Grafik-Collage: Corona-Neuinfektionen in Berlin seit September 2020, bis Mai 2021. Grafik oben rechts zeigt Corona-Neuinfektionen in Brandenburg seit September 2020, bis Mai 2021. (Quelle: rbb24/datawrapper)
Bild: rbb24/datawrapper

Corona-Grafiken | Berliner Ampel - Das sind die aktuellen Fallzahlen in Berlin und Brandenburg

Die Corona-Pandemie in Berlin und Brandenburg: Wie viele Neuinfizierte gibt es - und wo? Werden Krankenhausbetten knapp? Und wo steht die Ampel? Alle wichtigen Erkenntnisse in ständig aktualisierten Grafiken. Von Haluka Maier-Borst, Jenny Gebske und Arne Schlüter

Aktuell

Das RKI meldet als aktuelle Inzidenzen (Stand: 15.05.2021, 7.15 Uhr):

- Berlin: 67
- Brandenburg: 64

Für Berlin sehen die weiteren Zahlen laut Senat wie folgt aus (Stand: 15.05.2021, 10:00 Uhr)*:

- Binnen 24 Stunden sind an Infektionen hinzugekommen: 455
- Corona-Patienten, die im Krankenhaus liegen: 523, davon werden intensivmedizinisch 236 Personen behandelt und hiervon wiederum 171 beatmet.
- Mit dem Coronavirus infizierte gestorbene Menschen: 3.399 (+3)

Für Brandenburg sehen die Zahlen gemäß Ministerium wie folgt aus (Stand: 15.05.2021, 11:30 Uhr):

- Binnen 24 Stunden sind an Infektionen hinzugekommen: 136
- Corona-Patienten, die im Krankenhaus liegen: 296, davon werden 101 Personen intensivmedizinisch behandelt und hiervon wiederum 84 beatmet*
- Mit dem Coronavirus infizierte gestorbene Menschen: 3.673 (+8)

*An Wochenenden und Feiertagen meldet Brandenburg keine Zahlen für die Belegung der Krankenhäuser. Wir führen deshalb an diesen Tagen den bestehenden Stand fort.

Die Grafiken im Text spiegeln den gleichen Stand wider. Teils dauert es ein wenig, bis die Änderungen nach der Aktualisierung auch angezeigt werden.

Die Neuinfektionen für Berlin und Brandenburg mit 7-Tage-Schnitt und die kumulierten Fallzahlen zeigen die folgenden Grafiken. Sie können dabei für die Neuinfektionen den Zeitraum auswählen: seit Anfang der Pandemie im März - oder ab 1. September, dem Zeitpunkt als ungefähr die zweite Phase begann. Das können Sie auch für alle weiteren Grafiken mit täglichen Updates.

Sollten die Grafiken nicht angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

Wo ist die 7-Tage-Inzidenz wie hoch?

Hier finden Sie die aktuelle Zahl der gemeldeten Corona-Fälle in Berlin und seinen Bezirken, in Brandenburg, den Landkreisen und kreisfreien Städten sowie die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen. Außerdem die Zahl der neuen Fälle pro 100.000 Einwohnern der letzten sieben Tage, wobei wir hier uns auf die RKI-Zahlen beziehen und nicht die Landeszahlen. Diese 7-Tage-Inzidenz ist ein Kriterium für die sogenannte Corona-Notbremse.

Wie viele Menschen sind inzwischen geimpft

Hier finden Sie aktuelle Angaben zur Zahl der in den vergangenen 24 Stunden geimpften Menschen und welcher Anteil der Bevölkerung inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten hat.

Aktuell bildet der Trend bei den gemeldeten Neuinfektionen den Verlauf am besten ab. Diese Zahl schwankt stark mit dem Wochenrhythmus. Deswegen wählt rbb|24 eine eigene Art der Darstellung: den Vergleichstrend zwischen den vergangenen sieben Tagen und den zwischen den sieben Tagen zuvor.

Die Berliner Ampel

Für die Berliner Ampel gilt die simple Formel: Zwei Mal Gelb bedeutet für den Senat Redebedarf. Zwei Mal Rot heißt Handlungsbedarf. Allerdings sind die Werte, die der Senat für seine Ampel angibt, nicht immer deckungsgleich mit den Werten anderer Stellen. So benutzt der Senat für die Bettenauslastung das INEVA-Register, bundesweit gilt aber das Divi-Register als Maßstab. Wir geben hier beide Werte an, wobei der Wert des Senats die Ampelfarbe bestimmt.

