, ist auch die Berechnung der aktiv Infizierten problematisch. Man würde dafür geschätzte Genesene von den genau gezählten Infizierten abziehen.

Ferner impliziert zudem der Ausdruck "aktiv Infizierte", dass genau diese Menschen aktuell das Problem sind. Das wird aber in der Mehrheit der Fälle nicht so sein, weil es sich dabei um diagnostizierte und bereits isolierte Fälle handelt. Das Problem sind die noch nicht entdeckten Fälle. Außerdem beachtet diese Rechnung keine Zeitverzüge durch Nachmeldungen oder einem Anstau der Proben.

Daher verzichtet rbb|24 derzeit auf eine entsprechende Darstellung von Genesenen und aktiv Infizierten. Die Zahl der Neuinfzierten der letzten Woche und der Woche zuvor ist aber ein grober Richtwert für den derzeitigen Stand der Epidemie. Das ist auch medizinisch gesehen sinnvoll, da bei der Mehrheit der leicht verlaufenden Erkrankungen nach ungefähr 14 Tagen die Symptome abklingen.

Was Sie jetzt wissen müssen

Beitrag von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske

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7422 Kommentare

  1. 7422.

    Mir ist gerade ein ganz interessanter Gedanke gekommen. Wenn jetzt das Delta-Virus so gefährlich ist, dass sich alles nur noch daran ausrichtet, dann interessieren ja auch nur die Infektionszahlen für diesen Virus-Typ. Bitte entschuldigen sie, liebe Verfechter der Beibehaltung des Maskenzwanges, aber dann spielen unsere jetzigen Zahlen überhaupt keine Rolle. Das ist dann so, als wenn man 2 Tage bevor es regnet schon den Schirm aufspannt.

  2. 7421.

    Erstens ist der R-Wert kein Wert, den man bei einer Erkrankung wo Infektiosität sich nicht zeitlich mit der symptomalen Phase deckt, überhaupt berechnen berechnen kann. Man sei erinnert: es das Ergebnis einer Multiplikation von drei variablen (Faktoren), die nur in seltensten Fällen bekannt sind. Ganz vereinfacht: R0=k(Kappa) * q *D wobei k(kappa) die Anzahl der Kontakte eines Infizierten pro Zeiteinheit, D die mittlere Dauer der Infektiosität und q die Wahrscheinlichkeit der Infektion bei Kontakt sind.
    Nun wird jemand positivgetestet. Nur in seltensten Fällen weiß er den genauen Zeitpunkt der Infektion, in der Regel hat er die Menschen nicht gezählt mit denen er Kontakt hatte. Dass er die mittlere Dauer der Infektiosität nicht angeben kann versteht sich von selbst. Deshalb werden alle diese Werte einfach angenommen, nach welchen Kriterien bleibt ein Geheimnis. Was bei Ebola und Cholera gut ist und funktionieren kann, ist bei COVID-19 eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit

  3. 7420.

    Und für die Belegung der ITS müssen klare Ansagen her und auf gar keinen Fall finanzielle Anreize. Die Inzidenzzahlen sind zu unterscheiden nach positiv Getesteten und tatsächlich Erkrankten. Wenn zum Beispiel in einer Ortschaft mit rd. 20.000 Einwohnern z.B. 45 Heimbewohner positiv getestet werden, ist die Inzidenz sofort so hoch, dass nach alten Regeln sofort ein lockdown her müsste. Das kann es nicht sein.

  4. 7419.

    So schlecht ist der R-Wert gar nicht, wenn man ihn selbst nachprüfen könnte. Eigentlich ist das mit den vom RKI in Wikipedia veröffentlichten Zahlen möglich. Da das RKI aber schon bei der 7d-Inzidenz nicht nachvollziehbare Veränderungen an den zugrunde liegenden Fallzahlen vornimmt, wird ein Nachrechnen des R-Wertes nur unnötige Bauchschmerzen verursachen.
    In Kombination mit 7d-Inzidenz und ITS-Belegung kann der R-Wert sehr aufschlussreich sein, wenn er richtig ermittelt wird. Bei stagnierender oder fallender ITS-Belegung kombiniert mit der Zahl der ITS-Neuaufnahmen. Auf jeden Fall müssen aber für sinkende Fallzahlen neue sinnvolle Regelungen gefunden werden.

  5. 7418.

    Gibt es eigentlich schon Untersuchungen, warum die Zahlen in Spandau noch so hoch sind? Oder sind das nur Übertragungsfehler? Seit mal in Neukölln festgestellt hat, dass irgendwas bei der Übertragung schief läuft, entsprechen die Zahlen dem Berliner Durchschnitt.

  6. 7417.