Die Corona-Ampel ist wie folgt aufgebaut:

1. Die Reproduktionszahl R

Ist der R-Wert unterhalb 1,1 steht die Ampel auf Grün. Ist er über 1,1 und das 3 Tage in Folge, springt die Ampel auf Gelb. Bei einem R-Wert drei Tage in Folge über 1,2 steht die Ampel auf Rot.

2. Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen

Liegt die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner*innen unter 20, ist dieser Teil der Ampel grün. Liegt diese Zahl über 20, so ist die Ampel gelb. Überschreitet die Zahl die Marke von 30, so wird hier die Ampel rot.

3. Anteil der für Covid-19-Patient*innen benötigten Plätze auf Intensivstationen

Dieser Teil der Ampel ist grün, solange der Anteil an Covid-19-Patient*innen laut Senat unter 15 Prozent liegt. Steigt der Wert über 15 Prozent, ist die Ampel gelb. Ist der Anteil bei über 25 Prozent, schaltet die Ampel auf Rot.

Wichtig: Die gezeigte Ampel für die Intensivbetten zeigt sowohl die Daten des Senats als auch die Daten des Intensivregisters, Divi. Diese beiden Angaben können minimal von einander abweichen. Die Farbgebung richtet sich nach dem Wert des Senats. Weiter unten erklären wir, wieso wir dennoch auch die Angabe des Divi-Registers zeigen.

Außerdem zeigen wir hier nur noch den R-Wert des Senats und verzichten auf unsere eigene R-Wert-Berechnung. Das tun wir, weil inzwischen der Senat auch die Unsicherheit des R-Werts mit angibt, was unser zentraler Kritikpunkt war und Grund für die eigene Berechnung. Den Verlauf des R-Werts für Berlin mit oberer und unterer Schätzung sehen Sie hier:

Die obere und untere Schätzung als Angaben zur Unsicherheit der Berechnung sind wichtig. Inbesondere bei schnellen Veränderungen der Fallzahlen oder niedrigen Fallzahlen kann nämlich der R-Wert stark schwanken.

Wie viele der Fälle sind im Krankenhaus?

Hier finden Sie die Zahl der Covid-19 Erkrankten in Krankenhäusern in Berlin und Brandenburg. Aufgeführt ist auch, wie viele intensivmedizinisch behandelt, beziehungsweise beatmet werden.

Die Zahlen für die Krankenhauspatienten und die Intensivpatienten hier stammen vom Senat beziehungsweise vom Ministerium für Gesundheit und nicht vom Divi-Register. Für die Auslastung der Intensivstationen in ganz Berlin und Brandenburg hingegen nutzen wir die Divi-Daten. Wieso erklären wir weiter unten.

Wie ist die Lage auf den Intensivstationen?

Wir listen hier für Berlin und Brandenburg auf, welcher Anteil an Intensivbetten durch Covid-19-Patieten belegt ist – und wie viele Intensivbetten noch frei sind.

Wie viele Menschen versterben mit Covid-19?

Hier finden Sie die Zahl der mit Covid-19-Befund verstorbenen Menschen in Berlin und Brandenburg. Auch hier zeigen wir den 7-Tage-Durchschnitt.

Zu beachten ist, dass die Totenzahlen den Infektionszahlen in etwa zwei bis vier Wochen hinterher laufen. Außerdem wichtig: Mehrere Untersuchungen zeigen, dass die meisten Menschen, die mit Corona sterben, auch tatsächlich an Corona sterben [mehr Informationen: PDF von pathologie.de]

Welche Altersgruppe ist wie stark betroffen?

Der Berliner Senat und das Robert-Koch-Institut geben an, wie viele gemeldete Infizierte in welchem Alter sind. Dabei zeigt sich, dass die meisten Betroffenen jünger als 60 Jahre sind. Daten für das Land Brandenburg in ähnlicher Detailtiefe liegen rbb|24 nicht vor.

Ferner hat sich die Altersverteilung unter den Infizierten seit dem Frühjahr so verändert.

Die folgenden Grafiken zeigen, ergänzend zu den Zahlen der Neuinfektionen oben im Beitrag, den Vergleich der Neuinfektionen wochentagsweise. Sie zeigen, wie viele Neuinfektionen es zum Beispeil am Montag dieser Woche gab und wie viele am Montag der vorherigen Woche. In dieser Grafik sind Trendwenden mitunter schon vorab zu erkennen.

Im Kontext der Fallzahlen muss auch die Quote der positiven Tests beachtet werden. Je niedriger die Positivquote liegt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die meisten Fälle entdeckt und nachverfolgt werden können. Die Nachverfolgung ist personell aufwändig; ist die Positivquote hoch, können überlastete Gesundheitsämter mögliche infizierte Kontaktpersonen teilweise nicht mehr ermitteln.

Benutzt rbb|24 überall nur die Daten von Senat, Gesundheitsministerium und RKI?

Mehrfach gab es Änderungen bei der Teststrategie und Revisionen der Datenstände. rbb|24 versucht diese Veränderungen, abzufangen. Zum Beispiel haben wir Differenzen an Fallmeldungen auf mehrere Tage verteilt und nicht nur auf den einen Tag der Korrekturmeldung. Trotzdem weisen wir darauf hin, dass in der Regel der beste Indikator für die aktuelle Lage die Wochenvergleiche sind. Vergleiche über längere Zeiträume sind dagegen schwierig.

Warum wählt rbb|24 einen 7-Tage-Trend?

Die Meldungen zu den täglichen Neuinfektionen unterliegen vielen Schwankungen. Der 7-Tage-Trend soll diese abfangen. Gleichzeitig birgt der 7-Tage-Trend aber die Gefahr, dass aktuelle Veränderungen sich zu langsam abbilden. Darum zeigt rbb|24 auch den Einzeltrend für jeden Tag, aber im Verhältnis zum selben Wochentag eine Woche früher.

Wann ist der Trend steigend, sinkend oder gleichbleibend?

Sinkend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent weniger Neuinfektionen gemeldet werden.

Steigend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche mindestens zehn Prozent mehr Neuinfektionen gemeldet werden.

Gleichbleibend ist der Trend, wenn im Vergleich zur Vorwoche der Unterschied unterhalb von zehn Prozent mehr oder weniger liegt. Gleichbleibend ist der Trend zudem, wenn der Unterschied zwar prozentual größer ist, aber die absolute Differenz weniger als fünf gemeldete Neuinfektionen beträgt. Damit wird bei niedrigen Fallzahlen der Einfluss von Schwankungen reduziert.

Wieso passen die Inzidenz-Zahlen und Trends bei rbb|24 nicht zu denen von Berliner Senat, Brandenburger Regierung oder RKI?

rbb|24 übernimmt die 7-Tage-Inzidenz-Zahlen vom Berliner Senat und vom Brandenburger Ministerium für Gesundheit. Der Berliner Senat rechnet seine 7-Tage-Inzidenz allerdings immer basierend auf dem Datenstand vom Vortag [berlin.de]. Das kann dazu führen, dass an einzelnen Tagen die absoluten Zahlen im Wochentagsvergleich zurückgehen und dennoch die Inzidenz steigt. Ebenfalls erklärt das, wieso der 7-Tage-Trend bei rbb|24 von dem des Senats mitunter abweicht. rbb|24 rechnet den 7-Tage-Trend nämlich basierend auf den neuesten absoluten Zahlen.

Ferner gibt es mitunter teils erhebliche Unterschiede zwischen der 7-Tage-Inzidenz, die das RKI angibt, und derjenigen, die die Bundesländer vermelden. Grund dafür ist, dass positive Testergebnisse erst mit Zeitverzögerung bei den Landesbehörden und dem RKI bekannt werden. Wenn zum Beispiel an einem Tag ein Fall am Nachmittag gemeldet wird, aber erst am nächsten Morgen weiter übermittelt wird, kann dieser Fall in Daten zum aktuellen Tag nicht auftauchen.

Der Berliner Senat versucht dies auszugleichen, indem er, wie gesagt, seine Inzidenzberechnung mit einem Tag Zeitverzug macht. Sprich der aktuelle Inzidenzwert basiert auf Fällen, die bis gestern gemeldet und bis heute übermittelt wurden. Dadurch ist dieser Inzidenzwert zwar leicht veraltet, basiert aber auf vollständigeren Daten. Das RKI dagegen rechnet auch den heutigen Meldetag voll ein. Das führt, vereinfacht gesagt, zu einer Art 6,5-Tage-Inzidenz, da die Fälle fehlen, die spät am Nachmittag gemeldet, aber noch nicht weiter übermittelt wurden. Wieso das problematisch ist, hat der Datenjournalist und Programmierer Sebastian Vollnhals hier erklärt [twitter.com].