    (2)
    Nach gefühlt 500x Klicken dann doch gefunden :)
    Am 11.01. hatte ich Folgendes zum Thema R-Wert und Entwicklung der Fallzahlen angemerkt:
    "Ich bin nun mal gespannt, ob heute die Berliner Ampel zum ersten Mal 3x rot anzeigen wird und ob die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen in den nächsten Tagen/Wochen dann tatsächlich noch einmal entsprechend steigt. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass das nicht passieren wird. Und vielleicht können wir den R-Wert dann endlich mal beerdigen, da er (trotz Nowcasting) halt nicht den aktuellen Infektionsverlauf anzeigt, sondern nur den bereits vergangenen, den wir aber eh schon kennen..."

    Hier war der R-Wert (aufgrund der ganzen Nachmeldungen) nach den Feiertagen noch einmal deutlich gestiegen - die Inzidenz bei Veröffentlichung des Wertes jedoch bereits am Sinken und (trotz R > 1) auch weiter gesunken. Meine Behauptung war also leider (im Sinne der ganzen Berechnungsbemühungen) korrekt. Einfach die Kurven logisch betrachten hat gereicht...

  7. 7416.

    "Anders sieht es aus, wenn tausende oder wie in Indien gar hunderttausende Neuinfektionen am Tag vermeldet werden. In dieser Situation ist der R-Wert ein gutes "Frühwarnsystem" für exponentielle Entwicklungen."

    Danke. So ist in der Tat die offizielle Lehre. Nun hätte ich zwei Fragen auf die ich leider keine Antwort finde:
    1. Wann genau gab es im Verlauf der Pandemie ein exponentielles Wachstum?
    2. Anhand welcher Zeiträume/Wellen könnte ich das oben behauptete nachvollziehen?
    Die zeitliche Entwicklung des R-Wertes und die Inzidenzkurve lassen sich sehr leicht aufeinander legen und vergleichen.
    https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1117478/umfrage/reproduktionszahl-des-coronavirus-covid-19-in-deutschland/
    Tut man das, merkt man sehr schnell, dass die bekannte These von Ungenauigkeit des R-Wertes bei niedriger Fallzahl auch für Perioden mit höchster Inzidenz gilt.
    Der Kaiser ist leider nicht ganz angezogen.

  8. 7415.

    "Da braucht es eine Handvoll neuer Fälle und der R-Wert schlägt signifikant in eine Richtung aus."
    Richtig, der in dieser Pandemie verwendete R-Wert berechnet sich aus den Inzidenzen.

    "R-Wert ein gutes "Frühwarnsystem""
    M. E. falsch, da die Entwicklung der festgestellten Inzidenzen nicht vom berechneten R-Wert, sondern der berechnete R-Wert von der Entwicklung der festgestellten Inzidenzen aus der Vergangenheit abhängt. Hier werden m. E. die ganze Zeit Ursache und Wirkung verdreht.

    In der Theorie und im Labor ist der R-Wert sicherlich ein ganz tolles Werkzeug - aber in der (traurigen) unregelmäßigen Test- und Meldeverzugswirklichkeit leider einfach nur unbrauchbar. Das lässt sich seit einem Jahr eindrucksvoll verfolgen. (Insbesondere auch für Laien beispielsweise über und nach mehreren zusammenhängenden Feiertagen (Weihnachten) gut erkennbar.)

  9. 7414.

    Liebe Christine,

    die detaillierten Zahlen zu Berlin und Brandenburg (Neuinfektionen, ITS-Belegung, Todesfälle) erreichen uns immer erst gegen 10 Uhr und werden dann von uns nachgetragen.

  10. 7413.

    Letztes Jahr im Juni gab es kaum Fälle in Deutschland (in BB einstellig, in Berlin zweistellig). Da braucht es eine Handvoll neuer Fälle und der R-Wert schlägt signifikant in eine Richtung aus. Bei so niedrigen Inzidenzen ist der R-Wert kein sinnvolles Hilfsmittel, das wissen aber auch die damit befassten Wissenschaftsdiziplinen.

    Anders sieht es aus, wenn tausende oder wie in Indien gar hunderttausende Neuinfektionen am Tag vermeldet werden. In dieser Situation ist der R-Wert ein gutes "Frühwarnsystem" für exponentielle Entwicklungen.

  11. 7412.

    Guten Morgen
    Warum werden am Anfang des Berichts 13,6 (Stand heute) gezeigt und im weiteren Text die Zahlen von gestern? Nicht nur heute ist das so.
    Wird das nicht automatisch aktualisiert wenn neue Zahlen vom RKI kommen?

  12. 7411.

    Von April bis Mitte Mai gab es extrem viele Erstimpfungen, weil die mRNA-Liefermengen (planmäßig) enorm angestiegen sind. Knapp 6 Wochen später, da stehen wir jetzt noch, müssen dann eben auch die Zweitimpfungen in die Arme.

    In den nächsten Wochen kommt noch einmal mehr Impfstoff als zuvor und die große Welle an Zweitimpfungen läuft langsam aus. Dann dürften also die Erstimpfungen wieder entsprechend anziehen (bzw. mindestens entsprechende Kapazitäten verfügbar sein).

  13. 7410.