Wieso wählt rbb|24 zwei unterschiedliche Quellen für die Daten zu Krankenhaus- und Intensivbetten?

Für die Berliner Corona-Ampel nutzt rbb|24 sowohl die Angaben des Senats als auch das Divi-Intensivregister, für das eine bundesweite Meldepflicht gilt. Der Senat bezieht sich bei seinen Zahlen auf das Ineva-Register mit Datenstand vom Vortag 13 Uhr. Die Angaben des Divi werden jeweils jeden Tag um 15 Uhr aktualisiert. Um also aktueller und umfassender bei den intensivmedizinischen Daten zu sein, zeigen wir auch die Zahlen des Divi.

Dennoch nutzen wir bei der Grafik für die Krankenhauspatienten die Senatszahlen bzw. die Zahlen des Ministerium für Gesundheit in Brandenburg. Der Grund hierfür ist, dass das Divi-Register nur Auskunft über die Intensivplätze gibt. Um auch Daten zu "normalen" Covid-19-Klinikpatienten geben zu können, stützen wir uns darum auf diese beiden Quellen - auch wenn sie weniger aktuell sind.

Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen der Grafik für Berlin und der Grafik für Brandenburg. Während wir in Berlin die Intensivpatienten des Senats einzeichnen, sind es in Brandenburg die beatmungspflichtigen Intensivpatienten. Der Hintergrund ist, dass lange Brandenburg nur die beatmungspflichtigen Patienten angab, Berlin lange nur die Intensivpatienten allgemein. Um die Datenlage seit Anfang der Pandemie gleich zu halten, führen wir weiterhin diese leicht unterschiedlichen Metriken fort.

Warum zeigt rbb|24 keine Berechnung der Verdopplungszeit mehr?

Das Modell für eine Verdopplungszeit geht davon aus, dass nach x Tagen doppelt so viele, nach weiteren x Tagen vier Mal so viele Menschen infiziert sind. Diese Zahlen sind interessant, wenn sie exponentiell steigen. Inzwischen ist die Infektionsdynamik aber eine andere, die Verdopplungszeit hat damit keine wirkliche Aussagekraft mehr. Entsprechend haben wir uns entschieden, diese Grafik nicht mehr fortzuführen.

Wieso zeigt rbb|24 keine Karte?

rbb|24 verzichtet auch auf eine Darstellung der gemeldeten Fallzahlen oder Fallzahlen pro Einwohner auf Karten, denn laut Robert-Koch-Institut [rki.de] gilt: "Die Meldung hat an das Gesundheitsamt zu erfolgen, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt." Wenn sich also jemand infiziert und testen lässt, ist in der Regel das Gesundheitsamt seines Wohnorts zuständig. Das muss aber nicht der Ort sein, an dem er potenziell am meisten andere Menschen angesteckt haben könnte.

Über die Hälfte der Brandenburger pendelt, auch viele Berliner arbeiten außerhalb von Berlin und noch mehr bewegen sich zwischen den Bezirken. Sie könnten also an einem Arbeitsplatz in einem anderen Landkreis oder Bezirk wesentlich mehr Menschen angesteckt haben als am Wohnort. Trotzdem zeigen wir inzwischen neben den weiträumigeren Brandenburger Landkreisen auch für die Berliner Bezirke eine Tabelle. Der Grund ist, dass zeitweilig nur einzelne Bezirke aufgrund hoher Fallzahlen als Risikogebiet galten. Wir wollen aber weiterhin den Eindruck einer "Gefahrenkarte" vermeiden.

Warum fehlen Angaben zu den Genesenen oder den "aktiv Infizierten"?

Das Infektionsschutzgesetz verlangt keine Meldung von genesenen Menschen. Entsprechend sind die Zahlen hierzu lediglich Schätzungen, die sich in ihrer Berechnung noch dazu zwischen Berlin und Brandenburg unterscheiden.

Als genesen gelten in Berlin [berlin.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

- hospitalisierte Fälle 7 Tage nach Entlassung; bzw. bei fehlenden Daten 28 Tage nach Erkrankungsbeginn oder Meldedatum

In Brandenburg dagegen gelten als genesen [msgiv.brandenburg.de]:

- nicht hospitalisierte Fälle 14 Tage nach Meldedatum

- zu hospitalisierten Fällen fehlt eine Angabe, wie sie in die Berechnung einfließen.

Weil die Zahl der Genesenen eben nur eine Schätzung ist und noch dazu eine, die nicht einheitlich gehandhabt wird, ist auch die Berechnung der aktiv Infizierten problematisch. Man würde dafür geschätzte Genesene von den genau gezählten Infizierten abziehen.

Ferner impliziert zudem der Ausdruck "aktiv Infizierte", dass genau diese Menschen aktuell das Problem sind. Das wird aber in der Mehrheit der Fälle nicht so sein, weil es sich dabei um diagnostizierte und bereits isolierte Fälle handelt. Das Problem sind die noch nicht entdeckten Fälle. Außerdem beachtet diese Rechnung keine Zeitverzüge durch Nachmeldungen oder einem Anstau der Proben.

Daher verzichtet rbb|24 derzeit auf eine entsprechende Darstellung von Genesenen und aktiv Infizierten. Die Zahl der Neuinfzierten der letzten Woche und der Woche zuvor ist aber ein grober Richtwert für den derzeitigen Stand der Epidemie. Das ist auch medizinisch gesehen sinnvoll, da bei der Mehrheit der leicht verlaufenden Erkrankungen nach ungefähr 14 Tagen die Symptome abklingen.

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Beitrag von Haluka Maier-Borst und Jenny Gebske

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6973 Kommentare

  1. 6973.

    Die Sorglosigkeit ist wirklich schlimm. In Berliner Studentenwohnheimen, die mir bekannt sind, wird trotz Vorschrift durch das Studentenwerk Maske zu tragen, falls man sich in allgemein zugänglichen Räumen befindet, regelwidrig NIE oder fast nie Maske getragen. Zugleich weiß ich aus, wie man sagt, gut unterrichteter Quelle, definitiv dass dort auch immer wieder Coronafälle auftreten, die die Studenten aber nicht unbedingt melden. Meine Bemühungen seit mehreren Monaten die vorgeschriebenen Masken mit Hilfe der Gesundheitbehörden durchzusetzen blieben bislang erfolglos. Man gab mir zu verstehen dass man behördlich derzeit aufgrund von Corona zu viel zu tun habe. Ein Kommunalpolitiker hat mir auch nicht viel geholfen + war nur unzureichend über die Maskenpflicht die durch das Studentenwerk Berlin angeordnet ist, informiert. Es wäre aber hier doch nötig dass wenn die Gesundheitsbehörde überfordert ist, sie Amtshilfe bekäme. Notfalls von anderen Bundesländern. Ich bin damit überfordert.

  2. 6972.

    Doch, das wird derzeit wissenschaftlich mittlerweile immer valider. Und wenn es stimmt ist das eine NOBELPREISVERDÄCHTIGE SENSATION, ein historischer Umbruch in der Virologie. Ein Hoch auf das SARS-CoV-2 sozusagen. Fast so wie damals die Entdeckung von Retroviren (HIV etc.) oder Prionen als Krankheitserreger. Es ist eine Riesen-Sensation. Aber ich selbst denke noch darüber nach, wie ich das einordnen soll. Es wird bei SARS-CoV-2 aber nicht wie bei echten Retroviren insgesamt rückwärts abgeschrieben (RNA zu DNA) sondern nur Teile, es funktioniert etwas anders. Eine wichtige Rolle spielt dabei das schon vorher bekannte LINE 1. Aber ich denke darüber noch nach.

    https://www.pnas.org/content/118/21/e2105968118

    Ansonsten danke für den Priesemann-link aus #6965. Über das dortige Priesemannsche SIR-Modell denke ich auch immer mal wieder nach. Die verlinkte Arbeit überfordert mich aber derzeit zeitlich.

  3. 6971.