    Mal angenommen, der R-Wert könnte real ermittelt werden und läge 2Wochen bei 0,66, dann könnte er danach rein mathematisch gesehen 2 Wochen bei 1,5 liegen und wir wären mit der Fallzahlen wieder da, wo das Rechenbeispiel angefangen hat. Soweit die Theorie, aber ich muss ihnen Recht geben, mit Berechnungen sind unsere Virologen etwas überfordert.

  14. 7409.

    Nicht vergessen in den Zweitimpfungen stecken bereits 1,2 Mio Janssen, die in der Erstimpfungskurve nicht enthalten sind. Das „verfälscht“ den Anstieg ein wenig.
    Die absolute Leistung steigt aber noch an, wenn auch langsam.
    Ansonsten richtig, die Zahl der Erstimpfungen hätte nicht zurück gehen sollen und die der zweiten stetig steigen, um entspannt zum Ziel zu kommen.
    Das Urlaubsproblem hat mein Impfarzt auch erwähnt.
    Könnte also passieren dass demnächst mehr Material als Menschen zum Impfen bereit stehen.
    Die Motivation bei sinkenden Zahlen dürfte auch nicht steigen.

  15. 7408.

    Nur als kurze Info: Laut Doclib sind in einigen Berliner Impfzentren recht kurzfristig Impftermine zu haben, mit Moderna und Biontech.

  16. 7407.

    Ich halte nicht viel von Radikalen, weder in der Politik noch bei Corona. Für mich ist die Demokratie gegenüber der Diktatur allemal überlegen, egal ob Diktatur von Links oder von Rechts. Und bei Corona ist es nichts anderes.
    Wir haben derzeit keine gefährliche Infektionslage, dafür aber ein effektives Frühwarnsystem. Nach den Lockerungen ist auch das Einstellen eines stabilen Gleichgewichtes sinnvoll. Wenn sich die Lockerungen Schritt für Schritt hinziehen, vergeht zu viel Zeit, so dass man im September schon wieder ein saisonbedingtes Ansteigen sehen wird. Und dann hat man wieder nichts über die Verbreitungsmechanismen des lieben kleinen Virus gelernt!

  17. 7406.

    Tja die Eigenverantwortung…. Eines der Worte, deren Sinn völlig verdreht wurde.
    Eigenverantwortlich handeln bedeutet man übernimmt für sein handeln die Verantwortung und trägt die Konsequenzen. Es bedeutet nicht, das irgendwer irgendein Ziel festlegt und das müssen nun alle erreichen, egal ob dieses Ziel eine Zahl ist oder ein moralischer Standpunkt.

  18. 7405.

    Die Kurve mit den Erstimpfungen wird immer flacher. Durch die notwendigen Zweitimpfungen bleibt wohl immer weniger Impfstoff für neue Erstimpfungen übrig. Wenn das so weitergeht, wird das Ziel 80% vollständig geimpft bis Ende Sommer schwierig zu halten sein.
    Gibt es eigentlich schon eine Entscheidung oder Planung für Auffrischungsimpfungen? Für die ersten Geimpften (Prio 1+2) könnte das ja so ab Herbst möglciherweise aktuell werden.

  19. 7404.

    "Bei extrem guten Bedingungen mit weiterhin mittelschweren Einschränkungen und Testpflicht schaffen wir es auf R ~ 0,66. Wenn wir jetzt zuviel lockern liegen wir aber schnell wieder bei R > 1 un die nächste Welle fängt an zu rollen."
    Der höchste 4-Tage R-Wert im Verlauf der Pandemie in Deutschland wurde am 21.06.2020 bekannt gegeben und betrug R=2,88. Einer der niedrigsten fünf tage später, am 26.06. (R=0,57). Spätestens dann war die Aussagekraft des Reproduktionswertes endgültig ruiniert. Retrospektiv betrachtet zeigt sich, dass es noch niemals eine Spur von Korrelation zwischen Entwicklungsdynamik der Krankheit und dem aktuellen R-Wert. Das ist auch der Grund dafür dass Sie weltweit noch extrem selten Länder finden wo Reproduktionswert ernst genommen wird, geschweige schon errechnet. In diesem Den aktuellen R-Wert als eine Errungenschaft darzustellen ist nicht seriös. Schon Übermorgen kann er wieder sprunghaft steigen und zwar ohne Auswirkung auf andere Epidemieparameter.

  20. 7403.

    Das mag vielleicht für die RKI Positivquoten von Berlin gelten, aber nicht für den Rest, 10 Minuten recherchiert mit folgenden Ergebnissen:

    Positivquote für Gesamtdeutschland lt RKI
    Wo 19: 8,2%
    Wo 20: 5,8%
    Wo 21: 4,1%
    Wo 22: 3,1%

    und für Berlin lt Senat
    Wo 19: 7,2%
    Wo 20: 5,5%
    Wo 21: 3,4%
    Wo 22: 2,7%
    Und das ohne Presseanfrage und Taschenrechner.

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