    Integration in die menschliche DNA war mal in der Diskussion. War aber wohl nach meiner Erinnerung eher unwahrscheinlich für Coronaviren. Außerdem: Coronaviren sind RNA-Viren, die Integration in die DNA könnte nur nach der Umschreibung durch eine Reverse Transkriptase geschehen - dann hätten Sie aber beim Abstrich erstmal nur die DNA-Variante von Virusbestandteilen und darauf würde die PCR nicht anschlagen, da die Reverse Transkriptase kein RNA-Material zum Umschreiben hätte im Vorbereitungsschritt - es wäre nur möglich, wenn die integrierte (umgeschriebene) DNA auch aktiv gelesen und in mRNA in der Zelle übersetzt wird für die Produktion von entsprechenden Proteinen in den Ribosomen, das konnte meines Erachtens aber nie gezeigt werden in den Verdachtsfällen. Ansonsten haben wir sowieso viel historisches Viren-"Restmaterial" in unserer DNA, wovon der Zweck nicht immer klar ist. Bei RNA-Viren sind das aber eher Retroviren (Bsp. HI-Virus).

  4. 6970.

    "Wichtig ist, wie ernsthaft jeder einzelne die vernünftigen Regeln beachtet."
    Das ist sicher richtig. Doch seit einem Jahr schon wird diskutiert, welche der Regeln vernünftig sind.
    Mal ein konkretes Beispiel aus dem Bekanntenkreis:
    Berliner Studentin fährt zum Osterfest zur Familie nach Leipzig - unter Missachtung der Kontaktregeln. Wird wohl nicht so schlimm sein. Einige Tage später haben alle Beschwerden. Der Vater (58) kommt gerade nach 4 Wochen aus der Klinik und ist stark geschwächt. Die Oma (79) ist nach drei Wochen verstorben. Beide hatten sich um Impfung noch nicht gekümmert. Sie erzählt das mit Tränen in den Augen.
    Hier ließen sie die sicher wichtigste Regel unter den Tisch fallen.

    Aber, nur als zweites Beispiel, FFP2-Maske beim Radfahren? (Heute auf ner Radler-Demo mit ca. 100 Teilnehmern). Ist das vernünftig, oder Blendwerk?
    Offenbar scheiden sich hier die Geister...

  5. 6969.

    Hinzu kommt noch das:
    https://www.infranken.de/ratgeber/gesundheit/coronavirus/coronavirus-darum-werden-menschen-auch-monate-nach-erkrankung-noch-positiv-getestet-art-5206234
    Bzw., etwas hinterfragt:
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/corona-gelangt-das-coronavirus-in-menschliches-erbgut-und-sorgt-so-fuer-staendig-positive-tests-a-9d33efa9-3d63-4b92-bd4e-6fa4553c569a
    Welches Ausmaß das hat, kann bisher keiner sagen.

  6. 6968.

    Ich bein kein Labormediziner, sondern analytischer Chemiker. Vielleicht so: Wenn genetisches Material des Virus in der real time Revers-Transkiptase PCR nach vielen Zyklen sicher oberhalb der Methodenbestimmungsgrenze für die jeweilige Zyklenzahl gefunden wird, dann ist da auch genetisches Material (zumindest sicher die Bruchstücke nach denen gesucht wird) vorhanden und es hat ein Kontakt mit dem Virus stattgefunden. Wenn es wirklich zu einer Infektion und dann Reaktion des Immunsystem gekommen ist, sollte man das durch entsprechende Antikörpertiter belegen können - vorallem da der Viruskontakt noch nicht zu lange in der Vergangenheit sein kann, damit noch genetisches Material in der PCR zu finden ist. Der Viruskontakt (egal ob echte Infektion ausgelöst wurde) muß dann zu einer Infektionsquelle gehören, die zu suchen wäre für die epidemiologische Fragestellung. So genauer?

  7. 6967.

    Das ist eine mögliche Argumentationslinie, welche offiziell gern propagiert wird. Ich halte aber nicht viel von der Argumentation mit der Mutante B.1.1.7 - sie tritt in anderen Ländern mit besserer Seuchenkontrolle genauso auf und führt dort nicht zu neuen Wellen -> es liegt nach meiner Meinung wohl eher an der Durchführung von schnellen und effizienten Bekämpfungs- und Eindämmungsmaßnahmen und weniger an speziellen Eigenschaften eines neuen Virusstammes.

  8. 6966.

    Mich z.B. beunruhigt der Gedanke, dass die sinkenden Zahlen (die ich nicht anzweifle) benutzt werden, um

    a) eine gelungene Pandemiebekämpfung durch den unermüdlichen Einsatz der Regierung zu propagieren (für die sie bitteschön im September belohnt werden möchte) und

    b) mit diesem Erfolg die Implementierung der Vorlage von Impfpässen bzw. negativen Testergebnissen ins normale Leben zu rechtfertigen. Man setzt man darauf, dass eine Ermüdung bei den Menschen eintritt und deshalb mehr und mehr Kröten geschluckt werden.

    Wenn mir jemand diese Sorge bzw. Unruhe nehmen könnte, wäre ich sehr dankbar.

    PS: Die 70 plötzlich aufgetauchten Todesfälle in Steglitz-Zehlendorf wären für jeden IT-Prüfer ein Indiz, dass im IT-System etwas nicht stimmt. Testat verweigert!

  9. 6965.

    Zur Frage, wann test and trace noch funktioniert und wann es außer Kontrolle gerät und in die nächste Phase eintritt:
    https://arxiv.org/pdf/2009.05732.pdf

  10. 6964.

    Etwas mehr mathematische Details an einem konkreten Beispiel hier:
    https://arxiv.org/pdf/2011.08632.pdf
    Bemerken Sie Ihren Denkfehler?

  11. 6963.

    Auch falsch.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Basisreproduktionszahl
    Dort auch der schöne Vergleich mit anderen Infektionskrankheiten.

  12. 6962.

    Na bei der Argumentation ist aber die Mutante nicht berücksichtigt. Zu Beginn der 3. Welle wurden zum Teil beide Virusstämme getrennt betrachtet. Die Fallzahlen für den alten Virusstamm haben weiter abgenommen. Die 3. Welle hat uns nicht so stark getroffen, wie den Britten, weil bei uns schon alles runtergefahren war. Von voreiligen Öffnungen kann sicher keine Rede sein. Wichtig ist, wie ernsthaft jeder einzelne die vernünftigen Regeln beachtet. Neue Regeln helfen nicht immer dabei.

  13. 6961.

    Immer wieder lustig, wenn Menschen so argumentieren, als bräuchte man für eine statistische Größe von 1,3 plötzlich 0,3 Menschen. Das bezieht sich auf das nationale Pandemiegeschehen und größere Mengen von Menschen.

    Und kaum jemand wird glauben 1,3 wäre das dreifache. ABER es wird sehr schnell das dreifache im exponentiellen Wachstum. Nach 4-5 Zyklen, im Falle von Corona wohl 4-5 Wochen. Nach 8-10 Wochen ist es dann schon das 9fache.

    Aber unterm Strich bleibt wie immer sehr lustig, wenn Leute ohne Ahnung (wie Sie) es Leuten mit Ahnung (wie mir) erklären wollen. Also behalten Sie ihren Humor.

  14. 6960.

    Dass dies ausschließlich die Temperaturen sind ist m.E. ein Mythos. Entscheidend sind die Maßnahmen: Finnland und Norwegen, haben die geringste Fallzahlen in Europa, das vergleichbare Schweden bei gleichem Klima allerdings sehr hohe Fallzahlen. Alle drei liegen im dauerkalten Norden. Spanien und Italien im warmen Süden hatten sehr hohe Zahlen. Es sind die durchgeführten Maßnahmen, die entscheidend sind. Brasilien hatte extrem viele Tote / 1.000 000, das benachbarte Urugay bis Ende 2020 gar keine Welle (Urugay betrieb kluge antiepidem. Maßnahmen, Brasilien nicht). Die ebenfalls klimatisch gleich liegenden Länder Thailand und Myanmar haben auch sehr unterschiedliche Zahlen. Denn Thailand traf musterhafte Entscheidungen. Wärme reduziert durchaus etwas, ausschlaggebend sind aber, ob Maßnahmen richtig durchgeführt werden, oder falsch. Wir führen Maßnahmen ziellos durch und ohne ein Konzept, so entsteht Orientierungslosigkeit und hohe Fallzahlen.

  15. 6959.

    "... aus dem R-Wert bzw. der Ableitung der Fallzahlen" R_eff ist gerade so wie schon Anfang Februar, also ähnliche Halbierungsrate, mit Fallzahlen meine Sie wahrscheinlich die täglichen Meldungen (die epidemiologische Kurve der kumulierten Falzahlen ist noch weit vom Plateau weg), dann ist die Ableitung proportional zur Krümmung -> die Krümmung ist seit ca. 1 Woche konstant, d.h. wir laufen gerade in den 1/e-Auslauf wozu auch die recht konstante Halbierungsrate paßt.
    "... die es auch im Lockdown geschafft hatte sich exponentiell zu vermehren." Könnten Sie das bitte mit genauem Exponenten darlegen - oder ist das nur ein Pressezitat. Ich finde beim besten Willen mit halbwegs guter Anpassung "nur" polynomiale Funktionsanpassungen und keine exponentiellen.

  16. 6958.

    Ja, mein Fehler. Richtig: hohe Zyklenzahl -> niedrige Virenzahl und vice versa; war ein Flüchtigkeitsfehler von mir.

  17. 6957.

    "große ct-Werte epidemiologisch natürlich interessant für die Forschung zur Ausbreitung, da ja trotzdem eine Infektion vorliegt/vorlag und dazu irgendeine Kette gehören muss"
    Lieber Björn, ich fürchte Sie überschätzen die quantitative Aussagekraft eines PCR-Befundes. Eine Infektion liegt vor, wenn sich das Virus im Gewebe vermehrt und wenn die Viruslast groß genug ist um die Infektion auszulösen. Zu einer Infektion gehören zwei: das Virus und der befallene Organismus, der sehr unterschiedlich auf die Präsenz des Erregers reagieren kann, wenn es soweit ist, dass er reagieren muss. Schrauben Sie den ct-Wert hoch, erhalten Sie zwar einen positiven Befund, aber keine Erkenntnisse zum Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Infektion. Mit jedem Zyklus über 27/30 wächst das Risiko, dass SIe Dinge finden, die es nicht gibt.

  18. 6956.

    "Ob die Zahlen der Realität entsprechen, möchte ich stark bezweifeln. Mir kommt es alles sehr merkwürdig vor ,das die Inzidenz so schnell und stark sinkt."
    Darf ich fragen: woran haben Sie in der Vergangenheit, als die Zahlen noch schnell gestiegen sind erkannt, dass die Zahlen der Realität entsprochen haben?
    Und was beunruhigt Sie eigentlich bei derzeitiger, positiver Entwicklung?
    Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich spotte nicht, ich beobachte in der letzten Zeit (nicht nur in Ihrem Fall) eine gewisse Unruhe bei einigen meinen Mitbürgern und würde gerne wissen was diese auslöst.

  19. 6955.

    Das ist ja mal wieder Unsinn, es zeigt mal wieder, dass viele bereitwillig jeden Schwachsinn nachzuerzählen, wenn er von einer entsp. Quelle stammt.
    R-Wert - mit Mathe haben es viele nicht. Da gab es welche, die behaupteten, es gäbe bei einem Wert von 1,3; 3 mal mehr Ansteckungen. 1,3 bedeutet jedoch nur, dass 1 Mensch einen anderen Menschen ansteckt, keine 2 oder drei und er 0,3 Mensch lebt eh nicht. Und selbst dass ist keine mathematische Gewissheit, so wie 1+1 = 2 ist. 100 die nicht Infiziert sind, die stecken auch keine 13 anderen Menschen an. Auch ist es nicht gesagt, dass 1 Infizierte einen anderen Menschen ansteckt.
    Und so bedeutet ein R-Wert von 0,9 oder 0,5 nicht, dass die Zahlen sinken. Es deutet nur daraufhin, dass das Wachstum geringer ist als bei 1,3.

  20. 6954.

    (2.) D.h. Mitigation ist erst die dritte Phase die dann viele Tote fordert. Im Gegensatz zu Prävention und Containment. Wir sind bei Mitigation (Flatten the curve) und haben 200 bis 300 Tote/Tag (oder mehr ohne Impfen), Südkorea ist im Containment und hat 2 bis 3 Tote, mal auch 5 oder so je Tag. Taiwan ist in der Prävention und hat gar keine Toten (seit Pandemiebeginn nur 12 Tote).

    Wenn Phase 3 (Mitigation) auch noch außer Kontrolle gerät gibt es noch mehr Tote. Triage ist dann nötig. Es können also nicht mehr 2/3 oder die Hälfte der ITS-Patienten gerettet werden (oder wieviele auch immer die ITS überleben), weil keine ITS-Plätze da sind. Sind auch KH besetzt: noch mehr Tote.

    Todesfälle senkt man indem man in die niedrigere Phase wechselt. Belgien wechselte von 4 nach 3 (Mitigation), Taiwan von 2 nach 1.

    Wir verhindern immer 4, aber wollen nicht nach 2 oder 1.

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